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Hortus Riedgraben

Gestern Abend bei einer Gartenführung mit riesiger Freude die ersten beiden Hornissen entdeckt! Die Freundin, der ich den Hortus gezeigt habe, sagte nur, dass auf jeden Fall alles richtig läuft, wenn man so glücklich über die Sichtung von Hornissen sein kann. :-)

Zitat von tree12 am 20. Juli 2020, 22:43 Uhr

Sieht echt gut aus bei Euch! Ohne Imker ist es doch sogar besser für die Wildbienen, sonst haben sie ja gleich Nahrungskonkurrrenten, die auch noch in einer riesigen Stückzahl auftreten.

Ich finde den Trend, auf jedem Quadratmeter neu geschaffener Magerwiese - besonders im öffentlichen Raum - Honigbienen heranzukarren, eh nicht so prickelnd. Der Mensch kann außerdem einfach schlecht etwas "einfach so" für die Wildtiere anlegen, sondern muß sofort wieder einen meßbaren Nutzen draus ziehen (hier in Form von Honig).

Morgen! Du, grundsätzlich stimme ich dir zu und ich gehe davon aus, dass deine negative menschliche Einschätzung sich auf die Allgemeinheit (die bösen Anderen) und nicht auf mich bezogen hat. Aber wir hatten dieses Jahr 4 verschiedene Hummelarten (top), 3 Blaue Holzbienen (Super), eine Handvoll Erdbienen (die wieder verschwunden sind) und keine einzige sonstige Biene, keine einzige. Wo wir im Freundeskreis einen professionellen Imker haben (der seine Stöcke wegen der Krankheitssituation aber möglichst gesichert hat) und zwei Hobby-Imker haben, die ihre Körbe weg bringen, weil in deren Umgebung zu viel gespritzt wird, haben wir mit dem Gedanken geliebäugelt. Das Nahrungsangebot bei uns ist ausreichend auch für noch ein paar Bienen. Wer wie alle hier im Hortus Netzwerk so viel Zeit in seinen Garten steckt, der steht hoffentlich auch in deinen Augen über den von dir genannten niederen Beweggründen etwas Messbares erreichen zu wollen.

Paul Westrich und auch andere Wildbienenexperten sehen die Honigbienen durchaus als Konkurrenz für unsere bedrohten Wildbienen an. Ist ja auch logisch, wenn ein Honigbienenvolk sich mit mehreren Tausend Individuen auf die Suche nach Pollen und Nektar macht - da haben die paar solitären Wildbienen, die noch dazu eventuell als Spezialisten auf eine einzige Pflanzenart/Pflanzengruppe angewiesen sind, sehr schlechte Karten.

Ich selber habe bei mir gestern eine Zaunrübensandbiene an der Zaunrübe gesehen, die flog fleißig von Blüte zu Blüte und hat richtig viel Pollen gesammelt. Wenn keine Zaunrüben da sind, stirbt die Zaunrübensandbiene aus. Wären also gestern gleichzeitig viele Honigbienen ebenfalls auf der Zaunrübe gewesen, hätte die Spezialistin kaum etwas abbekommen.

Unsere Stadt, die wenig tut für die Insekten, hat immerhin vor einiger Zeit 5000 qm eines Friedhofs eingesät mit einer Insektenwiese. Natürlich hat dann dort sofort auch ein Imker seine Stöcke aufgestellt... Diesen allgemeinen Trend finde ich sehr bedenklich, wir sollten nicht das Nutztier Honigbiene über alle Maßen fördern, sondern viel eher die kleinen, unauffälligen, meist solitären Wildbienen - die haben unsere Hilfe bitter nötig, da schon viele ausgestorben sind oder auf der Roten Liste stehen.

Es gibt ja auch hier im Forum etliche Hobbyimker, die jetzt aufschreien werden und die sich ganz sicher vorbildlich um ihre Honigbienen kümmern und sie nicht ausbeuten. Trotzdem liegen mir persönlich und auch vielen anderen Menschen die wilden Verwandten viel mehr am Herzen, weil sie kaum jemand kennt und sie einfach von der Erdoberfläche verschwinden.

Ich hoffe, Du verstehst, was ich sagen wollte, keinesfalls wollte ich Dich persönlich angreifen! Das mit der Honigausbeute war ganz allgemein gesprochen, da Imkern ja (leider) voll im Trend liegt. Sogar in den Städten haben die wenigen Wildbienen jetzt schon Konkurrenz bekommen... es wird immer schwerer für sie, auf dem Land ja sowieso. Meine Intension war einfach, Dich dazu zu motivieren, den Dingen ihren Lauf zu lassen und drauf zu warten, daß der Artenreichtum auf Eurem tollen Anwesen von selber wächst und wächst. Und das wird er garantiert, weil die Insekten so fabelhafte Lebensbedingungen  bei Euch vorfinden... :-)

DISTELFINK | Wo wir all unsere Disteln hegen und pflegen, haben wir seit einigen Tagen häufig einen Distelfinken zu Besuch! Was eine Freude. Das Bild ist von Wiki entlehnt, leider habe ich derzeit keine gute Kamera und mit Handy hast du keine Chance, dich zu nähern und eine Aufnahme hinzubekommen. Fliegt von Distel zu Distel. So schön. hach, glücklich.

Hochgeladene Dateien:
  • Carduelis_carduelis_close_up-1.jpg

Ich habe nur eine Distel im Garten, die Nickende D. Bisher habe ich noch keinen Distelfink oder andere Vögel daran gesehen. Ich hoffe sie merken irgendwann, dass sie bei mir steht. Ich halte jedenfalls noch tapfer durch, obwohl in den nächsten Jahren wahrscheinlich die ganze Siedlung voller Nickender Distel ist. Vielleicht auch bei uns im Wohnzimmer ;-) . Überall fliegt der Samen.....

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