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Paprika vorziehen

Ich habe heute mit dem Vorziehen von Paprika begonnen. Im Internet habe ich gelesen, dass Paprikas ziemliche Diven sind und ganz bestimmte Voraussetzungen zum Keimen brauchen: von unten 25°C, mit einer Folie abdecken, täglich mit warmem Wasser besprühen und lüften.

Muss ich das so machen oder funktioniert das auch abgespeckter? Ich habe meine Töpfchen jetzt im Heizungskeller stehen, da sind es schätzungsweise 15-18°C und ich habe sie momentan auf dem Heizkessel stehen und noch nicht am hellen Fenster (wo es etwas kühler ist). Folie habe ich bisher auch keine drauf. Könnte das auch klappen oder muss ich aufrüsten?

Da kann Martin sicher helfen

@martin

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "
Zitat von Simbienchen am 22. Januar 2021, 19:07 Uhr

Da kann Martin sicher helfen

@martin

Danke für die Lorbeeren...

Ich werde in den nächsten Tagen auch Paprika und Chili aussäen. Diven sind die aber nicht. Ich stelle die Aussaat ganz einfach ins Wohnzimmer. Bei Temperaturen, bei denen ich mich wohlfühle, fühlen sich auch Paprikas wohl. Wie die meisten Aussaaten decke ich auch Paprikas ab, egal ob Folie, Plastikdeckel oder sonst was lichtdurchlässiges, wichtig ist, daß die Luft darunter feucht ist und die Erde nicht austrocknet. Tägliches Besprühen mit warmem Wasser kann man vergessen. Wenn ein Deckel drauf ist, der das Verdunsten verhindert genügt das. Und wenn man dann pikiert hat, kann man auch die Abdeckung weglassen, damit mehr Luft ran kann. Auch dann stehen sie bei mir weiterhin im Wohnzimmer. Der Standort nach der Keimung sollte hell sein, bei mir ist es Ostfenster, das für Paprika genügt, für Tomaten aber bei Zimmertemperatur schon zu dunkel ist.

Simbienchen und Dorothee haben auf diesen Beitrag reagiert.
SimbienchenDorothee

Ich säe seit 3 Jahren Paprika aus. So schwierig ist das nicht. Wenn sie kühler stehen, dauert halt die Keimung länger. Wichtig ist, dass die Erde nicht austrocknet. Und das geht natürlich einfacher, wenn man eine Folie o.ä. über den Töpfen hat. Mit warmen Wasser sind meine auch noch nie behandelt worden. Allerdings stellen einen die Paprika manchmal auf eine Geduldsprobe. Die Keimung kann je nach Sorte und Temperatur schon mal 4 Wochen dauern. Wichtig finde ich noch, dass sie nach der Keimung nicht zu warm stehen. Sonst vergeilen sie schnell. Ich stelle sie dann in ein ungeheiztes helles Zimmer.

Danke für eure Tipps. Ich habe meine Töpfchen jetzt mal vom Keller ins Wohnzimmer umgesiedelt und eine Folie darübergemacht. Mal sehen, wann sie dann keimen. Danach sollte ich sie aber vermutlich in ein anderes Zimmer stellen, denn durch den Ofen ist das Wohnzimmer oft ziemlich warm.

Für Paprika und Chili sind die Bedingungen oft schlecht, denn sie brauchen durchgehend viel Wärme zum Keimen, haben danach aber wieder viel zu viel Wärme im Vergleich zu den Lichtverhältnissen (im Januar in der Wohnung).

Es kommt für mich nicht in Frage, teure Hilfsmittel, die womöglich noch Strom verbrauchen, anzuschaffen. Also schaut man sich um, was man denn so findet: Plastiktöpfchen im Friedhofscontainer, Erde aus dem Garten und Hochbeet (es kann auch jedes Jahr die selbe torffreie Anzuchterde verwendet werden), Pappe und eine Schachtel als Untersetzer, Buchfolie (auch jedes Jahr die selbe) und ein dickes Wolltuch.

Ich rühre die Anzuchterde mit lauwarmem Wasser an und stopfe sie fest in die Töpfchen. Mit einem Holzstäbchen drücke ich ein 1 cm tiefes Loch in die Mitte und lege das Samenkorn hinein. Pro Topf eins. Dann bedecke ich es leicht mit Erde.

Zum Keimen brauchen die Samen kein Licht, aber viel Wärme, weswegen ich die Töpfe in den Karton stelle und mit der Buchfolie und dem Wolltuch bedecke. Ich stelle ihn auf eine dicke Pappe und das Ganze dann auf den Boden (Fußbodenheizung) in ein Eck, wo es nicht zieht. Nach 7 Tagen kann ich schon die ersten Töpfe mit den sichtbaren Keimlingen herausnehmen. Nach 10 Tagen haben es alle geschafft. Gießen musste ich kein einziges Mal. Falls es notwendig wäre, dann nimmt man am besten warmes Wasser.

Sobald die beiden Keimblätter sich schön entfaltet haben, stelle ich die Töpfe ins kühle Schlafzimmer aufs Fensterbrett, das ich mit Pappe abgedeckt habe. Dort wird auch nachts das Fenster gekippt, aber das macht ihnen gar nichts aus. Jeden Tag streiche ich mehrere Male über jede einzelne Pflanze, denn das sorgt für einen kompakteren Wuchs.

Wenn die Pflanzen größer sind, bekommen sie große Töpfe, gröbere Erde und werden etwas tiefer gesetzt. Die stark wüchsige Chili bekommt einen großen Eimer mit Stützstab und steht vor der Balkontür. Irgendwann werden die Blätter gelblich, dann wird es Zeit für eine Düngergabe. Die Blüten bestäube ich durch Schütteln oder Pinseln. Die ersten Paprika ernte ich schon auf der Fensterbank und die meisten Chili im Wohnzimmer bevor es Mitte Mai dann ans Auspflanzen geht.

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Dorothee hat auf diesen Beitrag reagiert.
Dorothee

Das hört sich ja interessant an. Statt energieverbrauchende Wärmequelle, einfach dick anziehen :lol: .

Wenn du doch mal gießen musst, besprühst du sie dann von oben? Ich habe mal gelesen, dass man Keimlinge und junge Pflänzchen besser von unten gießt, damit sie nicht faulen oder verpilzen.

Ist es denn am Fenster um diese Jahreszeit lang genug hell?

In diesem Jahr brauche ich gar nicht auszusäen. Ende September habe ich meine Paprikapflanzen und 1 Aubergine aus dem Hochbeet genommen, die Wurzeln und Triebe etwas eingekürzt, schadhafte Blätter entfernt und in Töpfe gepflanzt. Bis es kalt wurde durften sie im Topf noch draußen stehen, danach kamen sie ins Haus und stehen seitdem in einem kühlen Zimmer (12-16 Grad) am Westfenster auf der Fensterbank. Wichtig ist, dass man alle paar Tage auf Schädlinge kontrolliert, befallene Blätter ggf. entfernt und die Triebe dann abduscht. Gießen sollte man sehr sparsam.

Angeblich soll das nicht mit allen Sorten funktionieren, bis jetzt stehen aber alle gut da.

Ich bin schon sehr gespannt, ob sich die Überwinterung positiv oder negativ auf den Ernteertrag auswirkt.

Sobald die Temperaturen es zulassen werden die Pflanzen auf der Terrasse akklimatisieren und im Mai wieder ins Hochbeet gesetzt.

Die Läusedusche musste ich zweimal durchführen, ansonsten fand ich den Arbeitsaufwand gering. Ich gieße etwa alle 7 - 10 Tage ein klein wenig.

Bei der Aussaat im letzten Jahr habe ich keinen großen Firlefanz veranstaltet. Im Januar ausgesät und ohne Abdeckung auf die warme Fensterbank gestellt. Abdeckungen nutze ich allgemein nicht mehr, da mir aufgefallen ist, dass sich dadurch mehr von den ganz jungen Sämlingen verabschieden. Natürlich muss man dann öfter die Feuchtigkeit kontrollieren. Zum Gießen benutze ich übrigens eine Ballbrause.

Gsaelzbaer hat auf diesen Beitrag reagiert.
Gsaelzbaer
Zitat von Dorothee am 30. Januar 2021, 19:39 Uhr

Das hört sich ja interessant an. Statt energieverbrauchende Wärmequelle, einfach dick anziehen :lol: .

Wenn du doch mal gießen musst, besprühst du sie dann von oben? Ich habe mal gelesen, dass man Keimlinge und junge Pflänzchen besser von unten gießt, damit sie nicht faulen oder verpilzen.

Ist es denn am Fenster um diese Jahreszeit lang genug hell?

Ich gieße nach dem Keimen nur, wenn die Erde trocken ist. Dann ist Schluss mit Verwöhnprogramm. Die sollen ordentliche Wurzeln bilden, denn "nur die Harten komm'n in ' Garten". Ich nehme die Gießkanne und gieße von oben (unten ist ja nur Pappe drunter...), aber nicht mit eiskaltem Wasser.

Das Licht muss immer zur Temperatur passen. Ist es warm, braucht es viel Licht. Ist es kühl, reicht weniger Licht.

Dorothee hat auf diesen Beitrag reagiert.
Dorothee

Ich habe den ersten Keimerfolg zu verzeichnen Die anderen Paprikasamen ziehen hoffentlich bald nach

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