Forum

Willkommen im Forum
Du musst dich anmelden um Beiträge und Themen zu erstellen.

Woher kommt eigentlich diese weitverbreitete Abneigung gegen "Unkräuter"?

Woher dieses Denken kommt ? Angelernt, antrainiert und weil es Alle gegen Unkräuter sind. Man hat einen Garten in typischer Struktur, da gehören nun mal keine Unkräuter dazu.

Ich hatte letztes Jahr den Landschaftsgärtner im hinteren Hang, es blühte so schön der Günsel in blau, ein großer Bestand, endlich !! eingewachsen und etabliert. Als die Gärtnerin mit dem Schneiden und Eliminieren des furchtbaren Japanischen Schlingknöterichs war, traute ich meinen Augen nicht: "WO ist mein Günsel ???" Er war weg ! Die Gärtnerin sah ihn als Unkraut an, weil er so wuchert und hatte ihn ausgegraben und entsorgt. Obwohl ich mehrfach erläuterte, dass ich einen Hortus habe und die meisten Beikräuter gerne habe, sie sogar extra pflanze und aussäe.

Man hört mir einfach nicht zu ! Man verfährt nach Schema F und eliminiert Unkräuter, weil 99,9 % der Menschheit, die einen Garten haben, Unkräuter konsequent und gnadenlos entfernen (lassen). Also ich gehöre zur Minderheit und werde willkürlich entkrautet.

Am nächsten Tag kam diese Gärtnerin mit einem Karton blau blühendem Günsel und setzte ihn da ein, wo der Andere vorher war. Darauf bestand ich und wollte Ersatz haben !

Mein Fingerkraut, das ich mühevoll aufgezogen habe und so stolz war, dass es sich in diesem extrem trockenen kargen Hang auch etabliert hatte, war auch leider weg ! Auch rausgezogen, eliminiert. Und weil das alles nicht gereicht hatte, war auch leider meine schöne nickende Distel nicht mehr da, auf die ich besonders stolz war.

Was ich von Kindesbeinen an gelernt habe über meine Eltern ? Unkräuter sind: Gundermann, Disteln, Günsel, Ackerschachtelhalm, Ehrenpreis (der wilde), Leinkraut (das wilde), Schafgarbe (die wilde), Ackerwinde, Quecke, Storchschnabel (der wilde), stinkende Nieswurz (die wilde), Hornklee, Löwenzahn, Klee, Gänsekratzdistel, Wegerich, Kompasslattich, Hexenkraut, Pfeilkresse, Gänseblümchen, Fingerkraut, Gras (das da nichts zu suchen hat, außer Rasen), Brennnessel, Taubbrennnessel, Giersch...…...müssen weg

Bis auf Quecke, Giersch und Ackerwinde, lass ich alles wachsen, was sich ansiedelt und freue mich, dass diese Wildstauden den Weg in meinen Hortus gefunden haben. Sehr zum Ärgernis meiner Mutter und der Landschaftsgärtnerin

Boah

Landschaftsgärtner

da wäre ich aber aus den Latschen gekippt. Nur das was abgesprochen ist. dabei ist Günsel so schön. Die sollte alle mal nachschulen, die können ihren Beruf nicht.

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

So Leute darfste in deinem Garten niemals alleine lassen. Egal was du erklärst, nicht aus den Augen lassen!

Zitat von Malefiz am 9. September 2019, 5:49 Uhr

Boah

Landschaftsgärtner

da wäre ich aber aus den Latschen gekippt. Nur das was abgesprochen ist. dabei ist Günsel so schön. Die sollte alle mal nachschulen, die können ihren Beruf nicht.

bin ich auch Ich konnte gerade noch das 2. Fingerkraut retten, ich hatte dazu nämlich nicht den Auftrag gegeben, es ging nur und ausschließlich um den Jap. Schlingknöterich. Meine klare Anweisung, alles andere stehen zu lassen, wurde überhört. Da sieht man mal, wie geimpft diese Fachkräfte sind, was Unkraut ist. Muss alles weg. Weil die 99,9 % der Kundschaft das sonst so will.

In der Zwischenzeit, es hat immerhin 2 Jahre gebraucht, wissen die Gärtner, dass ich nicht zu den 99,9 % gehöre und ihnen klare Anweisungen gebe, was ich wünsche und was nicht. Ich kann da sehr ungemütlich werden wenn es um meinen ! Garten geht, der ein Hortus ist.

Hier ist der Günsel, er war soo schön.

 

 

 

(Heute sieht der Hang wieder ganz anders aus)

Hochgeladene Dateien:
  • IMG_1846.JPG
  • IMG_1846.JPG
  • IMG_1847.JPG

@polarwelt drehen bitte

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Die Bilder sind alle gedreht und stehen trotzdem auf dem Kopf

Ich vermute, die Abneigung gegen Unkräuter ist schon lange in der Sprache und Kultur verankert als alles, was die erwünschten, angepflanzten Pflanzen stört. In anderen Kulturen existiert ein Wort wie "Unkraut" nicht, dort haben alle Pflanzen ihre Daseinsberechtigung.

Was unseren Hortus angeht, so entferne ich nur den Wildwuchs in den Stauden- und Nutzbeeten. Meistens handelt es sich dabei um Horn-Sauerklee, Quecke, Ackerkratz- und Gänsedistel. Was ich nicht erkenne, lass ich auch wachsen. Da kamen dann schon schöne Überraschungen zutage: ein Fingerhut, eine faszinierende Riesendistel, Malven, Flockenblumen...

Wenn ich meine Unkräuter aufliste, bekomme ich immer Haue

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Evy, Hornklee habe ich vor 2 Jahren in meinem Hang gesät und dieses Jahr blüht er wunderschön. Hornklee würde sich sonst in meinem Hortus nicht ansiedeln, da musste ich nachhelfen. Beliebt bei Hummeln und Bienen und anderen kleinen Insektchen. Schnecken sind ganz wild auf die jungen, frisch gekeimten Hornkleepflänzchen, deshalb ist ein Bestand auch geringer ausgefallen als ich gesät hatte.

Ein Wild-Un-Kraut, das ich auch ausgrabe, weil es sehr tiefe Wurzeln hat, ist diese Pflanze, die gerne an Ackerränder steht und hoch wird, jetzt im September hat sie rote Büschel......Ackerampfer oder so ähnlich. Obwohl die roten Büschel sehr schön aussehen.

Kommentare sind geschlossen.