Willkommen im Forum
Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Hortus Le Ra Ga 2020 - 180°

Ich danke euch - Kirsten, Frank und Evi - für die herzlichen Worte.

@ommertalhof

Ganz riesigen Dank natürlich an Frank Ich bin happy über Dein Angebot . Adresse ist schon unterwegs. Ich Blödmann(äh ...Frau)  hab natürlich erst mal gegrübelt, was eine PN ist.   Aber ehe ich mich total lächerlich mache, hab ich überlegt...und überlegt.....und hab´s selber rausgekriegt.

Simbienchen, tree12 und 4 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
Simbienchentree12EvyKirstenDorotheeGsaelzbaer
Willst du wertvolle Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die Menge nicht sieht. (Laotse)

So, Ihr Lieben,

hab ja versprochen, 2020 Revue passieren zu lassen. Also hier die Entstehung der Magerflächen. Damit man den Werdegang  mit Spaß nachvollziehen kann und ich in dem Fall ein paar Bilder mehr brauche, hab ich mich entschlossen, eine Trilogie daraus zu machen. Ich versuch´s, es kurz und knackig zu präsentieren. Wie gesagt, ich versuuch es.   Also aufgepasst, wir starten die

Trilogie.  Nicht "Herr der Ringe", sondern "Frau der Felder". Der Magerfelder.

Wir erinnern uns: vieeel Zeit. Corona - also drei Felder, eins nach dem anderen. Co Ro und Na. Co - rechts, Ro - links und in der Mitte dann Na. Und weil zu dem Zeitpunkt schon viele den Kopf schüttelten, und grübelten, warum ich da den schönen Rasen "kaputtmachte" und die Flächen mit Sand und Schotter verschandelte, gestaltete ich das letzte, das mittlere Feld als Herz. Naja, sagte ich mir, wenn man sich schon aus lauter Lockdownkoller  austoben muss und alles verschlimmbessert, dann doch wenigstens "mit Herz". .  Anfang Mai sieht man dann die ersten zaghaften Samen aufgehen. Nun gut, ich gebe zu, ich hatte aus Kostengründen erst mal zu preiswerten Samen aus dem Baumarkt gegriffen....wollte ja erst mal sehen, wie sich das so entwickelt. So richtig durchlässig waren meine Magerflächen auch noch nicht, der Schotter, der beim Nachbarn nach dem Bau seiner gepflasterten Carportfläche übrigblieb, war schon ein wenig derb (aber dafür kostenlos) und die fünfhundert Kilo Sand, noch schnell vor dem Lockdown aus dem Baumarkt mit meinem PKW ran gekarrt, füllten die Felder nur teilweise. Aber was soll´s, ich sagte mir, Rom ist schließlich auch nicht an einem Tag erbaut. Schauen wir mal, was da so kommt..... Und es kam.... erst mal nicht allzu viel. Juli 2020 - Co, Ro und Na entwickelten sich recht dürftig.

Hochgeladene Dateien:
  • SAM_2809.JPG
  • SAM_2924.JPG
  • SAM_3062.JPG
  • SAM_3433.JPG
  • SAM_3437.JPG
Simbienchen, tree12 und 4 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
Simbienchentree12KirstenDorotheeGsaelzbaerFlora
Willst du wertvolle Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die Menge nicht sieht. (Laotse)

Dieses war der erste Streich, und der zweite folgt sogleich.  Also hier der Trilogie zweiter Teil:

So richtig befriedigend war das Ergebnis, wie man sieht noch nicht. Die Blütenpracht war... nun ja, eben nicht allzu prächtig. Der Rasen, der ja nun keine komplette Rasenfläche mehr war, sondern eigentlich nur noch ein Weg zwischen den drei Feldern, am Vertrocknen, die Nachbarn flanierten vorbei und ich konnte zum Teil die Gedanken lesen..... "War wohl nichts mit den Magerfeldern"..... Aber, alles kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Immerhin gab es Insekten, die sich über meine Felder freuten. Es gab sie! Es gab sie wirklich! Und dann gab es ja auch noch mein Schild, nicht das am Zaun (Ende August). Dieses hier, in der Mitte des Herzes, hatte ich schon mit dem Erdaushub Ende März in den Boden gerammt. Und da stand ja nun klar und deutlich, was ich mit meiner Rackerei bezweckte. Und wie sagt doch doch bekanntlich Laotse so schön. "Der Weg ist das Ziel".  Wenn das so ist, na klasse, dann sind wir doch dem Ziel schon greifbar nahe. Und siehe da, der Sommer neigte sich dem Ende....und auf einmal entschlossen sich die Felder, wie von Zauberhand berührt, mich für meine Mühe zu belohnen. Es wurde August...es wurde Oktober....die Felder wurden immer farbiger, die Blumen üppiger, die Insekten zahlreicher und am Zaun, wo der Bambus zunehmend von Interessenten ausgegraben wurde, entwickelten sich Pflanzen, die ich nicht kannte und heute zähle ich, sage und schreibe, 11 Königskerzen.   Aber das größte Wunder: Nachbarn, die bis dato vorbeischlichen, fingen respektvoll an zu grüßen, hatten Lust auf ein Schwätzchen und nahmen interessiert Anteil an der Metamorphose des Gartens.

Zeit also für den nächsten gewagten Schritt. Ich hatte lange mit mir gerungen, war immer und immer wieder auf meinem verbleibenden Rasen, der sich im Herbst entschlossen hatte, nun doch mit sattem Grün zu protzen (wahrscheinlich ahnte er, was ihm bevorstehen sollte) um meine Felder gewandert....hin und her...und her und hin....und nun war ich endlich so weit, mir zu sagen: Ich tu´s. Ich mach ihm den Garaus.

 

Hochgeladene Dateien:
  • SAM_3732.JPG
  • SAM_3903.JPG
  • SAM_4101.JPG
  • SAM_4113.JPG
  • SAM_4332.JPG
Nicole, tree12 und 7 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
Nicoletree12PrimulaverisMarissaKirstenStefanieDorotheeGsaelzbaerFlora
Willst du wertvolle Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die Menge nicht sieht. (Laotse)

So, und nun last but not least - der Trilogie dritter Teil:

Ausschlaggebend  für die Entscheidung, den Rasen zu eliminieren, war natürlich, dass mir das Schicksal wieder einmal gütig in die Karten spielte. Ein Nachbar hatte sich entschlossen, seine drei großen Fichten zu entfernen....und ich sagte mir: Jetzt oder nie!  Es war November und wir befanden uns  mittlerweile im zweiten Lockdown. Gerade mal eine Woche Zeit blieb für das Vorhaben - also bis zum Fällen der Fichten...ein Kraftakt, ich gebe es zu.... aber der Wille war letztendlich stärker, als Knochen und Muskeln. Als  jedoch das Reisig von drei riesigen Fichten vor der Garage des Nachbarn abgekippt wurde, bekam ich angesichts des gewaltigen Berges Zweifel und berechtigte Bedenken, ob dies nun nicht doch des Guten Zuviel war. Vorbeigehende Nachbarn gaben mir mit ihren Blicken zu verstehen, was sie dachten: "Nu isse aber gänzlich durchgeknallt!"  Nun, um es kurz zu machen - ein Drittel des Reisigs, kam auf die Wege und der Rest (16 große Gartensäcke) wurden erst mal "geparkt" und zur Seite gestellt. Beim Füllen derselben hatte ich übrigens Hilfe. Meine Nachbarn nahten mit Schaufel und zweiter Schubkarre... und so schafften wir es, noch vor Einbruch der Nacht, die Garage und damit den Weg zu Ihrem Auto wieder freizuschaufeln! Schade, von dieser Aktion, dem riesigen Berg Fichtenreisig vor der Garageneinfahrt, gibt es leider kein Foto. Heute würde ich mich über diesen Anblick herzlich amüsieren. Damals allerdings.... nun ja, hierüber schweigt des Sängers Höflichkeit.

Doch weiter. Im Zuge der Weg Gestaltung, hatte ich meine Blühflächen phantasievoll und großzügig in alle Richtungen vergrößert. Das Schild im Herz hatte mittlerweile ausgedient, zum einen, weil ja ohnehin jeder der vorbeikam, bis dato Gelegenheit hatte, es ausgiebig zu betrachten, zum anderen, weil das Herz durch die Vergrößerung nun sowieso keines mehr war. Mittlerweile hatte ich aber bereits ein neues Problem, das mir Kopfzerbrechen bereitete, denn durch das Jonglieren mit der Form der Flächen und das Anheben des Weges, war da nun sichtlich  einiges, was mir an Füllung in den Feldern fehlte. Frage, wie errechnet man nun das nötige Volumen, wenn es keine klaren Formen gibt? Wie gut, dass der Nachbar ein Vermesser von Beruf war, der sich sofort mit Feuereifer an die Arbeit machte, um das Problem höchst professionell zu lösen!   Ein letzter Blick auf die Pflanzen, die (noch immer so schön blühend) nun Ende November weichen mussten, um einem Sand-Kiesgemisch (2 Kubikmeter) Platz zu machen. Oha, das Ergebnis sind natürlich nun Magerfelder, die ihrem Namen alle Ehre machen. Ich konnte mir zum Schluss nicht verkneifen, mal ein Foto von oben zu schießen, das heißt, aus dem Dachzimmerfenster des Nachbarn. Und siehe da, da sieht man doch tatsächlich noch die letzten Säcke mit dem Fichtenreisig an der Laube stehen. Aber oh Wunder, nachdem ich jeden Tag mehrmals ausdauernd auf meinen Wegen rumgetrampelt bin, habe ich es  am 3. Advent, also genau heute vor einer Woche geschafft, den letzten Sack Reisig auf meinem Rundweg unterzubringen.

Und ich bin wahrlich gespannt wie ein Flitzebogen, wie sich im Frühjahr in meinen Magerfeldern die Samen von Syringa entwickeln werden.    

Hochgeladene Dateien:
  • SAM_4344.JPG
  • SAM_4347.JPG
  • SAM_4363.JPG
  • SAM_4372.JPG
  • SAM_4380.JPG
tree12, Primulaveris und 5 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12PrimulaverisEvyKirstenStefanieDorotheeGsaelzbaer
Willst du wertvolle Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die Menge nicht sieht. (Laotse)

Liebe KataFux, das ist alles schier ungLaublich.

Ja, ungLaublich schön, ungLaublich inspirierend, ungLaublich nachahmenswert. Eine Gartenverwandlung pur und live und ganz neu.

Besser als Du kann man so einen Lockdown kaum nutzen. Dein Garten ist kaum mehr wiederzuerkennen. Von ungLaublich tot hat er sich gesteigert auf ungLaublich lebendig und ungLaublich vielversprechend.

Die Idee mit dem Fichtenreisig ist sensationell. Eine Win-Win-Situation für alle (außer für die Fichten....). Weiter so, die Natur dankt es Dir!!

Gsaelzbaer hat auf diesen Beitrag reagiert.
Gsaelzbaer

Da hast du ja die halbe Nacht an deiner Co Ro Na Trilogie gesessen ;-)

Sie ist dir aber super gut gelungen, dein Schreibstil ist klasse. :-D

Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen :-)

Und wärend die Welt ruft ... Du kannst nicht alle retten! Flüstert die Hoffnung ... Und wenn es nur einer ist... Versuch' es! Sylvia Raßloff

@doro

Liebe Doro, ja ja die Nacht..... aber dafür hab ich dann früh etwas länger geschlafen.   So gleicht sich´s wieder aus. Dafür mache ich´s jetzt aber ganz kurz. Versprochen.

@andreamast

Liebe Andrea, und hier gleich noch eine Win-Win-Situation:   Und wie gesagt: ganz kurz! Bauzeit: Mitte August.

Eigentlich sollte es ja eine Pyramide werden. Aber woher Steine nehmen, wenn nicht kaufen... äh wenn nicht stehlen. Und das kommt natürlich nicht in Frage. Never! Wozu auch, wenn es Nachbarn gibt, die ihre Natursteine verzweifelt loswerden wollen. Und die, oh wie günstig, auch nur ein paar Häuser weiter wohnen. Da muss man doch einfach helfend zur Seite stehen, stimmt´s? Das würdet ihr doch genauso machen. Also Schubkarre genommen und drei Tage lang die Steine ran gekarrt. Der Bau dauerte dann allerdings erheblich länger....... Und für eine Pyramide waren mir die runden Natursteine auf einmal doch nicht so geheuer. Also wurde es eine Sonnenfalle. Die Ausführung allerdings - war ein wenig knifflig........ Aber da ich im Inneren noch drei größere Steine (kleine Findlinge - also der Nachbar fand sie in der Erde und ich fand, ich könne sie gebrauchen )  verbaut habe, ist das Ganze absolut stabil. Jedenfalls wurde es von meinen beiden Katzen getestet und für begehbar gefunden. Na, war doch kurz und bündig, oder?

Hochgeladene Dateien:
  • SAM_3734.JPG
  • SAM_4369.JPG
tree12, Evy und 3 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12EvyKirstenDorotheeGsaelzbaer
Willst du wertvolle Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die Menge nicht sieht. (Laotse)

Sehr schön :-) . Ich wollt ich hätte auch solche Nachbarn ;-)

Und wärend die Welt ruft ... Du kannst nicht alle retten! Flüstert die Hoffnung ... Und wenn es nur einer ist... Versuch' es! Sylvia Raßloff

Das war jetzt echt total kurz und bündig... ;-) Wie gut, daß Ihr alle die Findlinge gefunden habt und die Findlinge sogar den Weg in Deinen Garten fanden. Das finde ich richtig prima!! Und ich hoffe für Dich, daß Du auch in Zukunft noch viele Funde machen darfst... Bestimmt hat der eine oder andere Nachbar weitere interessante Naturmaterialien in seinem Fundus, die bereit sind, von Dir gefunden zu werden.

Das fände ich echt schön.

tree12 und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12Gsaelzbaer
Willst du wertvolle Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die Menge nicht sieht. (Laotse)
Zur Werkzeugleiste springen