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Steinobst als UFO-Spalier

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Danke für die interessanten Beiträge??

Ich hätte da auch noch einige Wände frei auf dem Grundstück, habe mich aber noch nicht rangetraut. Wie ist das denn mit der Ausrichtung der Wand. An eine in der Übergangszeit schattige Westwand macht es vermutlich gar keinen Sinn, oder doch??

Meine Aprikosen sind an der Ostwand und der Pfirsich an der Nordwand - da kommt aber schon morgens frei die Sonne hin. In der Übergangszeit schattig hat einen Riesenvorteil: Die Pflanzen treiben nicht zu früh aus und blühen später. Damit sinkt das Risiko, dass die Blüten dann bei einem Spätfrost dran gLauben müssen. Die Kulturdauer ist ein wenig kürzer als auf der Südseite, das ist aber nicht weiter schlimm, wenn man nicht zu spät fruchtende Sorten wählt.

Ich finde deinen Standort gar nicht schlecht! Aprikosen hätte ich tendenziell eher an Ostwänden im Regenschatten des Hauses, aber alles andere Steinobst geht da super.

Nina hat auf diesen Beitrag reagiert.
Nina

Hallo Christian @christian

Absolut super wie du das beschreibst! ich wünsche mir seit schon lange einen gelbfleischigen Pfirsich, die ja die anfälligsten für die Kräuselkrankheit sind - aber auch die leckersten!!

Mit deiner Anbau- und Schnitttechnik könnte das ja trotzdem funktionieren! Hast du Tipps für Sorten?

Jetzt überlege ich natürlich wegen des Standortes. Wieviel Breite und Höhe braucht denn so ein Pfirsichspalier?

Ich hätte an Hauswänden nur noch sehr schmale Stücke von ca. 2m Breite und Höhe (da eher weniger)

Oder eine Mauer ca. 1,3 hoch im Garten. Ausrichtung nach (Nord)westen. Allerdings wird die Süd-und West-Sonne durch 2 große Bäume abgeschattet. Im Hochsommer scheint sie da natürlich trotzdem hin.

Oder einen Holzzaun Ausrichtung Südosten, 2,2m hoch.

Da wäre auch noch viel Platz in der Breite. Oder würde sich der Standort auch für eine Aprikose eignen?

Aus welchem Grund sollen Aprikosen im Regenschatten stehen? Würde der Holzzaun genug Regenschatten bieten? Oder sollen die Blätter wirklich trocken bleiben? Dann wäre der Holzzaun wohl zu wenig?

 

 

Also, meine Aprikose steht frei im geschützten Vorgarten (liegt ca. 90 cm unter Straßenniveau). Sie ist jetzt ca. sieben Jahre alt und 5 m hoch, trug dieses Jahr zum erstenmal Früchte. In unserer eher milden Gegend sind ihre tollen Blüten erst ein einziges Mal dem Spätfrost zum Opfer gefallen. Eigentlich mögen sie ja eher sandigen Boden, bei mir steht sie im Lehmboden (mit vermutlich Bauschutt im Untergrund).

Mein Mann sorgt mit einem guten Schnitt regelmäßig dafür, daß der Baum nach einem Regenschauer gut abtrocknen kann. Die Aprikosen lassen sich übrigens in Stückchen geschnitten sehr gut einfrieren fürs Müsli.

Die Größe eines Spaliers hängt im wesentlichen von der Wuchsstärke der Unterlage und der Qualität des Bodens ab. Mein Weinbergpfirsich auf Unterlage Rubira in fettem Lehmboden braucht von der Garagenwand in der Zwischenzeit mehr als die Hälfte der Fläche (auf ca. 6m Länge). Bei Sandboden geht auch ein wenig weniger Fläche.

Pfirsichsorten habe ich den besagten roten Weinbergpfirsich, der ist sehr robust, reift spät ab (September) und beendet sie Saison eher. Ich habe frühere Sorten gepflanzt, aber erst im letzten Herbst und kann da noch wenig dazu sagen. Die Weinbergpfirsiche sind weniger süß als die klassischen Sorten, haben dafür ein spezielles intensives Aroma.

Die Aprikose nicht an den Zaun, sondern an die Hauswand! An der Ostseite ist der Regenschatten vom Haus, da stehen die weniger im Wasser und das Blatt ist seltener nass als auf der Wetterseite. Und die Wand gleicht Temperaturschwankungen aus, das kann ein Zaun nicht.

Malefiz hat auf diesen Beitrag reagiert.
Malefiz
Zitat von GmiasObstTierla am 10. November 2022, 22:13 Uhr

Die Größe eines Spaliers hängt im wesentlichen von der Wuchsstärke der Unterlage und der Qualität des Bodens ab. Mein Weinbergpfirsich auf Unterlage Rubira in fettem Lehmboden braucht von der Garagenwand in der Zwischenzeit mehr als die Hälfte der Fläche (auf ca. 6m Länge). Bei Sandboden geht auch ein wenig weniger Fläche.

Pfirsichsorten habe ich den besagten roten Weinbergpfirsich, der ist sehr robust, reift spät ab (September) und beendet sie Saison eher. Ich habe frühere Sorten gepflanzt, aber erst im letzten Herbst und kann da noch wenig dazu sagen. Die Weinbergpfirsiche sind weniger süß als die klassischen Sorten, haben dafür ein spezielles intensives Aroma.

Die Aprikose nicht an den Zaun, sondern an die Hauswand! An der Ostseite ist der Regenschatten vom Haus, da stehen die weniger im Wasser und das Blatt ist seltener nass als auf der Wetterseite. Und die Wand gleicht Temperaturschwankungen aus, das kann ein Zaun nicht.

Hm, ok, schade. Das war eine gute Information! Dann fällt die Aprikose aus hier. So einen Standort habe ich leider nicht.

Bei den Unterlagen für Pfirsich hätte ich ja lieber die trockenheitsverträglich INRA GF 677 laut Baumschule Schreiber. Eine Baumschule hätte ich in der 'Nähe' bei der sowas anfragen könnte.

Wie immer das Problem mit der mangelnden Fachkompetenz und der zugekauften Containerware die sich ausschweigt über die Unterlage.

 

Das schöne am November ist, dass gute Baumschulen die selber vermehren da frische wurzelnackte Ware anbieten. Bei Steinobst kann ich in Süddeutschland Kiefer in Ortenberg empfehlen, die haben eine tolle Auswahl und gute Ware. Ich hatte da vor einem Jahr einen Tagesausflug hin gemacht. Schreiber in Poysdorf hat auch gute Ware und ein unschlagbares Aprikosensortiment. Wenn man mehrere Bäume haben möchte und im Freundeskreis rumfragt passen die Versandkosten dann auch wieder.

Wurzelnackt hat halt den Charme, dass man keinen zu lange im Topf gepflegten Baum bekommt, bei dem die Wurzeln sich kreisend so ineinander verwachsen, dass die Wurzelspitzen die Freiheit nicht mehr finden. Außerdem sind dann auch Sonderwünsche für Spaliere besser möglich ("starke Unterlage aber nicht auf 120/180cm aufgeastet etc.").

Kernobst und Kirschen veredeln die Baumschulen in der Nähe auch, selbst Auftragsveredelungen sind kein Problem. Aprikose und Pfirsich machen die aber nicht selber, die beziehen die auch nur als Topfware.

Zur Auswahl der Unterlagen empfehle ich: http://www.veredeln.info/unterlagen/aprikosenunterlagen/

Mü und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
Gsaelzbaer
Zitat von GmiasObstTierla am 12. November 2022, 17:39 Uhr

Das schöne am November ist, dass gute Baumschulen die selber vermehren da frische wurzelnackte Ware anbieten. Bei Steinobst kann ich in Süddeutschland Kiefer in Ortenberg empfehlen, die haben eine tolle Auswahl und gute Ware.

Guter Tip, das wäre für mich auch in der Tagesausflugsentfernung. Da schau ich gleich mal!

Das mit den zu lange im Topf gehaltenen Bäumen (oder überhaupt allen anderen Sträuchern) ist echt ein Problem. Das kenn ich nur zu gut.

Die Bäume wachsen dann nie richtig an und gehen irgendwann einfach ein. Ich sehe das wenn ich die abgestorbenen oder krüppelig wachsenden Bäume ausgrabe. Das geht meist sehr einfach weil es nur eine größere Wurzel in den Boden geschafft hat.

Auch die dauerhaften Ballentücher nicht aus Jute behindern das Wurzelwachstum extrem. Die verrotten auch nach über 30 Jahren nicht! Da grabe ich immer wieder welche aus und sehe wie schlecht die Pflanzen da durchgewurzelt haben.

Projekt in Poysdorf bestellen ist auch eine gute Idee für nächsten Herbst.

 

 

 

Malefiz hat auf diesen Beitrag reagiert.
Malefiz
Zitat von GmiasObstTierla am 12. November 2022, 17:39 Uhr

Zur Auswahl der Unterlagen empfehle ich: http://www.veredeln.info/unterlagen/aprikosenunterlagen/

Die Seite ist auch Gold wert!

@christian

Ich bin auf der Suche nach trockenverträglichen Apfelunterlagen.

Auf der von dir empfohlenen Seite scheinen MM111 und M7 ganz gut zu sein.

Weißt du da was Neues?

'Trockenverträglich' hat seit letztem Sommer ja eine neue Dimension erreicht.

Da du dich mit dem Thema mehr beschäftigst bist du vielleicht näher dran an neueren Erkenntnissen?

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