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Was wir für unsere Eichhörnchen tun können

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Die beiden sind da, zehn Wochen alt, zum Glück ein Männchen und ein Weibchen (die beiden männlichen Tiere vom letztenmal vertrugen sich nicht so gut, weil einer total dominant war und der andere im Käfig nicht ausweichen konnte), sie sind nicht miteinander verwandt. Über ihre Vorgeschichte weiß ich leider nichts, wir hatten nur sehr wenig Zeit zum Reden, die Dame vom Hörnchen-Notruf und ich.

Sie ist übrigens extra  heute morgen um 4 Uhr einmal aufgestanden. Um weniger Streß für die Tiere zu produzieren, fängt sie keines mehr mit dem Kescher ein, sondern nimmt am Vorabend die Schlafboxen aus der Voliere und hängt stattdessen Stofftaschen rein. Die kann man, während die Tiere darin schlafen, einfach vorsichtig greifen. Hörnchen wachen sehr früh auf, deswegen mußte sie schnell sein und mitten in der Nacht aufstehen.... Sie hatte Glück, weil sich die vier jungen Tiere jeweils zu zweit in eine Tasche zurückgezogen hatten. So landete einer der beiden Tascheninhalte bei mir... :-)

Die Racker ähneln sich äußerlich sehr, sind nicht so leicht zu unterscheiden, aber wir haben immerhin herausgefunden, daß der Schwanz des weiblichen Tieres etwas breiter ist. Haselnüsse können sie schon alleine knacken, Walnüsse müssen ihnen aufgeknackt gereicht werden. Ungefähr zwei Wochen sollen sie im Käfig bleiben. Eigentlich müßten es mehr sein, ich werde das nach Bedarf entscheiden, nach Entwicklungszustand, nach Freiheitsdrang und nach Wetterlage. Jetzt müssen die beiden ersteinmal ankommen, Gerüche und Geräusche kennenlernen, ihre wilden Verwandten erleben und mit ihnen ein Schwätzchen halten... ;-)

Amarille hat auf diesen Beitrag reagiert.
Amarille

Wie schön, Andrea...!

Dann wünsche ich dir und deinen neuen Schützlingen eine gute Eingewöhnungszeit....

Vielleicht kannst du für uns zwischendurch mal ein paar Fotos von den Beiden schießen

 

tree12 und Dorothee haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12Dorothee
" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Liebe Andrea,

ich freu mich für dich und die Hörnchen. Sie haben es gut bei dir angetroffen :yes:

Du machst es genau richtig, schauen wie sie sich entwickeln und dann in Ruhe entscheiden, wann die Auswilderung stattfinden kann :verliebt:

tree12 und KataFux haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12KataFux
Und wärend die Welt ruft ... Du kannst nicht alle retten! Flüstert die Hoffnung ... Und wenn es nur einer ist... Versuch' es! Sylvia Raßloff

Viel Erfolg mit deinen kleinen Rackern :-)

tree12 hat auf diesen Beitrag reagiert.
tree12
Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. (Victor Hugo)

Vorgestern war ich mit der Kamera draußen und wollte endlich mal ein paar Fotos machen... leider waren die beiden zu dem Zeitpunkt sehr aktiv und hielten keine Sekunde still. Wahrscheinlich habe ich also immer nur leere Käfigecken fotografiert... ;-)

Das weibliche Tier, welches ich Pucki taufte, ist eindeutig zutraulicher, was mich sehr verwundert. (Diesmal kamen die Hörnchen namenlos zu mir, da die Dame von der Hörnchenstation nicht genau sagen konnte, welche der vier Volierenhörnchen sie eigentlich eingefangen hatte - die vier hießen alle Mucki, Sucki, Pucki etc. Da habe ich mir was Passendes ausgesucht...)

In der Regel sind die Weibchen immer deutlich zurückhaltender und vorsichtiger, sie müssen ja später mal ihre Jungen beschützen und behüten. Mucki, der Kerl, springt zwar nicht gleich ans Gitter, wenn ich komme, aber leicht dominant ist er trotzdem. Pucki holt sich eine Nuß oder ein Karottenstückchen und springt damit auf die Schlafbox oben drauf. Weil Mucki zu faul ist, sich seinerseits auf den Boden zu begeben, droht er Pucki, legt eine Pfote auf sie und nimmt ihr das Futter ab. Pucki ist natürlich schlau, sie springt wieder runter, wo es Nachschub gibt und bleibt dann einfach gemütlich auf dem Boden hocken und futtert, was immer sie möchte.

Vorgestern habe ich ihnen Gurkenscheiben gereicht... nachher saßen sie einträchtig auf der Schlafbox, jeder hielt eine Gurkenscheibe zwischen den Pfoten und mümmelte fleißig. Besonders die Schale mögen sie gerne. Zu dem Zeitpunkt war ich leider wieder ohne Kamera unterwegs... :-(

Die beiden sind zuckersüß, besonders Pucki kommt immer sofort angesprungen, wie in Erwartung eines Leckerbissens. Ich konnte ihr schon ein Aprikosenstückchen durchs Gitter reichen, sie hat wenig Scheu, alles mal zu testen. Sie fressen ziemlich viel und wirken sehr munter und fidel. Als ich vor dem Käfig stand, kam auch ein wildes Hörnchen den Kirschbaum runtergerast, beäugte mich kurz und blieb dann kopfüber hängen, um Wasser aus der Schale zu trinken. Danach sprang es gleich hoch auf die Futterbox am Baum, holte eine Nuß raus und lief ein paar Etagen höher, um sie zu knacken. Alles ganz ohne Hast oder Angst, die Hörnchen sind ja im Garten quasi daheim.

Irgendwie fühlte ich mich da sehr gut, so umgeben von Hörnchen. Man weiß, wofür man es macht...

Morgen versuche ich nochmal, ein paar Fotos hinzukriegen. Pucki ist dermaßen neugierig und zutraulich, daß man echt auf der Hut sein muß! Wenn man näherkommt, springt sie sehr schnell auf den Käfigboden und paßt auf, wann die Tür hochgeschoben wird. Mucki ist zwar nach wie vor vorsichtiger, aber insgesamt sind die beiden der Hammer. Man könnte glatt das Gefühl kriegen, sie wären schon etliche Wochen bei uns.

Eingewöhnen, zur Ruhe kommen, den Umzug und Transport sacken lassen - kein Thema für dieses Pärchen. Die sind so cool, daß sie quasi im Garten, im Viertel, im Bruchwald schon daheim sind...

Heute gab es wieder Gurke, auf die stehen sie ja voll. Morgen stecke ich zum Erkunden, Benagen und Zerkleinern einen großen Haselnuß- oder Weidenzweig rein.

Tillivilla und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
TillivillaGsaelzbaer

Das mit den Schlaftaschen, um den Tieren den Stress mit dem Kescher zu ersparen, klingt ja entzückend! :verliebt:

Ist die Dame dann direkt zu dir gefahren? Haben die Eichhörnchen da noch geschlafen?

Sie hat die Kleinen des Nachts vorsichtig in eine Transportbox umgesetzt und kam dann am nächsten Morgen zu mir. Von der Transportbox ging es dann in den Käfig. Jetzt sind sie bald zwei Wochen bei uns, sie sind total relaxt und langweilen sich noch gar nicht im Käfig.... naja, ich gebe ihnen oft Äste zum Zernagen rein und konnte auch schon frische Haselnüsse im Garten finden. Egal, ob da nun eine Nuß drin ist oder nicht, sie lieben es, die weichen Schalen zu schreddern.

Die beiden sind (noch) so was von entspannt, als wären sie schon immer bei uns. Ich kann auch beobachten, wie sie noch kreuz und quer durch den Käfig springen und klettern, also noch nicht die stereotypen Runden drehen wie die Löwen im Zoo. So wie es aussieht, werde ich sie noch kommende Woche bei mir behalten, das wären dann insgesamt drei Wochen.

Tillivilla hat auf diesen Beitrag reagiert.
Tillivilla

Heute war ein wunderbarer Auswilderungstag... alleine schon vom Wetter her, trocken, meistens bedeckt, keine große Hitze. Als wir vormittags an den Käfig traten, war von Pucki gerade nichts zu sehen, sie schlief in der Hängematte. Mucki sprang dagegen putzmunter durch den ganzen Käfig, ein echter junger Kerl eben, der sich auspowern will.

Am Vorabend waren sie schon sehr aufgeregt gewesen, denn wir hatten die Leiter an den Kirschbaum gestellt, holten die alten Deckchen aus den Outdoor-Schlafboxen, fegten mal durch, räumten die Leiter wieder weg und spannten zum Schluß den Feuerwehrschlauch, der Käfig und Kirschbaum verbindet, ohne daß ein Hörnchen zu Boden muß. Die ganze Unruhe, der Krach, die Spannung übertrug sich gleich auf die beiden Kandidaten, sie merkten: Irgendwas ist da im Busch!

Wir öffneten also heute die Verriegelung des mardersicheren Lochs auf einer Schmalseite des Käfigs und warteten ab. Mucki sprang und balancierte weiter durch den gesamten Käfig und merkte erstmal nix. Pucki verschlief die Aktion und merkte auch nix. Irgendwann stutzte Mucki kurz, als er in der Nähe der neuen Öffnung war, drehte jedoch weiter seine Kreise und Haken durch den ganzen Käfig. Mein Mann legte den Austrieb einer Walderdbeere auf den Feuerwehrschlauch - Mucki holte ihn rein und ließ ihn fallen. Die Schnauze befand sich ganz kurz in Freiheit, aber er reagierte nicht auf das Angebot, den Käfig verlassen zu können.

Eine halbe Stunde später kletterte Pucki aus der Hängematte, hängte sich mit den Hinterläufen ans Gitter, um sich ordentlich zu strecken, putzte sich kurz und sah sich neugierig um. Nach wenigen Minuten hatte sie den Ausgang ins Freie entdeckt, ihr Schnäuzchen schob sich in Richtung des Schlauches. Noch war sie nicht bereit für einen Ausflug. Wir legten ein Stück Gurke auf den Feuerwehrschlauch. Das roch zwar sehr verführerisch, aber dennoch war die Vorsicht größer. Ich lockte sie vorsichtig mit meinen Fingern Richtung Schlauch, weil ich weiß, daß sie es liebt, an meinen Fingern zu schnuppern. Das gab den Ausschlag:  Schon traute sich Pucki ganz vorsichtig durch das Loch und auf den Schlauch drauf. Sie blieb ganz nah am Loch sitzen und verspeiste voller Wonne ihr saftiges Gurkenstückchen. Danach lief sie ganz vorsichtig rüber zum Kirschbaum, schnupperte und schnupperte und untersuchte alles gründlich, den Schlauch, die Rinde vom Baum, das Futterhäuschen mit dem Sitzbrett, das so sehr nach ihren wilden Verwandten riecht. Sie wagte sich auf das Häuschen oben drauf und erkundete von da weiter den Kirschbaum.

Und endlich traute sich auch Mucki auf den Schlauch, es ging dann alles recht schnell. Während Pucki schon ganz oben im alten Kirschbaum kletterte, schnupperte und eingetrocknete Kirschen pflückte, untersuchte Mucki den Schlauch, die Rinde, das Futterhaus. Beide waren eher vorsichtig, drehten aber nicht um zum Käfig und rannten auch nicht panisch über den Schlauch, wie andere Paare vor ihnen.

Vom Kirschbaum aus kletterten beide rüber in die alte Zeder auf dem Nachbargrundstück, ein idealer Hörnchenbaum mit dickem Stamm, stabilen Ästen und rissiger Borke. Pucki fand sofort Gefallen daran, um den Stamm zu kreisen, teilweise hing sie dabei nur an den Hinterläufen. Sie rannte und kreiste, hoch und runter und fand das großartig. Mucki dagegen wollte auf einen viel zu dünnen Ast springen, der sein Gewicht gar nicht tragen konnte und fiel mehrere Meter in die Tiefe. Glücklicherweise bremste ein Liguster seinen Fall, er sprang von da aus rüber in einen Haselnußstrauch und blieb eine ganze Weile geschockt sitzen. Das kennen sie ja nicht aus dem Käfig - da federt nichts, außer einer Strickleiter bewegt sich auch nichts und alles kann ein Hörnchengewicht locker tragen. Er hatte also gerade etwas Wichtiges fürs Leben gelernt.

Als ich später nochmal nach ihnen sah, waren beide gemeinsam in der Zeder, er hatte sich nicht verletzt und der Schock war überwunden. Pucki konnte ich dabei beobachten, wie sie Kirschen holte, Baumsäfte naschte, Zweige benagte, alles ausgiebig beschnupperte. Wenn sie gemeinsam mit Mucki unterwegs war, fand Kommunikation zwischen den beiden statt, es war allerliebst. Zwischendrin kam Pucki einmal zum Futterhaus, als wir gerade daneben standen, kletterte ein bißchen herum und holte sich vertrauensvoll ein Stück Karotte vom Teller auf dem Hocker. Sie war absolut relaxt, wobei wir nicht mal 2 m entfernt von ihr waren.

Gegen 17 Uhr berichtete mein Mann, aus jeder Schlafbox im Kirschbaum hätte ihn ein Hörnchen schlaftrunken angeschaut. Leider hatte er sein Mobiltelefon zum Fotografieren gerade nicht dabei. Als ich selber mit der Kamera rausging, sah ich nur ein Ohr, später noch ein Köpfchen. Ich bin sehr froh, daß die beiden Süßen ihr Übergangsquartier entdeckt und angenommen haben. Der Zugang zum Käfig bleibt noch eine Weile möglich, dort können sie, wenn sie möchten, übernachten, Wasser trinken und Nüsse holen.

 

Leider gibt es bisher nicht so viele gute Fotos von den beiden Hörnchen. Entweder schliefen sie, waren extrem aktiv, etwas war im Weg, die Sonne blendete oder der Akku der Kamera war leer...

Ein paar wenige existieren zum Glück aber doch, z. B. dieses hier:

 

Hochgeladene Dateien:
  • DSCN1907.JPG
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