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Lektion 1.1: Pufferzonenanfänge

Da mir im Moment noch der Kopf schwirrt vor lauter Fragen, Ideen und Wünschen in Bezug auf das Thema Naturgarten, habe ich beschlossen nun hier mal alles nacheinander abzuarbeiten. Vielleicht finde ich dann den roten Faden zum Naturgarten für mich

Beim Hauskauf bestand unser Garten aus Moosrasen, sehr vielen Rosen, zwei Kirschbäumen, einer Tanne und sehr viel Thuja. Wegen der Sanierungsarbeiten am und im Haus, wurde tatsächlich alles einmal aufgebuddelt und nahezu alle Pflanzen mussten verschwinden oder wurden evakuiert. Stehen bleiben konnte eine alte Eibenhecke an der Westseite des Grundstücks, die wir auf der Südseite mit jungen Eibenpflanzen vervollständigt haben.

Im Vorgarten (Ostseite) wollte ich von Anfang an eigentlich eine Miniatur-Wildobst-und-Naschhecke. Geworden ist es dann aber eine wilde Mischung Dort stehen ein Apfel- und ein Mirabellenbuschbaum, eine Zwerg-Aprimira, eine Rispenhortensie, eine Kupferfelsenbirne, zwei Aronia, zwei Holunder, eine Eberesche, eine Haselnuss, zwei japanische Ahorne und drei Himmelsbambusse (da hatten wir die Idee, dass wir irgendwas wintergrünes brauchen, damit die armen Spaziergänger nicht auf unseren Kompostinhalt gucken müssen). Und zwei Spalierbirnen zum hinteren Teil des Gartens hin. Der vor der Hecke stehende Geräteschuppen wird seit diesem Jahr von einer Clematis vitalba berankt. Unterpflanzt wurde alles zu Anfang mit Balkan-Storchschnabel und gelbpanaschierter Kriechspindel. Davon hatte ich halt viele Ableger aus dem alten Garten und ich wollte den Boden gern schnell bedeckt haben Ansonsten wurde unter der Hecke noch überall Holzhackschnitzel verteilt.

Die Heckenpflanzen sind noch ziemlich jung und durch die Trockenheit und unseren extrem durchlässigen Boden, ist das Wachstum eh nicht besonders rasant. Insofern bieten die Pflanzen im Moment noch keine nennenswerte Pufferung zur Straße. Das klappt mit der halbhohen Eibenhecke an der Südseite wesentlich besser. Da wir ein Eckgrundstück haben, dient auch die südliche Hecke zum Sicht- und Lärmschutz zur Straße hin. Der hintere Teil des Gartens ist zudem noch katzensicher eingezäunt, da eine unserer zwei Miezen ein leichtes Handicap hat.

An der Nordseite wird unsere Einfahrt von einer (vom Nachbarn) sorgsam geschnittenen halbhohen Thuja-Hecke flankiert. Wenn nächstes Jahr die Einfahrt neu gemacht wird, könnten wir diese ersetzen. Ich fürchte nur, dass es etwas schwierig wird, sich bezüglich der neuen Bepflanzung zu einigen. Der Nachbar wünscht sich dort einen pflegeleichten Doppelstabmattenzaun :D Mal schauen, ob ich ihn zu einem Mäuerchen überredet bekomme.

Jaaa, zufrieden bin ich mit der Pufferzone noch nicht so richtig. Die Unterpflanzung würde ich gerne mit der Zeit noch ändern, denke aber, dass im Moment ja noch andere Bedingungen am Standort herrschen, als es später bei der ausgewachsenen Hecke der Fall sein wird. Im Moment brennt dort tagsüber gut die Sonne auf den sandigen, trockenen Boden. Ich denke mit der Zeit wird es dort ja schattiger und humoser werden. Daher würde ich zunächst bei der Unterpflanzung noch nicht viel ändern, aber später halt auf heimische Pflanzen umsteigen. Bei den Gehölzen fällt es mir ebenfalls schwer weitere Entscheidungen zu treffen. Wir haben zwischendurch mal überlegt zumindest bei den beiden japanischen Ahornen und Himmelsbambussen für Ersatz zu sorgen, auf der anderen Seite ist das momentan noch der am höchsten gewachsene Teil der Hecke und es fällt ein wenig schwer, diesen herzugeben :D Zumal der Himmelsbambus sich gut in den Blumensträußen macht. Gerne würde ich zumindest an einer Stelle die Hecke noch mit einer Wildrose ergänzen, um den Vögeln ein bisschen Sicherheit in unserer katzenreichen Siedlung anzubieten. Ist nur die Frage wer dafür gehen muss: Rispenhortensie, japanischer Ahorn oder ein Himmelsbambus?

An Naturmodulen steht in der Pufferzone noch nicht viel. An der Rückseite des Geräteschuppens häng eine Wildbienennisthilfe, drumherum gibt es liegende und stehende Totholzstämme und der Komposter ist direkt an der Hecke gelegen. Unter dem Holzlager des Geräteschuppens findet sich manchmal ein Igel ein. Gerne will ich aber in die Hecke noch einen Käferkeller integrieren. Und direkt davor habe ich überlegt eine Magerbeet-Schnecke mit Sandariumteil zu bauen. Das wäre aber auch eher ein Projekt für nächstes Jahr. In der Eibenhecke hängen an zwei Stellen Nistkugeln für den Zaunkönig.

Insgesamt merkt man, dass der Garten jedes Jahr attraktiver für die Tiere wird und immer mehr Leben einzieht. Im Gleichgewicht ist er aber noch nicht. Wir haben unglaublich viele Ameisen, Heuschrecken, Wanzen, Blattläuse und Käfer (Dickmaulrüssler). Aber die Nützlinge ziehen erst langsam nach. Das macht sich bei  den Erträgen der Nutzpflanzen natürlich arg bemerkbar, aber wir werden geduldig sein und uns weiter über jede Meise und jeden Marienkäfer freuen, der bei uns einzieht. Und über jeden Zentimeter Wachstum unserer Hecke und Bäume, die ein bisschen mehr Schatten, ein bisschen mehr Windschutz und generell ein anderes Klima für unseren Garten liefern wird, wenn sie groß ist.

(Fotos kommen im nächsten Beitrag vom Handy aus)

Einmal die Eibenhecke und eines der Birnenspaliere (und darunter der traurige, trockene Duft-Schneeball).

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Und einmal die Misch-Hecke aus verschiedenen Perspektiven.

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