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Hortus Lagom

Zitat von tree12 am 22. Januar 2021, 20:22 Uhr

Wie kannst Du nur auf die Idee kommen, die prächtige Kirsche meucheln zu wollen...???? Sie ernährt unzählige Lebewesen durch Blüten und Früchte und Baumsäfte, ist zäh und sieht zu jeder Jahreszeit schön aus. Und Schatten, Du erwähnst es ja selber, wird immer wichtiger in unseren Sommern.

Ja, da hast du Recht. Es war auch nie eine ernsthafte Idee. Aber manchmal finde ich es doof, 400 qm Garten am Südhang zu haben, aber keine wirklich sonnige Stelle für Hotspot und Gemüs "übrig".

 

Auf dem 2. Bild deines letzten Beitrages sieht man eine Ecke des Balkons. Die Lage scheint recht sonnig zu sein, auch durch die Höhe.

Wäre hier nicht die Möglichkeit eine kleine Ertragszone einzurichten? Entweder im Hochbeet oder in großen Töpfe?

So ähnlich plane ich das auch bei uns.

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Primulaveris

Und die Trockenmauer mit dem Kaskadenthymian sieht toll aus :-)

Bei mir wurden die Brombeerstängel auch direkt im 1. Jahr besiedelt.

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Primulaveris

Weil es jetzt so gut ging, eine letzte Charge "Jahresrückblick 2020", Rest dann an einem anderen Tag:

V.

2020 war ein sehr gutes Blattlausjahr. Zuerst. Und dann ein sehr gutes Marienkäferjahr. Hier die Übergangszeit :-)

Früher war unser Garten ein Weinberg, deshalb ist er so schmal (so ca. 5 - 12 m, ein sehr lang gezogenes Trapez) und lang. Das Haus steht im oberen Drittel. Das ist natürlich nicht der Grund, warum hier Weinbergschnecken wohnen. Jedenfalls mag ich sie sehr gerne und schaue ihnen gerne zu. Wenn man ihnen einen Finger hinhält und sehr geduldig ist, kann es sein, dass sie mit ihrem Raspelgaumen daran schaben. Das fühlt sich lustig an. Schon mal probiert :-D ?

Ich habe gerade eine Knautien-Scabiosen-Verwirrung und weiß nicht, was das für eine Blüte ist. Jedenfalls habe ich 2020 begonnen, viel mehr auf all das Insektengetier zu achten, das mir früher selten aufgefallen ist, z. B. Langhornmotten mit fancy Goldanzug.

Hier ein Blick ins grüne Chaos :-) . Man KÖNNTE versuchen, zu terrassieren und ordentliche Beete anzulegen, die dann "natürlich" wirken. Aber ich mache es eher umgekehrt und buddle und schnipple mal hier ein wenig, mal dort und schaue, wie´s wird. Es gibt dort viele freie Bodenstellen und Löcher, ich habe nicht den Eindruck, dass es so KEIN Lebensraum wäre. Am oberen Ende der Treppe Flieder - nicht hortan, aber als Hangabstützung erstmal unabdinglich, und als Gestaltungselement irgendwie auch nett.

Das ist der Blick von oberhalb des Grundstücks, Norden, auf die "Pufferzone". Es ist nicht ganz einfach hier - sehr trocken, sehr schlechter Boden (noch vom Straßenbau), Salz von der Straße, Hundepisse und Zigarettenkippen, Schatten der Puffer-Bäume ... Letztes Jahr habe ich einen ersten zaghaften Versuch gemacht, auch hier etwas zu pflanzen... mal sehen, was im Frühjahr davon übrig geblieben ist. Neben den Farnen waren es Pfirsichblättrige Glockenblume und Dreiblättriges Schaumkraut. Tapferer Odermenning wächst dort eh, Rest hab ich vergessen :-) . Ach ja, Schwarzwerdende Platterbse.

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Zitat von Dorothee am 22. Januar 2021, 20:51 Uhr

Auf dem 2. Bild deines letzten Beitrages sieht man eine Ecke des Balkons. Die Lage scheint recht sonnig zu sein, auch durch die Höhe.

Wäre hier nicht die Möglichkeit eine kleine Ertragszone einzurichten? Entweder im Hochbeet oder in großen Töpfe?

So ähnlich plane ich das auch bei uns.

Ja, auf dem Balkon geht es gut. Da müsste ich wohl größere Kisten bauen...

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Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Schau, du hast einen gewachsenen Garten. Dieser wurde nicht unbedingt nach einen Muster folgendem Etwas angelegt, bestimmt aber mit viel Spaß damals. Es kommt darauf an, was du für Dich nun erreichen willst.

Ein Teil der Pufferzone (Nord) grenzt Dich zur Strasse ab und ist wohl gut eingewachsen, aber zumindest mit schwerem Gerät erreichbar. Falls du dort Hand anlegen willst. Danach kommt das Haus und der Rest des Gartens mit den verwunschenen Ecken.

Von der Kirschpflaume hätt ich gern Samen, wenn du denn im Herbst daran denkst.

Sie ist auch Puffer- und Ertragszone zugleich. Du hast folglich bereits Ertragszonen, die du nutzt.

Dein Apfelbaum ist noch aus der Zuchtzeit, wo Bäume nach Mastjahren sich eine Pause gönnen dürfen, ist doch toll. Ist vor allem echter Garten, man weiß nie wie sich das Jahr entwickelt, wenn es Frühling ist.

wenn du dir eine Aufstellung machst, was du bereits an Ertrag hast - gLaube ich, wird einiges bei sein. Manches auch unscheinbar, aber trotzdem Ertrag.

 

Somit, welchen Ertrag genau wünscht du dir? Salat, Tomaten, Kürbis, Zucchini - alles geht auch in Töpfen, Du weißt am besten, wo noch Platz ist, oder wo du mehr oder weniger Sonne für frei hast. Und deine Fruchttragenden Bäume kann - und sollte man auch schneiden, um sie zu erziehen oder um etwas mehr Licht zu erhalten. Ich rede nicht vom um schneiden, sondern von Erziehungsschnitt.

Oft hilft es auch, seinen Garten zu visualisieren, aufs Papier zu bringen um für sich, aber auch für Anregungen anderer einen neuen Blickwinkel zu erhaschen.

 

*Intern hochladen gehen leider nur 5 Bilder gleichzeitig, mehr gibt das System nicht her, da sind dem Forum die Hände gebunden.*

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PrimulaverisGsaelzbaer
Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Also ich habe jetzt mal alles durchgelesen und ich finde du bist viiiiiel zu kritisch! Gisa @erebus hat da schon Worte gefunden.

Ich finde deinen Garten toll!

Du hattest an einer Stelle von "schlechtem" Boden geschrieben, was heisst denn genau schlecht? Die meisten Menschen verstehen letztendlich darunter eben jenen mageren Boden den WIR ja gerne hätten bzw. anstreben

Ich würde da nix terrassieren, ich würde vermuten der Charme deines tollen Gartens ginge verloren.....und lass ja das Bäumchen stehen! Samen, gute Idee, ich würde auch gerne welchen kaufen

Lustig, dass ihr mich zu kritisch findet. Vielleicht bin ich FB-Gruppe-geschädigt Dort hatte ich öfter das Gefühl, ich sollte gefälligst erstmal alles umbaggern und mit Kies auffüllen oder so . Da dachte ich wohl, ich mache mich mal lieber selber schlecht, bevor es von außen kommt...

@erebus Mit der Ertragszone ist es so: Ich habe gar kein Problem damit, mich da ganz langsam heranzutasten. Ich darf da noch viel lernen und Erfahrungen machen. Ich muss ja zum Glück nicht davon leben. Es ist nur so, dass das Grundstück völlig zugewachsen war, und ich hatte einfach immer viel zu viel "Material", das ich nirgends unterbringen konnte. Gesträuchschnitt verrottet ja nicht so schnell. Und die Hortusidee eines Kreislaufs klappt(e) so nicht. Letztes Jahr war es erstmals so, dass ich das Gefühl hatte, die Kinder bewohnen den Garten gar nicht mehr raumgreifend. So habe ich Reisighaufen, Totholzecken etc. angelegt, wofür zuvor kein Platz war. Ich werde jetzt also Gesträuchschnitt und Heu los. DAS war eigentlich mein Haupt"problem": Ich wollte ja z. B. Wiese abmagern, wusste aber nicht wohin mit dem ganzen Gras (entdeckte dann immerhin Heukartoffeln ). Aber so langsam bewegt es sich in Richtung eines dynamischen Gleichgewichts, und das ist toll :-) . Vielleicht bekomme ich jetzt auch mehr Energie, mich um Gemüse zu kümmern. Davon habe ich bisher nämlich ganz wenig Ahnung.

Ich wollte gar nicht "jammernd" klingen. Aber das stimmt, ein Blick von außen fehlt mir oft, und Plan ist eine gute Idee! Wobei ich eher mit der Umsetzung Problem habe als mit den Ideen .

Kirschpflaume kannst du natürlich sehr gerne haben.

@Gsaelzbaer: Danke :-D !

"Schlechter Boden" heißt, dass das das Straßenbankett ist, also verdichteter Schotter ohne Verbindung zum gewachsenen Boden. Es gäbe sicher viele Pflanzen, für die das völlig in Ordnung wäre, aber es ist eben auch die Nordseite der Sträucher, also zusätzlich schattig. Trocken, kein Humus UND dunkel UND Hundepisse ist schon eine herausfordernde Kombi. Und dafür schlagen sich die Pflanzen wacker :-) .

Kirschpflaumenkerne kannst du sehr gerne haben. Bloß nicht kaufen , das wäre komisch. Vielleicht finde ich ja auch Schößlinge im Frühjahr.

Die Sträucher sind nur geschmacklich unterschiedlich (von lecker bis langweilig), und man weiß nie so genau, was rauskommt. Also keine Gewähr. Auf jeden Fall gibt es wundervolles Gsälz :-D !

 

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tree12

Weiter mit der Reise durchs Gartenjahr 2020 mit Gartenvorstellung :-)

 

VI.

Das ist der Blick von Norden in den oberen Gartenteil. Das Hauptprojekt 2020 war, einen zugeschütteten, kaputten Teich auszugraben. Dort, wo auf dem Bild das Teichloch mit der kaputten Folie ist, war ein hoher Hügel aufgeschüttet - mehrere m3 gehäckselte Forsythie und Koniferen. Als wir das Grundstück erwarben, war es von unten bis oben mit einem Forsythiendickicht zugewachsen, aus dem vereinzelt Bäume guckten (die deswegen z. T. immer noch etwas seltsame Wuchsformen haben :-) ). Wir wussten nicht, wohin damit, und stapelten den Häcksel-Berg in die Kuhle. Seit ich hortifiziert bin, will ich aber nun unbedingt wieder Wasser im Garten haben! Also habe ich den Teich ausgegraben, Eimerle für Eimerle. Fertig ist er noch nicht, aber dieses Frühjahr schaffe ich es hoffentlich. Wie überall ist auch hier der Boden voller Wurzeln - ich mach es einfach trotzdem, eine Weile wird´s schon halten. Zum Ansporn liegt die Kautschukfolie schonmal bereit. Und kürzlich las ich in einem Kommentar von Frank Schroeder die Idee, innen steile Wände zu mauern, wie Trockenmauer, nur halt nass - super! So könnte es gehen... es ist nämlich eigentlich zu steil.

Das ist sozusagen die umgekehrte Blickrichtung, der Teich wäre rechts außerhalb des Bildes. Hier mein Versuch, aus dem Teich-Humus eine Ertragszone zu "modellieren".

Die KInder werden groß, und ihre Spielgeräte werden konfisziert...

Was hier bei genauem Hinsehen unserer Hündin in die Nase zu fliegen scheint, ist eine Blattschneiderbiene, die sich ausgesucht hat, ausgerechnet im Avocadotopf (in dem sich Weidenröschen angesiedelt haben) eine Erdhöhle zu bauen. Ich hatte vorher noch nie eine gesehen und hing mit der Nase genau so davor wie unsere Hündin :-) .

So, und hier das hortusianische Wahrzeichen :-) . Nicht riesig, aber innen bestimmt gemütlich. Habe mich jedenfalls um sandgepolsterte Hohlräume bemüht.

 

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