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Altgrasstreifen

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Toller input!

Dass der Altgrasstreifen sehr wertvoll ist für vieles sehe ich auch. Zum Beispiel habe ich nichts unten auf der Wiese für Eidechsen - also das was man so klassisch baut für sie: Steine, Mauern, Stämme, Totholz usw. Trotzdem sind da irre viele. Das einzige was ich habe sind die Altgrasstreifen. Ok, und zwei m³ verbuddelten Ziegelbruch.

Meine Wiese ist schon nach einem Jahr total verfilzt, also keine Chance mehr mit Balkenmäher. (@judith - mit was senst du??)

Verstanden habe ich, dass es keinen Unterschied macht bzgl. Verfilzung und Mähbarkeit ob ich das dieses Jahr mache oder erst in 13 Jahren.

Puh, das entspannt!

Zu einem Nachbarn rüber muss ich ab und zu mähen weil dort die Kratzbeere wächst - und auch eben auch zum Nachbarn rüber. Oder wird die am Ende vom Gras unterdrückt???

Verstanden und eingeplant habe ich auch Franks Konzept mit Wiese durch gelagerten Wiesenschnitt entfernen bzw. abmagern und Freiflächen schaffen. Das habe ich schon letztes Jahr gemacht - und es funktioniert super.

Eigentlich hatte ich die großen Wiesenschnitthaufen auch für Igel angedacht. Aber die verrotten echt zu schnell. So ein 1,5m Haufen ist in zwei Jahren einfach weg.

 

Letzen Endes muss man sich halt immer für eines entscheiden.....

Mäht man 2 schürig, ist das natürlich toll fürs blühen, da bleiben aber die Insekten zum Teil zumindest, auf der Strecke. Mähe ich z.B. bloß einmal, habe ich halt übern Winter besagtes Gras das umkippt, leicht verfilzt und weniger Blüten(weniger Arten an Blühpflanzen), aber mehr Insekten....es ist ein wenig ein Dilemma.....

Die Staffelmad scheint mir dabei aber immer noch am sinnigsten zu sein, auch ich will in diese Richtung gehen.

Ende Juni die ersten Streifen mähen(links und rechts der Baumreihen ca 3m breit) Im August dann die Reihen auf denen die Bäume stehen(auch etwa 3m breit).

Hätte den großen Vorteil dass um die Bäume herum sehr spät gemäht wird und das Gras zur Ernte an dieser Stelle kurz ist, was die Ernte erheblich erleichtert, so mein Plan.....

Mü und Dorothee haben auf diesen Beitrag reagiert.
Dorothee
Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. (Victor Hugo)

Klar muss man sich immer entscheiden.

Ich habe ein 4000m² Grundstück mit Gemüsegarten und Wiese neben Hausbaustelle und selbstständigem Betrieb mit 10 Std am Tag alleine zu bewirtschaften.

Von daher ist bei mir die Priorität bei insektenfreundlich, nachbarfeundlich und arbeitsextensiv

Evy und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
EvyGsaelzbaer
Zitat von am 21. Januar 2022, 15:55 Uhr

Meine Wiese ist schon nach einem Jahr total verfilzt, also keine Chance mehr mit Balkenmäher. (@judith - mit was senst du??)

@anja28 ich sense mit ner Sense. Also, klassische Holzsense von Schröckenfux.

Das Sensenblatt fährt einfach unten durch, egal, was obenauf liegt. Klar, wenn zuviel Filz oder schon umgelegtes Gras, dann liegt es hinterher nicht mehr so schön in einer Bahn neben der Schnittfläche, sondern ich bekomme es durch den Sensenschwung nicht bewegt. Dann nehm ich das Sensenblatt wie einen Haken und zieh den Filz halt zur Seite.

Deswegen waren die Holzstücke halt blöd, die sieht man nicht, und die Spitze der Sense bleibt drin hängen...

Familie Zwirner hat auf diesen Beitrag reagiert.
Familie Zwirner
Zitat von Somnia am 21. Januar 2022, 18:04 Uhr
Zitat von am 21. Januar 2022, 15:55 Uhr

Meine Wiese ist schon nach einem Jahr total verfilzt, also keine Chance mehr mit Balkenmäher. (@judith - mit was senst du??)

@anja28 ich sense mit ner Sense. Also, klassische Holzsense von Schröckenfux.

Das Sensenblatt fährt einfach unten durch, egal, was obenauf liegt. Klar, wenn zuviel Filz oder schon umgelegtes Gras, dann liegt es hinterher nicht mehr so schön in einer Bahn neben der Schnittfläche, sondern ich bekomme es durch den Sensenschwung nicht bewegt. Dann nehm ich das Sensenblatt wie einen Haken und zieh den Filz halt zur Seite.

Deswegen waren die Holzstücke halt blöd, die sieht man nicht, und die Spitze der Sense bleibt drin hängen...

Respekt! Ich finde es schon schwierig genug stehendes Gras zu mähen. Und von schönen Bahnen kann ich nur träumen....

Magst du nicht mal vorbeikommen zur Heuernte? Ist ja gar nicht soo weit

Wenn man jetzt so ne Ecke einfach nie mehr mähen/sensen würde, was wäre da wohl das Ergebnis? Vermutlich irgendwann nur noch Gras? Optisch zwar nicht so schön, aber wenn ich so drüber nachdenke wärs vielleicht gar nicht so schlecht: da würde sich ja langfristig eine dicke teilvermoderte Grasschicht bilden, die dann bestimmt für viele Insekten und Spinnen etc., bzw. für deren Eier, eine gut isolierte Überwinterungsstätte darstellen würde...

P.S.: Vermutlich auch für Nacktschnecken, aber irgendwas ist ja immer ;-)

tree12 und Kirsten haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12Kirsten
»Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden. Er fühlt sich immer tiefer in sie verstrickt.« – Karl Foerster

Ganz ohne Pflege verbuscht dass doch irgendwann, oder?

Meine Eltern haben nur einen kleinen Garten, aber auch zwei Bereiche, in denen die Wiese (sonst Spielwiese für die Kinder im MFH) nur 1x gemäht wird.

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  • IMG_20220122_144354.jpg
Dorfgärtner hat auf diesen Beitrag reagiert.
Dorfgärtner

Lena, hier ist ne Wiese, die seit Jahren nicht bebaut ist. Das Verbuschen dauert nun schon mindestens die 35 Jahre, wo ich hier wohne.

Die Eichen und Walnüsse wurden von Eichkatzerln gepflanzt, Schlehen und andere Wildgehölze machen es mit Wurzelschössern und Brombeeren mit Ablegern, aber zu gewuchert ist sie noch lange nicht.

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Irgendwann verbuscht die Wiese.

Das kommt auf das Umfeld an wie lange das dauert.

Einen lehrbuchhaften Sukzessionsprozess konnte ich bei mir beobachten:

Auf einer Brachfläche keimt eine Salweide. Sie wird zu einem Baum zu dessen Füßen die Kratzbeere gedeiht. Da dort keiner mäht oder weidet keimt im Schutz der Kratzbeere die erste Eiche....

Ich habe auf meiner Wiese schon etliche Sämlinge ausgegraben, alle nur am Rand wo keiner mäht oder weidet. Kein Problem - muss man halt alle 4-5 Jahre machen. Problematisch ist bei mir nur die Kratzbeere, da muss ich schon jedes Jahr ran.

Arbeit ist es weil es halt 3500m² sind.

Ich finde den Gedanken von Frank sehr gut.

Da ich zum Glück die Zusage vom Bauern habe, dass er wieder Heu macht von meiner Wiese hätte ich dann alles:

Eine Blühwiese, Altgrasstreifen außenrum mit den Brachflächen, die ich durch einjährig gelagerten und dann abgeräumten Wiesenschnitt habe (ich muss um die Obstbäume von Hand mähen) und auch noch meine Sträucherecke wo keiner hinkommt mit mähen weil da der Strommast im Weg steht.

 

 

 

tree12, Kirsten und 3 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12KirstenDorotheeGsaelzbaerDorfgärtner

Ich finde es toll, dass es zu dem Thema soviel Diskussionen gibt. Aus unserer persönlichen Erfahrung heraus gibt es auch auch nicht unbedingt ein falsch oder richtig.

Wichtig ist, was man alles machen (oder unterlassen) kann und dass man sich klar wird, welches Ziel man damit erreichen möchte: Viele Tiere einer oder weniger Arten oder viele Arten, dafür je Art weniger Individuen. Und auch welcher Arten man besonders unterstützen möchte. Alles auf gleichzeitig geht halt auch nicht. Haben sich z.B. Zauneidechsen angesiedelt (wie bei uns), lieben die einen sonnigen Standort mit Totholz, Steinen und eben viel Altgras, in dessen Schutz sie sich bewegen und jagen können.

In jedem Garten sind die Voraussetzung was Bodenbeschaffenheit und Standortklima betreffen unterschiedlich. Vielleicht muss man sich auch nicht für einen Weg entscheiden, sondern kann ganz unterschiedliche Bereich im Garten schaffen (sofern man dafür etwas Platz hat): z.B.

  • eine Fläche, die 1-2 mal im Jahr gemäht wird
  • zwei Flächen, die im Wechsel jedes Jahr spät im Oktober gemäht werden
  • eine Fläche, die nie gemäht wird (nur durch regelmäßiges Entfernen von Baum Sprösslingen „offen“ gehalten wird)
  • usw.

Unabhängig, welche Mähzyklen angewendet werden, finde ich eine faunaschonende Mahd immer wichtig. Bei der Mähtechnik z.B. die Sense oder der Balkenmäher, bei der Vorgehensweise z.B.  die Staffelmahd (also nicht alles auf einmal, sondern immer etwas stehen lassen) oder wo sinnvoll das "Heuen", wobei das Schnittgut ausgebreitet, gewendet und abgeführt wird, die Samen aber vorwiegend verbleiben.

Ich freue mich auf noch ganz viele Beiträge zum Thema Altgrasstreifen. Das Bild unten ist vom 23.01.2022 (das war gestern).

http://www.naturgarten-langenau.de

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Yorela, tree12 und 3 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
Yorelatree12DorotheeGsaelzbaerDorfgärtner
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