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Mähen von Straßen und Wegesrändern

Hallo zusammen, mir geht ja schon seit Jahren die völlig übertriebene "Pflege" von Straßen und Wegesrändern auf den Keks . Deswegen habe ich schon etliche Leserbriefe geschrieben und war auch schon im Fernsehen. In meiner Gemeinde werden sogar die Waldwegesränder 2x im Jahr gemäht. Trotz Haushaltsstop .

Diese Ränder liegen mir deshalb so am Herzen, weil sie die letzten Brachflächen in unserer überpflegten Landschaft sind und alle Biotope miteinander vernetzen . Behandelt werden sie aber wie Golfplatzrasen oder sie werden abgeerntet ,zb von Straßen NRW für die Hackschnitzel Gewinnung. Diese Flächen sind riesig und könnten DER Beitrag von Kommunen, Gemeinden und dem Bund zur Biodiversität sein. Stattdessen werden sie mit Steuergeldern eliminiert. Deswegen habe ich unseren Bürgermeister Anfang des Jahres einbestellt. Er hatte keine Ahnung was da so Mähtechnisch in seiner Gemeinde abgeht und welche ökologische Wüstenbildung hinter diesem Ordnungswahn steckt.

Auch die Kosten waren ihm unbekannt. Kostet übrigens 180.- die Maschinenstd . Das ist dabei rausgekommen.

Auszug:

„In der Gemeinde Lindlar gibt es etwa 183 Kilometer an Gemeindestraßen sowie ca. 255 Kilometer an Wirtschaftswegen. Viele der Straßen- und Wegeränder befinden sich im Eigentum der Gemeinde Lindlar und werden folglich vom Technischen Betrieb Engelskirchen Lindlar (TeBEL) AöR oder von beauftragten Lohnunternehmen turnusmäßig gepflegt. Leider gibt es Beispiele für Pflegemaßnahmen, die nicht mehr zeitgemäß sind und damit keinen Beitrag zum Artenreichtum von Tieren und Pflanzen leisten. Die Gemeinde Lindlar kann durch die Pflege des Streckennetzes einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt beitragen und sollte hier eine Vorbildfunktion übernehmen…. „

Frank,

deine Energie dafür finde ich mehr als vorbildlich !

Dass der Bürgermeister keine Ahnung davon hat...sehr schade. Worauf basiert dieser Wissensmissstand/ -Rückstand?

Wie hat er denn jetzt darauf reagiert ?

Ich drücke sowas von die Daumen!

Wird er eine Veränderung einleiten ?

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "
  1. Hi Simbienchen, das was unten angehängt ist , ist der Antrag von ihm an den Gemeinderat. Der Mann ist von der CDU .

Hallo Frank, als ich im Februar bei dir war, hattest du ja schon davon erzählt und wie sehr es dich wurmt; ich kann dich (immer noch) voll und ganz verstehen und finde dein Engagement vorbildlich !

Bei uns in Bochum sieht das momentan folgendermaßen aus : Verkehrsinseln, Mähstreifen  und ähnliches wurden dieses Jahr (augenscheinlich) nur zwei Mal gemäht, was ich so beobachten konnte. Ganz besonderes Augenmerk hatte ich hier in Langendreer auf Verkehrsinseln in einer neu gestalteten Straße. Dort werden nach Baumaßnahmen ja meist sandige Böden abgelagert und es wuchsen (und wachsen noch) herrliche Wildpflanzen wie z.B. die Große Klette, Mohn und ich hab hier noch nie so viele Königskerzen gesehen wie in diesem Jahr. Die Kommune sprach ja auch im Vorfeld von mehr Biodiversität, Glyphosat  ist für die Landwirte (ja, wir ham welche ) verboten, Pestizide im öffentlichen Raum sowieso...   was mich ärgert, ist, dass ich mich darauf hin mal gemeldet hatte, wie schön das wär , verminderter Arbeitsaufwand usw....zwei mal hab ich geschrieben, ja glaubt ihr, die hätten mal reagiert. Keine Antwort , nix. Das nenn ich Dienst am Bürger !

Meiner Meinung nach ist das aber nur Augenwischerei, Guckt mal wie grün es wird und so. Tatsächlich aber werden bestehende Grünflächen zur Bebauung frei gegeben, weil wir ja unbedingt einen ganzen neuen Stadtteil haben müssen mit unserer schwindenden Bevölkerungszahl...

Hallo Oliver, ja an manchen Stellen tut sich was. Allerdings finde ich nach wie vor , dass 2x mähen während der Vegetationszeit auf den meisten Flächen 1x zuviel ist.

Ja , und da hast du auch recht,  wir überbauen jeden Tag in Deutschland über 100ha. Hier muss auch dringend mal was passieren.

Das ist schon richtig, dass einmal reichen würde, zumindest an den meisten Stellen. Aber gegenüber den Vorjahren , in denen alle drei Wochen gemäht und der Verkehr und der Arbeiter gefährdet wurden, ist das ein großer Sprung. Bin mal gespannt, ob das so weiter geht oder ob nur ausnahmsweise ein kluger Kopf gesagt hat, "es ist durch die Trockenheit eh nicht so stark gewachsen, wir lassen es sein..."

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