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Der Schimmelhof

:) danke für die vielen positiven Rückmeldungen.
Zu meiner Ehrenrettung muss ich hier aber sagen @tree 12, dass die Torfsäcke ebenfalls ein Fundstück in den Katakomben des Vorbesitzers waren.
Wie gesagt, ich habe nichts neu gekauft, sondern einfach geschaut, was ist da und was kann ich draus machen, um dieser elend großen, voll versiegelten Hoffläche irgendwie ein wenig Lebensraum zu verleihen :)

Dazu gehörte z.B. auch, dass ich die ehemals fein säuberlich (vermutlich mit Glyphosat) gereinigten Fugen der Hofplatte mit Fugensaat von Rieger eingesäät habe und jetzt langsam die Fugen sogar richtig aufblühen :)
Man sieht gut an der Entwicklung, dass es die ersten Jahre zeitweise furchtbar ungepflegt aussah - und zum Befahren auch ungeeignet war.
Von Jahr zu Jahr haben sich die flachwüchsigen WIldkräuter aus der Fugensaat mehr ausgebreitet und das hochschießende Gras blieb immer weiter zurück.
Haben wir Anfangs noch einige Male im Jahr die Fugen mit dem (hochgestellten) Rasenmäher abgefahren, passiertt das heute wenn überhaupt nur noch höchstens so ein mal im Jahr.

1. Foto 2008 kurz nach Erwerb des Hofes

2. Foto 2016
3. Foto Herbst 2019
4. Foto 2017
5. Foto 2018

 

Hochgeladene Dateien:
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Sag niemals "nie", denn es gibt nichts, was es nicht gibt.....

Ach, ist das schön bei Euch!! Und mit dem Torf - da fällt mir jetzt ein Stein vom Herzen. Denn der Kauf von Torf hätte gar nicht zu Deiner Einstellung gepaßt.

Trotzdem muß man sicherlich aufpassen, was man in einem Forum wie diesem schreibt. Sonst denken neue User vielleicht, daß die Verwendung von torfhaltigen Produkten " ja gar nicht so dramatisch" sein kann.

Deine Minis sind klasse. Ich muß bei meinen knappen 600 qm Garten schon überlegen, wo ich noch Platz für einen riesigen Horst Kriechendes Bohnenkraut habe, den ich von meiner Nachbarin aus deren Garten retten darf (sie zieht aus und alles wird unter die Räder kommen).

@tree 12 welches Bohnenkraut ist es denn?
Furchtbar übrigens, wenn solche Paradiese dann platt gemacht werden - so viel Leben, was da vernichtet wird.
Eigentlich sollte die Nachbarin dann jetzt schon vor dem Auszug nach und dach die Pflanzen ausreissen und zunächst liegen lassen, damit die darin ölebenden Tier- und Insektenarten rechtzeitig vor dem Umbruch abwandern können in die Nachbarschaft

Sag niemals "nie", denn es gibt nichts, was es nicht gibt.....
Zitat von Kirstin Zoller am 10. Dezember 2019, 14:53 Uhr

@tree 12 welches Bohnenkraut ist es denn?
Furchtbar übrigens, wenn solche Paradiese dann platt gemacht werden - so viel Leben, was da vernichtet wird.
Eigentlich sollte die Nachbarin dann jetzt schon vor dem Auszug nach und dach die Pflanzen ausreissen und zunächst liegen lassen, damit die darin ölebenden Tier- und Insektenarten rechtzeitig vor dem Umbruch abwandern können in die Nachbarschaft

Es handelt sich um das Kriechende Bergbohnenkraut. Die Nachbarin muß sehr schnell ausziehen, habe darüber bei den "Tieren" kurz berichtet. Wir nehmen vier Griechische Landschildkröten auf, die sie (dummerweise) hat ausbrüten lassen diesen Sommer. Die Pflanzen stehen alle als prächtige Solitäre in ihrem großen Schildkrötengehege.

Wir haben schon ein paar Pflanzen ausgegraben, auch verschenkt, u. a. ein Teilstück des Bergbohnenkrauts und einen herrlichen Olivenbaum. Ich habe nun Lungenkraut (das zickt eigentlich immer rum bei mir), einen Thymian, zweimal Mannstreu, einen riesigen Rosmarin und einen großen Horst Salbei. Einige Pflanzen werde ich noch holen, sie will auch einiges verschenken an die anderen Personen, die die Schildkröten aufnehmen.

Was übrig bleibt, wird sicher von ihrem Exmann, der wieder einzieht, platt gemacht. Ich werde retten, was irgendwie geht. Auch einen schönen Lavendel grabe ich noch aus.

Das ist so unendlich bitter, wenn eingewachsene Lebensräume von jetzt auf gleich wieder zerstört werden.
Es ist ein Thema, was mich sehr umtreibt.

Ich bin ja unter anderem in der Projektgruppe Gebäudebrüter unterwegs.

Jedes Jahr dasselbe Elend.

Letzten Sommer erinnere ich den Hilferuf einer Dame aus irgendeiner Großstadt.
Mitten im Stadtkern - für heutige Verhälnisse ein Sahnestück für Grundstücksspekulanten lebte eine alte Dame in ihrem Häuschen und hatte einen gigantischen, eingewachsenen Traumgarten - letzter Rückzugsort für zahllose Tiere - ein Paradies mitten in steinerner Betonwüste.
Die Dame ist dann verstorben - die Frau war noch nicht ganz unter der Erde da rollten die Bagger einer Wohnungsbaugesellschaft und machten innerhalb von nicht einmal einem Tag alles platt.

Nach Aussagen der Nachbarin hätte die alte Frau sich im Grab umgedreht......

Und das auch noch mitten in der Brutsaison.

Angesichts der Kürze der Zeit würde ich meinen, das war bereits lange in trockenen Tüchern und die Erben haben nur noch sehnlichst auf das Ableben der Dame gewartet.

Solche Meldungen kommen ständig von überall aus dem Land.

Mir hat das sehr zu denken gegeben - zumal man auch niemals weiss, ob man nicht im Alter mal irgendwann pflegebedürftig wird, und andere darüber entscheiden, wie die Pflege bezuahlt wird und ob dafür das "Paradies" eben verscherbelt wird.

Ich denke ernsthaft darüber nach, in irgendeiner Form eine Stiftung zu gründen, wo die Immobilie bereits jetzt zu Lebzeiten einfließt mit eigenem lebenslangem Wohn und Nutzrecht. Wo die Stiftung dann quasi diese Immobilien verwaltet und später dann auch vermietet - aber eben nur an Nutzer, die dieses Leben wollen - mit Vorgaben, die klar regeln, dass Lebensräume nicht zerstört oder ersatzlos gestrichen werden, dass keine Gifte und invasiven Arten, Mähroboter und was es sonst noch alles so an zerstörerischem Werk gibt, dort zum Einsatz kommen.
Wo geregelt ist, dass die Miete/Pacht nicht ins unermessliche steigen darf, sondern in erster Linie die laufenden Kosten decken muss etc.
Ist noch alles in der Anfangsphase meiner "Vision" von der Stiftung - das bedarf noch viel Arbeit und Ausformulierung - im Prinzip aber eine Stiftung, wo jeder, dem es wichtig ist, dass seine geschaffenen Lebensräume erhalten bleiben - egal, wie wertvoll und wirtschaftlich interessant die Lage auch sein mag - bereits zu Lebzeiten die Möglichkeit hat, diesen Wuinsch abzusichern.

Bzgl. Deines Bohnenkrautes: damit kannst Du doch auch gut in die 3. Dimension gehen - Steinwall und oben rein pflanzen - dann nimmt es wenig Fläche weg und kann sich ausbreiten so, wie die Steinwand auf dem Foto, die die Verlängerung von der Hauswand bildet

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Sag niemals "nie", denn es gibt nichts, was es nicht gibt.....

Interessante Idee mit der Stiftung , wir haben auch so ein riesen Anwesen

@Frank Schroeder ich stehe mit der Idee noch am Anfang und "allein auf weiter Flur" - ich bin ja neu hier - aber vielleicht haben mehr Leute an soetwas Interesse und man kann hier einen Diskussionsbereich "Stiftung - Brainstorming" oder so einrichten - einfach, um Ideen rund ums Thema "wie sichere ich mein kleines Paradies über den Tod hinaus ab" zu sammeln?

Sag niemals "nie", denn es gibt nichts, was es nicht gibt.....

Kirstin, Du steckst voller guter Ideen und Tatendrang für zwei! Grandios. Das Thema mit der Stiftung könnte für einige Leute interessant sein, ein eigenes Brainstorming dafür ins Leben zu rufen, ist sicher gut.

Was ich persönlich auch toll finde, ist Deine Wildvogelrettung. Mein Garten ist voll auf die Vögel ausgelegt und ich habe überall Nistkästen aufgehängt, die auch meist gerne angenommen werden. Darüber hinaus füttere ich schon lang ganzjährig an etlichen Futterstellen mit unterschiedlichen Futtermitteln.

Ich wohne in grüner Stadtrandlage und in Sichtweite ist ein kleiner Bruchwald (FFH-Gebiet seit 2004), so daß wir am ehesten Waldvögel erwarten dürfen. Im Moment überwintert mal wieder mindestens einer der seltenen Mittelspechte im Starenkasten im Kirschbaum.

Vermutlich ist auch der zweite Starenkasten besetzt, aber bis vor kurzem war die Salweide noch belaubt, so daß ich keine Sicht auf den Kasten hatte. Es hat sich herausgestellt, daß die Mittelspechte immer von Oktober bis März in den beiden Starenkästen wohnen und schlafen und im Frühjahr wieder in den Wald ziehen, um dort zu brüten. Im Moment gehen sie um 16 Uhr schlafen, viel früher als die Buntspechte.

Du versorgst aber hoffentlich nicht ganz alleine all die verletzten Vögel, sondern hast Freunde/Ehrenamtler/Leute vom NABU, die Dich entlasten....?

Hallo Kirstin

Auch von mir ein ganz herzliches Willkommen im Forum...

Habe mich erst jetzt durch alle Beiträge hier bei dir durchgelesen....wow, das hat mich echt gefesselt...

Von solch einem Engagement zu lesen, erfüllt mich immer mit großer Freude

Ich mach dann mal eine Thread für den "Brainstorming - Stiftung" auf, dann könnt ihr schon eure Gedanken und Ideen dazu dort parken...

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Hallo @Simbienchen,
:) danke für das WIllkommen - toll, dass Ihr die Idee gleich in die Tat umsetzt :)

 

@tree12 :) dass Du sogar Mittelspechte hast, ist ja phantastisch :)
Bei mir leben immerhin noch Buntspecht und EIchelhäher - aber da es hier "plattes Land" ist und weit und breit kein Wald, ist das denke ich auch okay so.

Ich habe vor einigen Tagen auch langsam angefangen, den Fütterer wieder ein wenig zu befüllen - die Spatzen und Meisen erkannten, dass die Fütterung wieder los geht bereits, als ich mit dem orangen Eimer zum ersten Mal zur Tür raus kam - und prompt saß die Brombeere am Fütterer voll mit wartenden Schnäbeln :)

Doch, die Wildvogel-Rettung mache ich allein.
Es war so gross nicht geplant, sondern hat sich einfach so ergeben.
Die letzten 2 Jahre haben mich da regelrecht überrollt und die Saison 2019 war wirklich grenzwertig.

Knapp 200 Vögel sind dieses Jahr hier durch gegangen - mehr geht definitiv nicht.

Zudem war es extrem anstrengend und deprimierend, weil so unenedlich viele dramatische Fälle dabei waren.
Sonst waren es immer eher mal Küken, die aus dem Nest gefallen waren, Parasitenopfer, Anflugtrauma, Katzenopfer etc.
Da wusste man, womit man es zu tun hat.
Dieses Jahr waren unglaublich viele Vögel dabei  mit unbekannten Infektionen und einem Sammelsurium multiresistenter Keime,
Küken und Jungvögel mit Herbizidvergiftungen und erstmals zahllose Spatzenküken, die Futterstellenopfer wurden.
Das war manchmal wirklich sehr deprimierend.

Aber jeder Vogel, den man retten kann und wieder in die Freiheit entlässt, macht alles wieder wett.
Dann weiss man wieder, warum man es tut :)

Ich habe dieses Jahr erstmals nicht eine Sekunde Zeit gehabt, mal meine Hoffotos zu updaten - insofern habe ich fast keine Fotos aus 2018/2019 - das wurde mir aber auch erst bewusst, als ich Fotos von diesem Jahr suchte.

Ich habe allerdings das Glück, dass eine langjährige Freundin, mit der ich schon seit Ewigkeiten die Pferde zusammen halte, als ich den Hof kaufte Interesse an der Einliegerwohnung hatte und so mit aufs Land gezogen ist.

Sie hält mir echt den Rücken frei und kümmert sich um die Pferde, Hunde und Hühner, wenn es mit den Vögeln extrem wird.

 

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