Forum-Breadcrumbs - Du bist hier:ForumDREI ZONEN GARTEN: HotspotzoneMähen
Willkommen im Forum
Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Mähen

Hallo Annika, das hört sich ja gut an! Vor allem das Teilmähen.  An deiner Stelle würde ich bei der Fläche auch den Balkenmäher einsetzten.

Das Gerät unterscheidet sich im Mähverhalten und bei der Tierschonung nur wenig von der Sense.

Zu deinem Heuschnitt habe ich noch eine Anmerkung.  Hast du schon mal was vom C/N Verhältnis gehört?

Das ist der Verbrauch von Stickstoff N um Kohlenstoff C abzubauen. Ein ideales Verhältnis ist 1 Teil N auf 25 Teile Kohlenstoff.

Bakterien brauchen also Stickstoff um Kohlenstoff abzubauen. Im Umkehrschluss ist es also sogar hilfreich den Grasschnitt , in Heuform  eine Zeitlang

AUF der Wiese liegen zu lassen.

Das hat nämlich zwei Vorteile.

Unter dem Heu sterben die Gräser/Untergräser ab und dem Boden wird Stickstoff entzogen . Somit wird er mehr abgemagert als wenn man alles sofort abräumt! Die Flächen mit abgestorbener oder durch das lagernde Heu geschädigter Grasnarbe weisen dann offene Bereiche auf , die dann mit Stauden eingesäht werden können.

Vielleicht probierst du das ja mal auf einem Teilbererich aus. Das Heu ca. 3 Monate als Schwaden liegen lassen und dann abräumen.

Auf unserer 12 Jahre nicht gemähten Wiese entfernen wir unerwünschtes Gehölz , ansonsten hätten wir , wie du auch schon gesagt hast alles voller Bäume und Sträucher.

LG Frank

Gartenphilosophin, Annika und Timo haben auf diesen Beitrag reagiert.
GartenphilosophinAnnikaTimo
Zitat von Frank Schroeder am 21. September 2019, 10:23 Uhr

Unter dem Heu sterben die Gräser/Untergräser ab und dem Boden wird Stickstoff entzogen . Somit wird er mehr abgemagert als wenn man alles sofort abräumt! Die Flächen mit abgestorbener oder durch das lagernde Heu geschädigter Grasnarbe weisen dann offene Bereiche auf , die dann mit Stauden eingesäht werden können.

Vielleicht probierst du das ja mal auf einem Teilbererich aus. Das Heu ca. 3 Monate als Schwaden liegen lassen und dann abräumen.

 

Boah, danke! Der Tipp rundet meinen Plan ja jetzt noch mehr ab!!!

Das war mir so nicht bewusst.

Es würde - gLaube ich - perfekt passen: Denn viele Bereiche im Park wurden in den letzen Jahren falsch gemäht  und das Untergras unterdrückt viele der ursprünglichen Pflanzen. Es sind an einigen Stellen leider nur Reste übrig.

Wie verhält es sich mit den 3 Monaten? Kann ich auch kürzer oder länger Heu in Schwaden liegen haben? Ich weiß ja nicht, ab wann der Prozess einsetzt oder eben aussetzt und dann eher düngt!?

Muss mir dann über den Winter echt mal einen konkreten Plan machen, wann und wo gesenst wird und ob im jeweiligen Bereich abgeräumt werden (muss) oder ob es erstmal liegen bleibt.

Es gibt ja bei uns diverse Grünflächen. U.a. geht es mir um die Hänge, die früher oft ein Blütenmeer darstellten, die 3 ursprünglichen (echten) Auwiesen, die Streuobstwiese und die Blumenwiese im Schulhof. Es gibt noch mehr Flächen. Aber diese liegen mir besonders am Herzen, wenn ich über das Thema "Mahd" nachdenke. Bei den Bereichen fällt halt am meisten ins Auge, dass sie weniger blühen und an Vielfalt einbüßen. Das Gras setzt sich immer mehr durch.

 

Dieser Planet hat das Potenzial ein Paradies zu sein!

Hallo , je nach Jahreszeit und Temperatur/Sonneneinstrahlung geht der Rotteprozess bzw. das Absterben der Grasnarbe langsamer oder schneller.

Das hätte jetzt auch von einem Politiker sein können.

Am besten du probierst das mal aus.

Das zersetzte Gras gibt Nährstoffe jedenfalls dann ab , wenn die grünen Bestandteile , also nicht die Samen tragenden Stängel zersetzt werden.

Idealerweise entziehen die strohigen Teile den meisten Stickstoff.

Du musst also die Schwaden kontrollieren und selber entscheiden , ob´s darunter schon abgestorben ist und welche Menge Untergräser tolerierbar sind ohne Fäulnis entstehen zu lassen.

Fäulnis lässt die Grasnarbe übrigens sehr schnell absterben.

Annika hat auf diesen Beitrag reagiert.
Annika

zum Thema Mähen eben was gefunden, wer größere Flächen hat, wäre es bestimmt von Interesse:

http://www.sensenverein.de/node/131

Erlebnis-Mähen

Annika hat auf diesen Beitrag reagiert.
Annika
Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.
Zitat von Malefiz am 25. September 2019, 7:10 Uhr

zum Thema Mähen eben was gefunden, wer größere Flächen hat, wäre es bestimmt von Interesse:

http://www.sensenverein.de/node/131

Erlebnis-Mähen

Wow!!!! Mit denen nehme ich mal Kontakt auf!!

Danke!!!

Malefiz hat auf diesen Beitrag reagiert.
Malefiz
Dieser Planet hat das Potenzial ein Paradies zu sein!

Ich war auf einem Vortrag zu diesem hochinteressanten Thema von J. Burri aus der Schweiz. Die Unterlagen dazu gibt es hier: https://naturgartentage.de/wp-content/uploads/2018/02/burri-heidelberg_bildteil.pdf

Da der Herr aber Landwirt ist, hat er natürlich auch ein Interesse am Heuertrag und möchte den Mist loswerden. Daher ist sein Anwendungsfall von der im Naturschutzgebiet zu unterscheiden. Aber die Versuchsreihe ist gut, auch schön mit Bildern illustriert.

Aber egal wie man es macht ist es nicht perfekt:

  • Mähe ich zu spät, gibt es keine Nachblüte mehr
  • Mähe ich zu früh, dann können viele Pflanzen nicht richtig Samen bilden
  • Mähe ich nur einmal im Juni/Juli und lasse über den Winter Gras stehen, dann haben die Schneeglöckchen keine Chance und der Grasfilz verhindert ein Keimen der Wiesenstauden im Frühjahr.
  • Mähe ich einmal im Juni/Juli und einmal im Spätherbst und lasse über den Winter das Gras nicht stehen, dann haben die Insekten keine Überwinterungsmöglichkeit im hohen Gras.
  • Mähe ich nur im Herbst oder gar nicht, kommt die Dreieinigkeit invasiver Pflanzen (Goldrute wenn trocken, Springkraut wenn nass und Knöterich wenn die Samen gebildet haben wie 2018). Intakte Hochstaudenfluren mit Mahd alle 2-3 Jahre ohne das Dreckszeug gibt es bei uns im Landkreis nicht mehr. Auch >50% der Waldränder blühen dieses Jahr seit Monaten rosa/lila.

Meine Eltern hatten auf ihrer 600qm-Streuobstwiese neben dem Haus in meiner Kindheit keinen Rasen, sondern eine artenreiche Wiese. Da kam einer mit dem Fahrrad + Anhänger und hat den Sommer über jeden Tag frisches Gras für seine Hasen geholt. Der Schnitt hat sich über 2x3 Monate hingezogen, jede Stelle wurde jedes Jahr anders gemäht und es war artenreich wie Sau. Das wäre meine Vorstellung von perfektem Schnitt :-) Dämlicherweise war das meinem Vater zu unordentlich und seit zwei Jahrzehnten wir wöchentlich gemäht

Gartenphilosophin hat auf diesen Beitrag reagiert.
Gartenphilosophin

portionsweise mähen ist besser für alle - außer für dem der mähen darf / muss / soll

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Wollte nur mal eben schnell Rückmeldung geben von meinen Beobachtungen in meiner Wiese.

Wir haben ein Drittel der Wiese gemäht. Dabei haben wir zwei kleine Vogelnester entdeckt. Leider erst zu spät entdeckt, sonst hätte ich diesen Bereich ausgespart. Ich vermute aber, dass sie schon verlassen sind, zumindest waren keine Jungvögel mehr zu sehen. Ich weiß aber nicht, ob die Vögel diese Nester auch im Winter als Versteck oder Schutz benötigen. Geschweige denn habe ich eine Ahnung um welche Vogelart es sich dabei handelt...

Aber dass sie dort geniestet haben, zeigt mir, dass es richtig und wichtig ist, sich mit der Wiesenmahd nochmal ganz intensiv auseinander zu setzen !

Eine weitere Beobachtung, die ich machen konnte ist, dass die Meisen sich die Samen der Wegwarte holen.

Feldsperlinge biegen sich die Samenstände der Wilden Melde und knabbern dran rum.

Auch andere Vögel fliegen rein und raus, aber ich konnte noch nicht weiter beobachten, was sie sich herausholen...

Es ist einfach schön, zu wissen wie viel Lebensraum und Futterquellen solch eine Wiese bietet...

 

Malefiz, Frank Schroeder und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
MalefizFrank Schroedertree12Evy
" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

War es nicht möglich, die Nester zu fotografieren und somit die Vogelart durch einen Experten bestimmen zu lassen? Das wäre sicher sehr aufschlußreich gewesen und Du hättest weitere Schritte zum Schutz genau dieser Art unternehmen können.

Sie sind durch den Balkenmäher zerfetzt worden. Aber ich schau mal, ob ich sie wiederfinde und dann mach ich ein Foto...

Ich vermute aber , dass sie dann nächstes Jahr wiederkommen werden, wenn sie jetzt erfolgreich gebrùtet haben. Da ich jetzt weiß, dass da Nester waren, pass ich nächstes Jahr auf, wie ein Schießhund ;-)

Brüten Rotschwänzchen auch in der Wiese? Wir hatten dieses Jahr unglaublich viele hier...

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "
Menü schließen
Zur Werkzeugleiste springen