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Vogelfütterung ist kein Artenschutz

Entschuldigt bitte, ich bin einigen Leuten auf die Füße getreten.

Mein Orthopäde hat mir gestern nachmittag beim Termin buchstäblich den Kopf wieder gerade gerückt, jetzt geht es besser.

Ich werde mich zum Thema Vogelfüttern nicht mehr äußern.

Frank Schroeder hat auf diesen Beitrag reagiert.
Frank Schroeder

Ich habe in den ersten Jahren, die ich auf diesem Hof war (vor ca 10 Jahren) im Winter rund 25 kg Vogelstreufutter plus ca 100 Knödel pro Woche!!! verbraucht - plus Eier, Fleisch, Nüsse etc. für die Rabenvögel und im Sommer immernoch ca ein Drittel der o.g. Mengen.

(Wobei ich anfangs aus Unwissenheit leider auch im Sommer die Fettfutter (Knödel und Sonnenblumenkerne und Nüsse) gefüttert habe, was ich mit meinem Erkenntinis- udn WIssensstand von heute nicht mehr so machen würde.
Wieviel Schaden das angerichtet hat, weiss ich nicht, da man betroffene Küken in den allerseltensten Fällen nachher noch findet)

Hier gab es praktisch NICHTS - nur Intensivflächen (dt. Weidelgras unkrautfrei durch Glyphosat)!

Je mehr wir renaturierten und je mehr Flora und Fauna sich regenerierten, desto weniger Bedarf an Zufütterung war gegeben.

Sukzessive ging der Futterverbrauch zurück.

Seit 3 Jahren habe ich gar keine Sommerfütterung mehr und diesen Winter habe ich bis jetzt ca 45 kg Streufutter, 60 Knödel und die täglich Rabenkrähenration verbraucht - mehr nicht.

Wobei ich hier riesige Vogelschwärme habe - allein die Haussperlingskolonie zählt über 150 Spatzen.

Simbienchen und Evy haben auf diesen Beitrag reagiert.
SimbienchenEvy
Sag niemals "nie", denn es gibt nichts, was es nicht gibt.....

Ich habe hier auch kleine Kolonien von Feldsperlingen, die täglich an die Futterstellen kommen. Was mich ganz dolle freut, dass dieses Jahr auch wieder mehrere Spechte da sind und zwei Eichelhäher.

Ich habe versucht Fotos von drinnen heraus durch die Scheiben zu machen, ein paar sind mir geglückt. Bin nicht immer schnell genug zu Stelle mit der großen Kamera, darum mit dem Handy geschossen ( darum leider nicht in so guter Qualität).

Heute habe ich wieder einen kleinen Greifvögel aus meiner Blutpflaume wegfliegen sehen, sah aus wie ein Turmfalke. Ich gLaube, die haben im Kirchturm genistet.

Habe derzeit hier täglich ganz niedliche kleine Meisen zu Besuch, die immer im gemeinen Holzahn sitzen und Samen picken. Die sehen aus wie Wald- oder Weidenmeisen.

Die anderen Meisen ( Kohlmeisen, Blaumeisen, Tannenmeisen) suchen auch immer die Kiefernzweige (nach Läusen?) ab.

Ebenso werden die Strünke von den Disteln abgesucht.

Die Buntspechte picken die Baumrinde der großen Kiefer ab, da scheint sich auch immer viel zu verstecken.

Die Stieglitze lassen sich die Sonnenblumenkerne schmecken, ebenso die Grünfinken. Die Buchfinken patrouillieren den Boden ab.

Ich habe aber schon das Gefühl, dass die Vögel - angelockt durch die Fütterung- dann auch den Garten/ Hortus für sich ( neu) entdecken. Ich frage mich oft, ob ich hier sonst auch solch eine Vielfalt an verschiedenen Vogelarten zu Besuch übers Jahr verteilt gehabt hätte, wenn ich nicht zugefüttert hätte.

Hochgeladene Dateien:
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Brunnladesch (Natascha), Evy und Kirstin Zoller haben auf diesen Beitrag reagiert.
Brunnladesch (Natascha)EvyKirstin Zoller
" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

das letze bild sind ja Goldfinken - so zauberhaft

 

ich habe hier hauptsächlich, Blaumeisen, Spatzen und ab und zu seh ich im Augenwinkel einen Zaunkönig fliegen. Wobei ich letztens einer Elster zusah, wie sie im Vorgarten sich badete. Hier sind auch andere Rabenvögel -> Krähen und Kleiber, Spechte und einen Gartenrotschwanz hab ich vor 2  Jahren gesehen - aber viel mehr sehe ich nicht - oder höre ich nur und kann nicht zuordnen

Simbienchen hat auf diesen Beitrag reagiert.
Simbienchen
Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Malefiz

Goldfinken?

( Das sind doch Distelfinken/ Stieglitze )

Zitat von Malefiz am 7. Januar 2020, 15:47 Uhr

das letze bild sind ja Goldfinken - so zauberhaft

 

ich habe hier hauptsächlich, Blaumeisen, Spatzen und ab und zu seh ich im Augenwinkel einen Zaunkönig fliegen.

Zaunkönige habe ich dieses Jahr hier auch erstmalig gesehen. Wahrscheinlich weil ich seit Anfang des Jahres Totholzhecke und Totholzhaufen habe.

Hier fliegt aber auch noch viel anderes herum, wie Wacholderdrosseln, ab und an Bergfinken ( die sind wunderschön) , Kernbeißer durfte ich auch schon sehen, sind aber ganz seltene Gäste, ebenso wie die Goldammer ...

Hast du den Eichelhäher oben erkannt? Man sieht leider nur sein Hinterteil , weil er sich gerade eine Walnuss aus dem Körbchen holte...

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Je mehr wir renaturierten und je mehr Flora und Fauna sich regenerierten, desto weniger Bedarf an Zufütterung war gegeben.

@schimmelhof Kirstin, das kann ich bestätigen, das beobachte ich bei mir auch.

Ich habe sogar mit Erstaunen beobachtet, dass sich im Sommer viel mehr Vögel in der Einfahrt tummeln, seitdem ich die Fugen nicht mehr reinige und Moose und Kleinwüchsiges stehen lassen. Darunter und dazwischen sind sooo viele Insekten versteckt, das haben die Vögel sofort bemerkt und suchen seitdem regelmäßig die Fugen ab.

Kirstin Zoller hat auf diesen Beitrag reagiert.
Kirstin Zoller
" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Hoppla, anscheinend habe ich mit meinem Post getriggert...
Das wollte ich gar nicht und es tut mir leid. Ich habe nur geschrieben, dass ich darauf warte, dass die Experten sich einig werden. Nicht dass ich abwarte und nichts tue.

Bei uns verhungert kein Vogel. Zwei meiner Nachbarinnen füttern das ganze Jahr in ihren ansonsten eher vogeluntauglichen, leeren Gärten, genau an den Grundstücksgrenzen zu uns, so gut, dass einer der Ehemänner sich beschwert, dass die Vögel bessere Sachen bekämen als er. Sie machen das wirklich mit sehr viel Liebe. Ich betreibe Flächenkompost auf einer riesigen Fläche und sorge für Unterschlupf und eine natürliche Umgebung. Ich finde, das ergänzt sich alles ganz prima.

Trotz Ortsmitte und einer von Industrie geprägten Gegend kann ich mich über viele Arten bei uns freuen.

Simbienchen, Timo und Kirstin Zoller haben auf diesen Beitrag reagiert.
SimbienchenTimoKirstin Zoller

Das sind doch Distelfinken

 

Kann ma och Goldfink sagen, Mäuschen

 

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Ich seh das mit dem Vögelfüttern wie Peter Berthold ("Vögel füttern aber richtig"), der mit 30 Jahren Erfahrung und wissenschaftlich fundiert sämtliche Aspekte des Vogelfütterns behandelt (auch Gartengestaltung, Hygiene, Hintergrundwissen zur Lebensweise der Tiere). Er proklamiert nicht, wie immerzu angenommen wird, dass Vögel zu füttern die optimale Lösung des Artensterbes sei, sondern nichts weiter als eine Sofortmaßnahme, um Schlimmeres kurzfristig zu verlangsamen.

Er betont eindeutig, dass zur Erhaltung der Arten mehr nötig ist (Vgl. S. 22f., 4. Auflage von 2017):

  1.  ein bundesweiter Biotopenverbund (das dauert aber Jahrzehnte, was für einige Arten zu lang sein könnte)
  2.  Umgestaltung der Gärten nach naturnahen Konzepten (auch das braucht seine Zeit - meine Wildobstgehölze sind noch so klein und nicht jeder hat das Glück, einen Garten zu haben)
  3.  Ganzjahresfütterung (als Soforthilfsmaßnahme für Hinz und Kunz)

Berthold räumt auch mit gängigen Vorurteilen auf, die komischerweise nur in Deutschland zu existieren scheinen, wie z.B. man solle Vögel nur bei geschlossener Schneedecke füttern, Vögelfüttern übervorteile nur Allerweltsarten, führe zu Wohlstandsverwahrlosung oder bewirke dass dumme Elternvögel ihre Jungen aus Faulheit mit ungeeignetem Futter von der Futterstelle füttern. Er zieht zahlreiche Studien heran, die genau das Gegenteil belegen: Der Energiebedarf bei Vögeln ist im Frühjahr deutlich höher (kann ich bestätigen - momentan wird meine Futterstelle bei Weiten intensiver besucht als im Winter), langjährige und richtig angelegte Ganzjahresfütterung unterstützt auch seltene Arten, Vögel holen sich nur bei Bedarf Zusatzfutter von der Futterstelle, denn auch sie kann mit frischgefangenen Insekten etc. nicht mithalten, Jungvögel werden nur mit ungeeigneten Futter gefüttert, wenn die Elterntiere absolut nichts anderes finden. Häufig seien die Hungerschäden auch schon so groß, dass ungeeignetes Futter nicht die Todesursache ist, sondern ein Indiz dafür, dass die Jungvögel schon zu schwach waren, das Futter wieder auszuwerfen, was sie normalerweise tun.

Den einzigen Kritikpunkt an der Ganzjahresfütterung, den man wirklich nicht von der Hand weisen kann, ist, dass Vogelfutter ja irgendwo angebaut und durch die Gegend gekarrt werden muss, was wieder ökologisch schlecht ist. Deswegen habe ich viele (teilweise bewehrte) Beerensträucher und Sonnenblumen angepflanzt, Nisthilfen und Wasserstellen eingerichtet, wilde Ecken und eine Totholzhecke angelegt. Solange mein Hortus aber noch am Entstehen ist, werde ich den Vögeln möglichst vielseitiges Futter das ganze Jahr über anbieten, weil der kleine Garten auch nicht allen Bedarf abdecken kann. Auch habe ich eine Mehlwurmzucht gestartet, damit ich zur Brutzeit frische Insekten anbieten kann. Ich probiere auch einen "Fleischkäfig" aus, wenn Fleischreste übrig bleiben.

Simbienchen und tree12 haben auf diesen Beitrag reagiert.
Simbienchentree12

Ich hab mit der Fütterung letzten Herbst begonnen, die Meisenknödel musste ich nicht einmal auffüllen, die sind noch über die Hälfte vorhanden, die Futtersäulen waren so gut besucht, das das Futter im Inneren schimmelt.

Heuer sind die liguster immer noch voll, somit zufüttern war sinnfrei - hier in München

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.
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