Die Puffer Zone

ist der Bereich, der den Garten nach Aussen abgrenzt. In der Regel ist das eine Hecke, die aus heimischen Sträuchern angelegt ist. Heimisch, weil unsere heimische Tierwelt darauf spezialisiert ist, diese Pflanzen für sich zu nutzen.
Der Zitronenfalter z.B. lebt und pflanzt sich fort, wenn er einen Faulbaum, Rhamnus frangula in seiner Nähe hat. Dieser Strauch macht sich in Hecken sehr gut, da er unkompliziert wächst und mit Licht und Schatten sehr gut zurecht kommt.

Wildrosen bieten vielen Tieren einen Lebensraum und Nahrung.
Wildbienen finden Pollen und Nektar in den Blüten, Raupen verzehren die Blätter, Vögel haben ganzjährig Schutz. Sie ziehen in dieser Zone ihre Jungen auf, können sie dort mit genügend Nahrung (Insekten) versorgen und finden im Herbst mit den kleinen Hagebutten lange Nahrung.

© Daniel Jakumeit

Die Pufferzone schützt den Garten vor äußeren Einflüssen
Intensiv betriebene Landwirtschaft, direkt hinter der Pufferzone machen es einem Garten schwer, sein eigenes Gleichgewicht immer wieder zu finden. Die Hecken schützen das Innere vor den mitunter schädlichen Einflüssen von Aussen. Sie schafft aber auch einen Ort, an dem ein besonderes Kleinklima geschaffen wird, das nützlich für alle Bewohner ist.

Eine Pufferzone aus heimischen Sträuchern besteht aus sonnenlichten und sonnendichten Bereichen. Es ist für alle Lebewesen ein Bereich, den sie nutzen und benötigen, um sich entwickeln und entfalten zu können. Dadurch, das der Boden einer Pufferzone selten bearbeitet wird, haben Insektenlarven und -puppen ausreichend Möglichkeit, sich mit dem nötigen Material zu versorgen, um sich darin zu entwickeln und später zu schlüpfen.

Im Innern der Hecke finden Insekten, Vögel, Amphibien und Kleinsäuger einen Lebensraum, denn eine Hecke bietet für alle eine Möglichkeit, sich ihren für sie geeigneten Bereich zu suchen. Je vielfältiger die reichhaltig zur Verfügung stehende Pflanzenauswahl, desto vielfältiger das in der Hecke tobende Leben.

Naturmodule können als gestalterisches Element immer in die Pufferzone mit einbezogen werden und erweitern das Spektrum für die Vielfalt, die sich einstellen wird. Beispiele hierzu findet ihr in Daniel Jakumeits – Mini Tipps oder umgesetzte Beispiele unserer Hortusianer in der Kategorie Selber machen. Je vielfältiger die Pufferzone je vielfältiger das in ihr stattfindende Leben!
Eine Pufferzone ist sehr dicht, bietet aber selten einen 100% Sichtschutz. Dafür bietet sie zu 100% einen Lebensraum, den ihr dann begeistert selber beobachten können.

Eine weitere Möglichkeit der Pufferzone ist die leichte Entsorgung von nicht nutzbarem Schnittgut. Strauchschnitt oder Rasenschnitt, was ihr nicht im Garten gebrauchen können, was auf dem Kompost keinen Platz findet, kann in der Pufferzone abgelegt werden und dort verrotten. Insektenpuppen finden dort die Zeit, sich in Ruhe entwickeln zu können.

Markus erklärt die Pufferzone

© Markus Gastl

 


Autor:
Ulrike Lohmann
Garten der Gartenphilosophin

Urheberrechte der Bilder und Texte liegen, soweit nicht anders angegeben, bei Ulrike Lohmann. Verwendung nur nach vorheriger Genehmigung. Redaktionelle Überarbeitung durch Robert Bauer.

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