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Diskussion: Ein Hortus - nachhaltiger und ökologischer Garten der Zukunft und neuer Lifestyle ?

Ein Hortus - nachhaltiger und ökologischer Garten der Zukunft und neuer Lifestyle?

Wir leben in einer Zeit mit einer hohen Lebensqualität. Alles scheint erreichbar zu sein. Die menschlichen und sozialen Bedürfnisse, wie z. B. die Versorgung mit Essen, Wasser, Gesundheit, Bildung, Energie, Wohnen, Mobilität und die Vernetzung durch die fortschreitende Digitalisierung sind gesichert und für uns zur Selbstverständlichkeit geworden.

"Behütet im Hortus"

Wir sind die Gesellschaft des Wohlstands.

Wir sind aber auch eine " bequeme" Gesellschaft geworden. Gärten werden als Zeiträuber und unbequem arbeitsaufwändig empfunden. Entstanden sind dadurch vielerorts pflegeleichte Steingärten, in denen auch nur alles, was aufkeimen könnte, zunichte gemacht wurde. Selbst Lifestylemagazine, das Internet und das Fernsehen unterstützten diese gesellschaftliche Entwicklung zu lange, indem sie den Menschen vorgaukelten, dass sie darin die Ruhe und das Glück nach einem arbeitsreichen und stressigen Tag finden.

Wirklich ?

Der Mensch entkoppelt von der Natur?

Es spüren immer mehr Menschen in dieser reichen Gesellschaft, dass dieser derzeitige Lebensstil und das Konsumverhalten sie nicht mehr glücklich macht. Sinnentleerung und Burn-Out, Überforderung durch Mehrfachbelastungen bis hin zu Depressionen sind die Quittung dessen.

Dazu kommt noch, dass unser ( westlicher) Lebensstil nicht nachhaltig ist. Er verbraucht zu viele Ressourcen.

Wirtschaftswachstum steht über dem Naturschutz, Klimawandel, Insektensterben, Umweltverschmutzung, Microplastik, Trinkwasserbelastung, Ozeanvermüllung, Ressourcenverschwendung, Seuchengefahr, Energieverschwendung, Lebensmittelverschwendung um nur die wichtigsten Begriffe zu nennen.

Und was tut der Mensch? Kratzt sich am Kopf, fragt sich, wie konnte das nur alles passieren und verfällt oftmals in eine Starre. Nicht in der Lage, sein Denken, seine Verhaltensweisen, alte Strukturen aufzubrechen !

Jeden Tag kann man in allen Medien hören und lesen, was wir Menschen mit unserem Handeln angerichtet haben, was brauchen wir noch, um endlich einen Sinneswandel zu durchleben?

Wir brauchen einen Wertewandel!

"Nahrungs- und Lebensgrundlage"

Zurück zur Natur! Wieder im Einklang mit der Natur leben!

Was gibt es einfacheres, als das in seinem eigenen Garten - den Hortus- umzusetzen und zu leben ! Ein Garten fördert die intrinsischen Werte und wie sagt Markus Gastl so schön : " Was man kennt, das liebt man! Und was man liebt, das schützt man!"

Der Mensch muss sich wieder als Teil des Ökosystems verstehen. Wir stehen nicht über der Natur und können sie unseren Wohlstandsbedürfnissen beugen. Wir sind es, die demütig werden müssen und uns vor der Natur verbeugen sollten.

So kann ein Garten zu einer kleinen Welt werden, ein eigenes Ökosystem, indem wir als Gärtner mit derart viel Reichtum beschenkt werden können, wenn wir es ermöglichen, dass die natürlichen Kreisläufe wieder in Gang gesetzt werden.

Ein Garten - ein Hortus- kann für den einzelnen Gärtner zu einem kleinen Paradies werden, mit all seinen kleinen, täglichen Wundern und Überraschungen.

Sich für einen Hortus zu entscheiden, macht uns zu einem handelnden Menschen. Ein reagierender Mensch, der in der Lage ist, sich aus der Starre zu bewegen und aktiv alte Strukturen zu durchbrechen. Nachhaltig zu agieren und es selbst in der Hand zu haben, ein Stückchen Erde/ Natur zu sichern!

Unsere Gesellschaft braucht Pioniere des Wandels, Frontrunner, Akteure, Vorbilder, Bürgerinitiativen, Zivilcourage und aktives Engagement und  ganz viele Horti's.

Jeder von uns kann mit einem Hortus ein Pionier des Wandels sein oder werden.

Ein Hortusianer ist auch Ressourcenschoner, Upcycling-Künstler, Klimawandel -Aktivist, Müllvermeider, Entgiftungsexperte, Nahrungsmittelhersteller, Naturschützer, Tierschützer, Wassereinsparer und und und...aber vor allem ist er glücklich in seinem Tun!

"Gesunde, ungespritzte Ernte im Hortus"

Was erreichen wir alles durch einen Hortus?

Durch das Umtragen der Materie in die Ertragszone, kann Bodenleben entstehen. Geschädigter, vergifteter, versauerter, überdüngter und ausgelaugter Boden kann regenerieren und heilen. Hier können gesunde Lebensmittel wachsen und gedeihen und zu unserer Gesundheit beitragen. Wir können erleben, was Regeneration und Wachstum bedeutet.  Selbstangebautes Obst und Gemüse muss nicht aus weiter Ferne angeschafft und verpackt werden. Was das in der Konsequenz an Zugewinn für unsere Umwelt bedeutet, muss ich wohl nicht erklären.

Die Vielfalt, die durch das Anpflanzen einheimischer Blumen und Sträucher unsere Artenvielfalt vergrößert und sichert und dadurch nicht nur unseren vom Aussterben bedrohten Insekten und Tieren Nahrung und Schutz gibt, sondern auch zum Abbau von Co2 beiträgt, ist somit gegeben.

Durch unsere besonnene Führung des Hortus, das Mulchen, Nicht-Umgraben, das Bedecken der Böden, betreiben wir nicht nur wichtiges Wassermanagement. Wasser kann wieder in den Böden versickern und gespeichert werden. Das Abtragen unserer Böden durch Oberflächenwasser und Luft wird verhindert. Mykorrhiza kann im Boden entstehen und unsere Pflanzen und Bäume vernetzen und ernähren. Die Bodenlebewesen werden genährt und können ihre immens wichtige Arbeit verrichten.

Nahrungsketten entstehen, Lebensgrundlagen werden geschaffen.

Ein Hortus ist ein RundumSchutzpaket - eine ökologische Lebensversicherung mit Wellness- und Wohlfühlversprechen.

Ein Hortus - ein Garten unserer Zukunft!

 

Zum Beitrag: Ein Hortus – nachhaltiger und ökologischer Garten der Zukunft und neuer Lifestyle?

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Als ich ein wandernder Meter war, ging ich mit meiner Oma zum Milchladen, um Milch zu holen.

Dazu kommt noch, dass unser ( westlicher) Lebensstil nicht nachhaltig ist. Er verbraucht zu viele Ressourcen

Unser Lebensstil war vor 50 Jahren noch nicht so aggressiv zur Natur. Wir reden davon Plastik zu reduzieren, aber womit? Oder wie? Alles in Glas verpacken? Selbst Verpackung mitbringen?

Und wie stellt sich das in der Welt, die uns umgibt dar? Welche Länder agieren genauso wie Wir? Sowohl im verursachen als auch in der "Bekämpfung"?

Hallo Gisa,

früher ging es ja auch ohne Plastikverpackungen, warum sollten wir sie heute nicht auch auf ein Minimum reduzieren können? Ich denke, da ist noch ganz viel Luft nach oben...

Früher haben wir Aufschnitt- Etageren mit zum Metzger genommen, damit es nicht verpackt werden musste. Wir wurden "umerzogen" mit all dem Verpackungswahnsinn und sind heute nicht mehr bereit,  unser Einkaufsverhalten zu verändern. Wir haben früher immer Taschen zum Einkauf mitgebracht, DAS war normal !

Braucht man denn alles wirklich immer in Plastik verpackt? Muss Seife denn in einem Plastikspender sein oder geht auch ein Stück Seife? Vieles muss sicherlich nochmal hinterfragt werden und unser Konsumverhalten ist ja geprägt von dem Ùberangebot. Früher gab es all das auch gar nicht, was heute alles angeboten wird. Wir als Käufer regulieren ja auch den Markt...

So wird z. B. daran geforscht, ob man aus Löwenzahn irgendwann soviel Gummi gewinnen kann, dass davon Autoreifen hergestellt werden könnten.

Viele junge Start- Up's beschäftigen sich mit kompostierbaren Verpackungen.

Wir haben dermaßen viel Verpackungsmaterial gesammelt. Deutschland ist Großmeister im Mülltrennen und - sammeln. Warum wird nur so wenig davon recycelt ?

Zu deiner Frage, welche Länder genauso agieren wie wir, gibt es hier eine schöne Seite zum ökologischen Fußabdruck. Es gibt natürlich noch andere Länder, die einen hohen oder noch höheren Lebensstil haben .

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/588224/umfrage/oekologischer-fussabdruck-der-laender-mit-den-hoechsten-werten/

Da steht :"Australien, die USA, Russland und Deutschland sind die Länder, deren ökologischer Fußabdruck im weltweiten Vergleich am höchsten ist."

Aber nùtzt es uns etwas, auf die anderen zu gucken, wo wir anfangen müssen auf uns selbst zu gucken ?

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Neulich einen Artikel gelesen mit dem Titel "Ein kurz geschorener Rasen muss peinlich werden" oder so ähnlich. Genauso seh ich das - man wird nie ein flächendeckendes Netz aus nachhaltig bewirtschafteten naturnahen Gärten zusammenbringen, aber mit entsprechender Bewusstseinsbildung könnte der Trend schon dahingehen, dass die "Gärten des Grauens" einmal nicht nur bei unsereins, sondern allgemein ähnlich verpönt sind wie z.B. Pelzmäntel, die ja vor ein paar Jahrzehnten noch Statussymbol waren.

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