Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Wasserspeicher

VorherigeSeite 2 von 3Nächste

Es kommt immer darauf an, wie der Untergrund aussieht. Viele machen ihre Magerzone ja so, daß sie Kies, Sand, Schotter aufschütten, durch die der Regen schnell durchsickert. Magerzonen sollen ja durchlässig und trocken sein.

Ich seh das Problem nicht darin, daß der Boden Wasser speichern soll, sondern eher darin, daß bei Regen und noch viel mehr bei Starkregen das Wasser einfach vor Ort bleiben soll, anstatt oberflächlich schnell in Bäche und Kanalisation abzufließen. Wohin das führt, haben wir im Ahrtal gesehen. Wichtig ist, das Wasser vor Ort zu halten, damit es versickern und ins Grundwasser übergehen kann, welches ja durch die langen Trockenzeiten der letzten Jahre immer tiefer zu finden ist.

Wenn unter einem Magerbeet sandiger Boden ist, kann Wasser eher schnell versickern. Wenn darunter eine Lehmschicht ist wie bei mir, drückt das Wasser eben seitlich raus und fließt ab. Die Magerzonen und Magerbeete, die wir Hortusianer bauen sind in der Regel so klein, daß sie in der Gesamtfläche aller Gärten kaum eine Bedeutung haben. Viel größer sind da die Flächen von Dächern und asphaltierter Bereiche, auf denen Regen direkt in Kanalisation, Bäche und Flüsse geleitet wird. Hier wäre es wichtig, dieses abfließende Wasser aufzufangen und zwar nicht nur in Fässern zur Bewässerung der Ertragszone oder in großen Rückhaltebecken, sondern auch in vielen kleinen Sickergruben, Trockenteichen usw., wo es dann langsam ins Grundwasser versickern kann. Und dies flächendeckend, wo immer es möglich ist.

Bei mir kommt z.B. bei stärkerem Regen immer ein kleiner Bach den Feldweg entlang, der dann die Straße runterfließt, bis er in den danebenliegenden Bach läuft. Ich bin seit längerem am Überlegen, ob ich nicht an meinem tiefliegendsten Grundstückteil einen Damm zum Bach errichten soll, wo ich dann dieses abfließende Regenwasser auffangen kann. Das wären zwar nur wenige Kubikmeter, aber immerhin könnte es danach dann versickern, statt abzufließen.  Und wenns zuviel ist kann es immer noch in den Bach überlaufen. In Trockenzeiten wäre es eben eine Mulde, ansonsten kurzzeitig ein Teich. Vielleicht würde es sich auch zu einem Sumpfbeet entwickeln, das müsste man einfach beobachten. Wichtig ist, keinerlei Bodenabdichtung wie bei sonstigen Teichen zu verbauen, sondern den Boden offen zu lassen.

Mü, Kirsten und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
KirstenGsaelzbaerGeorg

Das hört sich ja super an. Bei mir fließt das Regenwasser erstmal in die 5k ltr Zisterne, danach in die 2k ltr Zisterne, danach in den Bach, hab aber auch eine Dachfläche die in den Garten entwässert.

Bei der Entwässerung in den Bach bin ich auch immer am überlegen ob ich da nicht noch was ändern will, aber was dort zuviel ist, würde dann in die Straßenkanalisation gehn

Mein ganzer Garten ist im Prinzip eine Magerzone. Hier ist Sandboden mit einem nur seehr geringen Lehmanteil.

Trotzdem scheint dieser als Wasserspeicher zu funktionieren.

Wie in dem Dürremonitor gut zu sehen ist der Boden eben tiefgründig ausgetrocknet.

https://www.ufz.de/index.php?de=37937

Dort wo wir alle dann das Regenwasser hinleiten den ganzen Winter über ist er das eben nicht!

Den Gedanken von Martin finde ich gut mit mehr Sickerbecken. Das wäre für diejenigen mit sehr schweren Böden eine gute Möglichkeit.

 

Viele denen ich das vorschlage haben Angst, dass ihr Garten dann versumpft oder total überschwemmt wird.

Tatsache ist ja aber, dass es seit Jahren zu wenig regnet. Die Böden können also viel mehr Wasser speichern als sie es jetzt tun.

Mit dem ganz normalen Niederschlag (nicht die Starkregen) können wir dem Boden wieder das geben was er eigentlich braucht: mehr Wasser!

Wasser was nicht in der Kanalisation verschwindet und für die jetzt dürregeplagten Böden für immer verloren ist.

Die Regendiebe fürs Fallrohr mit Schlauch dran sind dafür bestens geeignet. Den Schlauch kann man ab Herbst sobald man es nicht mehr zum gießen  braucht den Winter über einfach in den Garten legen. Alle paar Wochen mal woandershin.

Die wichtigste Zeit für die Böden um ihren Wasservorrat aufzufüllen ist das Winterhalbjahr. Da ist kaum Verdunstung - weder vom Boden noch von der Vegetation.

 

 

 

 

tree12, Kirsten und 5 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12KirstenDorotheeGsaelzbaerAmarilleOostfreesen JungDieter Basse

So einen Regendieb mit Schlauch dran hätte ich supergerne für meinen Vorgarten... Platz für ein Regenfaß ist dort nicht mehr, aber ich könnte bei Regen den Schlauch in die kleine Wiese legen. Vorm Haus haben wir aber noch das Original-Fallrohr mit kleinem Durchmesser, dazu etwas verbeult und in Hausfarbe gestrichen. Ich scchätze, wir bräuchten an der Stelle ein neues Fallrohr.

Im Moment haben wir andere Anliegen auf der Agenda wie die Photovoltaikanlage fürs Dach und eine Änderung beim Aufheizen des Warmwassers, das im Moment noch über Gas geschieht. Aber das mit dem Fallrohr werde ich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Ich gLaube kaum, damit "Überschwemmungen" zu verursachen, da dort nur ein Teil des Dachwassers hinkommt. Der Großteil wird hinten im Garten in zwei Regentonnen aufgefangen.

Oostfreesen Jung hat auf diesen Beitrag reagiert.
Oostfreesen Jung
Zitat von tree12 am 28. Juli 2022, 9:00 Uhr

So einen Regendieb mit Schlauch dran hätte ich supergerne für meinen Vorgarten...

Perfekt! Denn auch wenn dein Vorgarten klimafest ist - um Nektar produzieren zu können brauchen die Pflanzen Wasser....

tree12 hat auf diesen Beitrag reagiert.
tree12

Ich leite eine Dachhälfte in eine Zisterne (5000 L), die andere Hälfte dient der Bewässerung des wechselfeuchten Biotops. Wie man sieht ist es bis auf eine kleine Pfütze im Fertigteich trocken und das schon seit Mai. Der Regen der fällt reicht nicht mehr aus um es zu füllen. Bis auf den Fertigteich ist nichts abgedichtet. Wir haben hier schweren Kleiboden, der nur oberflächlich austrocknet.

Hochgeladene Dateien:
  • IMG_20220728_110739.jpg
tree12 und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12Gsaelzbaer
Jedes Mal, wenn ich aus meiner Haustür gehe, grüßen mich meine Moose und lösen ein Lächeln in meinem Herzen aus.

Die Idee, das Regenwasser vom Dach im Winter per Schlauch (oder Rohre) an bestimmten Stellen im Boden versickern zu lassen, ist Gold wert! Meine 4000 Liter Speicherkapazität sind zu der Jahreszeit relativ schnell voll (und im Augenblick ziemlich leer...). Der Rest geht dann in die Wiese des Bauern nebenan. Das wird sich nun ändern. Ich denke, ich werde einen Teil in die Ertragszone leiten. Der größere Rest kommt dann an den Fuß der großen Bäume, die mit ihrem Wurzelgeflecht ein riesiges Speichervolumen bilden. Das Ganze funktioniert natürlich nicht bei Frost, aber der ist hier in der Normandie ziemlich selten...

tree12, Mü und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12Gsaelzbaer
Zitat von Michael am 28. Juli 2022, 11:15 Uhr

Ich leite eine Dachhälfte in eine Zisterne (5000 L), die andere Hälfte dient der Bewässerung des wechselfeuchten Biotops. Wie man sieht ist es bis auf eine kleine Pfütze im Fertigteich trocken und das schon seit Mai. Der Regen der fällt reicht nicht mehr aus um es zu füllen. Bis auf den Fertigteich ist nichts abgedichtet. Wir haben hier schweren Kleiboden, der nur oberflächlich austrocknet.

lässt du das wasser das ganze Jahr in dein Biotop laufen?

Ja das Wasser läuft das ganze Jahr ins Biotop, wenn es da ist.

Jedes Mal, wenn ich aus meiner Haustür gehe, grüßen mich meine Moose und lösen ein Lächeln in meinem Herzen aus.
Zitat von Dieter Basse am 28. Juli 2022, 20:08 Uhr

Die Idee, das Regenwasser vom Dach im Winter per Schlauch (oder Rohre) an bestimmten Stellen im Boden versickern zu lassen, ist Gold wert! Meine 4000 Liter Speicherkapazität sind zu der Jahreszeit relativ schnell voll (und im Augenblick ziemlich leer...). Der Rest geht dann in die Wiese des Bauern nebenan. Das wird sich nun ändern. Ich denke, ich werde einen Teil in die Ertragszone leiten. Der größere Rest kommt dann an den Fuß der großen Bäume, die mit ihrem Wurzelgeflecht ein riesiges Speichervolumen bilden. Das Ganze funktioniert natürlich nicht bei Frost, aber der ist hier in der Normandie ziemlich selten...

Super, genau das meine ich! Du hast es verstanden

Einfach die Bäume unterstützen damit sie für die Dürreperiode besser gewappnet sind.

Dieter Basse hat auf diesen Beitrag reagiert.
Dieter Basse
VorherigeSeite 2 von 3Nächste
Zur Werkzeugleiste springen