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Ist das "Ringeln" von Bäumen noch zeitgemäß?

Guten Morgen,

das Thema finde ich aus vielen Perspektiven heraus interessant.
1) Was ist Bewusstesein?
2) Was ist Gefühl?
3) Wo beginnt und endet Kommunikation)

Allein das ist für jedes Thema ein Buch wert.
Wenn wir Pflanzen Angst als Gefühl unterstellen, dann kommen wir in den Bereich der Ethik, denn dann müssten sie und gleichgestellt sein, wie wir auch das Tier mehr und mehr uns gleichstellen, aufgrund der Ethik.
Für das Tierwohl ist das auch unerlässlich.

Eine Gedankenübertragung an ein gegenüber setzt eine neuronale Verschaltung voraus.
Telepathie IST, das steht ausser Frage.
In Bezug auf ein Tier möglich.

In Bezug auf eine Pflanze ist es eher eine Intention, die Energie bewegt.
Es ist keine Telepathie.

Wenn nun Pflanzen Emotionen zugesprochen werden, dann erzeugen wir das nächste schlechte Gewissen, denn dann müssen wir uns mit ethischen Fragen herumschlagen und ich würde mein Leben dann IN einer Leiche verbringen, die geschreddert wurde wie Hack, um mir in Form von Dämmplatten dann Obdach zu geben.
Dieser Gedankengang macht dann sogar noch einen Veganer zu einem, ja, keine Ahnung, was.

Mein Beitrag ist SEHR überspitzt, kann aber da hin gedacht werden, wenn man das Thema auf die Spitze treiben will...

Achtsamkeit dem Leben gegenüber ist das wichtigste Gut, das wir Menschen haben können.
Dennoch sollten wir Pflanzen Pflanzen sein lassen.

Das ist nur meine Meinung, die muss niemand teilen.

Viele Grüße von der Gartenphilosophin. Übrigens: Jeder kann etwas tun!

Ich hab da für mich eine ganz einfache Lösung: wenn mein Gefühl mir sagt, dieses oder jenes (z.B. ringeln) ist nicht gut, dann lass ich es sein. Sagt mein Gefühl mir, ich bin mit diesem Baum irgendwie verbunden, dann meditiere manchmal ich mit ihm. Der Baum kann das annehmen oder nicht und es finden wie er will. Ich schreibe ihm nichts weiter zu als zu sein. Der Rest geht von mir aus. Das ist für mich vor allem eins: erfreulich unabstrakt :-)

Zitat von Margret am 20. Dezember 2019, 11:40 Uhr

Ich schreibe ihm nichts weiter zu als zu sein. Der Rest geht von mir aus. Das ist für mich vor allem eins: erfreulich unabstrakt :-)

Genau, Du hast das besser auf den Punkt gebracht.

Viele Grüße von der Gartenphilosophin. Übrigens: Jeder kann etwas tun!
Zitat von Frank Schroeder am 19. Dezember 2019, 22:21 Uhr

@martin , wie funktioniert und äussert sich das denn mit der Kommunikation zwischen Mensch und Pflanze ?

Wie es funktioniert kann ich nicht sagen. Ich habe aber vor vielen Jahren nach der Lektüre eines Buchs, in dem Pflanzen zumindest Gefühle zugesprochen wurden, für mich experimentiert. Ich habe jeweils zehn Weizenkörner in zwei Schalen gesät, nebeneinander aufgestellt und gleichmäßig  gegossen. Eine Schale diente zur Kontrolle, die andere nahm ich mir ein paar Minuten täglich vor, konzentrierte mich auf sie und versuchte, den Pflänzchen gedanklich klarzumachen, daß sie toll sind und richtig schöne große Pflanzen werden. Nach zwei Wochen hab ich die Länge der Pflänzchen gemessen. Diese Versuchsreihe habe ich zehnmal wiederholt, um einen Durchschnittswert zu bekommen. Letztendlich hatten die Weizenpflänzchen, die ich versucht hatte, gedanklich zu "behandeln", gegenüber den ansonsten identisch gezogenen nach zwei Wochen einen Wachstumsvorsprung von 18 % (im Durchschnitt).

Für mich war klar, daß die ansonsten identisch behandelten Samen/Jungpflanzen diesen Unterschied im Wachstum aufgrund meiner versuchten Gedankenübertragung zeigten. Bei einem Versuch mit 10 gegen 10 hätte ich ein solches Ergebnis noch als Zufall abgetan. Da ich aber zehn Durchgänge machte und auf einen Gesamtvorsprung von 18 % kam, wurde mir klar, daß es da irgendeine kommunikative Verbindung zwischen mir und den Weizensämlingen geben musste.

Martin, Dein Experiment klingt sehr spannend und es deckt sich mit vielen Studien und Meinungen von Leuten, die es wissen müssen. Es besteht eine starke Verbindung zwischen Mensch und Pflanze und es war schon immer klar, daß Pflanzen, die man liebt, besser gedeihen. Man muß auch nicht alles wissenschaftlich begründen können, manches spürt und weiß man einfach so. Man muß sich nur drauf einlassen.

 

Zitat von Malefiz am 18. Dezember 2019, 18:07 Uhr

 

 ihnen nun aber eine lebendige Seele zuzusprechen, halte ich für zu stark.

Es war erst wieder kürzlich ein Bericht, wo Bäume in einem Waldverband, es mitbekommen, wenn ein Kollege Schad-Insektenbefall hat und dann richtet sich der andere Bestand darauf ein.

Sie kommunizieren mit einander.

Seele  - würde ich jetzt nicht sagen, weil da steckt zuviel Christenklimbim im Wort, aber das Bäume, oder allgemein Pflanzen reagieren, auf Musik, Helligkeit, Wärme, Kälte, spricht in meinen Augen durchaus für ein Empfinden ihrerseits.

 

Allerdings habe ich dan auch schon "erfolglos" geringelt....

 

Robinie und einige mehr treiben nach dem auf Stock setzen wieder aus, Robinie ist auch mit fällen, kaum tot zu bekommen. Da müsste wenn schon die komplette Wurzel mit raus - und selbst dann kann noch was nach kommen

Das Wort "Seele" mag jetzt wirklich nach Kirche, Christentum usw klingen, damit habe ich absolut nichts am Hut. "Seele" steht in dem Zusammenhang für mich persönlich für "Bewußtsein", für "Lebendigkeit", für "Empfindsamkeit".

Man kann dazu auch viel bei Peter Wohlleben nachlesen, bei Wolf-Dieter Storl oder - wenn es ziemlich wissenschaftlich sein soll - z. B. im Buch "Was Pflanzen wissen" von Daniel Chamowitz (meine Auflage ist von 2013, da wurden aber noch nicht die allerneuesten Studien zu dem Thema berücksichtigt).

Pflanzen leben und fühlen und "denken" - nur eben anders als wir Menschen und alles viel, viel langsamer.

Was bedeutet das dann aber für uns Menschen?

Die Frage steht für mich im Raum.

Dann reden wir ja nicht nur vom Ringeln, sondern "töten".

Viele Grüße von der Gartenphilosophin. Übrigens: Jeder kann etwas tun!
Zitat von Gartenphilosophin am 22. Dezember 2019, 17:16 Uhr

Was bedeutet das dann aber für uns Menschen?

Die Frage steht für mich im Raum.

Dann reden wir ja nicht nur vom Ringeln, sondern "töten".

Das bedeutet, daß wir Pflanzen einfach in Ruhe lassen sollten, dort, wo sie nicht als Nahrung für uns oder als Viehfutter  dienen. Daß wir ihnen mit Achtung und Respekt begegnen und endlich aufhören mit dem Verstümmeln von Obstbäumen oder anderen Bäumen und daß dieser gruselige "Hausmeisterschnitt" von Sträuchern eigentlich längst der Vergangenheit angehören sollte.

In ihrem Buch "Der sanfte Schnitt" beschreibt Ulrike Aufderheide eigentlich genau diese Einstellung den Pflanzen gegenüber.

 

Abgesehen von Baumschnitt, der nötig und sinnvoll ist - aber diese Hausmeister Krause-Gedächtnisschnitt, ist oft, weil sich der Hausmeister nicht auskennt oder weil der Kunde es wünscht.

Ich kenne einen Hausmeister, lieber Kerl. Hab ihn darauf angesprochen, warum er der Kornelkirsche einen Prinz Eisenherz Topfschnitt verpasst. Der Kunde will es so - ich sage, das diese Rundkugel normal ein kleiner Baum ist, voll gut für Bienen und gut für uns die Früchte, weiß er ja - aber der Kunde...

Kann die Tage mal ein Bild schiessen.

 

Aber zurück zu Hausmeister Krause, viele, die den ungeliebten Job übernehmen, bekommen die Wohnung günstiger, oder sind gleich in dem Metier fest unterwegs, die schauen sich andere Gärten an und sehen den Rundschnitt als zwingend an, weil es eben jeder so macht. Da gibt es wenig fundierte Ausbildung, da es ja nicht mal ein Ausbildungsberuf ist.

Man Muss Haustechnik können, Allrounder sein, Rasen mähen und das jede Woche, Laub wird mit dem Aufsitzmäher gerecht. Logisch, das sämtliche Sträucher rund geschnitten werden, weil es so immer war, vom Vorgänger so übernommen - und selbst wenn man, die Sträucher wachsen lassen würde - eine Eigentümer-Versammlung, und der nächste bekommt den Job.

Der Anblick wird uns bleiben - weil man immer noch genug negativ Beispiele sieht, als Visitenkarte von vielen Wohnanlagen

*Aufreger der Woche*

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.
Zitat von tree12 am 22. Dezember 2019, 17:50 Uhr

Das bedeutet, daß wir Pflanzen einfach in Ruhe lassen sollten, dort, wo sie nicht als Nahrung für uns oder als Viehfutter  dienen. Daß wir ihnen mit Achtung und Respekt begegnen und endlich aufhören mit dem Verstümmeln von Obstbäumen oder anderen Bäumen und daß dieser gruselige "Hausmeisterschnitt" von Sträuchern eigentlich längst der Vergangenheit angehören sollte.

In ihrem Buch "Der sanfte Schnitt" beschreibt Ulrike Aufderheide eigentlich genau diese Einstellung den Pflanzen gegenüber.

 

Das kann es leider nicht bedeuten,denn dann steht für uns der Nutzungsgedanke trotzdem im Vordergrund.
Ein Baum, ein Strauch würde nach der Theorie, vielleicht sanft geschnitten.
Habt Ihr Euch mal sanft in den Finger geschnitten?
Das geht nicht, das tut weh. Unweigerlich.

Denken wir den Gedanken zu Ende, das ein Ba
um Schmerz, und Angst empfindet, dann verbietet sich jede Form von Schnitt. Auch nicht der, der Bäume ertragreich sein lässt, viele insektenfreundliche Blüten und Früchte hervorbringen. Tut weh, macht Angst.

Da glaube ich halt nicht an ein Bewusstsein, wie wir es gemeinhin für bestehend halten.

Das Leben von Pflanzen ist natürlich im höchsten Maße achtenswert und schützenswert, das wir dem Baum wehtun, halte ich für übertrieben.
Das ein vernünftiger Schnitt die Gesundheit eines Baumes, seine Schönheit und Langlebigkeit fördert, das ist die Art, ihm die Ehre und Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.
Ihn da in Ruhe zu lassen, wo es nur geht, ist genau das Gleiche: Respekt dem Baum gegenüber.

 

Aus Achtsamkeit vor dem Leben und Sein, muss es nicht überhöht werden, denn das tut auch nicht gut.

Viele Grüße von der Gartenphilosophin. Übrigens: Jeder kann etwas tun!
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