Forum

Willkommen im Forum
Du musst dich anmelden um Beiträge und Themen zu erstellen.

Eine Mindestanbaufläche in jeden deutschen Garten - gut oder weniger gut? Eure Meinung

Hallo.

 

Würde eine Mindestanbaufläche in JEDEM dt. Garten zu einen Sinneswandel gegenüber importierten Gemüse und Obst führen?

Was meint ihr?

Welche Fläche wären sinnvoll? Ich wäre für mindestens 30 Prozent.

Nee, da bin ich total dagegen. Jeder, der mit Liebe gärtnert, kommt da von allein drauf, oder isst schlicht nicht gerne Gemüse, oder der Garten/die Zeit gibt es nicht her. Ich glaube nicht, dass man die Leute durch Zwang verändern kann und fürchte, das bewirkt eher das Gegenteil. Schon eher befürworte ich gute Regeln für den Umgang mit öffentlichem Grün. Die Privatleute: ermuntern und kommen lassen. Im Sinne von: Fragen? Fragen!

Mindestanbaufläche für was? Und was soll das bewirken? Ich bin etwas irritiert...

Soll jemand auf 30% seiner Fläche irgendwas anbauen und die restlichen 70% sind dann Puffer- und Hotspot-Zone?  Das wäre eine Ertragszonenfestlegung auf 30 %.

Wer soll sowas festlegen? Wer soll sowas kontrollieren? Und wieso?

Ich halte eine solche Regelung für unsinnig und nicht zu kontrollieren. Sogar wenn einer erwischt würde ganz ohne Ertragszone - was sollten denn die Konsequenzen sein? Gartenentzug, Geldstrafen, Sozialstunden....??

Da wären andere Gebote/Verbote viel sinnvoller: bei Neubauten sollte man ab sofort Fassaden/Dachbegrünung vorschreiben, Schotterwüsten in Vorgärten untersagen. Kirschlorbeer, Thuja und Bambus verbieten und stattdessen Hecken aus heimischen Sträuchern fordern.

Diese Sachen könnten von den Kommunen kontrolliert werden, wenn sie denn Geld für entsprechendes Personal bereitstellten.

Wer diesen Anforderungen keine Folge leistet, könnte zum Gespräch gebeten werden, bei Uneinsichtigkeit könnten Geldstrafen verhängt werden, wenn alle Stricke reißen, sollte man einen Trupp Gärtner mit den richtigen Pflanzen vorbeischicken und dem Gartenbesitzer die Rechnung vorlegen.

Hallo Andreas

Ich hätte gerne etwas mehr Kontext zu dieser Frage bitte , um zu verstehen um was es dabei geht.

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Ich glaube, ich verstehe die Idee dahinter, halte das aber für den falschen Weg. Natürlich müssen wir den Bezug zur Natur und auch die Wertschätzung für eigenes Obst und Gemüse dringend verbessern (oft sogar erst wieder herstellen), aber Verbote und Zwänge im privaten Bereich sind da eher kontraproduktiv. Davon abgesehen ist solch eine Maßnahme auch eher unglaubwürdig, solange Gemeinden und Kommunen ihre eigenen Grünflächen "misshandeln". Sinnvoller wären Auflagen für öffentlichen Grund bei gleichzeitiger Schulung von Mitarbeitern sowohl im politischen Bereich als auch bei den ausführenden Organen wie Landschafts- und Gartenbau. Dazu gehören auch - ganz wichtig - Schulen. Wieviele Schüler denken, dass Orangen hier um die Ecke direkt in Netzen wachsen und können Blumenkohl nicht von roter Beete unterscheiden? In die Lehrpläne gehört eine Kombination aus praktischer Arbeit in Garten und Natur sowie die theoretische Aufarbeitung entsprechender Themen wie Welthandel mit all seinen positiven und negativen Auswirkungen, Gemüse- und Obstkunde, Klima- und Insektenschutz, Ernährung usw., jeweils altersgerecht ab der Grundschule bis zur Oberstufe.

Allerdings ist das nur ein minimaler Anfang, denn das Problem geht ja mE viel weiter. Die "zivilisierte" Menschheit hat jeglichen Bezug zur Natur verloren, dank Elektrizität, Heizung und durchgetaktetem Tagesablauf bedeutet Herbst - Laub rechen, Sommer - Urlaub machen, Winter - Eis kratzen. Natur hat man in Form von Bildern und bunten Simulationsspielen genug. Der Mensch sieht sich nicht mehr als Teil eines großen Ganzen.

Ich glaube mit "Zwang" kann man die Lust am Gärtnern nicht fördern. Die Freude, etwas Sinnvolles und Schönes nachahmen zu wollen kann m. E. nur dadurch geweckt werden, daß möglichst viele etwas zum Anschauen bieten und auch mit Erklärungen bezüglich der Machbarkeit und des Zeitaufwandes den Menschen, die sich interessieren, mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Hier in unserem Ort wurde ich zu Beginn sehr kritisch beäugt. Kieswege im Garten, keinen Rasen, in dem Stückelchen Wiese, das es gab, durften Gänseblümchen und auch sonst fast alles was anflog wachsen, das weckte Neugierde was die "Zugezogene" denn da so macht. Jede Menge Nistkästen und Insektennisthilfen sah man von draußen und irgendwann kamen auch über den Gartenzaun gestellte Fragen was denn das werden sollte.

Ich habe sie immer, gespickt mit ein wenig Hintergrundwissen, beantwortet. Ganz langsam veränderte sich die Meinung der Nachbarn über diesen in deren Augen "unordentlichen" Garten. Es wurde erst akzeptiert und inzwischen auch schonmal das eine oder andere nachgemacht.

Zitat von Simbienchen am 8. November 2019, 6:25 Uhr

Hallo Andreas

Ich hätte gerne etwas mehr Kontext zu dieser Frage bitte , um zu verstehen um was es dabei geht.

 

Bitte entschuldigt.

Ich werde dazu noch etwas schreiben. Heute Abend habe ich etwas mehr Zeit.

Zwangsmaßnahmen finde ich persönlich nicht so gut. Warum haben meine Vorredner hier zum größten Teil schon geschrieben.

Nicht 1:1 adaptierbar, aber in Russland bekommt man ja z.B. ein Grundstück zur Verfügung, um sich selbst versorgen zu können, wenn man das möchte
( https://www.deutschlandfunk.de/russisches-projekt-gratis-grundstuecke-im-fernen-osten.799.de.html?dram:article_id=364868  )

Von daher würde ich mir eher wünschen, dass diejenigen, die ein Grundstück zur Selbstversorgung oder zur Anlage eines Naturgartens suchen, Unterstützung bekommen. Da gibt es so viele stark engagierte Leute, die sich aber eben kein entsprechendes Stück Land leisten können und ihre Energie verpufft im luftleeren Raum.
Andersrum werden Land und Grundstücke von Leuten gekauft, die halt das Geld dazu haben und diese liegen dann brach, weil sie das Land an sich überhaupt nicht gebrauchen können und es nur darum geht, dass Geld anzulegen.

Regularien in diesem Sinne, kann ich mir eher und effektiver vorstellen, als flächendeckende Verpflichtungen.

@andreamast Die Schottergärten sind i.d.R. nach Landesbauverordnungen sowieso schon illegal. Nur leider interessiert das niemanden und es wird (mangels Personal?) nicht kontrolliert.

Tausende Gärten in Baden-Württemberg widersprechen geltendem Recht. Schottergärten sind illegal. Die Landesbauordnung schreibt vor, dass unbebaute Flächen als ‚Grünflächen‘ anzulegen oder anderweitig zu begrünen sind. Graue Schotterwüsten erfüllen diese Vorgabe nicht“, erklärt der LNV-Vorsitzende Dr. Gerhard Bronner.

http://www.bund-rvso.de/schottergarten-kiesgarten-bund-kritik.html

(

Dieser Planet hat das Potenzial ein Paradies zu sein!

Guten Morgen,

in meinem Garten müsste ich eine riesige Anbaufläche dafür bereit halten. Eine Fläche, die anderen Zonen dann abgehen würde.
Mein Ertragsgarten ist dermassen rudimentär, ich baue nichts in Selbstversorgung an. Zumindest nicht regelmässig. Da hier kaum etwas wächst, macht das wirklich keinen Spaß.
Insofern halte ich von bestimmenden Grenzen wenig.
Von Inspiration dafür umso mehr.
Also Ertragsanbau in die Vorgärten, um die Vorbeigehenden zu inspirieren.
Nur bei uns würde das kaum klappen, der Boden eignet sich gerade für Roggen und Kartoffeln.

Viele Grüße von der Gartenphilosophin. Übrigens: Jeder kann etwas tun!

Kommentare sind geschlossen.