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Regiosaatgut ja/nein

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Hallo,

danke erstmal für die Aufnahme. Ich bin zufällig beim stöbern in Youtube auf das Hortusnetzwerk gestoßen, und da wir eh sogut wie alles, was zu einem Hortus dazugehört, bereits machen oder geplant haben dachte ich, ich melde mich mal an. Vielen Dank für die Aufnahme.

Um die Winterzeit zu nutzen plane ich gerade das nächste Projekt für März: eine Magerwiese

vor 2 Jahren (bevor ich dabei war) wurde Regiosaatgut Blühwiese von Saaten Zeller gekauft und auf einem Teil des Gartens ausgebracht.

Aber wenn ich mir anschaue was da drinn ist dann kann von wirklicher Vielfalt nicht die Rede sein: 10 Gräser, 2 Kleesorten, 22 Kräuter. Natürlich besser als Sportrasen aber da ist noch Platz nach oben. Andere Hersteller sind in der enthaltenen Vielfalt besser.

Nun habe ich ein paar Staudensamen, welche für unsere Region passen, rausgesucht und zusammengestellt.

Leider bekomme ich diese nicht als Regiosaat und teilweise sind Kulturvarianten dabei. Dafür habe ich viele drinn welche auf der Roten Liste stehen und in den käuflichen Mischungen, die ich mir angeschaut habe, nicht enthalten sind. Aber ich bin mir sehr unsicher was besser ist.

 

Nur Regiosaatgut verwenden dafür aber nicht so viele Arten (werden aber mit der Zeit sicher von alleine mehr)

oder viele Arten durch Regiosaatgut + eigene Mischung + evtl. andere Blühmischungen ohne Regiozert      ????

Herzlich willkommen bei uns!

Wie groß ist denn die geplante Magerwiese? Die guten Samenmischungen enthalten sehr viele verschiedene Arten, denn nicht jedes Samenkorn und auch nicht jede Art wird aufgehen. Die Faktoren, die zur Keimung und zum weiteren Wachstum nötig sind, sind ja an jedem Standort ganz individuell. In jeder Wiese liegt Dynamik, einige Arten werden mit Verspätung keimen, andere werden nach anfänglich gutem Wachstum wieder verschwinden.

Was für Kleesorten sind das? Hoffentlich kein Weißklee? Der gehört auf keinen Fall in solche Mischungen rein, weil er bald alles dominiert und weil "abweiden/abmähen" seine Ausbreitung noch beschleunigt.

Wenn die geplante Fläche nicht allzu groß ist, kannst Du Regiosaatgut aussäen und Stauden, die Dir besonders am Herzen liegen, als fertige Pflanzen in kleinen Inseln reinsetzen. Auch Reinhard Witt macht das oft so, daß er aussät und gleichzeitig Stauden in die Fläche ausbringt. Das ist eine gelungene Kombi aus "sparsam" und "schnell da".

Simbienchen und Primulaveris haben auf diesen Beitrag reagiert.
SimbienchenPrimulaveris

Hallo und willkommen!

Meine erste Frage wäre auch: Wie groß ist denn die Fläche? Und wo ist die Region?

Du könntest mal die Mischungen von Rieger-Hofmann oder Hof Berggarten (o. a.) begutachten, ob die Zusammensetzung dir besser gefällt. Manchmal gibt es auch NUR Blumensamen, ohne Gräser. Wobei in einer (Mager-) Wiese Gräser auch ziemlich wichtig sind, sie sind Futterpflanzen und Überwinterungsplätze für sehr viele Schmetterlinge.

Wenn es in einem Garten ist, finde ich (inzwischen) die Regionalität nicht mehr sooo wichtig. Ich würde schon nur Blumen nehmen, die es in meiner Gegend gibt, aber ob die Margarite genetisch aus Schleswig-Holstein oder Oberfranken kommt, sehe ich inzwischen nicht mehr so puristisch, weil ich gLaube, dass "der Zug abgefahren" ist. Aber das kann man anders sehen. Kulturvarianten würde ich persönlich dagegen nicht säen (außer in ein Beet), schon gar nicht in freier Landschaft außerhalb des Gartens.

Was ich bei mir selber gemacht habe: Bei jedem Spaziergang zwischen Mai und Oktober ein paar Samen auf Wiesen geklaut, Lücken in meinen Rasen gekratzt und gesät. Diese Methode ist langsam und nur auf kleinen Flächen möglich, wo man auch mal von Hand jäten und bestimmte Pflanzen fördern bzw. Gras ausrupfen kann - auf großer Fläche geht das natürlich nicht.

Wiesenblumen sind langsam, es dauert manchmal Jahre, bis etwas blüht, man muss echt durchhalten, wenn es nach ein, zwei Jahren noch "mager" (also, nicht im gewollten Sinne) aussieht.

Es gibt ein paar Threads über Wiesen, vielleicht wirst du da auch fündig, z. B. https://hortus-netzwerk.de/forum/topic/wiesen/?part=1

 

Dorothee hat auf diesen Beitrag reagiert.
Dorothee

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Das mit dem Aufgehen kann ich an den bereits gesähten Flächen sehen. Diese werden von 4-6 Arten dominiert. Das sich nach dem sähen nicht mehr darum gekümmert und gemäht wurde hat sicher nicht geholfen.

Weißklee ist nicht drinn. Wenn ich die richtige Mischung angeschaut habe dann ist es Horn- und Hopfenklee.

Der Bereich ist noch nicht fest, aber es werden wohl 150 qm.

Fertige Stauden zu kaufen kommt leider nicht mehr in Frage. Einerseits aus Kostengründen andererseits weil Kaninchen alles kahlfressen sobald es gesetzt ist. Die Kaninchen halten mich auch noch zurück teurere Regiomischungen zu kaufen. Die diesen Frühling gekauften Sonnenhüte und Katzenminze waren am nächsten Tag weg.

Ich hoffe das die fresswut besser wird wenn eine größere Auswahl und Fläche zur Verfügung steht.

Ich kann aber im eingezäunten Nutzgarten Stauden aus Samen vorziehen und dann nach 1-2 Jahren an ihren Platz bringen.

Da der Garten nicht sofort gut aussehen muss und Zeit keine Rolle spielt werde ich dies wohl machen.

Simbienchen, Primulaveris und Dorothee haben auf diesen Beitrag reagiert.
SimbienchenPrimulaverisDorothee

Die Region ist Karlsruhe, also streng gesehen 9 aber sehr nah an 10 und 11.

Danke für den Link, werde ich mal in Ruhe lesen.

Die Frage ist auch: Ist der Boden bereits mager, oder soll es "nur" eine möglichst artenreiche Wiese werden, die durch die richtige Pflege in Richtung mager entwickelt wird? Oder machst du es wie ein gewisser Markus Gastl (Gründer des Hortus-Netzwerks) und baggerst den Garten aus, um ihn mit Schutt und Schotter zu verfüllen...

Auf sog. Fettwiesen wachsen ja auch bis zu x (Zahl vergessen, aber sie ist gar nicht so niedrig!) Arten, und die sterben auch dahin... Also, eine richtig artenreiche Glatthaferwiese ist auch sehr toll, es muss vielleicht nicht immer der Extremstandort sein.

Deshalb die Frage, weil Arten, die es wirklich mager BRAUCHEN, auf fettem Boden nie dauerhaft bestehen werden, man kann sie höchstens wie in einem Beet pflegen und freihalten.

Ihr könnt ja Versuche machen mit abgezäunten Flächen, und beobachten, welchen Einfluss z. B. die Kaninchen haben. Also ein langangelegtes Forschunsprojekt :-) .

Simbienchen und tree12 haben auf diesen Beitrag reagiert.
Simbienchentree12

Der Garten ist schmal und lang (14meter breit 70 meter lang). Er war bereits vom Vorbesitzer (hatte den etwa 50 Jahre) in etwa 3 Zonen aufgeteilt. Am Eingang ist Hecke und dichter Obstbaumbestand also schattig mit guter Schicht humus. Dort wurde auch sicher gemulcht und auch mal mist aufgebracht.

Dann kommt ein langes Stück Wiese mit vereinzelten Obstbäumen. Sehr sonnig! Hier ist die Humusschicht sehr dünn und nach 5-10 cm ist es reiner Sand. Ich kann metallstangen mit der Hand gut 1,5meter in den Boden drücken bevor ich einen Hammer brauche. Sollte also nicht allzu lang dauern den Boden auszumagern. Hier soll zwischen die Obstbäume die Magerwiese und paar Steinhaufen. Ortsfremdes Material in dem Garten, in solch einem Ausmass zu verteilen, ist nicht erLaubt.  Auf einem Teil davon wurde auch schon die genannte Regiomischung ausgebracht als wir beim Zaun Neubau viel kahlschlag hatten.

Wie kann ich rausfinden ob es bereits mager genug ist? Ich habe etwas über Stickstoffzeigerpflanzen gelesen aber Brennesel und Löwenzahn wächst dort nicht.

Danach kommt Nutzgarten wo der Vorbesitzer seine Beete angelegt hatte. Hier ist die Humusschicht wieder sehr viel dicker.

Zitat von Hamperl am 30. November 2022, 21:21 Uhr

Dann kommt ein langes Stück Wiese mit vereinzelten Obstbäumen. Sehr sonnig! Hier ist die Humusschicht sehr dünn und nach 5-10 cm ist es reiner Sand. Ich kann metallstangen mit der Hand gut 1,5meter in den Boden drücken bevor ich einen Hammer brauche.

Wie kann ich rausfinden ob es bereits mager genug ist?

Was wächst denn auf der vorhandenen Wiese? Kannst du ein paar Pflanzen bestimmen die häufig vorkommen? Das wäre schon mal ein sehr guter Anhaltspunkt welche Pflanzen dort gedeihen könnten.

Dünne Humusschicht und danach reiner Sand in vollsonniger Lage hört sich nach magerem Trockenstandort an. Findest du z.B. den wilden Thymian oder Oregano?

welche sind denn die 4-6 Arten aus der Samenmischung die gut gewachsen sind?

Was willst du mit der vorhandenen Wiese machen?

Vielleicht könntest du die Wiese (die auf dem Standort eigentlich schon eine Magerwiese sein sollte) stehen lassen und nur hier und da einen m² abstechen und einsäen um die Artenvielfalt zu erhöhen? Dann wär das teure Saatgut auch nicht so schlimm.

Hast du vielleicht ein Foto?

Wo ist das denn in Karlsruhe? Grüße von der anderen Rheinseite...

Simbienchen, Dorothee und Hamperl haben auf diesen Beitrag reagiert.
SimbienchenDorotheeHamperl

Hallo fast Nachbar.

Wir sind im Beiertheimer Feld (neben der Günther Klotz Anlage).

Die Arten von den 5 die ich noch weiß sind: Natternkopf, Weiße Lichtnelke, Spitzwegerich

Es gibt auch einen Fleck wo sogut wie nur Moschus Malve wächst.

Leider lässt sich daraus aber nichts ableiten für die künftige magerwiese. der Bereich der bereits gesäht wurde ist neben einer kleinen Hütte, Zaun und grosser Haufen erde (wahrscheinlich mal ein Kompost). Da war sicher mal etwas vom Vorbesitzer gepflanzt und auch gedüngt.

Thymian und Oregano wäre mir bestimmt aufgefallen. Habe mir bisher noch nicht die Mühe gemacht etwas von der zukünftigen Fläche zu bestimmen kann ich aber heute machen. Foto auch.

Simbienchen und Dorothee haben auf diesen Beitrag reagiert.
SimbienchenDorothee

Habe nun mal mit Plantnet eine Bestimmung probiert.

Leider ist sich das Programm nicht sehr sicher bei den Bestimmungen die es ausspuckt, vielleicht kann jemand von euch mehr mit den Fotos anfangen.

Kleiner Storchschnabel, Acker Hornkraut, Duft? Veilchen, Vogelmiere,  das einzig hohe ist die Nachtkerze.

Die Fotos von den Pflanzen und ein Foto von dem Boden (eine spatenlänge tief)

https://hortus-netzwerk.de/wp-content/uploads/tfaf/2022/12/01/20221201000007.JPEG

https://hortus-netzwerk.de/wp-content/uploads/tfaf/2022/12/01/20221201000008.JPEG

 

https://hortus-netzwerk.de/wp-content/uploads/tfaf/2022/12/01/20221201000009.JPEG

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