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Ein ganz kurzes Gespräch...

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Aber ich hab das Gefühl, dass das Thema Friedhof und naturnah ziemlich gefragt ist; wir hatten das ja schon mal aber ich find es nicht mehr.... kann ich gerne noch mal anreißen, da gibt es ja soviel, Pflanzenwahl, Müllvermeidung, Pestizide etc...

@oliver Malefiz hatte dieses Thema vor einiger Zeit nochmal aufgegriffen. Aber es wäre toll, wenn du es ergänzen würdest

https://hortus-netzwerk.de/forum/topic/ein-bienenfreundliches-grab/

 

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "
Zitat von Kai am 16. Oktober 2019, 23:04 Uhr

Wir (unsere Gesellschaft) sind in der heutigen Zeit unglaublich weit von der Natur entfernt.

genau das ist der Punkt !!! Ich hatte in meiner Jugend (70er) noch das Vergnügen, den Hühnerstall sauber zu machen, die Tiere zu füttern etc. Alles möglich hatten die Leute in unserer Siedlung, natürlich auch Tauben (Ruhrpott). Die Menschen waren zwar keine 100% igen Selbstversorger mehr aber es wurde noch eingekocht, Gemüse geerntet und wenn die Hühner mal kein Ei legten, gab es eben keins usw. Da fing das so langsam mit den großen Discountern an und man konnte alles immer kaufen. Wenn man dann noch mal 50 Jahre zurück geht, war das Verhältnis zur Natur, zu den Jahreszeiten und  dem Wetter noch mal ganz anders. Das Verständnis zu Abläufen in der Natur fehlt mittlerweile und daher auch das Verständnis zum Dasein vieler Tiere (igitt), dem Fallen des Laubes (so viel Arbeit) und vielem mehr...

Zitat von Oliver am 17. Oktober 2019, 20:17 Uhr
Zitat von Kai am 16. Oktober 2019, 23:04 Uhr

Wir (unsere Gesellschaft) sind in der heutigen Zeit unglaublich weit von der Natur entfernt.

genau das ist der Punkt !!! Ich hatte in meiner Jugend (70er) noch das Vergnügen, den Hühnerstall sauber zu machen, die Tiere zu füttern etc. ...

Was hat das für Dich bedeutet? Ich bin mir sicher, dass es eins in jedem Fall bewirkt hat. Du hast eine Beziehung aufgebaut. Eine gute Grundlage, um Respekt zu entwickeln. Wie schade ist es, wenn Kinder ohne Haustiere aufwachsen und ohne Bezug zur Natur. Wir haben den Auftrag, alles dafür zu tun, dass dies wieder mehr erfolgt. Denn nur wer die Natur kennt, kann sie letztendlich auch verstehen und respektieren. Deshalb habe ich mich besonders gefreut, dass meine Töchter Spaß am Projekt Deutschland summt hatten. Wir haben es geschafft, digitale Medien zu nutzen, um Spaß in und mit der Natur zu haben. Wissen zu googeln und draußen zu verstehen, zu riechen, zu fühlen und letztendlich so viel besser zu verstehen. Und zu bewundern. Zeigt mir ein Künstliches Modell des Menschen, was besser ist und besser funktioniert als die Realität in der Natur. Habt Ihr mal einen Staudenstiel durchgeschnitten und den Querschnitt angesehen? Welches Bauwerk schafft es, mit so wenig Material eine solche Höhe zu erreichen? Ich ziehe immer mehr und fast täglich den Hut und freue mich immer wieder neue tolle Dinge zu entdecken. Selbst in unserem kleinen Bald-Hortus.

Das kann ich 100%ig unterschreiben, Kai

Ich bin auch jeden Tag erneut fasziniert, es gibt jeden Tag etwas Neues zu sehen, zu entdecken und zu stauen. Die Natur ist so lehrreich und abwechslungsreich.

Mir geht es mit meiner jüngeren Tochter auch so, sie wächst jetzt damit auf und genießt nicht nur die vielen kleinen Wunder eines Gartens, sondern verkostet auch gerne die gesunden Gaben. So pflückt sie sich auch selbst ihre Teemischung....

Ich weiß noch, wie oft sie in der Wiese lag und den Duft der Wiesenkräuter liebte. Im Bohnentipi spielend oder lesend zu finden war...

Wenn meine große Tochter zu Besuch kommt, ist auch sie mit Begeisterung dabei und weiß einen Garten zu schätzen....

Auch meine Oma und Mutter haben es mir vorgelebt, wir waren früher immer draußen im Garten...diese Naturverbundenheit ist bei uns genetisch verfestigt...aber richtig bewusst lernen und verstehen, habe ich erst mit und durch meinem eigenen Garten gelernt....und es hört nicht auf!

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "
Zitat von Oliver am 17. Oktober 2019, 20:17 Uhr
Zitat von Kai am 16. Oktober 2019, 23:04 Uhr

Wir (unsere Gesellschaft) sind in der heutigen Zeit unglaublich weit von der Natur entfernt.

genau das ist der Punkt !!! Ich hatte in meiner Jugend (70er) noch das Vergnügen, den Hühnerstall sauber zu machen, die Tiere zu füttern etc. Alles möglich hatten die Leute in unserer Siedlung, natürlich auch Tauben (Ruhrpott). Die Menschen waren zwar keine 100% igen Selbstversorger mehr aber es wurde noch eingekocht, Gemüse geerntet und wenn die Hühner mal kein Ei legten, gab es eben keins usw. Da fing das so langsam mit den großen Discountern an und man konnte alles immer kaufen. Wenn man dann noch mal 50 Jahre zurück geht, war das Verhältnis zur Natur, zu den Jahreszeiten und  dem Wetter noch mal ganz anders. Das Verständnis zu Abläufen in der Natur fehlt mittlerweile und daher auch das Verständnis zum Dasein vieler Tiere (igitt), dem Fallen des Laubes (so viel Arbeit) und vielem mehr...

Was Du schreibst, ist sooo wahr. Die Entfremdung von der Natur, ihren Abläufen und allem was dazugehört, ist erschreckend.

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, mit einigen Bauernhöfen rundherum (die nächste mittelgroße Stadt war aber nicht weit entfernt). Bei der Erwähnung Deines Hühnerstalls mußte ich dran denken, daß ich als Kind/Jugendliche Kaninchen hatte. Die lebten zwar in diesen kleinen Ställen, wie das früher so üblich war, durften aber immer mal wieder unter Aufsicht frei im Garten herumlaufen und sich austoben. Sie hatten immer genug Heu und Stroh und jeden Samstag, auch bei Wind und Wetter, habe ich die Ställe saubergemacht.

Wenn es Nachwuchs geben sollte, bin ich mit der Häsin zum Bauern gegangen, der einen Rammler hatte. Ich lernte schnell, daß es nur klappte, wenn die Häsin bereit war. Manchmal mußte ich ein zweitesmal mit ihr zum Rammler gehen. Als Bezahlung bekam der Bauer später eins der Jungtiere aus dem Wurf. Ich habe meine Kaninchen geliebt, sie hatten alle Namen. Dennoch haben wir sie auch gegessen. Ich habe sie aufgezogen, mein Vater hat sie geschlachtet, meine Mutter hat sie zubereitet.

Wir waren immer sehr dankbar, daß wir so leckeres Fleisch essen durften, von Tieren, die mit gutem Futter, Auslauf und viel Liebe aufgewachsen sind. Da wir immer mehrere Tiere in der Gefriertruhe liegen hatten, wußten wir ja auch nie genau, welches Tier wir sonntags auf dem Teller hatten. Das war für uns alle kein Problem. Über den Winter hatte ich dann nur zwei oder drei Häsinnen im Stall und im Frühjahr ging der nächste Zyklus los.

Heutzutage ist so etwas eher ungewöhnlich - entweder sagen die Leute, daß man so etwas Niedliches, das man großgezogen hat, doch nicht schlachten dürfte oder - falls sie selber eine Tierart züchten zum Verwerten - haben die Tiere kein gutes Leben und ganz sicher keinen Namen.

Leute, Ihr weckt in mir Erinnerungen... Ich bin auch auf dem Land aufgewachsen, in einem alten Bahnwärterhaus, übrigens seit über 70 Jahren von meiner Familie bewohnt und seit über 30 Jahren auch als Eigentum meiner Familie. Dort ist mein Hortus und dorthin werde ich in wenigen Jahren wieder ziehen, wenn ich genug renoviert habe.

In meiner Kindheit hatten wir immer Hühner (meine Eltern bis vor vielleicht 15 Jahren), Kaninchen (ich war sieben Jahre lang im Kleintierzuchtverein), die ich auch selbst geschlachtet habe. Ich erinnere mich auch noch, wie meine Familie als ich noch ganz klein war, den Bahndamm gemäht hat, um Heu zu gewinnen. Vor meiner Zeit hatten sie auch noch Ziegen oder mal ne Kuh. Und Bienen! Erst die meines Opas, dann die meines Onkels, üble Stecher, die mich negativ geprägt haben - bis ich, mich selbst überraschend, selbst Imker wurde. Wir Kinder waren immer draußen, oft im Wald oder bei den beiden Bauern der Nachbarschaft, auch am Fluss.

So naturnah wachsen heutige Generationen auch auf dem Land nicht mehr auf! Die Umgebung meines Elternhauses wurde flurbereinigt, der Fluss begradigt, eine Schnellstraße gebaut, all die Hecken sind verschwunden, diverse Naturmodule zugeschüttet, usw. Selbst der Biobauer setzt auf große Flächen, statt auf kleinteilige Strukturen, die den Tieren und Pflanzen sehr hilfreich wären. Da ist vieles verloren gegangen auf dem Land.

Nostalgische Grüße, Martin

 

Nostalgie: Meine Mutter (83) erzählt mir heute noch, dass ich als kleines Kind mit 2 Jahren am liebsten in der Wiese saß und um mich herum Blümchen, das hätte mich immer so fröhlich und glücklich gemacht. Es existiert noch ein schwarz/weiß Bild in der "Bilder-Schatztruhe" meiner Mutter von mir, ich mit Kopftüchlein auf dem Kopf und inmitten einer Wiese mit Blümchen und mein zufriedenes Gesicht dabei.

Friedhof-Small-Talk: Ja, die gute alte Frau wollte wohl ein Schwätzchen halten. Worüber schwätzt man denn so ? Meistens meckern die Leute doch bloß, wenn sie Small-Talk betreiben wollen oder sie beschweren, mokieren sich über Dies und Das und Unwichtiges noch dazu. Floskeln austauschen.

Laubbläser/Sauger: War schon witzig als ich zur Arbeit fuhr und im Radio auf SWR1 das Thema Laubsauger/Bläser bequatscht wurde. In privaten Gärten sollte man auf Laubsauger verzichten, da sie unzählige Insekten zerschreddern. Auch kleine Frösche werden getötet. Gewerbliche Betriebe, wie z.B. die Gemeinden, haben richtig große Laubsauger, die zerschreddern nicht nur Kleinstlebewesen, in so ein Rohr passt auch ein Igel. Ich weiß auch nicht, als ich noch klein war, fegten die Bauhof-Arbeiter das Laub noch mit dem Besen und Rechen zusammen. Die neumodische Art, alle Wege, Straßen und Plätze Laub frei zu halten mit Sauger und Bläser ist doch erst in den letzten 10 Jahren ?? (wer weiß es ?, bitte verbessern) entstanden.

Man spart Mitarbeiter und Zeit und ja, ich stimme da auch zu, es geht immer zu Lasten der Natur und ihren Lebewesen, egal auf welche Idee(n) der Mensch kommt. Hauptsache der Mensch ist zufrieden.

Ach, der Aufreger der Wochef für mich: Für ein neues Baugebiet, das hier im Ort bei uns um die Ecke erschlossen werden soll, muss ein großes Stück Wald weichen. Dort wachsen die bei uns immer seltener vorkommenden weiße "Waldvögelein", eine Orchideenart. Was mich total ärgert ist, dass Wiesen und Flächen angrenzen, die zum Naturschutzgebiet gehören. Über so eine wichtige Ressource regen sich die Leute selten auf, die da eliminiert wird. Dann doch lieber übers Laub aufregen oder die Rehe, die in die Gärten kommen aus dem Wald...……….der dann kein Thema mehr sein wird, weil er nicht mehr existiert. Und die Anrainer gucken dem Nachbarn in den Kochtopf, anstatt dem Reh in die Augen. So was macht mich traurig.

LG Birgit

Hi,

Ihr wisst ja, dass der Mensch dazu neigt, wehmütig in die Vergangenheit zu schauen? "Früher war alles besser" - und Nostalgie bezeichnet eine sehnsuchtsvolle Hinwendung zu vergangenen Gegenständen oder Praktiken. So schön wir glauben, dass es gewesen ist, heute blicken wir nach vorne und in die Zukunft. Wir werden niemanden aus der jungen Generation für die Vergangenheit gewinnen. Unsere Aufgabe ist es, unsere Erfahrungen mit einzubringen und mit den tollen Möglichkeiten, die es heute gibt, zu kombinieren. Und dadurch dann die Jugend zu gewinnen. Für die Natur. Und damit für uns alle.

zum Thema Rehe ->

 

die Rehe, die in die Gärten kommen aus dem Wald...

sind ursprünglich Waldrandzonen oder Waldlichtungsbewohner, im Wald leben sie nur, weil der Mensch sie verdrängt hat.

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Aus der NW...zum Thema Laubbläser...

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