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Ist das "Ringeln" von Bäumen noch zeitgemäß?

Du zweifelst also alle neueren Studien an, die belegen, daß Bäume Schmerz und Angst empfinden, sich um ihresgleichen kümmern, aneinander warnen vor  Schädlingsbefall etc..?? Also sind alle Wissenschaftler zuzüglich Peter Wohlleben und Wolf-Dieter Storl Spinner und Übertreiber?

Die Welt ist voll von Angst und Schmerz, das beginnt schon bei der Geburt von Menschen- und Tierkindern. Wahrscheinlich haben auch die Gräser Angst, wenn die Weidetiere sie fressen. Auch Wildschweine oder Rehe haben Angst, wenn der Jäger hinter ihnen her ist und empfinden Schmerz, wenn sie angeschossen noch herumirren müssen. Das sind aber Schmerzen und Angst, die sich nicht  generell vermeiden lassen, denn jedes Tier und jeder Mensch benötigt Nahrung. Das Gras hat sich an die Beweidung angepaßt und sprießt schnell wieder nach.

Doch gibt es auch Schmerzen und Angst, die man vermeiden kann, in dem man einfach vieles in Ruhe läßt oder schonend behandelt. Rinder kann man auf der Weide inmitten ihrer Herde töten, anstatt sie stundenlang lebend zum Schlachthof zu transportieren und dort unter Qualen sterben zu lassen. Bäume und Sträucher müssen nicht überall zwingend geschnitten werden.

Die Obstbäume sind ja Zuchtformen, die der Mensch geschaffen hat, denn niemand möchte saure und harte Wildäpfel und holzige Birnen verspeisen. Wahrscheinlich ist das der Deal, den diese Obstbäume mit dem Menschen geschlossen haben: sie ertragen eine gewisse Menge an Schmerzen und kriegen dafür vom Menschen Dünger und Wasser.

Die Schonung und Achtsamkeit fängt eigentlich bei der Auswahl der Pflanzen für den jeweiligen Standort schon an. Wenn ich nur ganz wenig Platz habe, wähle ich keine riesige Kastanie, die ich dann andauernd mühsam durch gewaltige Schnittmaßnahmen im Zaum halten muß.

 

Zitat von tree12 am 23. Dezember 2019, 17:33 Uhr

Du zweifelst also alle neueren Studien an, die belegen, daß Bäume Schmerz und Angst empfinden, sich um ihresgleichen kümmern, aneinander warnen vor  Schädlingsbefall etc..?? Also sind alle Wissenschaftler zuzüglich Peter Wohlleben und Wolf-Dieter Storl Spinner und Übertreiber?

Bloss weil ich Studien anzweifele, beschimpfe ich deren Vertreter nicht.
Die beiden berufen sich vielleicht auf Studien, werden sie aber nicht durchgeführt haben.
Studien sind ja so eine Sache für sich...

Die Welt die Du beschreibst, ist eine gruselige Welt.
Ich bin mir sicher, das sie so nicht funktioniert.
Die Welt ist nicht voller Angst, sondern geprägt von Aufbruch, Lebendigkeit, etc.
Der Tod gehört da zwingend dazu, ohne ihn gibt es keine Entwicklung.

Viele Grüße von der Gartenphilosophin. Übrigens: Jeder kann etwas tun!

In der Ausstellung "Von Pflanzen und Menschen" im Dresdener Hygienemuseum ist ein Exponat über das Experiment, das beweist, dass Pflanzen bewusst Entscheidungen treffen. Sehr spannend!

Für mich steht außer Frage, dass Bäume empfindungsfähige Wesen sind, die der Mensch erst verstehen lernen muss.

Dennoch habe ich Essigbaum und Flieder in der Pufferzone zugunsten von Wildobstgehölzen geringelt und nicht gefällt, weil aus utilitaristischer Sicht das Leid einiger weniger Individuen für den größeren Nutzen von stehendem Totholz für viele andere Lebewesen gerechtfertigt ist.

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