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Wildbiene versus Honigbiene

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Das ist ein Übertrag aus dem alten Forum. Wir möchten diese lebhafte und informative Diskussion zum Nachlesen und Ergänzen weiter zur Verfügung stellen

Benutzeravatar Annika

Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Di 20. Feb 2018, 06:17
Gestern bin ich andernorts bei einer Diskussion auf folgenden Link gestoßen und möchte den hier gerne mal teilen.
Ergänzungen und Meinungen? Immer her damit! ;-)

http://www.wildbienen.de/wbf-honb.htm

In dem Artikel geht es um folgende Fragestellungen:

„Haben Honigbienenpopulationen (von Imkern) einen negativen Einfluß auf Wildbienen oder andere nektarsaugende Insekten? Es ist ja immer so in aller Munde, daß die bestäubenden Insekten immer weniger Lebensräume finden (Monokulturen, zu wenig Blühendes...). Ich habe mich dann gefragt, ob die Honigbienen eines Bienenstocks so "aggressiv" sammeln könnten, dass sie somit auch noch den Lebensraum von Wildbienen nehmen? Also nicht den Lebensraum, sondern das Futter....

Ich bin sehr am Imkern interessiert, aber bevor ich mich anfange damit zu beschäftigen, hätte ich gerne diese Frage geklärt, weil ich nicht aus Honig-Lust auch noch die wenigen verbleibenden Wildbienen vertreiben will. :)“
„Wären die Wildbienen (+ andere Insekten) allein imstande, die "Bestäubungsleistung" zu erbringen, wie es die Honigbienen tun?“
„Betrifft das "Bienensterben" auch unsere Wildbienen?“
„Würde gerne zur Wiedereinbürgerung der aus Deutschland verdrängten ursprünglichen Unterart bzw. Nominatform beitragen. Welche Möglichkeiten gibt es da für mich?“

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Simbienchen
Moderator

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Fr 23. Feb 2018, 09:38
Ein sehr interessanter Link zu diesem Thema! Woher stammt er ursprünglich, weißt du das, Annika ? Das würde mich sehr interessieren, weil dort auch davon gesprochen wurde, dass unsere einheimische dunkle Honigbiene Apis mellifera mellifera wieder von einigen Imkern gehalten werden:

"Die Völker der an unser mitteleuropäisches Klima angepaßten Dunklen Honigbiene (Apis mellifera mellifera) sind kleiner, robuster und selbständig überlebensfähig. Sie werden aus Gründen des Artenschutzes wieder von einigen Imkern gehalten und kommen nur in wenigen abgelegenen Gebieten wieder wild vor, nachdem sie dort angesiedelt wurden."

Unsere hiesigen Imker erzählten mir auf mein Nachfragen, dass es die Apis mellifera melifera in ihrer ursprünglichen Art gar nicht mehr gäbe. Ein reines Bienenvolk unserer ehemaligen dunklen Biene zu bekommen, wäre also ein Hauptgewinn ! Also diese Quelle wüsste ich nur zu gerne...:-)
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "
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Simbienchen
Moderator

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Fr 23. Feb 2018, 09:42
Interessant fand ich auch diese Aussage :

" Der Gesetzgeber schützt nicht nur Bienenarten, sondern jede einzelne Biene und jede ihrer Niststätten. Schutzmaßnahmen für Nester bzw. Nestansammlungen und Nahrungspflanzen dürfen folglich nicht unterbleiben mit der Begründung, vor Ort sei noch keine Bienenart gefährdet."

Wirklich? Wo schützt unser Gesetzgeber denn unsere Wildbienen und ihre Niststätten ?..
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Annika Brandenburg
Moderator

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Fr 23. Feb 2018, 12:17
Den Link bzw. diese Fragestellung gab es neulich in der Wildbienen-Gruppe auf FB.
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Simbienchen
Moderator

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Fr 23. Feb 2018, 13:18
Sehr schade, ich bin nicht auf FB ! Hätte diese Diskussion gerne mitverfolgt !
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Annika Brandenburg
Moderator

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Fr 23. Feb 2018, 14:00
Ne, hättest du nicht gerne.... Ich fand die Diskussion an sich ziemlich daneben. Außer diesen einen Link. Der war sachlich informativ.

FB-Diskussionen lohnen selten... Meine Meinung. Das entgleist schnell und es wird auch viel weniger nachgedacht und reflektiert, als wenn man zB in einem Forum postet. Ist jedenfalls mein Eindruck.
Deshalb bin ich auch froh, dass wir diesen virtuellen Treffpunkt hier haben. Hier ist bis jetzt noch nichts entgleist....
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tree12 Deutschland
Hortus-Lehrling

Unterforum Honigbienen ist da!

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 11:46
Honigbienen liegen ja derzeit voll im Trend.... Man sollte aber auch bedenken, daß diese vielen, vielen Völker Nahrungskonkurrenten unserer Wildbienen sind.... Wobei die Nahrungsknappheit natürlich durch den Menschen erst verursacht worden ist. Wenn wir immer mehr Honigbienen anschaffen, werden noch mehr Wildbienenarten in Bedrängnis geraten und vermutlich aussterben.
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Simbienchen
Moderator

Re: Unterforum Honigbienen ist da!

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 11:55
@tree12 Könntest du da diffenzierter werden? Welche Wildbienenarten durch die Nahrungskonkurrenten "Honigbiene" in Bedrängnis geraten können ? Hast du da irgendwelche Informationen zu, die schon wissenschaftlich gestützt sind?

Für mich ist das auch ein wichtiges Thema und ich suche in diesem Bereich nach Forschungsergebnissen und Berichten. Leider bin ich noch nicht sehr fündig geworden...
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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tree12 Deutschland
Hortus-Lehrling

Re: Unterforum Honigbienen ist da!

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 11:59
Ich denke mal, daß alle Wildbienenarten betroffen sind, die Spezialisten noch viel mehr als die Generalisten. Ich habe was drüber gelesen, das ist jedoch schon länger her.
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Simbienchen
Moderator

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 12:25
@tree12 Es können aber nicht alle Wildbienenarten betroffen sein, weil viele davon viel zu spezialisiert sind und Pflanzen benötigen, die die Honigbienen gar nicht anfliegen. Da muss man schon sehr differenziert beobachten!
Ich finde da sollte man aufpassen, dass man der Honigbiene da nicht mit Verallgemeinerungen Unrecht tut.

Die Honigbiene ist blütenstet, dass heißt dass sie so lange nur auf die Blüten geht, die in der Masse da sind...einzelne Blüten in Alleinstellung fliegt sie gar nicht erst an.

Was mir bekannt ist, "dass sich Wildbienen und Honigbienen ergänzen und erhöhen somit die Widerstandsfähigkeit eines Agrarökosystems gegen Störungen von außen. Daher ist die Betrachtung der Wildbienen und Honigbienen als miteinander im Wettbewerb stehende Konkurrenten grundsätzlich wenig zielführend. Die Raum- und Zeitmuster des Sammel- und Aktivitätsverhaltens vieler Wildbienen unterscheiden sich von denen der Honigbienen, sodass einen gesicherte Bestäubung nur durch das Zusammenwirken beider garantiert ist."

Man muss sich mal die Nektarzeiten der Trachtpflanzen ansehen und dann auch beachten, dass die Wildbienen auf die Bestäubung der Wildblumen spezialisiert sind, dann erklärt sich einiges.

"Die substantielle Frage, ob und inwiefern die Honigbiene Wildbienenarten verdrängen könnte, wurde in der Mehrzahl der bekannten Studien nicht untersucht.
Untersuchungen zur Konkurrenz zwischen Honigbienen und verschiedenen ologolektischen Solitärbienen (diese sammeln Pollen nur von einer Pflanzenfamilie) zeigten jedoch, dass Solitärbienen kaum beeinträchtigt werden..."
(Siehe Bericht in Bienen&Umwelt 08/2018 Auszug aus Bericht Fr.Dr. Martina Meixner für die AG der Institute für Bienenforschung e.V.)

 

 

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Wildbiene vs. Honigbiene

tree12
Hortus-Lehrling

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 13:26
Dann lies mal unter http://www.naturspaziergang.de nach.... "Eine hohe Honigbienendichte, wie sie derzeit in Deutschland und anderen Ländern herrscht, vermindert die Populationen von Wildbienen und anderer Wildbestäuber regional dramatisch..." Das ist nur einer von all den vielen Sätzen, die man genau zu den vielen, vielen neuen Hobbyimkern liest.

Ein Hortus ist doch dazu da, die Insektendichte wieder zu fördern, darum werden die Böden abgemagert, Wildstauden gesetzt, Blumenwiesen ausgesät, Sandbeete angelegt, Totholz herangeschafft usw. Wer die neuen Nahrungsgründe nur anlegt, um sich Honigbienen anzuschaffen, tut also der Welt der wilden Insekten keinen wirklichen Gefallen.

Das "Bienensterben" wird von vielen Leuten mißverstanden. Honigbienen sind weder vom Aussterben bedroht noch leisten sie unersetzliche Bestäubungsleistung. Wir müssen die Wildinsekten schützen, nicht immer neue Honigbienenvölker in die gebeutelte Natur entlassen.
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tree12
Hortus-Lehrling

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 13:45
http://www.wildbienen.de/wbf-honb.htm

Hier steht auch einiges zu dem Thema... Man findet doch genug bei einer Internet-Recherche, darum kann ich den Einwand, daß dazu nichts zu finden sei, nicht nachvollziehen. Den momentanen Hype ums Hobbyimkern sehe ich äußerst kritisch. Auf keinen Fall ist es vorteilhaft, wenn die Dichte der Honigbienenvölker steigt und steigt (außerdem gibt es auch genug Neu-Imker, die ihre Honigbienen schlecht behandeln und ausbeuten, dies erzählte mir mal sehr ausführlich ein leidenschaftlicher Imker).
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tree12
Hortus-Lehrling

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 13:57
Auch die Deutsche Wildtierstiftung hat eine lange Abhandlung zu dem Thema geschrieben....

"In Naturschutzgebieten und wertvollen Wildbienenlebensräumen sollten grundsätzlich
keine Honigbienenvölker aufgestellt werden (EVERTZ 1993, 1995; PYKE UND BALZER
1985; SHAVIT ET AL. 2009; GOULSON UND SPARROW 2009).-"

Da ich nicht weiß, inwieweit man in diesem Forum zitieren darf und soll, halte ich mich lieber zurück, das kann jeder selbst auf den Seiten nachlesen. Der oben genannte Satz steht am Ende des Artikels unter den Forderungen der Deutschen Wildtierstiftung. Und wir alle wollen ja genau diese "wertvollen Wildbienenlebensräume" schaffen, oder?
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Oliver
Hortus-Lehrling

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 14:09
Ich sehe die Kritik an den Honigbienen bzw. den (Hobby-)Imkern kritisch und nicht nur, weil ich selbst ein Volk habe. Mit dem Autor von Naturspaziergang hatte ich vor Jahren einen Briefwechsel. Alles, was ich tat, war toll, bis zu dem Moment, als ich ihm schrieb, daß ich nun ein Bienenvolk habe. Ab diesem Zeitpunkt war ich der böse Natursünder....
Es ist richtig, daß die Honigbienen effizient sammeln und dadurch auch hier und da zum Futterkonkurrenten werden aber viele Futterpflanzen für die Wildbienen sind für die Honigbiene nicht interessant, schon gar nicht, wenn in unmittelbarer Nähe große Trachtflächen stehen (wie Raps... *iiih* )
Daß bei der Haltung Fehler gemacht werden, glaub ich wohl, aber das ist wohl leider überall so. Ausbeutung der Bienen ist wahrscheinlich für viele Veganer ein Thema aber das muß jeder für sich ausmachen.
Ach ja, und was die Menge der Völker angeht, so haben wir heutzutage mit 800000 irgendwas gerade mal weniger als ein Drittel, wie es vor 120 Jahren der Fall war...ich find nur die Quelle nicht mehr :?
FRIEDHOFSGÄRTNER---Mit dem Hang zum Natürlichen.
Wer ein Leben lang glücklich sein will, der werde Gärtner.
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tree12
Hortus-Lehrling

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 14:17
Hier noch ein interessanter Link:

http://www.natur-suedwest.de/images/pdf ... _first.pdf
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Ommertalhof
Hortus-Lehrling

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 17:27
Hallo , ich hab hier mal ein paar Zahlen , die eine eindeutige Konkurrenz der überzüchteten von Menschen gepäppelte Honigbiene im Verhältnis zur selbstversorgenden Wildbiene hat .
Durchschnittlich gibt es 25 Völker pro km² in Mitteleuropa , pro Volk werden 25 kg Pollen gesammelt , auch in der vom Menschen verursachten , trachtenarmen Zeit .
Da hat Solitärbiene , auch aufgrund der im Verhältnis immer schlechteren Vermehrungsrate keine Chance .
Speziell in der trachtenarmen Zeit , also Februar bis März und von Juni bis zum Winter ist die Honigbiene ein zu starker Konkurrent , zumal das ja nicht mehr die heimische
Apis mellifera mellifera sind , sondern hochleistungs Zuchtbienen , die etwa einer Hochleistungskuh entsprechen und ohne menschliche Hilfe sofort aussterben würden .
Ich suche mal den link zu der Dissertation die dieses Thema behandelt raus , aber bei dem Pollenverbrauch im Verhältnis zum geringen Angebot über´s Jahr liegt es auf der Hand , dass Honigbienen in direkter Konkurrenz zumindest zu unspezialisierten Solitärbienen steht .

Grüsse Frank
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Ommertalhof
Hortus-Lehrling

 

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 17:44
Hallo Oliver , zwischen Mitte März und Mitte Ende Juni sehe ich auch kein Problem einer Koexistenz zwischen Zuchtbiene und Wildbiene , aber was ist danach , wenn wegen Ordnungs und Mähwut innerhalb eines Monates alles an Blühpflanzen auf Brachflächen an Wege- und Waldrändern und in den meisten Gärten ausfällt ? Und das durch fleissiges nachmähen auch noch nachhaltig :twisted: *fies*
Dann kloppen sich die paar selbstversorgenden Wildbienen mit 10000den Honigbienen um die letzten Pollen .
Da ist ziemlich klar wer auf der Strecke bleibt .
Aber es muss allen klar sein , dass nicht Imker und Honigbiene dafür verantwortlich sind , sondern die fortschreitende Mähwut unserer Bevölkerung .
Bei uns haben gerade die Landesbehörden bei der Strassenrandpflege aufgerüstet , statt bisher 2-3x im Jahr einen Meter hinter den Leitplanken zu mähen werden ab 2019 4m gemäht . Dafür wurden 10000de Bäume am "Strassenkörper" gefällt und danach die Wurzeln ausgefräst .
Soviel "nachhaltiger" Schaden , von Steuergeldern finanziert kann sonst keiner verursachen .

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Simbienchen
Moderator

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 18:04
Vielen lieben Dank @tree12 , da hast du ja für einigen Lesestoff gesorgt ;-)

Kurz zu deinen Worten :"Hier steht auch einiges zu dem Thema... Man findet doch genug bei einer Internet-Recherche, darum kann ich den Einwand, daß dazu nichts zu finden sei, nicht nachvollziehen."

Das war kein Einwand von mir, sondern nur die Aussage, dass ich (!) noch (!) nicht fündig geworden bin, was nicht heißen sollte, dass man sie nicht finden kann ;-)

Ich werde mir deine Links mal in Ruhe alle ansehen und mal sehen, ob ich dort dann Forschungs- und Studienergebnisse finde.

Insgesamt zeigt mir aber diese Diskussion, wie immens wichtig es ist, die Bienenhaltung zu beleuchten und ich finde sie hier in unserem Hortus-Forum genau richtig. *ja*

Die Honigbiene ist ja nicht schuld an der Misere, sondern der Mensch ...überall wo er eingreift und die Ökologie damit verändert, zeigen sich irgendwann die Konsequenzen seines Handelns.

Ich persönlich glaube, dass es dringend an der Zeit ist, beim Imkern umzudenken/hinterfragen/anders zu machen...und ich sehe mich nicht in der Verantwortung, für die Imker der Vergangenheit oder sonstige Imker "den Kopf" hinzuhalten, denn noch bin ich keine Imkerin, sondern eine Interessierte, die sich umfassend zur Bienenhaltung erkundigt und noch lernt. Ich hege den Wunsch, ein Volk zu halten, nur das wie, wann und welche Bienenrasse ist noch nicht entschieden.
Daraus zu schlussfolgern, dass man nur neue Nahrungsgründe anlegt, um sich Honigbienen anzuschaffen, finde ich widersprüchlich, da die Honigbienen meistens nicht im eigenen Garten bleiben...

Zu deiner Aussage des leidenschaftlichen Imkers in Bezug auf die "Neu-Imker", die ihre Honigbienen schlecht behandeln und ausbeuten, möchte ich im Gegenzug sagen, dass ich einige sehr gewissenhafte und ökologisch denkende Jungimker und Alt-Imker kennengelernt habe, die einen hohen Anspruch an sich als Bienenhalter haben, was aber jetzt für mich gar nichts mit der übrigen Diskussion zu tun hat und ich nicht weiß, was du mit diesem Satz bezwecken möchtest...

Im Gegensatz zu dir sehe ich im Moment sogar die Chance durch die Hobbyimkerei in der konventionellen Imkerei etwas zu bewegen...hier ist die Bienendichte nicht so konzentriert und es steht kein finanzieller Profit im Vordergrund. Die Hobbyimker müssen nicht von dem Ertrag der Bienen leben...
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Oliver
Hortus-Lehrling

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 20:17
Tja Frank, was soll man zu solchen Berichten sagen...einerseits erzählt die Politik was von Insektenschutz usw. bla bla bla...ihr alle kennt die mediale Diskussion, und andrerseits kommt dann sowas. Hier in Bochum und an sämtlichen Autobahnen gibt es ebenfalls solche Aktionen, die man meistens nicht nachvollziehen kann. Ich hab das Gefühl, daß seit Kyrill und Ela Freibriefe für´s wilde Abholzen gelten...
Übrigens gibt es auch immer kleine Lichtblicke : Im Münsterland sind sehr viele Ackerrandstreifen mit Wildblumenmischungen eingesät, wenigstens etwas. Bekommen sie hier in Bochum nicht hin. Allerdings haben mein Chef und ich letztes Jahr einen Kreisverkehr (im Auftrag der Stadt) gepflanzt, der ein klein wenig Wiedergutmachung ist, wenn auch nicht alle Pflanzen heimisch sind. Aber wozu ich drei Jahre in meinem Garten brauchte, passierte dort sofort, der Echium hat sich eingeschlichen....(und den haben wir auch stehen gelassen *ja*

 

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Martin
Moderator

Beitrag Mo 7. Jan 2019, 21:40
Ich sehe es auch eher wie Simbienchen. Ich kenne keine Neu-Imker, die ihre Bienen schlecht behandeln. Die Imkerei boomt zwar gerade, aber die meisten Leute die jetzt dazukommen, wollen ihre Bienen nicht ausbeuten, sondern ihren Beitrag zum Naturschutz leisten, sei es aus Faszination für das Bien, den Organismus eines Volkes, sei es, weil sie in ihrem Garten keine Bienen mehr sehen, die die Obstbäume bestäuben. Meiner Erfahrung nach sind die Nachwuchsimker sogar für den Naturschutz sensibilisierter, als die alteingesessenen Senioren, die so imkern, wie sie es vor Jahrzehnten gelernt haben: das haben wir immer schon so gemacht...
Bis vor vielleicht einem Jahrzehnt hieß es, die Imkerei wäre ein Hobby alter Männer und die Mitgliederentwicklung im Deutschen Imkerbund bis dahin zeigte dies auch deutlich, immer höherer Altersdurchschnitt, immer mehr Imker, die aus Altersgründen aufgaben. Der Umschwung kam dann Ende der Nullerjahre, als auch ich der Faszination der Bienen erlag. Ich sagte damals spaßeshalber, ich hätte jetzt das Alter erreicht, mit diesem Hobby alter Männer anzufangen. Tatsächlich aber kommen jetzt die jungen Leute zur Imkerei, viel mehr Frauen und viele Leute, denen die Natur wirklich am Herzen liegt. Prozentual gesehen ist die Zahl der Völker weit weniger gestiegen, als die Zahl der Imker, weil die Nachwuchsimker durchschnittlich viel weniger Völker haben, als die Alten. Dafür sind Honigbienen in der Fläche zwar etwas mehr verbreitet, nicht aber unbedingt bei der Populationsdichte, weil die Jungimker oft nur ganz wenige Völker haben und haben wollen, die dann entsprechend dezentraler aufgestellt sind. Zudem verbreitet sich immer mehr das urbane Imkern in den Städten, weil Honigbienen auf dem Land immer weniger Pollen und Nektar finden.
Für mich sind die Honigbienen, die vor allem Massentrachten anfliegen auch keine Konkurrenz zu den Wildbienen, die auf eine oder wenige spezielle Pflanzenarten spezialisiert sind, sondern eine Ergänzung. Wildbienen gegen Honigbienen auszuspielen ist für mich pure Stimmungsmache, zumal noch vor wenigen Jahrzehnten die Zahl der Honigbienenvölker wesentlich höher war, als heute und unser Ökosystem dennoch in Ordnung war. Ich finde es unfair, die Opfer der industrialisierten Landwirtschaft gegeneinander auszuspielen, statt gegen die wahren Schuldigen anzutreten!
Ich bin sehr froh über den Generationenwechsel bei den Imkern, weil dadurch ökologisches Denken bei den Imkern noch mehr Verbreitung findet, als bisher schon. Aber ich erhoffe mir bei allen Naturschützern ein ganzheitliches Denken, das nicht nur Gegner und Schuldige sucht, sondern auch Lösungen, die durchaus schmerzhaft sein können und müssen (z.B. keine Flugreisen mehr, weil durch deren Ökobilanz der Klimawandel beschleunigt wird). Wir dürfen nicht mehr kleingeistig Honigbienen als Konkurrenten der Wildbienen sehen, sondern müssen die ganzen ökologischen Zusammenhänge betrachten. Nur so können wir die Ökosysteme unserer Erde erhalten!

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Wildbiene vs. Honigbiene

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Annika
Moderator

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Di 8. Jan 2019, 13:32
Hier mal ein Link der die Konkurrenz zwischen Honigbienen und WiIldbienen in Frage stellt bzw. relativiert:

https://www.bienenjournal.de/mediathek- ... nigbienen/

Ein paar kurze Zitate aus dem Text:

Die Raum- und Zeitmuster des Sammel- und Aktivitätsverhaltens vieler Wildbienen unterscheiden sich von denen der Honigbienen, so dass eine sichere Bestäubung nur durch das Zusammenwirken beider garantiert ist.

Untersuchungen zur Konkurrenz zwischen der Honigbiene und verschiedenen oligolektischen Solitärbienenzeigten jedoch, dass die Solitärbienen durch Nahrungskonkurrenz kaum beeinträchtigt werden (13, 14). Der Mangel an Nistmöglichkeiten und die damit verbundenen Einschränkungen bei der Reproduktion stellen eine viel stärkere Bedrohung für Solitärbienen dar (15). Die Verfügbarkeit von Brutplätzen und die Wertigkeit des Lebensraums sind entscheidende Charakteristika der Landschaftsgestaltung und stehen in keinerlei Zusammenhang mit Honigbienen. Neuere Untersuchungen kommen ebenfalls zu dem Schluss, dass die Gegenwart von Honigbienenvölkern das Vorkommen von Wildbienen nicht gefährdet (11, 16). Daraus kann geschlossen werden, dass Honigbienen–zumindest in ihrem angestammten Verbreitungsgebiet- keine Gefahr für Wildbienen darstellen.

Aber lest den Text im Ganzen. ;-) Dort sind auch alle Quellen angegeben.
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Oliver
Hortus-Lehrling

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Di 8. Jan 2019, 14:18
Find ich gut aber man muß fairerweise sagen, dies kommt von der "Imkerlobby" während die "Anti-Honigbienen"-Artikel von ausgesprochenen Wildbienen"verfechtern " kommen. Ich denke, der Mittelweg ist wie immer der Beste...
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Ommertalhof
Hortus-Lehrling

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Di 8. Jan 2019, 15:10
Hallo , ich sehe das auch wie Oliver und ich glaube ehr dem , der keinen monetären Nutzen hat .
Und die Dissertation , die ich mal dazu gelesen habe , und nicht mehr finden kann , sagt genau das Gegenteil von der "Honigbienenlobby".
Aber egal was da geschrieben steht , Imker und Honigbiene sind nicht diejenigen , die dieses Massenaussterben von Insekten und Wildpflanzen verursachen . Und jeder der etwas unordentlicher im Garten ist , sorgt dafür , dass Insekten , Vögel und alles was da kreucht und fleucht uns erhalten bleibt .
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Martin
Moderator

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Di 8. Jan 2019, 21:16
Ich sehe das auch so, daß man eher dem glauben kann, der keinen monetären Nutzen hat. Der Deutsche Imkerbund, dem ich durch meine Mitgliedschaft im lokalen Imkerverein auch angehöre ist natürlich DIE Imkerlobby. Allerdings darf man auch nicht übersehen, daß nur wenige Imker Gewinn machen und das sind vor allem die größeren. Wenn ich zusammenrechnen würde, wieviel ich in sieben Imkerjahren in die ganze Ausrüstung für maximal sechs Völker gesteckt habe plus Futter, dann dürften meine Verluste im vierstelligen Eurobereich sein. Es gab Jahre ganz ohne Honigernte, obwohl z.B. ein Riesen-Rapsfeld direkt neben meinen Völkern war: Weil das Frühjahr zu trocken war konnte der Raps null Nektar bilden((Für Interessierte: 30 kg pro Volk sind in einem guten Jahr beim Raps sicher drin, bei meinen damals drei Völkern wären das 90 kg mal etwa 10 € pro Kilo, womit mir ein Wert von mindestens 900 € entgangen ist)). Ein bisschen Waldhonig deckte damals im späteren Jahresverlauf gerade noch den Eigenbedarf.
Mir geht es auch gar nicht um eine möglichst große Honigmenge, sondern nur um den Eigenbedarf. Darüber hinaus etwas verkaufen oder verschenken zu können, ist kein Problem: Hätte ich Honig zu verkaufen, würden mir die Kunden sozusagen die Türe einrennen. Als ich ein paar Dutzend Kilo übrig hatte und verkaufen konnte, war der Honig ruckzuck weg und noch drei Jahre lang haben die Leute gefragt, ob ich wieder verkaufe.
Nun ist es aber so, daß der deutsche Honigverbrauch nur zu 20% von deutschen Imkern gedeckt werden kann und der Rest aus der ganzen Welt importiert wird. Wenn ich dann auf den Supermarkthoniggläsern lese, daß es eine Mischung von Honigen aus EU- und Nicht-EU-Ländern ist, kann ich mir sicher sein, daß die Qualität sehr zweifelhaft ist. Rückstände von Agrargiften kann ich da nicht ausschließen, da in den Nicht EU-Ländern der Umgang mit Gift, Gülle und Genen oft locker gesehen wird.
Als Verbraucher würde ich daher Honig nur beim Imker meines Vertrauens kaufen und weltweit zusammengepanschte Zuckermasse ablehnen. Darüber hinaus gibt es selbst in Deutschland viele Imker, die aufgrund der Erwartungen der Verbraucher das Naturprodukt Honig kaputtmachen: Durch Rühren wird die Kristallstruktur des Honigs zerstört, damit er cremig bleibt, durch Erhitzen bleibt er flüssig, aber die Enzyme in ihm werden abgetötet.
Ich bin in einem Dilemma: Meiner Meinung nach müsste es in Deutschland viel mehr Imker und viel mehr Bienenvölker geben, die die Nachfrage hier decken könnten und entsprechende Qualität liefern. Aber welchen Einfluss hätten fünfmal soviele Bienenvölker auf unsere Umwelt und könnten soviele überhaupt überleben ohne durch Zuckerwasser gepäppelt zu werden?
Ich habe jetzt mal gezielt den wirtschaftlichen Aspekt des Honigs angesprochen. Die, die Honigbienen gegen die Wildbienen ausspielen, dürften demnach keinen Honig in irgendeiner Form konsumieren und der Honigverbrauch allgemein müsste zurückgehen, wenn nicht die ganze Welt für unseren Bedarf herhalten soll. Honigverbrauch und Honigbienenhaltung ist ein sehr komplexes Thema, das man nicht in ein paar Absätzen abhandeln kann.
Wildbienen sind in meinen Augen durch Honigbienen kaum gefährdet. Wenn Raps, Löwenzahn, Linde, Robinie oder Obstbäume blühen, gibt es ein Überangebot. Die ganzen seltenen Blütenpflanzen auf die sich Wildbienen spezialisiert haben, sind für Honigbienen kaum interessant. Der wahre Feind der Wildbienen ist die Landwirtschaft, die die Lebensräume zerstört. Die kleinteilig strukturierte, chemiefreie Landschaft ist verschwunden. Alle Insekten haben Probleme, Lebensräume zu finden. Honigbienen fliegen über 2 km bis sie Nahrung finden, andere Insekten haben einen wesentlich kleineren Radius, der ihnen das Überleben unmöglich macht. Da müssen Wildbienenfans ansetzen, nicht bei der vermeintlichen Nahrungskonkurrenz der Honigbienen.

Wir brauchen wieder mehr kleinteiligere Strukturen in der Landschaft! Es müssen nicht viele Gärten zum Hortus werden, das ganze Land muss ein Hortus werden!

Revolutionäre ;-) Grüße, Martin
Gärtnern ist Leben
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Annika
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 07:45
Ich wollte auch nur mal die Argumente der anderen Seite mit in den Raum schmeißen, damit man mal beide Standpunkte vergleichen kann.

Mit einem Kollegen habe ich gestern auch über das Thema gesprochen. Er ist Jungimker, studiert ökologische Landwirtschaft und hat einen großen Naturgarten. Er sieht die Konkurrenz zwischen Wild- und Honigbiene recht entspannt und meint, dass das nicht der Grund für das Verschwinden der Wildbienen ist.
Wie Simbienchen schon schrieb, die Honigbienen sind blütenstet. Würde unsere Landschaft (Landwirtschaft) anders aussehen wäre da keine Konkurrenz. Beispiel Rapsfeld: Die Honigbienen fliegen das Feld an, die Wildbienen zT auch. Aber wäre da jetzt ein bunter Blühstreifen, wäre der Tisch nur für die Wildbiene gedeckt und die Honigbiene hätte das Rapsfeld für sich.
Er sieht das Problem nicht in der Konkurrenz zwischen zwei Arten, sondern im Fehlverhalten vom Menschen. Schließlich sind wir es, die die Landschaft gestalten.
Er selbst konnte im Garten auch noch nie Konkurrenz beobachten. Dort leben alle Arten in friedlicher Co-Existenz. Er findet es aber gut, dass Imker ihre Völker nicht in bestimmte Naturschutzräume stellen dürfen.

In einer Reportage über das Insektensterben haben sie gestern auch nochmal darauf hingewiesen, dass die Wildbienen häufig spezialisiert sind auf Pflanzen, die die Honigbiene nicht anfliegt. Die allermeisten Schmetterlingsblütler werden von Honigbienen gar nicht angeflogen.

Heißt für mich, es kommt auf die Vielfalt in Gärten und Landschaft an. Dann können auch beide Arten existieren und man muss weder die eine oder andere Art verteufeln.

Hier auch nochmal ein Link der aus der Naturschutzecke kommt, aber auch nicht die Eistenz der Honigbienen in Frage stellt oder gar verteufelt: https://www.deutschland-summt.de/faq-de ... z-196.html
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Simbienchen
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 08:24
Was ich auch interessant fand, war die Aussage , dass die Wildbienen viel früher ausfliegen zum Sammeln, sie kommen wohl mit den Temperaturen besser klar. Somit haben sie gegenüber den Honigbienen einen zeitlichen Vorsprung....
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Annika
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 10:04
Ja, das stimmt. Das ist auch ein Argument, warum die Wildbienen als Bestäuber auch sehr wichtig sind. Sie können die Saison eines Obstbauern retten, wenn es zur Blütezeit noch zu frisch für die Honigbienen ist.
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Simbienchen
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 10:35
Die Niederländer machen es uns vor : http://www.honeyhighway.nl/

Worauf wartet Deutschland eigentlich ?
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 10:37
Hallo zusammen , ich versuche mal zusammenzufassen .
Die nichtheimische , Hochleistungsbiene verdrängt nicht durch physische Konkurrenz , die meist kleineren Wildbienen .
Die Hochleistungsbienen sind bei weitem nicht der Hauptfaktor für den Rückgang der Wildbienen .
Die Argrarindustrie hat ein grosses Interesse an riesigen , unnatürlich grossen Bienenvölkern um in der trachtreichen Zeit , zB. Rapsfelder und Obstbaummonokulturen in kürzestem Zeitraum zu bestäuben .
Die Honigbienendichte liegt bei 25 Völkern pro km² in Mitteleuropa .
Ab Juni findet ein schlagartiger Rückgang von Blühpflanzen statt , die Landschaft besteht nach der Baumblüte nur noch aus artenarmer , gemähter Graslandschaft .
Hier ein Zitat dazu .

Ein Pollenkorn kann nur einmal geerntet werden, und auch Nektar wird nicht unendlich produziert. Wildbienen haben gegen die massenhafte Konkurrenz der Honigbienen nur eine Chance, wenn sie
überwiegend frühmorgens vor oder spätabends nach der Honigbienen-Konkurrenz sammeln oder/und
in für Honigbienen klimatisch ungünstigen Gebieten (Gebirge, hohen Breitengraden) leben oder/und
Blüten besuchen, die von Honigbienen wegen ihrer Größe oder Rüssellänge nicht besammelt werden können, oder
Blüten besuchen, die Honigbienen nichts zu bieten haben – etwa Gilbweiderich-Arten (Lysimachia spec.), die Öl statt Nektar absondern.

Es ist nicht richtig , dass die Honigbiene nur Blüten anfliegt , die Wildbienen nicht oder nur nutzen , dafür gibt es viel zu viele unspezialisierte Wildbienen , die das gleiche , ab Juni nicht mehr verfügbare Blütenmaterial benötigen .
Deshalb stehen viele , der etwa 500 Wildbienenarten eindeutig in Konkurrenz zur industriellen Honigbiene .

Eine ganz einfache Lösung für Hobbyimker oder die die etwas für die Biodiversität tun wollen , ist die fast ausgerottete , heimische
Apis mellifera mellifera .
Die kommt seit Millionen von Jahren in unseren Breitengraden vor .

Als letzes noch , wir reden von möglichst vielen heimischen Pflanzen in unseren Gärten und wollen dann aber Hochleistungszuchtbienen halten , und verteidigen dieses Verhalten auch noch .

LG Frank
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Ommertalhof
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 10:45
das Buch „Wildbienenschutz – von der Wissenschaft zur Praxis“, das als grundlegende Basis für diesen Artikel diente. Dieses Buch beinhaltet die Auswertung von naturwissenschaftlichen Studien über Wild- und Honigbienen der letzten 20 Jahre, das Literaturverzeichnis umfasst stolze 400 Titel. Die in diesem Buch zitierten Angaben sind also keine Vermutungen, sondern beziehen sich ausnahmslos auf die Ergebnisse naturwissenschaftlicher Studien. Hans-Jürgen Martin (www.wildbienen.de)

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

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Simbienchen
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 11:07
Gibts es denn jetzt die Apis mellifera mellifera noch in Reinzucht in Deutschland ? oder sind die hier in Deutschland nachgezüchteten und erwerblichen Apis mellifera mellifera auch schon "Hybriden"? Ich hätte ehrlich gesagt Angst , mir ein Volk aus anderen Ländern zu holen, wo die Völker nicht an unseren Standort gewöhnt sind und man evtl schon wieder neue Krankheiten miteinführt. Wenn man mit einem Carnicavolk nach der wesengemäßen Bienenhaltung imkert und nach der Darwinistischen Methode (siehe Thomas D. Seeley) "arbeitet", könnte dann nicht auch ein Carnica-Volk umstrukturieren?

ich denke, dass wir um Mischformen nicht herumkommen in der Bienenzucht, um überhaupt die Gesundheit und die Erhaltung der Honigbiene zu gewährleisten.

Ich habe in einer Pressemitteilung vom 04.10.2018 (www.probiene.de) gelesen, dass proBiene ein Züchtungsprojekt für die Vitalität der Honigbiene startet, indem ein weiteres Ziel ist, eine Bienenrasse speziell für die Ökologische Imkerei zu kultivieren. Dort in diesem Institut " Freies Institut für ökoöogische Bienenhaltung" müsste man diese ganzen Schutzziele der Wildbienen mal mitteilen, damit sie es in ihre Forschungen mit einbeziehen, oder ? Oder überhaupt mal nachfragen, ob die Apis mellifere mellifera bei deren Forschungsabsichten im Focus steht?

Im September 2018 wurde die Fananzierung für den Projektstart gesichert. Es beginnt 2019 und ist auf drei Jahre angelegt...
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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tree12
Hortus-Lehrling

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 11:45

Simbienchen hat geschrieben: ↑
Was ich auch interessant fand, war die Aussage , dass die Wildbienen viel früher ausfliegen zum Sammeln, sie kommen wohl mit den Temperaturen besser klar. Somit haben sie gegenüber den Honigbienen einen zeitlichen Vorsprung....

Es ist sehr oft die Zeit der Obstbaumblüte im Gespräch... Und danach, Ende August/Anfang September, wenn die kleineren Wildbienenarten fliegen und Pollen in ihre Brutzellen einbringen müssen? Es blüht da kaum noch was bei uns. Um die wenigen Blühpflanzen besteht dann natürlich Konkurrenz zu den Honigbienen... und andere Insektenarten benötigen ja ebenfalls noch Pollen und Nektar.

Daß das Problem durch den Menschen verursacht wurde, ist ganz klar. Trotzdem verschärfen wir die Probleme jetzt erstmal dadurch, daß alle Welt meint, plötzlich imkern zu müssen. Egal, in welcher Gesprächsrunde man sitzt: sobald man auf das Thema "Insektensterben" kommt, sagen mindestens zwei Leute, daß sie sich ja auch ein Bienenvolk anschaffen möchten... es ufert einfach aus in Deutschland.
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Simbienchen
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 12:04
Wer ist denn so diskussionsfest und mag mal proBiene anschreiben? Oder einen Artikel für die Fachzeitschrift bienen&natur verfassen ?
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Simbienchen
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 12:22
Ich meine, wir wollen doch nicht nur reden, sondern auch etwas in den Köpfen der Menschen bewegen...dann sollten unsere Überlegungen hier auch nicht einfach so verpuffen. Die Fachzeitschrift bienen & natur ist eine gern gelesene Zeitschrift unter den Imkern, wo man oft auch kritische Leserbriefe abgebildet sieht. Vielleicht sollte man zu dieser Auseinandersetzung nochmal aufrufen, dass dem Dilemma nur entgegengesteuert werden kann, wenn für alle Insekten genug angepflanzt wird...nur reden hilft halt nicht, da hilft die beste Diskussion auch nicht...

Nach unserem Motto : "MACHEN ist wie Wollen, nur krasser !
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Annika
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 13:15
Danke für's Zusammenfassen. :-) *knuddel*

Ommertalhof hat geschrieben: ↑
Als letzes noch , wir reden von möglichst vielen heimischen Pflanzen in unseren Gärten und wollen dann aber Hochleistungszuchtbienen halten , und verteidigen dieses Verhalten auch noch .

Das kann ich so nicht ganz unterschreiben. Wenn du mit "Wir" uns hier im Forum meinst: Hier ruft niemand nach Hochleistungsbienen und niemand verteidigt speziell diese Art. Es geht um Honigbienen - allgemein. Auf eine Art wurde sich hier in der Diskussion noch gar nicht festgelegt.
Der Wille heimische Pflanzen im Garten und der Landschaft zu fördern, steht für mich auch nicht im Widerspruch zur Haltung von Honigbienen.
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Ommertalhof
Hortus-Lehrling

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 14:33
Hallo Annika , das ist ja das schlimme , es gibt so gut wie nur noch Industriebienen , ganz nach dem Motto in eine industialisierte Landwirtschaft gehört auch eine Industrialisierte Biene .Deshalb ist ja die einzige heimische Honigbiene , die halt nicht so leistungsfähig ist, so gut wie ausgestorben .
Beim "wir" meine ich den sg. Homo sapiens , der ohne sich über die Konsequenzen bescheid zu wissen ,seine Meinung bis auf´s letzte verteidigt .
Das Thema Honigbiene ist da genau ein Beispiel für .
Viele sind auf das Bienensterben konditioniert , deshalb möchte viele etwas dagegen tun und schaffen sich Bienen an , das diese Bienen fast ausschliesslich völlig überzüchtete Hochleistungsbienen sind , die in keinster Weise vom Aussterben bedroht sind ist dann egal .
Wenn dann auch noch wer kommt der sagt , Honigbienen sind nicht gut für´s Ökosystem , dann muss das ja ein Querulant sein .
Aber Biene hin oder her , wir brauchen in unseren Gärten keine Honigbiene , und wenn nur der Verdacht besteht , dass diese Tiere schlecht für´s Ökosystem sind , dann verzichte ich drauf .
Sonst können wir auch mit Glyphosat und Neonicotinoiden weitermachen , da sagen die unterschiedlichen Parteien je nachdem auch , dass dieses Zeug völlig ungefährlich ist .

LG Frank
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Annika
Moderator

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 15:41

Ommertalhof hat geschrieben: ↑
Beim "wir" meine ich den sg. Homo sapiens , der ohne sich über die Konsequenzen bescheid zu wissen ,seine Meinung bis auf´s letzte verteidigt .
Das Thema Honigbiene ist da genau ein Beispiel für .

Okay. Dann verstehe ich, was du oben meintest. Ich dachte es bezieht sich nur auf die Diskussion hier.

Ommertalhof hat geschrieben: ↑
Viele sind auf das Bienensterben konditioniert , deshalb möchte viele etwas dagegen tun und schaffen sich Bienen an , das diese Bienen fast ausschliesslich völlig überzüchtete Hochleistungsbienen sind , die in keinster Weise vom Aussterben bedroht sind ist dann egal .

Vielleicht nicht unbedingt egal. Ich denke, dass das viel Unwissenheit ist. Wenn im Allgemeinen von Bienen gesprochen wird, denken ja die meisten an die Honigbiene. Von Wildbienen wissen viele nix.
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tree12
Hortus-Lehrling

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 16:29

Ommertalhof hat geschrieben: ↑
Aber Biene hin oder her , wir brauchen in unseren Gärten keine Honigbiene , und wenn nur der Verdacht besteht , dass diese Tiere schlecht für´s Ökosystem sind , dann verzichte ich drauf .

Diesen Satz unterschreibe ich voll und ganz!! Unser Schutz muß den Wildbienen gelten und nicht einem Hochleistungsnutztier. Wer aus tiefster Seele die heimische Insektenwelt erhalten möchte, der schafft sich heutzutage keine Honigbienen an.

Frank bringt es auf den Punkt mit dem "Verdacht".... Manche wissen es halt nicht besser, informieren sich nicht über die Zusammenhänge Wildbienen/Honigbienen (oder wenn, dann nur bei alteingesessenen Imkern). Aber wer aufgeklärt ist, sich eingelesen hat in die Thematik, der kann gar nicht anders, als auf Honigbienen zu verzichten und natürlich den eigenen Konsum von Honig einzuschränken. Die vielen Auslandsimporte und diese Pantscherei können es ja auch nicht sein.

Es ist wie mit dem Fleischkonsum - wir müssen uns zurückhalten mit dem Verzehr tierischer Produkte, wenn wir etwas verbessern wollen. (Ich lebe nicht vegetarisch, verzichte aber immer öfter und sehr gerne auf Tierisches.)
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Simbienchen
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 17:36

tree12 hat geschrieben: ↑
Wer aus tiefster Seele die heimische Insektenwelt erhalten möchte, der schafft sich heutzutage keine Honigbienen an.

tree12 hat geschrieben: ↑
Aber wer aufgeklärt ist, sich eingelesen hat in die Thematik, der kann gar nicht anders, als auf Honigbienen zu verzichten...

Ist das nicht mit allen Nutztieren so ? Wenn ich mir jetzt statt Honigbienen zwanzig Schweine im Garten halten würde, hätten dann die Wildbienen noch eine Chance in meinem Garten zu überleben ? Wohl kaum...

Gucken wir doch mal zurück, wie es früher war, als noch viele Kleinbauern für unsere Lebensmittelversorgung zuständig waren...da funktionierte das mit den Honigbienen und anderen Nutztieren doch auch. Es kommt doch immer auf die Mischung an...wenn ein System nicht aus dem Gleichgewicht geworfen wird....

Ich finde aber, dass man als Imker durchaus dafür in Verantwortung treten kann und für das Futter der eigenen Bienen sorgen kann. Wenn ich einen Hasen habe, kann ich den ja auch nicht in den Nachbarsgarten setzen, damit er sich satt frisst. Also, schaffe ich einen solidarischen Ausgleich und bepflanze meinen Garten.
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Martin
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 17:49

Ommertalhof hat geschrieben: ↑
Die Honigbienendichte liegt bei 25 Völkern pro km² in Mitteleuropa .

Wie kommst Du auf diese Zahl? Deutschland hat 357.578 km² und 792.202 Bienenvölker (Zahlen von Wikipedia). Das macht pro km² einen Durchschnitt von 2,215 Bienenvölkern. Bitte bleibt doch bei der Wahrheit!

Auch ist es falsch, daß Apis mellifera mellifera seit Millionen von Jahren in unseren Breitengraden existiert! Hier ein Zitat aus Wikipedia: "Es gibt etwa 25 Unterarten der Apis mellifera, die als Bienenrassen bezeichnet werden. Die europäischen Rassen haben sich in der heutigen Form erst nach der letzten Eiszeit bei der Neubesiedlung herausgebildet." Auch hier meine Bitte: Bitte nicht mit unwahren Behauptungen versuchen, Stimmung zu machen!
Gärtnern ist Leben

 

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Martin
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 17:59

Simbienchen hat geschrieben: ↑
Gibts es denn jetzt die Apis mellifera mellifera noch in Reinzucht in Deutschland ? oder sind die hier in Deutschland nachgezüchteten und erwerblichen Apis mellifera mellifera auch schon "Hybriden"?

Die Dunkle Biene gilt seit 1975 in Deutschland als ausgestorben. Alle derzeit gehaltenen Dunklen Bienen in Deutschland sind wohl auf Importe aus Ländern zurückzuführen, wo sie überlebte und da gibt es durchaus einige.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dunkle_Eu ... sche_Biene
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Martin
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 18:45
Ich wehre mich gegen den Begriff

Ommertalhof hat geschrieben: ↑
völlig überzüchtete Hochleistungsbienen

Auch das sehe ich als Stimmungsmache gegen die Honigbiene. Tatsache ist, daß Bienen wie alle Nutztiere züchterisch bearbeitet wurden. Tatsache ist auch, daß Honigbienen aufgrund der eingeschleppten Varroa-Milbe heute in freier Wildbahn ohne einen Imker nicht mehr überlebensfähig sind. ALLE Bienenrassen wurden in den letzten Jahrzehnten züchterisch auf bestimmte Eigenschaften hin selektiert, dies gilt sowohl für Apis mellifera carnica, die heute am verbreitetsten in Deutschland ist, als auch für Apis mellifera mellifera, die durchaus wieder Fans gefunden hat. Auf dem Vormarsch ist Apis mellifera x Buckfast, eine Zuchtrasse, die auf eine Kreuzung von Apis mellifera mellifera mit Apis mellifera ligustica, der Italienischen Biene zurückgeht, wobei inzwischen weitere Rassen eingekreuzt wurden.
Als ich in die Imkerei einstieg, habe ich mich für diese Buckfastbienen entschieden, weil sie die friedlichste Rasse sind und ich aufgrund der Stecher meines Onkels früher eine regelrechte Bienen-Paranoia hatte. Nun kann man eine Vermischung der Völker nur verhindern, indem man Jungköniginnen auf sogenannte Belegstellen bringt, wo in weitem Umkreis nur Drohnen derselben Rasse fliegen. Der normale Kleinimker, dessen Jungköniginnen in einem gemischten Umfeld zum Begattungsflug starten, wird immer auch Mischvölker haben und die hatte ich auch. In ihren Eigenschaften erschienen sie mir teilweise sogar besser, als die reinerbigen Völker, die ich auch hatte.
Hochleistungen kann jede Bienenrasse und jede Kreuzung unter optimalen Bedingungen erbringen. Überzüchtet sind Bienen aber nicht. Es gibt keine angezüchteten Erbkrankheiten wie bei Hunden oder Katzen, wo fast jede Rasse irgendwelche Macken hat oder bei Schweinen und Rindern, die vielleicht schnell Milch- und Fleischmassen erbringen, aber dafür unter tiermedizinischer Dauerbeobachtung stehen müssen.
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Annika
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 19:29
Habe diesen Beitrag heute mal in der Hortus-FB-Gruppe verlinkt. Markus Gastl ist ja meistens dort untwerwegs.
Er antwortete auf den Beitrag:

1.hinweis... Die dunkle Honigbiene kann reinrassig am bienenstand nur durch mondscheinbegattung erhalten werden

2.hinweis... Da wildbienen neben pollen und Nektar auch sehr spezielle Anforderungen an ihren nestbau haben.. Totholz und sandarien etwa sehe ich eher das Problem bei der Naturraum Zerstörung als bei einer Konkurrenz zur honigbiene

3.hinweis... Der Rückgang der generellen Blütenvielfalt ist für alle ein Problem... Viele Honigbienen Völker werden zeitweise zugefüttert

https://www.facebook.com/groups/2841325 ... 164835323/
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Simbienchen
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 19:39

tree12 hat geschrieben: ↑
Es ist sehr oft die Zeit der Obstbaumblüte im Gespräch... Und danach, Ende August/Anfang September, wenn die kleineren Wildbienenarten fliegen und Pollen in ihre Brutzellen einbringen müssen? Es blüht da kaum noch was bei uns. Um die wenigen Blühpflanzen besteht dann natürlich Konkurrenz zu den Honigbienen... und andere Insektenarten benötigen ja ebenfalls noch Pollen und Nektar.

Dazu fiel mir gerade noch ein...was natürlich nicht die Trachtlücken im Frühjahr und Herbst in unseren Landschaften ausgleicht, aber etwas über den Speiseplan der Honigbienen aussagt.

Die Honigbienen sammeln nicht nur an Blüten, sie sammeln auch den Honigtau der Blattläuse etc gerade zu Zeiten, wenn es trocken und warm ist. Die Honigbienen haben also auch noch andere Futterquellen.

Ich habe hier dazu etwas bei http://www.wildbienen.de/wbi-nahr.htm gefunden

"Noch weniger bekannt ist, daß Honigbienen sowie einige Hummelarten auch "Honigtau" sammeln, der nichts anderes ist als das zuckerhaltige Ausscheidungsprodukt verschiedener Blattläuse, Schildläuse, Blattflöhe etc. und von Honigbienen zu "Tannenhonig" bzw. "Waldhonig" verarbeitet wird. Kaum bekannt ist, daß einige Blütenpflanzen, nämlich die Ölblumen (in Mitteleuropa nur drei Gilbweidericharten), statt Nektar fette Blütenöle (Lipide) absondern, die von zwei Bienenarten ("Schenkelbienen" der Gattung Macropis) gesammelt werden, und andere Pflanzen (z. B. Klatschmohn) weder Nektar noch Öl als Belohnung für ihre Bestäubung anbieten. Die sogenannten "Kuckucksbienen" schließlich sammeln auch keinen Pollen, sondern überlassen dies ihren Wirten."
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Ommertalhof
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 20:19
Noch etwas Stimmungsmache , die 25 Industriebienen Völker pro km² beziehen sich natürlich auf die Landwirtschaftlich genutzte Fläche . Von Wäldern und Wasserflächen profitieren Wildbienen ehr sekundär .
Martin , du bist ja anscheinend Imker , deshalb mach dein Hobby so weiter , denn wie ich jetzt schon mehrfach geschrieben habe sind nicht die Honigbienen das Problem sondern das Verhalten der Menschen allgemein .
Die Urspungsfrage war ja auch , ob Honig- und Wildbiene konkurrieren , das habe ich für mich schon vor Jahren mit Ja beantwortet .
Denn dieses Thema wird in Fachkreisen schon länger diskutiert . Und neuere Forschungen von Bio- und Ökologen sagen dasselbe .
Aber ist ja klar , das jemand der anscheinend selber Bienen hat , wohl ehr schwer davon zu überzeugen ist ;-)
Ach ja , und Bienen , die mehr oder weniger identisch mit unseren Honigbienen waren , hat man schon in Messel gefunden , die sind übrigens 45Mio. Jahre alt .
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Martin
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mi 9. Jan 2019, 21:42

Ommertalhof hat geschrieben: ↑
die 25 Industriebienen Völker pro km² beziehen sich natürlich auf die Landwirtschaftlich genutzte Fläche

Wieso jetzt plötzlich als Kampfbegriff "Industriebienen"? Landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland sind laut Umweltbundesamt 182.637 km². Würde man diese zugrunde legen, wären wir bei 4,337 Völkern pro km². Willst Du mich veräppeln? *Admin hat Wort geändert*
Ich bin Hobbyimker, habe aber derzeit keine Bienen. Aber die kommen wieder. Honigbienen und Wildbienen konkurrieren meiner Meinung nach nur sehr begrenzt miteinander. Nochmals: Honigbienen fliegen vor allem Massentrachten an, deren Überangebot Wildbienen nicht zur Konkurrenz machen, sondern zur Ergänzung. Gäbe es keine Honigbienen mehr, würden die Wildbienen von den ganzen Obstkulturen oder den Rapsfeldern usw. völlig überfordert werden und die Ernten würden misslingen.
Die älteste fossile Biene wird übrigens auf ein Alter von 75 bis 92 Millionen Jahre datiert. Fossile Arten, die der Gattung Apis zugeschrieben werden, sind aus dem Oligozän, also einem Zeitraum zwischen 23 und 34 Millionen Jahre vor unserer Zeit. Die Grube Messel ist 47 Millionen Jahre alt. Ich habe aber nirgends einen Hinweis gefunden, daß in der Grube Messel Fossilien die mehr oder weniger identisch mit unseren Honigbienen waren und 45 Millionen Jahre alt sind, gefunden wurden. Hast Du dazu vielleicht einen Link? Das würde mich wirklich interessieren! Evolutionsgeschichte finde ich sehr faszinierend.
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Simbienchen
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Fr 11. Jan 2019, 09:27
Ich finde hier sind wirklich einige gute Argumente zum Pro und Contra gefallen , woraus jeder von uns einiges mitnehmen kann *ja*

Schade fände ich es, wenn wir die Gedanken nicht weiterspinnen können, weil wir uns nicht auf sachlicher Ebene auf Diskussionen einlassen können. Wir, die wir hier im Hortus-Forum sind, sind sowieso Menschen, die über den Tellerrand hinwegsehen und auf einem guten Weg sind...uns gegenseitig anzugreifen, ist nicht produktiv, also lasst uns den Faden ruhig wieder aufnehmen und weiterdenken...

Was mir neben diesen ganzen Gedanken zur Coexistenz neben den Wildbienen auch zu denken gibt:

Ich gehe das gerade mal gedanklich durch und stelle mir das mal vor, wie es sich verhalten würde, wenn ich hier als neue Imkerein mit der Apis mellifera mellifera anfangen würde...! :?

Den Aufschrei der umliegenden Imker kann ich mir jetzt schon vorstellen. Wir haben hier -soweit ich weiß - Carnica-Züchter/ Imker und die haben berechtigt Angst, dass aus Verkreuzungen wieder üble Stecher entstehen können...

Die Carnica ist jetzt seit der Einführung an unseren Standort gewöhnt. Die A.m.m. wieder einzuführen, würde einen erneuten Umbruch wie damals herbeiführen...

Ich bin noch zu wenig in dieser komplexen Materie drin, als dass ich beurteilen kann, welche Art Honigbiene zur heutigen Zeit mit all den aktuellen Problemen "DIE RICHTIGE" wäre... :? Ich glaube, da probieren sich derzeit auch wirklich viele Imker gerade aus und machen sich viele Gedanken, wie es mit der Imkerei und Bienenhaltung weitergehen soll...

Die Gesundheit der Honigbiene ist derzeit auch in aller Munde...Zuchtziele werden neu überdacht...

So etwas im Alleingang für sich zu entscheiden, finde ich auch verantwortungslos, auch wenn wir hier in Deutschland keinen Artenzwang haben. Da müsste man sich schon mit einigen Imkerkollegen in der Umgebung absprechen und sich beim Verband gut informieren....

Ich habe das Gefühl, es passiert ganz viel hinter den Kulissen...
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Simbienchen
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Fr 11. Jan 2019, 10:33
Für mich stellt sich grundsätzlich die Frage:

Lohnt es sich überhaupt eine Honigbienenart am Leben zu erhalten, die ohne den ganzen "Medikamenteneinsatz", sprich ohne die Pflege des Menschen, nicht mehr überleben kann...
Völker, die unter der Varroa-Last zusammenbrechen und durch die Varroa selbst trotz Varroa-Behandlungen, an den Folgen (Viren etc) des Varroa-Befalls erkranken, Resistenzen bei der Varroa wegen vieler Behandlungen gegen die derzeit eingesetzten Säuren entstehen und man nach Möglichkeiten sucht, DAS neue ultimative Varroamittel zu finden .

Ist da die Apis mellifera mellifera die Bienenart der Wahl ? Zeigt sie die nötigen Resistenzen gegen die Varroa im Zusammenhang an unsere klimatischen Verhältnisse und kann sie sich wieder anpassen?

Dazu kommt :

Imkern heute bedeutet, sich sehr gut mit der ganzen Materie intensiv auseinander zu setzen, das Bien zu studieren ... Fluglochbeobachtungen und die Verhaltensweisen der Bienen genau zu kennen und wissen, wie man adäquat reagieren muss...
Den Einsatz der Varroabehandlung mit all seinen verschiedenen Säuren und Einsatzzeiten genau kennen !
Bienenkrankheiten erkennen und und und...

Das ist schon fast ein Fachstudium !

Imkern hat auch die finanzielle Seite...das geht man erstmal in Vorleistung, bevor man überhaupt den ersten eigenen Honig ernten kann...

Ich kann nur sagen, dass ich froh bin, nicht blauäugig in die Imkerei hineingeschliddert zu sein und mir Zeit nehme für das Studium. Das sollte eigentlich so Usus sein...erst Theorie, dann Praxis und nicht umgekehrt...
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Boloria
Hortus-Infizierte/r

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Fr 11. Jan 2019, 12:20

Simbienchen hat geschrieben: ↑
Den Aufschrei der umliegenden Imker kann ich mir jetzt schon vorstellen. Wir haben hier -soweit ich weiß - Carnica-Züchter/ Imker und die haben berechtigt Angst, dass aus Verkreuzungen wieder üble Stecher entstehen können...

Simbienchen, Du kannst ja hier mal nach Erfahrungen fragen oder das erste Video ansehen: https://www.dunkle-biene.com/

https://www.youtube.com/watch?v=8LU_guxEoSg

Eine Karte der früheren Verteilung der Honigbienenrassen:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... ap.svg.png

Ich möchte die Videos einfach so in die Runde werfen. Vielleicht paßt es auch gar nicht zum Thema Honigbiene vs. Wildbiene, dann könnt Ihr es gerne verschieben. Es geht um Rassen, Belegstellen, künstliche Besamung und Klotzbeute, vielleicht für die, die erst einmal einen groben Überblick haben möchten. Sicherlich gibt es auch noch viele andere Themen zum Imkern, z.B. Wanderimkerei, etc. Ein weites Feld, daß sich sicherlich hier nicht durch eine kurze Diskussion/Informationen aufarbeiten läßt. Ich bin kein Imker und möchte deswegen ansonsten hier erst mal nichts dazu beitragen....
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Sa 12. Jan 2019, 07:54
Ich habe hier noch eine sehr ausführliche Antwort von Peter Mann (auf FB) , die ich gerne mit seiner Erlaubnis hier mit einfügen möchte:

Peter Mann hat geschrieben:
Ich hab ein wenig 'viele' Worte zusammengestellt, weil vieles über Wildbienen und Honigbienen unbekannt ist.
Also verzeiht wenn es lang geworden ist. Es ist der Versuch zu erklären warum die Natur so vielfältig ist und man nicht sagen kann dieses Tier ist besser als jenes.

Man muss einfach einmal unterschieden was ist das eine was ist das andere und wie verhalten sie sich.

Die Honigbiene ist noch immer kein Haustier! Auch sie ist daher ein Wildtier.
Die Wildbienen sind nicht nur die Bienen - dazu hilft wirklich ein kurzer Blick zu Onkel Google.
Es ist einfach so, dass die Natur die Honigbiene erschaffen hat um großflächig zu bestäuben. Wenn Kirsche blüht dann fliegen die Honigbiene auf Kirsche und wenn die Akazie dann auf die Akazie.

Die Honigbiene fliegt weit und ist 'trachttreu'. Es nutzt einem Kirschbaum nichts wenn er mit Thymianpollen bestäubt wird.
Anderseits nutzte es dem Apfelbaum nichts wenn er nur weniger als 10 mal bestäubt wird. Der braucht pro Kern eine erfolgreiche Bestäubung und das in ganz kurzer Zeit.

Sonst verblüht er und es gibt dann halt keine vollen runden Äpfel sondern die wo Kernkammern leer sind. Diese Äpfel werden dann aber öfter vom Baum verstoßen, also abgeworfen. Es lohnt sich also nachzusehen, wenn der eigene Baum die Früchte vorzeitig abwirft. Nicht immer ist es eine Krankheit, die man angeblich bespritzen muss.

Diese Art der Bestäubung schaffen die Honigbienen, denn die einen sagen den anderen wo die Post abgeht.
Die Wildbienen gehen anders vor. Die sind Einzelgänger. Die müssen ihre wenigen Eier mit Pollen und Nektar versorgen und das Ganze dann möglichst dicht machen.
Daher sind sie auch anfällig gegen Angriff von z.B. Kuckucksbienen die sich ihrerseits die Brut der anderen zu Nutze machen.

Wenn ein ‚Bienenfresser’ einige 100 Bienen von einem Stock schnabuliert dann tut das dem Honigbienenstock nicht wirklich weh.
Die Königin legt an guten Tagen so ca. 2000 Eier. Vielleicht auch mehr. Das Problem ist in dem Fall wirklich das Zählen, denn Nachschauen bringt Unruhe ins Volk.
Wenn die Solitärbiene gefressen wird ist kann sie keine weiteren Eier legen und zumauern.

Wildbienen fliegen einen viel kleineren Radius als Honigbienen.
Wenn man nur einmal rechnet., dass ein Apfel oder Birnenbaum bei 1000 Blüten über 10 000 erfolgreiche Kontakte braucht ,dann ist es schwer zu glauben, dass das ein paar einzelgängerische Wildbienen erledigen können.
Was die Wildbienen hingegen gut können ist alles abgrasen was da herumsteht. Da wird jede Blüte genommen die Nektar oder Pollen liefert. Wobei Wildbienen oft auf eine oder wenige Pflanzen eingeschworen sind. Ähnlich wie Schmetterlinge, die ihre Eier nur auf bestimmte Wirtspflanzen legen.

Es gibt Spezialisten wie die Holzbiene, die gefüllte Blüten von hinten ansticht und aussaugt - also ein echter Nektarräuber ist. Dann gibt es den Rosenkäfer der die vollen Blüten frisst und so den anderen Insekten den Zugang erst ermöglicht.

Da ich Honigbienen im Garten stehen habe beobachte ich die Insekten sehr aufmerksam. Seit wir Honigbiene haben ist die Anzahl der Wildbienen gestiegen.
Warum das so ist? Wespen holen sich lieber Honigbienen um ihre Brut zu füttern. Honigbienen haben größere Flugmuskeln. Daher überleben mehr Wildbienen.

Umgekehrt sch... die Honigbienen viel mehr und düngen die Umgebung um den Stock was wiederum das natürliche Wachstum fördert. Welches dann in der Vielzahl der Blüten den Wildbienen zu Gute kommt.

Auf der anderen Seite nutzt es wenig, wenn man zwar für eine Blütenvielfalt sorgt aber die Nistmöglichkeiten fehlen. Ca 10% der Wildbienen nisten in verlassenen Schneckenhäusern. Wer in seinem Garten für Ordnung sorgt und die Schneckenhäuser einsammelt kann noch so viele Blumen anpflanzen. Wird wenig helfen.

Schlechte gekaufte Insektenhotels sind ein weitere kontraproduktiver Grund für den Rückgang der Wildbienen. Zur Eiablage muß die Biene im Retourgang in die Röhre kriechen. Wenn der Eingang faserig ist kann sie sich die Flügel zerstören und damit war das auch schon. Flugunfähige Wildbienen können nicht erfolgreich für Nachwuchs sorgen.

Ein weiterer Punkt: die günstigen Insektenhotels sind eine Labstation für Vögel. Da wird rasch aufgehackt und gespeist. Es muss also eine Drahtabsicherung im ausreichenden Abstand vorhanden sein.
Die meisten Wildbienen überwintern im Boden. Dazu brauchen sie aber offenen Boden grüner Rasen ist da ungeeignet und das Umstechen vor dem Frost fürs nächste Jahr erst recht.

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

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Annika
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Sa 12. Jan 2019, 08:14

David Seifert hat geschrieben:
Ohne unseren Imker in Puch gäbe es zwei Streuobstwiesen in meiner Nähe nicht, es wären Maisfelder. Mit seinen 13 Völkern, 50m von meinem Hortus habe ich nun entweder keine Wildbienen, weil seine alles platt machen, oder ich hätte keine, weil die Wiesen in der Umgebung fehlen würden. Oder ich werde welche haben, trotz seiner vielen Völker. Ich bin gespannt. Hätte er weniger Völker, fände ich es besser. Aber ich kann für mich nicht entscheiden, was das kleinere Übel ist. Ich schätze, seine Bienen mit seinen Streuobstwiesen. Lieber wäre mir, er würde sich auf Wildbienen spezialisieren, wie ich.

Darauf hat Peter Mann auch noch mal einige sehr interessante Infos geschrieben:

Peter Mann hat geschrieben:
Wie ich weiter oben schrieb Wildbienen und Honigbienen haben unterschiedliche Interessen. Die kommen viel eher miteinander aus als Imker und Wildbienenförderer.

Wo sich Wildbiene und Honigbienen treffen ist, wenn die Honigbiene auf Pollensuche ist um ihre hauseigene Apotheke aufstocken. Andererseits nasht die Wildbiene auch auf den Trachtpflanzen der Honigbiene mit.

Wenn es ein Problem gibt dann die mangende Vielfalt. Kein Imker legt sich mehr Völker zu um sie dann nur mit Zuckerwasser am Leben zu erhalten. Ist viel zu teuer.

Bitte genau beobachten welche Wildbienen da sind und wo sie naschen. Obstbäume alleine sind nicht ihr Habaitat.

Es fängt schon mit den Blütenformen an. Honigbienen haben eine recht kurzen 'Schlecker', Holzbienen einen recht langen und Schmetterlinge oder Flatteranten wie Wollschweber oder Taubenschwänzchen echten Rüssel.
Im tausendjährigen Reich wollte man die Honigbienen 'vergrößern' um sie auch den Rotklee nutzen zu lassen, ging um die Zuckerbevorratung für den geplanten Krieg, - ging schief wie das Reich.
Hört einmal zu wenn eine Hummel eine Blüte besucht. Die summt bei jeder Pflanze anders. So kann sie den Pollen jeder Pflanze bekommen. Dafür kann sie eben die Nachschattengewächse bestäuben, die andere Wildbienen oder die Honigbiene nicht bestäuben können.

Honigbiene gehen zum Beispiel kaum auf den Kirschlorbeer. Aber einige Wildbienen tun das. Auf meinem echten Lorbeer sah ich bisher nur eine Art winziger Wildbienen, die sich dem fotografischen Festhalten bisher standhaft entzogen haben.

Am Salbei sind Hummel und Co Stammgäste Honigbiene kommen selten vorbei. Lavendel wird von den Honigbiene allenfalls als Platz zum Putzen und Pollenhöschenbasteln gebraucht. Klar wenn man nicht genau hinsieht denkt man, dass sie auch da den anderen Konkurrenz machen.

Daher ist mein Ansinnen, dass man sich über Wildbienen informiert und eventuell gezielt ein paar Pflanzen für eine bestimme Art anpflanzt. 10 verschiedene aber da jeweils nur eine Pflanze ist zuwenig und ist vielleicht hübsch anzusehen, bringt aber den Wildbienen nichts.

Der Wollschweber ist ein lustiges Ding. Kann wie ein Kolibri in der Luft stehen und Nektar saugen. Aber kaum einer weis was der für einen Zweck im Kreislauf der Natur hat.

Der ist bei all seiner Schönheit ein Mistvieh ;) . Seine Larven ernähren sich von manchen Solitärwespenarten, die sonst überhand nehmen würden.
Er hat ein recht lustiges Verfahren entwickelt. Anders als Wespen, die einen Legestachel haben, schießt er seine Eier nur in die Nähe der mitunter auch schon verschlossenen Löcher der Wespengelege. Die Larve sucht sich dann ihren Weg selber.

Daran sieht man wie verwinkelt die Abhängigkeit der Insekten von einander ist. Aber der Wollschweber betreibt Bestäubung zu einer Zeit wo Honigbienen mangels Tracht noch kaum fliegen wollen und Hummelvölker nur aus der Königin bestehen.

Es ist notwendig tief in die Eigenschaften und Lebensbedingungen der Tiere einzutauchen um ihre gegenseitigen Abhängigkeiten zu erkennen.

Ein sehr schönes Beispiel wie Insekten agieren ist der Paranußbaum

'Wie die Natur denkt.'

Es gibt die Orchideenbiene. Da bestäuben die Männchen die Orchidee und holen sich dabei einen Duftstoff den sie für das Anlocken der Weibchen brauchen.
Die Weibchen hingegen sind die einzigen Insekten die den Paranußbaum bestäuben können. Nur sie sind in der Lage die großen Blütenblätter auf die Seite zu schieben um in die Blüte hineinzukommen.
Darum sind alle Versuche den Paranußbaum außerhalb vom Regenwald anzupflanzen gescheitert. Er braucht nicht den Regenwald, er ist ein Teil vom Regenwald.

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Yorela
Vollbluthortusianer/in

Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Di 12. Feb 2019, 14:43
Nachedem sich hier die Gemüter wieder etwas beruhigt haben ( ;-) ) und ich endlich die Zeit gefunden habe, nachzulesen, möchte ich nach längerer Überlegung doch noch meinen ganz subjektiven "Senf" dazugeben.
Bis zu diesem Beitrag hab ich keinen Gedanken an Honigbienen verschwendet - sie fliegen in meinem Hortus herum und gut ist es. *rot-werd* Bei "Imkerei" weiß, ich, wie es geschrieben wird und dass es mit Honigbienen zu tun hat - das war's. *fies*
Bei genauerem Nachdenken geht mir folgendes durch den Kopf:

1. Ich bin der Meinung, dass Tierhaltung ohne grundlegende Informationen verboten werden sollten. Gilt nicht nur für Honigbienen, man sieht ja täglich die Qualen vieler Tiere, deren Halter keine Ahnung von nichts haben. :-(

2. Bei dem Gedanken, Honigbienen nur unter großem Aufwand gesund und gut halten zu können, bekomme ich etwas Magendrücken. Klar gehört eine gewisse Pflege dazu, meine Tiere müssen ja z.B. auch mal geimpft werden, aber wenn ich schon fast ein Studium ablegen muss um mir die richtige Art zuzulegen und das Volk überleben lassen zu können, dann scheint für mich einiges im Argen zu liegen. Imkerei wäre für mich nur vorstellbar, wenn die Tierchen weitestgehend aus eigener Kraft klar kommen (Grundvoraussetzungen wie Nahrung und Unterkunft natürlich vorausgesetzt).

3. Wenn die Natur eine Honigbiene erschaffen hat, dann hat sie sich dabei auch etwas gedacht. Wenn die Natur Honig- und Wildbienen in derselben Region vorsieht, wer bin ich kleiner unwissender Mensch dann, dass ich das in Frage stelle? Meiner Meinung nach macht auch hier die Dosis das Gift. Wenn an jeder Ecke zig Honigbienen-Völker mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln am Leben gehalten werden, dann wird das Gleichgewicht der Natur (mal wieder) gestört. Und da wären wir wieder bei Punkt 1.: Pflichtseminare mit Prüfung zur Imker-Tätigkeit würden zumindest verhindern, dass jeder Hobbygärtner "mal eben" Tausende von Honigbienen auf die Natur loslässt, nur weil es gerade eine Modeerscheinung ist.

Ein verantwortungsbewusster, naturverbundener Mensch, der seinen Garten insekten- und kleintierfreundlich gestaltet und mit minimalem Aufwand ein Honigbienenvolk hält, ist meiner Meinung nach keine Bedrohung für unsere Wildbienen - eher im Gegenteil, denn er schafft Strukturen für neue Lebensräume.
Honigbiene und Wildbiene können sicher prima MIT-einander, wenn der Mensch endlich mal seine "größer-weiter-schneller-profitabler-Schiene" verlassen und sein Vernunft-Gen benutzen würde.
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Simbienchen
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Di 12. Feb 2019, 16:03
Ich habe auch noch ein paar interessante Informationen. Ich hatte den Zuchtverband Dunkle Biene Deutschland e.V. angeschrieben. Da ich leider nicht nachgefragt hatte, ob ich den Emailverkehr veröffentlichen darf, erzähle ich euch ein wenig so davon....

Zu meiner Frage, ob es bei evtl Verkreuzungen der dunklen Honigbiene mit Carnicadrohnen bei Standortbegattungen zu " üblen Stechern" kommen könnte oder ob die Sanftmütigkeit der dunklen Biene erhalten bliebe, antwortete man mir , dass es unterschiedliche Erfahrungen gibt. Es gibt Herkünfte der dunklen Biene, die tatsächlich bei Verkreuzungen mit anderen Arten üble Stecher ergeben. Im Zuchtverband forciert man natürlich die verträglichen, könne aber auch keine Garantien geben. Man müsse aber zu bedenken geben, dass auch nicht alle Carnicazuchtlinien immer nur sanfte Nachkommen haben. Ebenso ähnlich kann es auch bei den Buckfastbienen passieren.

Auf meine Frage, ob die Apis melifera melifera die Biene der Wahl ist, wenn es um die Anpassung in unserem Ökosystem geht und ob die Wiederansiedlung der A.m.m.in unseren Gefilden unproblematisch verläuft, antwortete man, dass sie momentan noch Dunkle Königinnen aus Skandinavien einführen. Fairer Weise muss man sagen, dass die Carnicabienen, die lange in der Region angesiedelt sind, über eine bessere regionale Anpassung verfügen. Erst wenn die dunklen Bienen einige Generationen in ihrer Region sind, haben sie sich ebenfalls angepasst und zeigen dann mit ihren Basiseigenschaften ( extensives Gesamtverhalten) in Sachen Robustheit , eine gewisse Überlegenheit.

Zu dem Einfluss auf die Wildbienenpopulation konnten sie mir leider nichts sagen!

Die Wiederansiedlung der Dunklen Biene läuft ansonsten problemlos. Deren größtes Problem ist die Erhaltung der genetischen Reinheit mittels selektiver Anpaarung ( Belegstelle/ instrumentale Besamung).

In der Zuchtarbeit konzentrieren sie sich derzeit primär auf eine gute Handhabbarkeit der Bienen, Varroatoleranz steht noch nicht so im Vordergrund. Auf meine Frage, wie die dunkle Biene mit der Varroamilbe zurecht kommt, ob sie schon Resistenzen oder eine bessere Putzeigenschaft aufweist, antwortete man, dass einem hier das ganze Spektrum der Möglichkeiten begegnet.
( was das auch immer zu bedeuten hat :? )

Mit der Toleranz anderer Imker zur Einführung der dunklen Biene ist das so eine Sache. Das geht von neugieriger Akzeptanz bis zu militanter Ablehnung.
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Martin
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Di 12. Feb 2019, 20:25

Simbienchen hat geschrieben: ↑
Mit der Toleranz anderer Imker zur Einführung der dunklen Biene ist das so eine Sache. Das geht von neugieriger Akzeptanz bis zu militanter Ablehnung.

Stimmt. Ist aber umgekehrt ähnlich. Wir haben hier einen Imker mit der dunklen Biene, der seine Völker gern so platziert, daß seine Drohnen sich mit vielen Carnica- und Buckfast-Königinnen auf deren Begattungsflug paaren. Andere Imker sehen ihn als Querulant, der bei ihren Völkern absichtlich die dunkle einkreuzen will. Nur kann ihm wohl niemand diese Absicht nachweisen...

Agressivität ist ein wichtiges Thema. Die Verkreuzungen der alten Landbiene (ich nenne sie mal bewusst nicht Dunkle Biene) mit der Carnica führte bei der Einführung der Carnica tatsächlich zu üblen Stechern, die bei uns hier auch noch Bauern anfielen, die hundert Meter vom Bienenstock entfernt ihre Kartoffeln ernteten. Von dieser Biene wurde ich geprägt...
Heute wurde jede Bienenrasse auf Friedfertigkeit selektiert und die heutige Carnica dürfte mit der Carnica von vor 30 Jahren auch nicht mehr vergleichbar sein. Selbst Mischvölker sind heute friedlicher als damals. Mein letztes Volk war ein Carnica-Volk, das zwar nicht ganz so friedlich war, wie die Buckies, die ich früher hatte, aber durchaus vergleichbar mit einem Buckfast-Carnica-Mischvolk, das ich auch mal hatte.

Warum ich zur früher hier verbreiteten Bienenrasse gerne "Landbiene" sage? Sie wurde züchterisch nicht bearbeitet, sondern nur vermehrt. Genetisch dürften sie je nach Region ziemlich unterschiedlich gewesen sein, anders als heutige Bienenrassen. Gezielte Zucht dürfte es wohl erst seit Bruder Adam geben, der die Buckfastbiene züchtete. Danach aber dürften andere Bienenrassen auch bald züchterisch bearbeitet worden sein, allerdings nicht durch die große Mehrzahl der Imker, die damals wie heute reine Halter und keine Züchter waren.
Gärtnern ist Leben
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Simbienchen
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Di 12. Feb 2019, 21:46
Also, ich würde mir und den anderen Imkern in meinem Umkreis das Risiko der Aggressivität bei Verkreuzungen nicht zumuten wollen. Ich möchte mich ja auch in meinem Hortus frei bewegen können und nicht ständig in Angst leben müssen, dass mich meine eigenen Bienen angreifen.. :lol:

Ich möchte aber nochmal auf das Thema " Mangelernährung" der Bienen zu sprechen kommen. Ich glaube, das wird wirklich kaum kommuniziert bei den Imkern. Dass unsere Honigbienen sogar im Sommer zur Haupttracht zugefüttert werden müssen, weil zu wenig Futter zu finden ist, ist wohl doch die bittere Wahrheit ! Ich habe es jetzt zweimal auf Vorträgen gehört, aber auf Imkertreffen wurde es so noch nicht thematisiert. Da wurde sich lieber immer nur über die erfolgreiche Honigernte ausgetauscht.

Für mich ist das ein ganz entscheidendes Kriterium. Ich kann meinen Bienen doch nicht auch noch den wenigen Honig wegnehmen, wenn sie kaum Futter finden :?

Ich hatte mich ja schon im Frühjahr gewundert, dass ich die Honigbienen der Imkerkollegen an meiner Thujahecke hatte als sie blühte. Sie waren aus reiner Verzweiflung an der Thujablüte, weil nichts anderes in der Umgebung blühte. ( normalerweise gehen Honigbienen nicht an der Thuja sammeln! ) Zu der Zeit ist mir das Ausmaß dieser Wahrheit noch gar nicht richtig bewusst geworden.

Jetzt stell ich mir das Dilemma mal vor, was wäre, wenn ich mir jetzt auch noch ein Volk anschaffe :? Also, ich werde meinen Wunsch zu Imkern noch erstmal zurückstellen und warten, was sich zukünftig in unserer Landschaft nach dem Volksbegehren verändert. Sollten sich die Trachtzeiten verbessern, denke ich nochmal erneut darüber nach, aber im Moment macht es für mich keinen Sinn....die Bienendichte ist hier zu hoch und Blühendes ist Mangelware!
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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maleficum
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mo 18. Feb 2019, 11:23
ich hätte da eine Frage, stimmt es, das der Honig von Natternkopf giftig ist? Ich hab das die Tage im Netz gefunden und war echt überrascht
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Simbienchen
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Re: Wildbiene vs. Honigbiene

Beitrag Mo 18. Feb 2019, 12:05

maleficum hat geschrieben: ↑
ich hätte da eine Frage, stimmt es, das der Honig von Natternkopf giftig ist? Ich hab das die Tage im Netz gefunden und war echt überrascht

Ja, Gisa, das stimmt....guck mal hier: viewtopic.php?f=14&t=1191
Liebe Grüße aus dem Hortus roboris animi et pax *wink*

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Weiterdiskutieren ist erwünscht !!!

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Hallo zusammen , in allen Texten die ich bisher gelesen habe , geht es nur um die Zeit bis Juni . Da sehe ich überhaupt keine Probleme beim Thema Honig v. Wildbiene. Aber was ist nach der Lindenblüte, der letzten grossen Tracht in freier Wildbahn? ?? Bei uns sind innerhalb von nur 14 Tagen , wie jedes Jahr , jegliche Flächen , ob Strassenrand , Brachfläche , Waldwege ,Verkehrsinsel oder Heuwiesen gemäht worden.

Die einzigen Blüten befinden sich in Kilometern Umkreis nur noch in ein paar Gärten und an Bächen wo die "Herkulesstaude" und das drüsige Springkraut blüht In unserem Garten , der gerade in die Phase der höchsten Blütendichte kommt tummelt sich eine Insektenvielfalt wie nie zuvor. Das müssen alles Flüchtlinge sein.

Meine Frage ist nun , was machen denn jetzt die Honigbienen mit den letzten , fast nicht mehr vorhandenen Blüten in freier Wildbahn?

LG Frank

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Honigtau sammeln ?

https://www.die-honigmacher.de/kurs5/seite_22102.html

Bei uns sind in diesem Jahr mehr Felder mit Phacelia und Sonnenblumen angelegt worden. Besser als nichts...die blühen jetzt.

Aber eine durchgehende Trachtzeit ist auch hier absolute Mangelware...

 

 

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Die Bienenvölker sind Teil der Natur. Sie wachsen im Frühjahr schnell auf bis zu 50000 Tiere an, sammeln dann Pollen und Nektar, wenn alles blüht, schwärmen und bilden neue Völker. Das alles bis Ende Juni. Nach der Sommersonnenwende finden die Bienen nicht nur in der Agrarlandschaft nur noch wenig Pollen und Nektar. Fast alle einheimischen Pflanzen haben dann verblüht und stecken ihre Energie in die Samenbildung. Natürlich gibt es noch Blüten, aber eben nur noch wenige und von vielen verschiedenen Arten. Imker nennen dies Läppertracht, und die Honigbienen, die durch die Massentrachten des Frühlings ihre Völker aufgebaut haben, beginnen bereits, wieder abzubauen. Die Wintervorräte sollten eingetragen sein (so sie nicht der Imker geklaut hat), neue Völker sind gegründet, das Bienenjahr beginnt sich bereits jetzt seinem Ende zuzuneigen.

Honigtau oder größere Flächen von Sonnenblumen oder Senf verzögern das ganze noch. Die Volksgrößen beginnen zurückzugehen. Natürlich kann man mit Sommerblühern in den Gärten den Bienen noch Läppertracht bieten, so daß sie die Wintervorräte nicht antasten müssen, aber in der Natur fand die ursprüngliche Apis mellifera mellifera ab Juli nur noch wenig Nahrung, so daß die Völker zu schrumpfen beginnen.

Was blüht denn jetzt noch? Zieht man die Gartenpflanzen aus anderen Weltregionen wie z.B. Dahlien, Sonnenhut oder auch den Bienenbaum ab und missachtet invasive Neophyten wie Indisches Springkraut oder Kanadische Goldrute, dann bleibt von den wirklich einheimischen Pflanzen nicht mehr viel übrig, die den Honigbienen jetzt noch Pollen oder Nektar bieten.

Frank, Du schreibst, daß Euer Garten gerade in die Phase der höchsten Blütendichte kommt. Was für Blüten habt Ihr? Ich würde mal vermuten, daß es allesamt Pflanzenarten sind, die nicht einheimisch sind, die unsere Bienen zwar mitnehmen, auf die die Völker aber evolutionär nicht angepasst sind, bzw. die keine Massentracht bilden.

 

LG, Martin

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