Willkommen im Forum
Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Vogelhäuschen/Nistkästen richtig aufhängen

Wir haben den Schwegler 2GR für Meisen usw und da stand, dass man in Augenhöhe aufhängen dürfe, was wir dann auch getan haben (Eingang nach Südosten, 1,5 Meter neben dem Gehweg, also Privatsphäre eher schlecht). Hier las ich jetzt 3 Meter Höhe und mehr. Erfahrung gibt es dann im kommenden Frühjahr.

Ich hätte da auch noch ganz bescheiden ein/zwei Fragen...

Wir haben nur noch einen Balkon anzubieten im ersten Stock. Völlig leer, ungenutzt, ohne Schutz und ohne Baum davor, Südseite. Würdet ihr dort einen Nistkasten aufhängen?

Braucht man für Schwalben gekaufte Nester? Oder kann man darauf vertrauen, dass sie von alleine kommen, wenn die Umgebung stimmt?

Hat jemand Erfahrung mit den Meisen-Wohnmützen aus dem "Ideenbuch Nützlingshotels" von Markus Gastl? Ich würde gerne auf dieser Grundlage eine eigene Konstruktion aus Walkloden entwickeln und mich bei den Maßen an Schwegler orientieren. Doppelwandig, mit quadratischem Holzboden, verstärktes Einflugloch.
Werden die "Mützen" angenommen?
Muss es ganz wasserdicht sein? Ich denke darüber nach mit Lanolin zu imprägnieren. Wolle ist naturgemäß schon wasserabweisend, Walk ist sehr dicht.
Gibt es von Meisen o.a. bevorzugte Farben? Sind Tarnfarben besser?

Sind Spechte eine Gefahr?

Ich danke euch!

 

Hochgeladene Dateien:
  • DSC_0015.JPG
Timo hat auf diesen Beitrag reagiert.
Timo

Marissa, Meisen nehmen in der Tat Nistkästen in Augenhöhe an, wenn diese ein wenig geschützt hängen. Das Einflugloch kann aber auch nach Norden zeigen, sie sind da nicht so wählerisch.

Auch am Balkon werden Kästen bezogen, Du kannst ja vielleicht ein robustes Bäumchen/einen Großstrauch im Topf so platzieren, daß der Kasten etwas Schatten erhält. Vor Mittagshitze sollte er schon ein wenig geschützt sein.

Zur Spechtfrage: alles, was ein Specht aufhacken kann, ist gefährlich für Vogelküken, ich bin hier "Spechthochburg" mit jeder Menge Buntspechte. Deswegen kaufe ich nur noch Holzbetonkästen (und auch wegen des guten Innenklimas).

Schwalbenexpertin ist Kirstin vom Schimmelhof. Sie hat einiges geschrieben zu den Kunstnestern von Schwegler. Viele Naturnester von Mehlschwalben an vielbefahrenen Straßen halten übrigens den Vibrationen und Erschütterungen nicht stand, die die großen Lkw verursachen und fallen ab.

Marissa hat auf diesen Beitrag reagiert.
Marissa

@marissa
Nistkästen auf dem Südbalkon völlig ungeschützt sind insofern ein Risiko, als es zu Überhitzung kommen kann.
Wenn man allerdings dort in irgendeiner Form einen Sonnenschutz/Beschattung anbringen kann, dann ist das unproblematisch.

Bzgl. des Nistkastens am Gehweg:
Ist das ein öffentlicher Gehweg?
Wenn ja, solltet Ihr den Kasten so hoch hängen, dass man ihn nicht ohne weiteres erreicht - es gibt genug Idioten, die da sonst Zigarettenkippen oder sonstigen Mist rein stecken - oder sogar die Brut raus holen.
Wenn es ein Weg auf Eurem Grundstück ist, ist das unproblematisch - Meisen lassen sich nicht so leicht stören.

Bei mir brüten sie in Kopfhöhe am Parkplatz, wo den ganzen Tag ein Kommen und Gehen auf dem Hof ist.

Wichtig ist bei jedem Nistplatz, dass er absolut unerreichbar für Katzen ist.

Bzgl. der Schwalben - die bauen auch innerhalb von zwei bis drei Tagen selbst ihr Nest, vorausgesetzt das geeignete Baumaterial ist vorhanden.

Sie sind zwingend auf Lehm angewiesen - insofern, wenn der dort nicht natürlich vorhanden ist, müsste man Lehmpfützen anlegen (Bauanleitungen gibt es beim NABU und BUND etc. im Internet)

Meisen-Wohnmützen kenne ich nicht.
Allerdings lese ich da Wolle und Lanolin.
Die Nistkästen müssen innen trocken bleiben - bei jedem Wetter.
Und es sollte sichergestellt sein, dass die Vögel weder feine Wollfasern um die Krallen wickeln können, noch bei der Fütterung diese mit in den Schnabel gelangen können.
Tierhaare (auch Wolle) sind leider häufige Todesursache bei Nestlingen und manchmal auch bei ALtvögeln (weil die Vögel sowohl Langhaar als auch Unterwolle von Tieren (Pferden, Hunden, Katzen etc.) leider in Ermangelung von ausreichend Moosen zunehmend gerne verbauen ) : entweder, weil sie sich die Zehen abschnüren oder aber, weil sie bei der Fütterung mit in den Schnabel geraten und dann den Kropf verstopfen, da unverdaulich.

Eine Situation hatte ich bei mir am Hof, als ich die Nistkästen gerade mit der Kamera beobachtete.
Die Meise kam vom Füttern aus dem Kasten und hatte Glück, dass ich gerade da war und sie sofort absammeln und von dem Haar, was ihr Bein und den Flügel umwickelt hatte mit einer feinen Nagelschere befreien konnte.

Hochgeladene Dateien:
  • Kohlmeise-aufgehängt-IMG_8849.JPG
  • Kohlmeise-aufgehängt-IMG_8850.JPG
tree12 und Marissa haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12Marissa
Sag niemals "nie", denn es gibt nichts, was es nicht gibt.....

Tierhaare (auch Wolle) sind leider häufige Todesursache bei Nestlingen und manchmal auch bei ALtvögeln (weil die Vögel sowohl Langhaar als auch Unterwolle von Tieren (Pferden, Hunden, Katzen etc.) leider in Ermangelung von ausreichend Moosen zunehmend gerne verbauen )

Danke Kirstin, für diese Info ! Man liest so oft, dass Tierhaare zum Nestbau angeboten werden.

Ich beobachte unsere Vögel hier immer im Frühjahr, was sie zum Nestbau sammeln.

Unsere Feldsperlinge pflücken sich z.B. die Blätter vom Lavendel. Die sind scheinbar schön weich und duften gut .

Lange welke oder getrocknete Gräser werden gerupft, ebenso biegsame Ästchen und Stängel von Stauden. Darum ist es wichtig nicht zu früh im Frühjahr den Garten aufzuräumen und alles abzuschneiden. Die Vögel brauchen es noch! Ich lasse im Herbst die Ranken von Bohnen stehen, die rupfen sie sich auch gerne ab. Das im Winter aufgeschaarte Moos der Amseln wird auch genutzt.

Darum weiterhin die Bitte ...räumt eure Gärten nicht immer auf.

Dann erübrigt sich auch die eine oder andere künstliche Nisthilfe, wenn unsere Vögel ausreichend Nistmaterial finden können...sie suchen sich dann den geeigneten Nistplatz von ganz allein.

Bei mir nisten die Amseln in der Thujahecke und im immergrünen wolligen Schneeball. Die Feldsperlinge nisten unter den Dachpfannen. Die Rotschwänzchen auf den Balken unter dem Carport oder im Hauseingang.

Marissa und Kirstin Zoller haben auf diesen Beitrag reagiert.
MarissaKirstin Zoller
" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Also, zu den Tierhaaren: ich habe reichlich Moos im Garten, Ästchen, Halme, besonders beliebt ist der Wilde Hopfen mit den kleinen Widerhaken an den trocknen Zweigen - die Spatzen lieben ihn für den Nestbau.

Aber ich reiche trotzdem noch Unterwolle von unserem Nachbarshund (so ein neumodischer Labradoodle, der Vater war ein Königspudel). Die Unterwolle wird sehr gerne geholt, sogar von unseren Rabenkrähen. In den Nistkästen wird die Wolle sparsam eingesetzt und ist kunstvoll verwoben mit dem Moos, sieht kein Stück gefährlich aus. Ich habe noch nie Beobachtungen gemacht, daß die Tierhaare etwas Negatives an sich haben. Das Material ist ja schon da und ich kriege immer Nachschub, wenn ich welchen brauche.

Ich muß oft an eine Doku über eine Amsel denken, die mitten in der Großstadt kein Nistmaterial fand und ihr Nest aus Plastikfetzen bauen mußte, mit denen sich die Jungen strangulierten.... Da biete ich doch lieber die Unterwolle vom Nachbarshund an.

Ist das vielleicht doch eher so wie mit unseren Sicherheitsgurten in den Autos? Gelegentlich wird einem Autofahrer der Gurt zum Verhängnis, weil er sich unter Wasser nicht abschnallen kann etc, gleichzeitig rettet der Gurt aber immer wieder Menschenleben bei Unfällen anderer Art?

@andreamast ich hätte das AUsmaß der Schäden, die Tierhaare verursachen früher auch nie für möglich gehalten.
Erst, als ich zunehmend aktiv wurde in der Wildvogelhilfe-Notfälle Gruppe bei FB wurden mir die Ausmaße des Dramas klar.
Vorher ging ich immer nur davon aus, dass Langhaare (z.B. von Pferden) problematisch sind - daran fädeln sich ungLaublich oft Schwalbenküken auf, die dann tot an dem verschluckten Faden vom nest runter hängen.
Ich schau mal, ob ich in der Notfallgruppe irgendwo das Dokument zum Thema auftreibe, wo zahlreiche Fotos zeigen, was so alles in den pflegestationen an Haaropfern ankommt. Und zwar besonders bei Küken verursacht durch die feine Unterwolle.
Melde mich dann

Sag niemals "nie", denn es gibt nichts, was es nicht gibt.....

@andreamast hast Du Facebook?

Dann lies Dir doch bitte mal diesen Beitrag mit der dazugehörigen Fotodokumentation durch.
In den Kommentaren haben weitere Päppler Fotos beigesteuert.
Man muss sich immer vor Augen halten, dass die Vogelküken nach dem Schlupf so klein sind, wie eine cent-Münze (siehe Fotos) - und das sind Spatzenküken - Blaumeisenküken sind noch kleiner.
Da reicht das allerdünnste, allerkürzeste Tier- oder Menschenhaar, um ein Beinchen abzuschnüren.

PS. und noch ein immens wichtiger Punkt, der meistens vergessen wird:
die allerwenigsten Haustierbesitzer verzichten heutzutage noch darauf, ihre Katzen und Hunde regelmäßig mit Spot Ons gegen Parasiten zu behandeln - manche verwenden sogar zusätzlich auch noch Flohhalsbänder etc.
Diese Haare sind damit dann durchweg mit Pestiziden verseucht und somit für so ein kleines Küken wirklich ungesund bis manchmal sogar tödlich.

Hochgeladene Dateien:
  • Karl-Küken-IMG_1199.JPG
  • Karl-Küken-IMG_1211.jpg
  • Karl-Küken-IMG_1224.JPG
  • IMG_2803.JPG
Evy hat auf diesen Beitrag reagiert.
Evy
Sag niemals "nie", denn es gibt nichts, was es nicht gibt.....

die allerwenigsten Haustierbesitzer verzichten heutzutage noch darauf, ihre Katzen und Hunde regelmäßig mit Spot Ons gegen Parasiten zu behandeln - manche verwenden sogar zusätzlich auch noch Flohhalsbänder etc.

 

Mein Anti-Zeckenmittel ist Kokosöl, weder Hund noch Katze hatten die letzten Jahre mehr als zwei Stück pro Jahr. Entwurmen muss ich auch nicht, ich lasse die Hinterlassenschaften prüfen.

Dieses viertel Jährliche entgewurme macht bei Hunden- und Katzen die natürliche Darmflora so kaputt, das ich hier schon Hunde kennen, denen das Fell ausgeht - aber der Besitzer gLaubt es liegt an ...

Ich räume meinen Garten selten auf, Moos ist genug da, Nistmaterial auch. Das Nest letztes Jahr im Meisenkasten, war nur Halm und Moos, mit Federn. Wobei ich meine Hunde/Katze, wenn ich bürste, diese nicht Gott weiß wo streue, sondern sie zumeist entsorge. Ich konnte noch nie einen Vogel beobachten, der dies als Nistmaterial aufnahm.

Und entflohen tu ich nur, wenn sie Flöhe haben, das ist auch nicht oft. Ich bin gegen diese ganze "Auf Verdacht Chemie"

 

Kirstin Zoller hat auf diesen Beitrag reagiert.
Kirstin Zoller
Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

@erebus - genau so mache ich es auch - sowohl, was die Behandlung (bzw. eher "nicht-Behandlung" meiner Haustiere anbelangt, als auch die ENtsorgung meiner Tierhaare.
Aber leider ist das immer noch eher die AUsnahme.

Die meisten halten sich an Impf- Entwurmungs- und Entflohungspläne, die man beim Tierarzt kommt - fertig vorgedruckte Heftchen direkt vom Pharmaunternehmen Deines Vertrauens......

 

Sag niemals "nie", denn es gibt nichts, was es nicht gibt.....

Die meisten halten sich an Impf- Entwurmungs- und Entflohungspläne, die man beim Tierarzt kommt - fertig vorgedruckte Heftchen direkt vom Pharmaunternehmen Deines Vertrauens......

 

Ich habe im Englischen Garten Hundekot-Tüten gesehen, wo die Entwurmungsempfehlung auf Monatlich gegeben wird

 

 

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.
Menü schließen
Zur Werkzeugleiste springen