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Diskussion : " Hat die Benjeshecke einen ökologischen Nutzen?"

In einem Gespräch mit einem anderen Gartenfreund wurde an mich herangetragen, dass er in eine Diskussion über den ökologischen Nutzen der Benjeshecke im Garten verwickelt wurde.

Das Kontra sprach der Benjeshecke ihren ökologischen Nutzen ab, weil dort weder Bienen noch Käfer Fraßgänge und Nistmöglichkeiten finden, wenn es nur dünnes Astmaterial enthält.

Er fragte nach meiner Meinung zur Benjeshecke, wie ich sie sehe.

Meine Meinung darüber würde ich auch gerne hier mit euch teilen...

Für mich ist die Benjeshecke ein sinnvolles Naturmodul, womit im Garten wieder ein sinnvoller Kreislauf geschlossen werden kann. Gesundes und unbelastetes  Schnittgut aus dem eigenen Garten findet hier seinen Einsatz. Je nachdem wie die Benjeshecke gestaltet wird und mit welchem Material ( dickes oder dünnes Totholz) aufgeschichtet, birgt sie Lebensräume und Verstecke für viele unserer Wildtiere im Garten als auch für Insekten.

Ein Verrottungsprozess findet statt, Wärme entsteht, Verpilzung entsteht, Humus entsteht...alles wichtige Aspekte für einen gesunden Kreislauf, für einen gesunden Garten.

Schatten - und Sonnenseiten entstehen, wichtig für die Artenvielfalt im Garten und auch als Sonnenbad, Schattenspender, Schlafplatz, Überwinterungsplatz für unsere vielen Schmetterlinge, Igel, Blindschleichen, Eidechsen, Ringelnattern...

Die Benjeshecke bietet auch Schutz vor Fressfeinden. Bietet Nistmöglichkeiten für den Zaunkönig und anderen Vögeln....

Benjeshecken können auch als Kletterhilfe für viele Pflanzen sein, die eine Stütze brauchen.

Ich bin mir auch sicher, dass sich im Mulm unter der Benjeshecke irgendwann eine KäferKinderstube an einem sonnigen Abschnitt der Benjeshecke einrichtet.

In meiner Benjeshecke verstecken sich unsere Eidechsen, wenn man sich langsam nähert, kann man sie manchmal beim Sonnenbaden sehen. Ich habe auch Hummelnester unter der Benjeshecke, da sich auch gerne Mäuse ihre Gänge unter der Hecke bauen, die die Hummeln dann gerne besiedeln. Rehe ruhen nachts entlang meiner Benjeshecke. Leider schubbert auch manchmal ein Hirsch sein Geweih an meinen Ästen, dann muss ich sie öfters mal wieder richtigschieben. Rehkitze liegen manchmal in der Früh noch versteckt im hohen Gras an der Schattenseite der Benjeshecke.

Sie kann anstelle eines Zaunes als Einfriedung oder Begrenzung eingesetzt werden und erspart so anderes Zaunmaterial, was sonst hergestellt, transportiert und teuer gekauft werden muss.

Für den Gärtner kann sie auch Sicht- und Windschutz sein. Sie puffert auch das "Außen" ab, bei mir schützt sie auch ein bisschen vor den Tätigkeiten auf dem Feld vom Landwirt nebenan.

Ich kann der Benjeshecke keinen ökologischen Nutzen absprechen, ganz im Gegenteil!

Wie seht ihr die Benjeshecke in diesem Zusammenhang und welches Leben hat sich in euren Benjeshecken eingestellt?

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Malefiz, Primulaveris und 9 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
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" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Ich habe zwar keine Benjeshecke, sondern nur einen Reisighaufen und einen Haufen aus knorpeligem Ofenholz, aber Deine Ansichten teile ich voll und ganz! Daß dort keine Bienen sind... naja, das ist wohl viel zu kurz gedacht von dem Skeptiker. Die sind vielleicht dann einfach an der Zaunrübe und der Clematis oder der Wildrose, die man emporwachsen läßt an der Benjeshecke.

In meinem großen Reisighaufen hat schon mal ein Zaunkönig erfolgreich vier Junge ausgebrütet. Es fliegen immer wieder Heckenbraunellen und Rotkehlchen hinein, um sich zu verstecken. Auch die heimischen Weinbergschnecken habe ich schon drin gefunden. Meisen schlüpfen durch die Zweige auf der Suche nach Insekten. Unten am Boden bildet sich Humus.

Der andere Haufen wird langsam von Pilzen erobert. Wespen nagen am Holz, Hummeln untersuchen die Spalten nach Wohnungsmöglichkeiten, Spechte zerhacken vieles auf der Suche nach leckeren Käfern.

Eine Benjeshecke ist auf jeden Fall - wie Totholzhaufen jeglicher Art - ein elementares Modul in jedem Naturgarten, ungLaublich wertvoll. Auch ganz ohne Berankung ist es ökologisch von großer Bedeutung. Man kann doch nicht alles an Bienen festmachen.... :-(

Simbienchen, Primulaveris und 10 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
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Da schließe ich mich euren Meinungen mal komplett an!

Meine Benjeshecke ist halt erst ein knappes Jahr alt, aber alleine schon die Optik und mein Gefühl dazu, das mir sagt es IST absolut sinnvoll.

Welche Gegenargumente kamen denn eigentlich? Das Rattenthema? Sonst fiele mir nämlich so gar nichts negatives dazu ein.....

Dorothee und Frauke haben auf diesen Beitrag reagiert.
DorotheeFrauke
Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. (Victor Hugo)

Mehr als das zum Kontra wie oben in meinem Eingangspost weiß ich leider nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das Rattenthema auch bei manchen Menschen im Kopf herum schwirrt.

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "
Zitat von Simbienchen am 6. Oktober 2021, 12:17 Uhr

 

Das Kontra sprach der Benjeshecke ihren ökologischen Nutzen ab, weil dort weder Bienen noch Käfer Fraßgänge und Nistmöglichkeiten finden, wenn es nur dünnes Astmaterial enthält.

 

Also "nur" das?

Hm, das ist doch recht dünn wie ich finde....aber du hast ja ordentlich Gründe DAFÜR genannt ;-)

Simbienchen und Dorothee haben auf diesen Beitrag reagiert.
SimbienchenDorothee
Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. (Victor Hugo)

Die hiesigen Totholz Hecken werden gut frequentiert . Zaunkönig und Rotkehlchen , umherstreifende Meisen . Eichelhäher . Noch zu nennen : Schatten , Windschutz und Sichtschutz. In einer der Hecken lebt eine Spitzmaus und auch Weinbergschnecken konnte ich entdecken . Auch als gestalterisches Element möchte ich sie keinesfalls missen . Ebenso sind sie eine tolle Rankhilfe. Beete lassen sich ebenfalls ohne Probleme damit einfassen ..
Bin ein großer Fan dieses Garten Elementes  !😎😁👍👍👍

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Simbienchen, Kai und 8 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
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Zitat von Simbienchen am 6. Oktober 2021, 19:21 Uhr

Mehr als das zum Kontra wie oben in meinem Eingangspost weiß ich leider nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das Rattenthema auch bei manchen Menschen im Kopf herum schwirrt.

Ganz ordentliche Menschen werden immer etwas finden. Weil nur der ordentlich aufgeräumte Garten.. was werden die Nachbarn sagen usw.

Ich habe keine Benjeshecke, aber Totholz bietet vielen Tieren Unterschlupf, Wohnraum und Nahrung. Die Feuchtigkeit der Verrottung spielt mit den Trockenperioden. Da unter der Hecke, der Boden immer feuchter ist, als ohne.

Ratten, auch sie gehören zum Kreislauf. Sie gehören, ebenso wie Mäuse zur Nahrungskette. Greifvögel und Kleinsäuger können profitieren von Ratten. Nicht, das ich unbedingt welche möchte, aber sie sind nun mal da und sie werden noch da sein, wenn der Mensch längst Geschichte.

Und auch dünnes Material vergeht. Es bricht den Wind. Es bremst Samen am Flug. Und man kann jederzeit wieder und wieder auflegen, egal ob dünn oder dick. Manche Samen haben gerade dort die Chance sich zu entwickeln.

Tillivilla, Dorothee und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
TillivillaDorotheeGsaelzbaerAmarille
Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Meine Benjeshecke besteht erst seit dem Sommer, aber für mich ist sie um nichts in der Welt mehr aus dem Hortus wegzudenken. Falls ich jemals in die Situation kommen sollte, nochmal einen Garten anzulegen, wäre eine meiner ersten Überlegungen wohl die nach dem besten Platz für eine Benjeshecke. Unsere steht ganz am Nachbarzaun, aber bei einem größeren Grundstück könnte ich mir auch sehr gut eine als Strukturbildner oder Abgrenzung verschiedener Gartenbereiche vorstellen.

Neben all den bereits von euch genannten Vorzügen hoffe ich auch, z.B. Zitronenfaltern und anderen Insekten ein behagliches Überwinterungsquartier bieten zu können.

Die mediale Präsenz des Bienensterbens in allen Ehren, aber wenn das dazu führt, dass ein Garten und seine Elemente einzig an den Bedürfnissen von Bienen gemessen werden, ist das auch schade.

tree12, Dorothee und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12DorotheeGsaelzbaer

Wenn man zum ersten Mal in Markus´s Hortus Insectorum eintritt, dann erlebt man Totholz (Benjes) in großen Dimensionen. Da liegen Wurzelstücke großer Bäume, ganze Wurzelteller, mannshoch, als Pufferzone zu der gedüngten und ständig gemähten Wiese des Nachbarn, wenn man dem verschlungenen Weg folgt, man muss dieses Totholzgewirr ein, zwei Mal überschreiten.

Man fühlt die Kühle, die Feuchtigkeit, man atmet den Duft von Mulm und Humus. Und sieht, was dort wächst und verborgen lebt. Und er hat seinen Garten für alle Insekten gemacht. Diese ersten ca. 20m sind sehr eindrucksvoll.

Und wenn er Führungen gibt, sammelt er zuvor alle Schnecken auf, damit keiner versehentlich darauf tritt

Tillivilla, Evy und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
TillivillaEvyLenaDorothee
Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.
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