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„Unkraut“

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Gestern stand ich mit meinem Nachbarn am Zaun und wir meditierten so vor uns hin, ließen die Blicke über die Gärten schweifen … ich habe mich so gefreut, wie viele Blümchen wachsen: Gundermann, Ehrenpreis, Akelei … Die Akelei liebe ich besonders! 😍 Mein Nachbar sagte, für ihn sei das alles Unkraut. Es ist kein Streitthema, es scheint bei uns in der Gemeinschaft ok zu sein, dass die Gärten verschieden sind.

Ich möchte aber trotzdem, dass meine schönen Blümchen nicht als Unkraut wahrgenommen werden.

Gestern habe ich eine Pulsatilla gepflanzt. Zu Hause stehen noch vorgezogene Löwenmäulchen.

Was mache ich nun? Spontanvegetation und Kulturblumen gemeinsam wachsen lassen? Oder wird das den Eindruck, dass es „Unkraut“ ist, nur vergrößern?

Oder Kulturbeet und „naturnahe Zone“ strikt trennen? Wird das besser und „gewollter“ wirken?

Ich kenne mich auch noch nicht so gut aus, welche Pflanze welche Bedürfnisse hat. Von daher ist es mir auch wichtig, zu schauen, was sich wo zeigt, um davon zu lernen.

Was würdet ihr mir an Pflanzen und Gestaltungsideen raten?

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Das erinnert mich ein bißchen an die Frage von Familie Zwirner und der Aufgeräumtheit, ich komm gerade nicht auf den Threadnamen....

Jedenfalls musste ich da in letzter Zeit ein, zwei Mal dran denken, als ich aus Unkrauträndern Gras weggejätet habe (und das "Unkraut" natürlich stehen blieb). Mein Eindruck ist immer der, daß auch Unkraut, vor allem in größeren Gruppen, sehr schön aussieht – wenn kein Grashalm dazwischen rausguckt! Jede*r nimmt das natürlich anders wahr, aber bei mir ist Gras irgendwie der Unkrautindikator ;-) Reines Unkraut yay, Unkraut mit Gras nay

Aber ganz grundsätzlich ist mir viel wichtiger zu sagen, daß Du dich – meiner außenstehenden Meinung nach – in diesem Fall keinesfalls vom seltsamen Nachbarn verunsichern lassen solltest! Weil er ja anscheinend auch Akelei als Unkraut wahrnimmt. Da kann man ihm vermutlich nicht mehr helfen...

Ansonsten sind klare Beetbegrenzungen und/oder Beetrand-Saisonpflanzen (sowas wie Hornveilchen o.ä.) zum Einrahmen immer hilfreich. Wenn man sofort erkennen kann, wo Beet und wo Rasen sein soll, wirkt auch ein wildes Beet irgendwie gleich ganz anders. In irgendsoeiner Doku kam mal ein Wildblumen-Rechteck vor, gerahmt von Rasenkantensteinen, im englischen Rasen irgendeiner Herrenhausartigen Anlage. Da hat die Gärtnerin auch ungefähr 10 Mal betont, daß das ja ginge, weil man die klare Umgrenzung habe ;-) (Ich hatte das Gefühl, daß ihr die Wildblumen eigentlich unheimlich sind, aber das schlechte Gewissen wegen des sonstigen Rasens die Fläche erzwungen hat )

tree12, Dorothee und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12DorotheeGsaelzbaerMomo
»Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden. Er fühlt sich immer tiefer in sie verstrickt.« – Karl Foerster

Ja, die Akelei hat er explizit als Unkraut bezeichnet, was mich gewundert hat, denn die gibt es doch sogar im Blumenladen zu kaufen, oder nicht?

Vielleicht wirkt es überzeugender, wenn die Vielfalt an Blumen noch größer ist. Ich muss mal schauen, was ich noch dazu setze. Veilchen klingen gut.

Zitat von Dorfgärtner am 29. April 2022, 12:58 Uhr

Das erinnert mich ein bißchen an die Frage von Familie Zwirner und der Aufgeräumtheit, ich komm gerade nicht auf den Threadnamen....

Ich helfe da mal aus: https://hortus-netzwerk.de/forum/topic/ordnung-im-natur-garten-akzeptanz-in-der-gesellschaft/ .

"Unkraut" scheint für viele ja einfach der Begriff für alles, was sie nicht selbst ganz bewusst ausgesucht und gepflanzt haben, zu sein. Geht mir ja auch nicht anders. Wobei ich dabei bin umzudenken und mich mit so einigem zu arrangieren. Letztens beim Jäten bliebt der Gundermann z.B. im Beet zwischen den Maiglöckchen und Iris stehen. Warum auch nicht? Sieht schön aus und ist umschwärmt. Aktuell ringe ich (mal wieder) mit der Echten Nelkenwurz. Die macht sich hier tierisch breit, wurde ganz sicher nicht bewusst gepflanzt. Aber eigentlich... ist die heimisch und warum sollte sie nicht einfach im Beet stehen? Wo sie doch etwas zu übergriffig ist, kann ich ja regulieren.

Was die Trennung von "wild" und "gewollt" angeht: Ich gLaube, wir gärtnern entspannter, wenn wir es nicht so eng sehen, sondern einfach mal machen lassen. Klar, was anderes überwuchert, wird unter Kontrolle gebracht, aber warum nicht mal schauen, welches spannende Bild sich ergibt, wenn ein paar vorwitzige "Unkräuter" ins Staudenbeet einziehen? (Mein Schaumkraut fliegt aber trotzdem raus, so weit es geht. Das ist mir zu lästig.)

Gut, dann pflanze ich hier und da, und dazwischen schaue ich, was kommt und was sich für ein Gesamtbild ergibt. 😁

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Dorothee hat auf diesen Beitrag reagiert.
Dorothee
Zitat von Momo am 29. April 2022, 14:25 Uhr

Ja, die Akelei hat er explizit als Unkraut bezeichnet, was mich gewundert hat, denn die gibt es doch sogar im Blumenladen zu kaufen, oder nicht?

Vielleicht wirkt es überzeugender, wenn die Vielfalt an Blumen noch größer ist. Ich muss mal schauen, was ich noch dazu setze. Veilchen klingen gut.

zu Akeleien sagt man auch Feen-Handschuhe = also kein Unkraut! und einheimische Fingerhüte sind die Feen-Hüte. Meine wilden Karotten-Blüten wurden letztes Jahr von sehr vielen bewundert und nachgefragt wo es diese Stauden zu kaufen gibt = also kein Unkraut. Viele wilde Kräuter werden inzwischen von den Gourmetküchen entdeckt und neu interpretiert, dafür zahlt mancher Gast gerne mal das vierfache....ich mach das wie es mir gefällt, was passt und was stört oder zu viel wird kann auch mal weg. Jeder Trend hat mal klein angefangen, wir sind einfach schon bei den Pionieren

Kirsten, Dorothee und 3 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
KirstenDorotheeMomoGsaelzbaerBounty
Viele Gärtner haben eine Meise

Lass dich nicht verunsichern!

Das ist einfach alles noch nicht so bekannt mit den tollen Wildblumen.

Ich denke es ist einfach auch die Angst die Pflanzen nicht unter Kontrolle zu haben.

Am liebsten ein Beet in dem mit schönem Abstand eine Kulturpflnze neben der nächsten steht. Dazwischen wird das 'unkraut'gehäckelt. Da fühlen sich alle sicher und wissen dass ihnen nichts aus dem Ruder läuft.

Ich habe oft auch Angst vor meiner wilden Vegetation - wird mir das alles überwuchern?

Tatsächlich habe ich auch einige Wucherer wie Quecke und Giersch. Da bin ich auch hinterher dass die nicht alles andere Verdrängen.

Aber alles andere ist soo toll....

 

Dorothee, Gsaelzbaer und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
DorotheeGsaelzbaerAmarilleMomo

Ein Blumenbeet lebt auch von der Struktur.

Wenn ich eines neu anlege pflanze ich zuerst die großen hohen Stauden (1m und mehr). Die geben dem Beet die Struktur. Als Struktur kann auch ein Baumstamm eingepflanzt sein. Je nach wüchsigkeit sind das nur eine je m² (Beifuß) oder 3-5 je m² für hohe Staudensonnenblumen oder hohe Astern.

Davor kommen dann die niedrigeren und halbhohen Pflanzen.

Stauden pflanzen ist wie ein Puzzle. Es gibt die flachen (horizontale Linie) und die ganz aufrechten (verticale Linie), die halbkugeligen, die aufdemKopfstehendenPyramiden (Farne).

Wenn diese Puzzleteile optimal ineinander gelegt sind sieht es schonmal ganz toll aus.

Langweilig ist ein Beet mit lauter gleich hohen Pflanzen.

Kultur-und Wildpflanzen strikt trennen würde ich nicht. Das kann alles prima miteinander wachsen.

Und wer kennt denn schon alle Pflanzen und kann sagen was wild ist und was nicht??

Ein bißchen schwierig ist das Unkraut das tatsächlich jeder kennt und jeder jätet wie Gundermann, Ehrenpreis.  Da zuckt es jedem Gärtner in den Fingern. Bei mir wächst das zwischen den Großstauden inkl. Schöllkraut und Schwarznessel (das kennen wiederum nicht so viele)

Da lenken aber immerhin die Großstauden ab vom 'Unkraut' und haben dieses auch schon ab Mitte Mai überwachsen.

Tatsächlich kenne ich auch ausgesprochene Naturgärtner die dieses Unkaraut nicht ertragen können. Ich will es stehen lassen für die Insekten und ich habe auch echt nicht die Zeit es andauernd zu jäten um dann einen kahlen nackten Boden zu hinterlassen den ich in 3 Wochen wieder jäten muss.

Ein Blumenbeet ist auch sehr unterschiedlich je nach Jahreszeit. Im Sommer bewundern alle meinen Beifuß, wilde Pastinake, Königskerzen (alles Wildwuchs) und stehen vor dem tollen KulturLungenkraut (das im Sommer nicht mehr so toll aussieht) ob ich das nicht mal abschneiden oder wegmachen sollte.

Dorothee, UD und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
DorotheeUDMomoGsaelzbaer

Das ist jetzt auch so ein Fall für "Ach, zwei Seelen wohnen in meiner Brust". Ich finde Wiesenklee schlicht und einfach schön. Aber da der nun mal gerne nährstoffreiche Böden mag, kommt er bei mir vermehrt in der Ertragszone vor. Wenn man ihn lässt, dann ist er gekommen, um zu bleiben, denn mit seinen Meter tiefen Wurzeln, über die er sich vermehren kann, wird man ihn so schnell nicht wieder los. Auch dort, wo man ihn nicht haben möchte... Das Leben ist wirklich kompliziert! :-)

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tree12, Kirsten und 3 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12KirstenDorotheeGsaelzbaerMomo

Ich glaub, die Frage, was Unkraut ist, ist für jeden unterschiedlich, Unkraut ist etwas dann, wenn es den Garteneigentümer stört, weil zuviel, am falschen Ort oder weswegen auch immer.

Wenn Du nicht möchtest, daß Deine Pflanzen als Unkraut wahrgenommen werden, hilft es vielleicht, besonders auf einfache Struktur zu achten (wie Mü schon schrieb), oder es durch Abstand zu anderen Pflanzen, schöne Beschilderung oder kleine Zäunchen als "gewollt" zu kennzeichnen. Insbesondere Beschriftung, ggf. mit Infos zu Nutzen der Pflanze, schreit meiner Meinung nach deutlich "kein Unkraut"

Dorothee und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
DorotheeGsaelzbaer
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