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Vogelfütterung ist kein Artenschutz

Zitat von Simbienchen am 10. Oktober 2020, 8:43 Uhr
Zitat von Evy am 10. Oktober 2020, 7:09 Uhr

Ich habe vor einer Woche eine Futtersäule in den Baum gehängt und sie war nach 2 Tagen komplett leergefressen. Das wundert mich etwas, weil es doch heißt, dass gerade im Herbst Vögel seltener Futterstellen aufsuchen, weil es genug anderes gibt.

Vor ein paar Tagen habe ich auch beobachtet, wie junge Feldsperlinge an ihrem Nest rumfliegen und von den Elterntieren noch gefüttert werden. Dabei ist doch schon Oktober... 🤔

Dann finden die Vögel bei euch wahrscheinlich nicht mehr genug und sind froh über deine Zusatzfütterung. Das ist ja regional unterschiedlich, je nach Angebot, darum kann man solche Aussagen nicht verallgemeinern.

Das könnte durchaus sein! Wenn ich aus den Fenstern blicke, sehe ich weit und breit entweder gemähte Wiese oder abgeerntetes Feld. Dort sieht man nie Vögel. Das nächste Wäldchen ist ca. 1km entfernt.

Sollen sie nur kommen und sich im Hortus laben. Hier gibt's genug Futterstellen. Bin froh, dass ich die Mehlwurmzucht gestartet habe. Werde mir noch weitere Boxen zulegen. 🙂

Simbienchen, tree12 und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
Simbienchentree12KataFuxMel

Ich schäme mich...das ist natürlich total blöde ausformuliert!

Die sitzen in den Inkagurken und verstecken sich oder holen da die Insekten raus....ich gelobe Besserung!

LG Melanie

Ich werde alt....

Nun, über das Thema Vogelfütterung streiten sich ja seit jeher die Fachleute und scheiden sich offenbar die Geister und das, was Andrea da über ihren Hortus schreibt, spricht mir aus der Seele.

Noch vor zwei Jahren hätte ich mich auch auf die Seite derer gestellt, die die Meinung vertreten, die Sommerfütterung besser zu unterlassen.

Aber als letztes Jahr eine Nachbarin vor mir stand, mit einem Starkasten und traurig vier junge Stare (mit ausgebildetem Federkleid) präsentierte, die kurz vor ihrem flügge sein verhungerten, weil die Eltern aus Mangel an natürlicher Nahrung die Fütterung einstellten, spätestens da, war es für mich an der Zeit, umzudenken.

Und so besorgte ich mir ein Buch über die Ganzjahresfütterung, was ich hier wärmstens empfehlen möchte:

Titel:      Vögel füttern - aber richtig      von Peter Berthold und Gabriele Mohr

Auch hier wird eine Ganzjahresfütterung empfohlen und interessante Studien und Recherchen untermauern dies höchst eindrucksvoll.

@andreamast  Toll, was du da machst. Großes Kompliment. An meinen Futterstellen tummeln sich zwar nicht die vielen Raritäten, die sich bei dir einfinden.... aber vielleicht stellt sich ja im Laufe der Zeit und mit dem Wandel vom Allerweltsgarten in einen Hortus noch die eine oder andere, bisher noch nicht gesichtete Spezies ein.....

 

tree12 und Mel haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12Mel

Danke, KataFux, Deine Worte tun gut! :-)

Im Moment ist es bei uns sehr mild und es wird nicht so arg viel an den Futterstellen gefressen. Als wir kürzlich mal eine kleine Kälteperiode hatten, kamen wie von Zauberhand gesendet ca. 40 Stare gleichzeitig vorbei und besetzten alle Futterstellen.

Auch die Bunt- und Mittelspechte hängen jetzt gerne wieder am Fettfutter oder an den Meisenknödeln. Die Mönchsgrasmücken futtern dagegen  die letzten noch verbliebenen Feigen vom Baum, immer ganz manierlich. Sie müssen die Feigen allerdings mit den Eichhörnchen teilen.

Und endlich habe ich mal wieder ein Wintergoldhähnchenpaar im Garten gesehen sowie einen Zaunkönig und die Schwanzmeisen schauen kurz am Fettfutter vorbei. Wie ich ihr glockenhelles Gezwitschere liebe... :-)

Meine Vogelbeere hing dieses Jahr so voll mit Beeren wie noch nie. Das wissen die Amseln und Drosseln sehr zu schätzen und suchen im Moment die letzten Beeren von den Zweigen ab. Man kann derzeit sehr gut beobachten, daß sowohl natürliche Nahrung wie die Feigen, Vogelbeeren, Zieräpfel, Wildkrautsamen und Insekten geholt werden, gleichzeitig aber auch angebotenes Futter wie Haferflocken, Rosinen, Hanf, Erdnußbruch, Leinsamen, Sonnenblumenkerne und Meisenknödel eine große Rolle spielen.

Evy, KataFux und Mel haben auf diesen Beitrag reagiert.
EvyKataFuxMel

Hallo , ich hatte das schon irgendwo vorher geschrieben. Wer Vögel futtern möchte, muss besonders viel für die Insektenwelt tun. Du schreibst: sind in vollem Gefieder verhungert. Aus Mangel an Insekten. Im Umkehrschluss : keine Insekten , keine Vögel oder mehr Vögel noch weniger Insekten , was exakt zum selben Ergebnis führt.Dh. der Anfang der Nahrungskette muss gestärkt werden.

Annika und Simbienchen haben auf diesen Beitrag reagiert.
AnnikaSimbienchen

Ja, natürlich muß der Anfang der Nahrungskette gestärkt werden.... aber das tun doch alle Hortusianer "automatisch" mit der richtigen Bepflanzung, Laub- und Totholzhaufen, Wildblumenwiesen, Hecken, Obstbäumen und all den anderen großen und kleinen Maßnahmen....??

KataFux und Mel haben auf diesen Beitrag reagiert.
KataFuxMel

Hi Andrea, nichts anderes sage ich. Es kommt mir nur darauf an , dass allen das Verhältnis Vogel-Insektenpopulation klar ist.

Simbienchen und Mel haben auf diesen Beitrag reagiert.
SimbienchenMel

Das ist wohl wahr Frank. Da hast du absolut recht.  Wobei mir das Zitat: "Wer Vögel füttern möchte, muss besonders viel für die Insektenwelt tun" zu absolut und didaktisch erscheint. Und sicher, sollte man sich Gedanken über das Verhältnis Vogel-Insektenpopulation machen. Doch Hand aufs Herz, wer von uns kann sich hier zum Richter erheben, wer gLaubt, in diesem Falle das "Maß aller Dinge" zu kennen und bis zum I-Tüpfelchens ausloten zu können? Den Anfang der Nahrungskette stärken? Unbedingt!!! Aber suggeriert dein "mehr Vögel - weniger Insekten" nicht unterschwellig ein schlechtes Gewissen, hier eventuell ein Zuviel des Guten zu tun und damit dem natürlichen Kreislauf mehr zu schaden als zu nützen? Nun, im Endeffekt kann man wohl nur eines tun: Sich nach Möglichkeiten in alle Richtungen hin kundig zu machen, das Für und Wider nach bestem Wissen und Gewissen abzuwägen  und sich letztendlich nach seinem Bauchgefühl zu entscheiden.

Und das versuchen wir doch wahrscheinlich alle, sonst wären wir nämlich nicht hier,  stimmt´s?

Im Übrigen, das von mir zitierte Buch "Vögel füttern aber richtig" wurde geschrieben von Prof. Dr. Rer. Nat. Peter Berthold, der bis 2004 Direktor der Vogelwarte Radolfzell, Max- Planck-Institut für Ornithologie war. Er gehört zu den weltweit führenden Ornithologen und wurde für seine Arbeiten vielfach ausgezeichnet.

 

 

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tree12
Frank Schroeder hat auf diesen Beitrag reagiert.
Frank Schroeder
" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Was für ein schrecklicher Erfahrungsbericht. Einmal mehr wird bewiesen, dass das Thema eher komplex statt simpel ist, und man sich damit auseinandersetzen muss, was die Vögel wann fressen. Ich unterstütze aber trotzdem nicht die These, dass Vögel aus Faulheit die falsche Babynahrung sammeln. Wahrscheinlich ist ein naturnaher Garten nicht genug, um alle Jungvögel aus der Nachbarschaft mit Insekten und jahreszeitlich verfügbaren Sämereien und Beeren zu versorgen.

 

Frank Schroeder, tree12 und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
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