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Stiftung- Brainstorming

Kirstin Zoller vom " Schimmelhof" schrieb:

Ich denke ernsthaft darüber nach, in irgendeiner Form eine Stiftung zu gründen, wo die Immobilie bereits jetzt zu Lebzeiten einfließt mit eigenem lebenslangem Wohn und Nutzrecht. Wo die Stiftung dann quasi diese Immobilien verwaltet und später dann auch vermietet - aber eben nur an Nutzer, die dieses Leben wollen - mit Vorgaben, die klar regeln, dass Lebensräume nicht zerstört oder ersatzlos gestrichen werden, dass keine Gifte und invasiven Arten, Mähroboter und was es sonst noch alles so an zerstörerischem Werk gibt, dort zum Einsatz kommen.
Wo geregelt ist, dass die Miete/Pacht nicht ins unermessliche steigen darf, sondern in erster Linie die laufenden Kosten decken muss etc.
Ist noch alles in der Anfangsphase meiner "Vision" von der Stiftung - das bedarf noch viel Arbeit und Ausformulierung - im Prinzip aber eine Stiftung, wo jeder, dem es wichtig ist, dass seine geschaffenen Lebensräume erhalten bleiben - egal, wie wertvoll und wirtschaftlich interessant die Lage auch sein mag - bereits zu Lebzeiten die Möglichkeit hat, diesen Wuinsch abzusichern.

 

Sie hatte die Idee einen Diskussionsbereich "Stiftung - Brainstorming" einzurichten - einfach, um Ideen rund ums Thema "wie sichere ich mein kleines Paradies über den Tod hinaus ab" zu sammeln!

Hier dürft ihr alles zu diesem Thema an Gedankengut sammeln. Wer weiß, was daraus noch Gutes für die Zukunft entsteht...

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Liebe Simbienchen,
:) Danke, dass Du die Idee so schnell umgesetzt hast :)

Zum EInstieg und als Erklärung, warum mich dieses Thema so umtreibt, beschreibe ich mal, was für Gedanken mir zunehmend warum durch den Kopf gehen.

Vermutlich hätte ich daran vor 20 Jahren noch keinen Gedanken verschwendet - aber je mehr ich höre und sehe, was mit solchen Naturkleinoden häufig geschieht, wenn der Urheber nicht mehr seine schützende Hand darüber halten kann, desto mehr sorge ich mich um die Zukunft des vielfältigen Lebens, was hier seine Insel gefunden hat, wenn ich mal  nicht mehr "die Zügel in der Hand habe".

Zum einen haben mich zahlreiche Schilderungen von Menschen erschüttert, die sich jedes Jahr wieder in der FB "Projektgruppe Gebäudebrüter" melden und erzählen, was gerade in ihrer Nachbarschaft abgeht.

Exemplarisch kopiere ich da mal die Geschichte hier rein, die ich vorhin schon in meiner Schimmelhof- Vorstellung schrieb:

Kopie:
Jedes Jahr dasselbe Elend.

Letzten Sommer erinnere ich den Hilferuf einer Dame aus irgendeiner Großstadt.
Mitten im Stadtkern - für heutige Verhälnisse ein Sahnestück für Grundstücksspekulanten lebte eine alte Dame in ihrem Häuschen und hatte einen gigantischen, eingewachsenen Traumgarten - letzter Rückzugsort für zahllose Tiere - ein Paradies mitten in steinerner Betonwüste.
Die Dame ist dann verstorben - die Frau war noch nicht ganz unter der Erde da rollten die Bagger einer Wohnungsbaugesellschaft und machten innerhalb von nicht einmal einem Tag alles platt.

Nach Aussagen der Nachbarin hätte die alte Frau sich im Grab umgedreht......

Und das auch noch mitten in der Brutsaison.

Angesichts der Kürze der Zeit würde ich meinen, das war bereits lange in trockenen Tüchern und die Erben haben nur noch sehnlichst auf das Ableben der Dame gewartet.

Solche Meldungen kommen ständig von überall aus dem Land.
Kopie ENde

Zum anderen erschütterten mich diverse Dokumentationen, die ich immer mal wieder im Fernsehen sah, die meinen Glauben in unsere "Unantastbarkeit" manchmal nachhaltig erschütterten:

Pflegebedürftige alte Menschen, die teilweise sogar entsprechende Patienten- und Betreuungsverfügungen und Vorsorgevollmachten  verfasst hatten, wo bestimmte enge Angehörige für sie handlungsbevollmächtigt eingesetzt werden sollten, bekamen per Gerichtsbeschluss eine rechtliche Betreuung vorgesetzt, weil irgendetwas an den ausgefüllten Vollmachten und Verfügungen nicht den Bestimmungen in der Form entsprach oder Lücken aufwiesen.

Es wurden da Fälle aufgedeckt, wo rechtliche Betreuer den betreuten am anderen ENde der Republik in ein Pflegeheim steckten, den Verwandten den Kontakt verboten und "Haus und Hof" zur angeblichen Finanzierung der Pflege verscherbelten.
Völlig unkontrolliert hatten sie völlig freie Hand.
Natürlich sind nicht alle so - und sicher geht alles normalerweise seinen erwünschten Gang - aber mir haben die paar aufgedeckten Fälle, in denen die Angehörigen teilweise jahrelang kämpfen mussten, bis sie endlich wieder mitreden konnten, zu denken gegeben.

Ich weiss zwar, dass meine direkten Erben sicherlich alles tun werden, um meine Wünsche umzusetzen, soweit sie dazu in der Lage sind - also soweit sie nachfühlen können, worauf es mir wirklich ankommt - schwer zu erklären.
Aber wer oder was kommt danach - man steckt in neimandem drin.

Also meine Frage ist: wie kann ich mein kleines Naturparadies so absichern, dass es bestehen bleibt, wie es ist - - egal, wie wertvoll das Land mal wird.
Aus Sicht, eines Spekulanten vermutlich " vergeudete Fläche" - aus meiner Sicht der "wertvollte Flecken Erde, den diese Gegend zu bieten hat"

Ich habe mich mit dieser Frage schon eine Weile beschäftigt und bin mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass weder eine testamentarische Verfügung, noch das zweckgebundene Vererben an eine Naturschutzorganisation das Objekt wirklich dauerhaft absichern.

Letztendlich ist meines Erachtens eine Stiftung der einzige Weg, der vielversprechend ist.
Und zwar eine Stiftung zu Lebzeiten, die mir aber das Wohn- und Nutzrecht bis zum Lebensende sichert (so verhindert man, dass im z.B. Pflegefall auf das Objekt zurückgegriffen wird, falls die Pflegekosten plötzlich nicht mehr ausreichend gedeckt sein sollten.)

Und da gibt es 3 verschiedene Möglichkeiten, die ich bisher rausgefunden habe:

1. Man macht eine Einzelstiftung - also sein Objekt zur Stiftung und stattet sie finanziell so aus, dass sie das Objekt auch halten kann.
Das Objekt wird von der Stiftung nur an Mieter vermietet, die dieselben Ideen verfolgen, wie sie im Stiftungszweck festgehalten sind (also im Grunde die, die ich zur Zeit lebe oder die, die man hier bei Hortus lesen kann - kurzum Lebensräume und Natur erhalten und weiter ausbauen - in und mit der Natur leben und nicht gegen sie - sich gegenseitig Raum lassen - grob gesagt)
Dabei muss die Miete angesichts der Tatsache, dass in der heutigen Zeit keine Zinserträge aus eingebrachtem Stiftungskapital zu erwarten sind, die Erhaltungskosten decken, soll bzw. darf aber nicht massiv gewinnorientiert hochgeschraubt werden - also es geht bei der Suche nach einem Betreiber des Objektes um die Ideale und nicht darum, wer das meiste Geld bietet.
Sollte das Stiftungsvermögen zur Neige gehen und das Objekt nicht mehr erhalten können, kann ich vorsehen, dass in dem Fall das Land einfach sich selbst überlassen bleibt und die Gebäude verfallen - also im Verfallsprozess auch Lebensräume bieten.

2. Variante wäre eine Stiftung in einer Stiftung - man sucht sich also eine große Stiftung, die prizipiell ein gleiches Oberziel hat: die Natur schützen und erhalten z.B. . Man stiftet dieser Stiftung dann utner den unter 1 genannten Auflagen zum Verwendungszweck das eigene Objekt - hat also quasi eine Stiftung in der Stiftung vereinfacht gesagt.

Variante 3 wäre, generell mit einer Gruppe gGleichgesinnter über die Gründung einer großen Stiftung nachzudenken - einer Stiftung, wo bundesweit gleichgesinnte Immobilien / Objekte einfließen - wo durch Spenden, Erbschaften etc. sowohl weitere Objekte hinzukommen können, als auch das Stiftungskapital wachsen kann.
Also im Prinzip eine Stiftung nach dem Motto: "Naturräume erhalten - in und mit Naturräumen leben"

Wie Ihr seht: es ist noch alles sehr unausgegoren - ich bin mit meinen Gedanken da noch sehr am Anfang :)

Sag niemals "nie", denn es gibt nichts, was es nicht gibt.....

Sehr gerne, Kristin

Ich glaube, das wird tatsächlich in Zukunft Thema werden, wie wir unsere privaten Biotope schützen können und vielleicht müssen. Es wird immer mehr seltene Insektenhabitate und Wildtierhabitate geben, die Verinselung ist auf dem Vormarsch. Flächenversiegelungen aufgrund der Zuwanderungen sind wahrscheinlich nicht aufzuhalten.

Ist jetzt eine andere Begebenheit, hat andere Vorraussetzungen, was ich jetzt erzähle, aber es zeigt auch auf, wie wenig wert die Natur hat, wenn es um die Bebauung von Flächen geht...

Grundstücke werden zur Bebauung von großen Baulöwen aufgekauft und bebaut, damit lässt sich gut Geld verdienen...

Meiner Mutter ist es auch passiert, dass man ihr ihr Kleinod wegnahm. Sie hatte (nicht wissend damals) einen traumhaft eingewachsenen Hortus in Gelsenkirchen. Nachdem die Pferde nicht mehr waren (meine Eltern hatten früher auch Pferde, Ziegen, Hasen, Schafe, Hühner, Gänse...), wurde der sandige Reitplatz ein riesiger Hotspot. Leider war das Grundstück nur gepachtet und konnte von meinen Eltern nie gekauft werden. Die Gemeinde hatte andere Pläne damit und hat es vor ein paar Jahren dann teuer an einen Baumlöwen verscherbelt. Vermutlich hätte meine Mutter den Preis dafür mit ihrer kleinen Rente dann auch nicht mehr zahlen können. Dort entsteht nun eine Reihenhaussiedlung.

Vieles aus dem Garten meiner Mutter wächst und blüht zum Glück nun bei mir im Garten.

Die über Jahre gewachsene Pufferzone aus heimischen Wildgehölzen und viele Obstbäume wurden einfach von den Baggern umgelegt. Leider waren die Tierarten , die dort bei meiner Mutter lebten, noch nicht selten genug, sie hatte noch alles versucht, den Verkauf zu stoppen. Ohne Erfolg...

Wenn es einem nicht selbst gehört, hat man gar keine Chance....

 

 

 

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Ich weiß jetzt nichts genaues, aber ich hab mal gehört, dass manche Flächen auch dem NABU vererbt worden sind. Ob das besondere Flächen sind und wie das funktioniert, damit die familiären Erben auch ihren (Pflicht)Teil erhalten, weiß ich allerdings nicht.

@Simbienchen
ja, bei gemieteten und gepachteten Flächen ist es noch schlimmer, weil man da im Prinzip überhaupt keine Chance hat, eine Zerstörung durch den Eigentümer - spätestens nach Ablauf der Pachtzeit, zu verhindern.

Aber auch bei Eigentum muss man heutzutage wohl überall damit rechnen, dass man plötzlich keine Handhabe mehr hat.
Ich erinnere mich noch gut, wie hier 2014 / 2015 mal locker eine Enteignung nach der anderen von vorwiegend landwirtschaftlichen Pazellen stattfand, weil dort die Masten für die Hochspannungsleitungen hin sollten.
Ich habe hier mal in den Bekanntmachungen meines Kreises als Suchwort "Enteign" eingegeben - da sind sie dann alle geballt aufgeführt.
Es hätte im Prinzip auch mich treffen können, wäre der Trassenverlauf ein wenig anders geplant worden.
https://www.kreis-pinneberg.de/Suche.html

Dann hätte ich demnächst nicht nur einen Hochspannungsmast auf dem Grundstück, sondern auch eine Leitung über dem Haus - furchtbar die Vorstellung.
Das ist z.B. so ein Punkt, wo ich denke, dass eine große Stiftung bei so etwas mehr Einfluss und Handhabe haben könnte, als eine EInzelperson oder eine Einzelstiftung.

 

@Yorela ja, das stimmt - man kann sowohl dem NABU als auch dem BUND und sicher auch allen möglichen anderen Umweltorganisationen oder sosgar der eigenen Gemeinde oder dem eigenen Kreis seinen Besitz vermachen.
Und man kann auch an das Erbe Auflagen binden, wie z.B., dass das Objekt so bestehen bleiben muss / nicht veräußert werden darf etc.
Allerdings gibt es da mehrere "Krücken":
1. kann der Erbe das Erbe ausschlagen, wenn ihm die AUflagen z.B. nicht passen oder er sie bnicht für finanzierbar hält - und damit tritt dann die normale Erbfolge in Kraft und

2. gibt es bei solchen Erbschaften immer Fristen, nach deren Ablauf die im Testament verfügten AUflagen ungültig werden.

Dann kann der Erbe mit dem Obvjekt machen, was er will - also auch veräußern.

Und was damit dann passiert, ist immer stark davon abhängig, wie die ENtscheider in den entsprechenden Gremien (Stadtverwaltung oder Vereinsvorstand etc. ) ticken.
Nehmen wir mal das Beispiel NABU: ich vermache mein Wohnobjekt meinem örtlichen Nabu mit den entsprechenden Auflagen.
Der Nabu hält sich auch dran, ist aber eigentlich eher darauf ausgerichte, große, zusammenhängende Flächen zu erwerben, wo er Naturschutzgebioete einrichtet.
Er kann (und wird vermutlich auch in den meisten Fällen) dann nach Ablauf der Frist (keine Ahnung, wie lang die ist 10 Jahre, 20 Jahre ???) die Stadtimmobilie veräußern, um dann das Geld zu verwenden, um seinen eigentlichen Fokus: den Zuerwerb weiterer Flächen im Bereich der bereits betreuten Naturschutzgebiete zu finanzieren - wie gesagt, nur eine Möglichkeit.

Wie immer man es dreht: alles, was mit Vererbung einher geht ist sowohl, was die Befristung von Auflagen als auch die Frage, ob das Erbe überhaupt angetreten wird, immer wackelig.

Zumindest so das Ergebnis meiner Recherchen bisher.

 

Sag niemals "nie", denn es gibt nichts, was es nicht gibt.....

Hallo , hab ich gerade im "Holznagel" gefunden. Von der Interessengemeinschaft Bauernhaus.

Hochgeladene Dateien:
  • DSCN4089.JPG

@schimmelhof : Wenn du möchtest, kann ich mich mal beim BUND erkundigen, wie das mit Fristen etc. dort ist und ob solche Erbschaften tendenziell im Bestand bleiben oder ob sie eher veräußert werden.

Ich arbeite beim BUND Besucherzentrum und das Zentrum selbst ist ein Erbe und ich weiß, dass es da auch noch andere geerbte Flächen gibt. Aber ansonsten habe ich mich damit noch nicht groß auseinander gesetzt.

Dieser Planet hat das Potenzial ein Paradies zu sein!

@annika gerne :)
Im Moment sammel ich noch alles an Informationen, was rund um das Thema zu finden ist, damit ich danach dann schauen kann, welcher Weg für mich der Sinnvollste ist :)

Danke

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