
Quelle: Mr. Stampfer
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Obstbaumschnitt
Zitat von Primulaveris am 7. Februar 2023, 19:47 UhrIch muss euch etwas gestehen:
Manchmal finde ich es ein bisschen schade, dass der "Alte Württemberger Schnitt" ausstirbt
!
Irgendwie liebt man ja doch leichter, was man schon immer kennt, und früher sahen die Bäume bei uns einfach so aus (wenn auch nicht so ungepflegt wie auf den Bildern). Sie hatten diese einzelnen Etagen um einen Stamm herum. Und: DA KONNTE MAN ALS KIND VIEL BESSER DRAUF KLETTERN! Wir hatten einen Baum, der unser Piratenschiff war, man konnte in die Wanten und auf den Mast in den Ausguck, und...
... und irgendwie haben sie auch so etwas Japanisches an sich. Etwas Elegantes, wenngleich ein bisschen artifiziell.
Ich merke, dass diese Bäume komplett verschwinden, weil man heute eher gleich starke Leitäste zieht ("Oeschberg-Schnitt"), statt dieser seltsamen "Riesenspindelform", wo dann manchmal außen Steine dran gebunden wurden, damit die einzelnen Etagen schön waagrecht rausstehen. Und Wandel fällt mir immer ein bisschen schwer. Wobei der Wandel zum natürlicheren Baum jetzt kein sooo schlimmer ist, klar. Es sieht aber eben anders aus.
Jetzt wisst ihrs
.
Ich muss euch etwas gestehen:
Manchmal finde ich es ein bisschen schade, dass der "Alte Württemberger Schnitt" ausstirbt !
Irgendwie liebt man ja doch leichter, was man schon immer kennt, und früher sahen die Bäume bei uns einfach so aus (wenn auch nicht so ungepflegt wie auf den Bildern). Sie hatten diese einzelnen Etagen um einen Stamm herum. Und: DA KONNTE MAN ALS KIND VIEL BESSER DRAUF KLETTERN! Wir hatten einen Baum, der unser Piratenschiff war, man konnte in die Wanten und auf den Mast in den Ausguck, und...
... und irgendwie haben sie auch so etwas Japanisches an sich. Etwas Elegantes, wenngleich ein bisschen artifiziell.
Ich merke, dass diese Bäume komplett verschwinden, weil man heute eher gleich starke Leitäste zieht ("Oeschberg-Schnitt"), statt dieser seltsamen "Riesenspindelform", wo dann manchmal außen Steine dran gebunden wurden, damit die einzelnen Etagen schön waagrecht rausstehen. Und Wandel fällt mir immer ein bisschen schwer. Wobei der Wandel zum natürlicheren Baum jetzt kein sooo schlimmer ist, klar. Es sieht aber eben anders aus.
Jetzt wisst ihrs .
Zitat von Malefiz am 8. Februar 2023, 7:52 UhrJetzt wo du es erwähnst - ich wusste gar nicht, das es da Unterschiede im Schnitt gibt. magst du mir den Unterschied von Württemberger Schnitt erläutern?
Jetzt wo du es erwähnst - ich wusste gar nicht, das es da Unterschiede im Schnitt gibt. magst du mir den Unterschied von Württemberger Schnitt erläutern?
Zitat von tree12 am 8. Februar 2023, 8:13 UhrSo einen interessanten Schnitt kann ich in einem Garten in Innenstadtlage sehen, dort wurde eine alte Linde so beschnitten. Das haben aber Profis gemacht, keine Baumverstümmeler. Es sieht richtig gut aus und ist eine passende Art, um die ansonsten mächtige Baumkrone vom Hausdach fern zu halten.
Bei den Obstbäumen auf den Fotos weiß ich aber nicht so recht, was davon zu halten ist. Es bilden sich ja oben richtig viele Wasserschosser.... Sieht also nicht wirklich gesund und fachgerecht aus.
So einen interessanten Schnitt kann ich in einem Garten in Innenstadtlage sehen, dort wurde eine alte Linde so beschnitten. Das haben aber Profis gemacht, keine Baumverstümmeler. Es sieht richtig gut aus und ist eine passende Art, um die ansonsten mächtige Baumkrone vom Hausdach fern zu halten.
Bei den Obstbäumen auf den Fotos weiß ich aber nicht so recht, was davon zu halten ist. Es bilden sich ja oben richtig viele Wasserschosser.... Sieht also nicht wirklich gesund und fachgerecht aus.
Zitat von Malefiz am 8. Februar 2023, 8:32 UhrVermutlich alte Streuobstwiesen, wo Primelchen mit Hund unterwegs, da scheidet man bei weiten nicht so regelmäßig aus, aber wenn man die dicken Äste schaut - schönes Bild
Vermutlich alte Streuobstwiesen, wo Primelchen mit Hund unterwegs, da scheidet man bei weiten nicht so regelmäßig aus, aber wenn man die dicken Äste schaut - schönes Bild
Zitat von Mü am 8. Februar 2023, 9:08 UhrZitat von Primulaveris am 7. Februar 2023, 19:47 UhrManchmal finde ich es ein bisschen schade, dass der "Alte Württemberger Schnitt" ausstirbt
Da hast du recht. Wär doch eigentlich was für ein Unesco immaterielles Kulturerbe!
Noch vor 20 Jahren hat man die Grenze zwischen Baden und Württemberg recht deutlich gesehen einfach daran wie die jeweiligen Obstwiesen kultiviert wurden.
Manchmal sehen diese Bäume schon etwas sehr vergewaltigt aus. Aber ein Obstbaum ist eben eine kultivierte Pflanze die man regelmäßig beschneidet um gesundes, lagerfähiges Obst zu haben. Egal jetzt ob mit Oeschberg oder dem Alten Württemberger Schnitt.
Seit mir das klar geworden habe ich mich mit dem Alten Württemberger versöhnt (auf den ich als Badener natürlich traditionell immer geschimpft habe...)
Zitat von Primulaveris am 7. Februar 2023, 19:47 UhrManchmal finde ich es ein bisschen schade, dass der "Alte Württemberger Schnitt" ausstirbt
Da hast du recht. Wär doch eigentlich was für ein Unesco immaterielles Kulturerbe!
Noch vor 20 Jahren hat man die Grenze zwischen Baden und Württemberg recht deutlich gesehen einfach daran wie die jeweiligen Obstwiesen kultiviert wurden.
Manchmal sehen diese Bäume schon etwas sehr vergewaltigt aus. Aber ein Obstbaum ist eben eine kultivierte Pflanze die man regelmäßig beschneidet um gesundes, lagerfähiges Obst zu haben. Egal jetzt ob mit Oeschberg oder dem Alten Württemberger Schnitt.
Seit mir das klar geworden habe ich mich mit dem Alten Württemberger versöhnt (auf den ich als Badener natürlich traditionell immer geschimpft habe...)
Zitat von Primulaveris am 8. Februar 2023, 10:16 UhrZitat von tree12 am 8. Februar 2023, 8:13 UhrSo einen interessanten Schnitt kann ich in einem Garten in Innenstadtlage sehen, dort wurde eine alte Linde so beschnitten. Das haben aber Profis gemacht, keine Baumverstümmeler. Es sieht richtig gut aus und ist eine passende Art, um die ansonsten mächtige Baumkrone vom Hausdach fern zu halten.
Bei den Obstbäumen auf den Fotos weiß ich aber nicht so recht, was davon zu halten ist. Es bilden sich ja oben richtig viele Wasserschosser.... Sieht also nicht wirklich gesund und fachgerecht aus.
Nee, so kann man das nicht sagen... Man kann beides gut und schlecht machen. Die Bäume auf dem Bild sind jetzt wirklich keine Paradebeispiele, es sind halt die, die ich gestern gesehen habe. Sie müssten mal zum Friseur.
Linden darf man nicht so verstümmeln! Obwohl Linden ja großartig im Von-unten-Austreiben sind. Aber die Apfelbäume wurden früher ja nicht "fürs Auge" so geschnitten. Die Idee war: Wo viel Holz, da viel Obst. Deshalb hat man mehrere Stockwerke von Leitastserien übereinander ge"macht". Gut gemacht halten sich die Wasserschosse in Grenzen. Aber ich habe nur eine sehr oberflächliche Ahnung vom Obstbaumschnitt - es ist nur, was ich SEHE, wenn ich herumlaufe
.
Zitat von Malefiz am 8. Februar 2023, 7:52 UhrJetzt wo du es erwähnst - ich wusste gar nicht, das es da Unterschiede im Schnitt gibt. magst du mir den Unterschied von Württemberger Schnitt erläutern?
Vielleicht kann Mü @anja28 das besser erklären...? Oder Magnus @gsaelzbaer, bist du nicht so ein echter Württemberger, der so ein Alter-Baumschnitt-Chromosom hat
?
Ich denke, es ist ein bisschen eine Südwestdeutsche Sondergeschichte. Auch, dass der Oeschbergschnitt hier so tituliert wird. Letztendlich hat sich diese/sehr ähnliche Schnittmethoden überall entwickelt. Bei uns heißt er "Palmer-Schnitt", weil der "Remstalrebell" Helmut Palmer stark "geholfen" hat, ihn hier zu etablieren, gegen heftige Widerstände. (Exkurs am Rande: Palmer war cool und mutig, aber auch ein A... . Ich habe ihn damals kennengelernt. Er suchte sehr aktiv die Wände, durch die er dann mit seinem Kopf wollte. Sein Sohn Boris macht das ziemlich ähnlich in unserem Städtle, nur mit anderen Themen. Was ich manchmal eher uncool finde.)
In "meiner" Gegend ging aus verschiedenen Gründen der Weinbau im 18. Jahrhundert "den Bach runter" - erst da wurden die Streuobstwiesen richtig wichtig. Es ging nicht um Qualität, sondern Menge, weil der Most jetzt einfach das Getränk der Leute war. Aus dieser Zeit gibt es diesen großartigen Streuobstgürtel noch um viele Dörfer - die jetzt leider alle vor sich hinsterben, weil die Wiesen totgemulcht und die Bäume nicht mehr gepflegt werden. (Wie übrigens auch die über Jahrhunderte mit unzähligen Mäuerchen angelegten Weinberge in den Steilhängen dem Sukzessionswald zum Opfer fallen.)
Hab kurz grob im Netzt geecosiat und komischerweise gar nichts gefunden über diesen Schnitt. Vielleicht habe nicht die richtigen Worte benutzt.
Zitat von tree12 am 8. Februar 2023, 8:13 UhrSo einen interessanten Schnitt kann ich in einem Garten in Innenstadtlage sehen, dort wurde eine alte Linde so beschnitten. Das haben aber Profis gemacht, keine Baumverstümmeler. Es sieht richtig gut aus und ist eine passende Art, um die ansonsten mächtige Baumkrone vom Hausdach fern zu halten.
Bei den Obstbäumen auf den Fotos weiß ich aber nicht so recht, was davon zu halten ist. Es bilden sich ja oben richtig viele Wasserschosser.... Sieht also nicht wirklich gesund und fachgerecht aus.
Nee, so kann man das nicht sagen... Man kann beides gut und schlecht machen. Die Bäume auf dem Bild sind jetzt wirklich keine Paradebeispiele, es sind halt die, die ich gestern gesehen habe. Sie müssten mal zum Friseur.
Linden darf man nicht so verstümmeln! Obwohl Linden ja großartig im Von-unten-Austreiben sind. Aber die Apfelbäume wurden früher ja nicht "fürs Auge" so geschnitten. Die Idee war: Wo viel Holz, da viel Obst. Deshalb hat man mehrere Stockwerke von Leitastserien übereinander ge"macht". Gut gemacht halten sich die Wasserschosse in Grenzen. Aber ich habe nur eine sehr oberflächliche Ahnung vom Obstbaumschnitt - es ist nur, was ich SEHE, wenn ich herumlaufe .
Zitat von Malefiz am 8. Februar 2023, 7:52 UhrJetzt wo du es erwähnst - ich wusste gar nicht, das es da Unterschiede im Schnitt gibt. magst du mir den Unterschied von Württemberger Schnitt erläutern?
Vielleicht kann Mü @anja28 das besser erklären...? Oder Magnus @gsaelzbaer, bist du nicht so ein echter Württemberger, der so ein Alter-Baumschnitt-Chromosom hat ?
Ich denke, es ist ein bisschen eine Südwestdeutsche Sondergeschichte. Auch, dass der Oeschbergschnitt hier so tituliert wird. Letztendlich hat sich diese/sehr ähnliche Schnittmethoden überall entwickelt. Bei uns heißt er "Palmer-Schnitt", weil der "Remstalrebell" Helmut Palmer stark "geholfen" hat, ihn hier zu etablieren, gegen heftige Widerstände. (Exkurs am Rande: Palmer war cool und mutig, aber auch ein A... . Ich habe ihn damals kennengelernt. Er suchte sehr aktiv die Wände, durch die er dann mit seinem Kopf wollte. Sein Sohn Boris macht das ziemlich ähnlich in unserem Städtle, nur mit anderen Themen. Was ich manchmal eher uncool finde.)
In "meiner" Gegend ging aus verschiedenen Gründen der Weinbau im 18. Jahrhundert "den Bach runter" - erst da wurden die Streuobstwiesen richtig wichtig. Es ging nicht um Qualität, sondern Menge, weil der Most jetzt einfach das Getränk der Leute war. Aus dieser Zeit gibt es diesen großartigen Streuobstgürtel noch um viele Dörfer - die jetzt leider alle vor sich hinsterben, weil die Wiesen totgemulcht und die Bäume nicht mehr gepflegt werden. (Wie übrigens auch die über Jahrhunderte mit unzähligen Mäuerchen angelegten Weinberge in den Steilhängen dem Sukzessionswald zum Opfer fallen.)
Hab kurz grob im Netzt geecosiat und komischerweise gar nichts gefunden über diesen Schnitt. Vielleicht habe nicht die richtigen Worte benutzt.
Zitat von Primulaveris am 8. Februar 2023, 10:39 UhrZitat von Mü am 8. Februar 2023, 9:08 UhrNoch vor 20 Jahren hat man die Grenze zwischen Baden und Württemberg recht deutlich gesehen einfach daran wie die jeweiligen Obstwiesen kultiviert wurden.
Das find ich megaspannend! War mir nicht klar, dass es da offenbar eine politische Grenze gab. Ich habe das nur unbewusst wahrgenommen - wenn die Bäume anfangen, so auszusehen, nähert man sich der Heimat.
Macht mich jetzt neugierig, wie sich dieser Etagen-Schnitt entwickelt hat, wer den wann erfand und durchsetzte.
Zitat von Mü am 8. Februar 2023, 9:08 UhrNoch vor 20 Jahren hat man die Grenze zwischen Baden und Württemberg recht deutlich gesehen einfach daran wie die jeweiligen Obstwiesen kultiviert wurden.
Das find ich megaspannend! War mir nicht klar, dass es da offenbar eine politische Grenze gab. Ich habe das nur unbewusst wahrgenommen - wenn die Bäume anfangen, so auszusehen, nähert man sich der Heimat.
Macht mich jetzt neugierig, wie sich dieser Etagen-Schnitt entwickelt hat, wer den wann erfand und durchsetzte.
Zitat von Amarille am 8. Februar 2023, 15:22 UhrPalmer war auch bei uns sehr präsent und sein Baumschnitt immer für eine Diskussion unter Fachleuten wert. Ist schon ne Weile her...seh ich Obstbäume denen der Kopf abgeschnitten wurde (Leitast) dann weiß ich das ich daheim bin. Inzwischen geht es nicht mehr um Ertrag, sondern das der Baum in einer Höhe bleibt wo man keine Leiter braucht.
Palmer war auch bei uns sehr präsent und sein Baumschnitt immer für eine Diskussion unter Fachleuten wert. Ist schon ne Weile her...seh ich Obstbäume denen der Kopf abgeschnitten wurde (Leitast) dann weiß ich das ich daheim bin. Inzwischen geht es nicht mehr um Ertrag, sondern das der Baum in einer Höhe bleibt wo man keine Leiter braucht.
Zitat von Mü am 18. März 2023, 7:01 UhrDer Schnitt wird grungsätzlich als 'Etagenschnitt/Erziehung' beschrieben. Oder 'badischer Trauerschnitt'.
Dabei stehen im Abstand von 40-50cm je Etage 3 Äste wobei die Äste der Etagen immer versetzt sind so dass die oberen in der Lücke der unteren stehen.
Anders als beim Oeschbergschnitt werden die Äste waagrecht und nicht im 45° Winkel erzogen. An den waagrechten Ästen bilden sich die Wasserschosse die man dann jedes Jahr abschnippeln muss.
Dadurch, dass von oben dann kein Licht mehr ins Kroneninnere fällt sind die Bäume innen kahl und das Obst hängt im äußeren Kronenbereich. Wenn man das Obst zur Mostherstellung verwenden will ist das auch kein Problem: Baum schütteln, Apfel fällt runter und wird gleich gepresst. Lagerfähige Äpfel zu ernten ist bei so einem Baum nicht so einfach wie bei einem Oeschbergbaum.
Die Äste, die bei einem Apfelbaum nach unten hängen sind die alten, abgetragenen die nicht mehr viele Früchte ansetzen. Rausschneiden muss man sie beiden Schnittarten. Bei einem Oeschberg würde man diese einfach rausschneiden und die jungen 45°-Äste stehen lassen. Beim badischen Trauerschnitt werden die zu steilen Äste die sich an den waagrechten Ästen bilden runtergebunden - was man dann auch tun muss.
Gerade gestern habe ich einen Apfelbaum geschnitten bei dem der Baum immer falsch gepflegt wurde:
Die nach oben wachsenden (vitalen!) immer abgeschnitten und die alten stehen lassen. Auf Dauer schneidet man sich so einen wirklich schlecht tragenden Baum.
Hier ein vorher-nachher:
Durch das Gewicht der Früchte hängen oft die Äste nicht mehr waagrecht sondern nach unten.
Der Schnitt wird grungsätzlich als 'Etagenschnitt/Erziehung' beschrieben. Oder 'badischer Trauerschnitt'.
Dabei stehen im Abstand von 40-50cm je Etage 3 Äste wobei die Äste der Etagen immer versetzt sind so dass die oberen in der Lücke der unteren stehen.
Anders als beim Oeschbergschnitt werden die Äste waagrecht und nicht im 45° Winkel erzogen. An den waagrechten Ästen bilden sich die Wasserschosse die man dann jedes Jahr abschnippeln muss.
Dadurch, dass von oben dann kein Licht mehr ins Kroneninnere fällt sind die Bäume innen kahl und das Obst hängt im äußeren Kronenbereich. Wenn man das Obst zur Mostherstellung verwenden will ist das auch kein Problem: Baum schütteln, Apfel fällt runter und wird gleich gepresst. Lagerfähige Äpfel zu ernten ist bei so einem Baum nicht so einfach wie bei einem Oeschbergbaum.
Die Äste, die bei einem Apfelbaum nach unten hängen sind die alten, abgetragenen die nicht mehr viele Früchte ansetzen. Rausschneiden muss man sie beiden Schnittarten. Bei einem Oeschberg würde man diese einfach rausschneiden und die jungen 45°-Äste stehen lassen. Beim badischen Trauerschnitt werden die zu steilen Äste die sich an den waagrechten Ästen bilden runtergebunden - was man dann auch tun muss.
Gerade gestern habe ich einen Apfelbaum geschnitten bei dem der Baum immer falsch gepflegt wurde:
Die nach oben wachsenden (vitalen!) immer abgeschnitten und die alten stehen lassen. Auf Dauer schneidet man sich so einen wirklich schlecht tragenden Baum.
Hier ein vorher-nachher:
Durch das Gewicht der Früchte hängen oft die Äste nicht mehr waagrecht sondern nach unten.
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