Hortus ericiorum

Als wir im Jahre 2013 den Garten von meinem Vater übernommen haben, gab es wenig Leben in dem Rasen-Kirschlorbeer-Koniferen-Garten. Auch einen nicht unerheblichen “Round-Up”-Vorrat mussten wir zur nächsten Schadstoffsammelstelle bringen. Zunächst haben wir mit dem Gemüseanbau nach Marie-Luise Kreuter angefangen, dann kamen die Honigbienen und durch die Imkerei sah ich die Welt plötzlich mit anderen Augen und die Zunahme der Lebensfeindlichkeit in den Gärten meiner Wohngegend hat die Kampfeslust geweckt. Seit der Mitgliedschaft in einer SoLaWi im Jahre 2015 wollten wir in unserem Garten möglichst vielen Lebewesen einen Lebensraum bieten. Rund 80 Gehwegplatten und Teile der Pflastersteine auf der Auffahrt wurden entsiegelt und viele Naturgarten-Module geschaffen: viele Wildnisbereiche, Knicks als Pufferzone, Lehmpfützen, diverse Nisthilfen, Magerbeete als Hotstpots, liegendes und stehendes Totholz, Benjeshecken, Reisighaufen, Dach- und Fassadenbegrünungen, viel Upcycling, z.B. Frühbeet aus einer alten Dachluke, und ansonsten nach Möglichkeit nur Naturmaterialien. Viele verschiedene Wildbienen können nun entdeckt werden und wenn in der Abenddämmerung die Fledermäuse über dem Garten kreisen und man nachts von Igelkarussels geweckt wird, weiß man, dass man doch einiges richtig gemacht hat. :-)

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