Forum

Willkommen im Forum
Du musst dich anmelden um Beiträge und Themen zu erstellen.

Lebensraum Totholz

Wieso Totholz so wichtig ist für die Pufferzone.

Totholz ist mehr als nur ein Haufen totes Geäst, Schnittabfall und Reisig. Totholz kann liegen oder stehen und sich sogar an noch lebenden Holz befinden. Man findet oft Bäume, in denen noch Leben steckt, während ein anderes Stammstück- oder Ast bereits tot ist.

Es gibt zwei Arten von totem Holz, zum einen ist da das Altholz, welches von Menschenhand bearbeitet wurde und eben das Totholz, das man auch im Wald findet. Natürlich kann man im eigenen Garten nicht all das nachahmen, was in einem naturbelassenen Wald bereits vorhanden ist, doch im kleinen ist dies möglich.

Die Definition von Totholz im allgemeinen lautet: absterbendes und totes Holz eines Baumes, bis seine Baum- und Holzstrukturen durch die Zersetzung nicht mehr erkennbar sind.

Stehendes Totholz ist besser als liegendes. Da es von einigen Tieren als Wohnraum genutzt wird.

Dies bedeutet, stirbt ein Baum ab, muss man ihn nicht zwingend umlegen, kann ihn einfach stehen lassen und beobachten, wie sich der Wandel vollzieht.

 

 

Der Wandel beginnt zunächst durch die Arbeit von holzaufschließenden Tieren, wie den Spechten oder den bohrenden Insekten. Sie schaffen vielen Bakterien und Pilzen Zugang in das, zuvor, harte Material. Pilze sind in der Lage, durch ihr Myzel den Stamm komplett durchzuwachsen, dieser dabei immer weicher und morscher wird.

Bsp.: Der Zunderschwamm kann eine Buche in wenigen Jahren völlig zersetzen, während es bei der Eiche Jahrzehnte dauern kann. Liegt der Baum auf dem feuchten Untergrund jedoch auf, verläuft die Zersetzung schneller. Im liegenden Zustand wirken mehr Arten, bei der Zersetzung mit, als bei dem noch stehenden oder hohl liegenden Holz.

Die ersten Lebewesen im Totholz, wie Bock- und Borkenkäfern, Holzwespen und andere Arten, die dort Zugang und Lebensbereich finden, reichern das Holz mit Nährstoffen an und locken durch den Grad des Recycling andere Insekten, die sogenannten Xylobionten, an. Es gibt Spezialisten, die bevorzugt nur bei bestimmten Hölzern naschen und andere, die jedes Totholz besiedeln. Während die Zersetzung fortschreitet, dient das Totholz einer großen Zahl von Tieren und Insekten, idealen Nist-, Entwicklungs-, Nahrungs- oder Überwinterungsraum. Auch bietet es Schutz vor Fressfeinden.

 

Das Endstadium übernehmen typische Organismen der Bodenfauna wie Milben, Würmer und Asseln. Sie zerkleinern die einzelnen Partikel so lange, bis Pilze und Bakterien die endgültige Zersetzung abschließen. Der Kreislauf ist geschlossen, wenn sich auf dem zersetzen Material neues Leben ansiedelt, in Form von Sämlingen junger Bäume, Farnen und anderen Pflanzen.

Während dieser Prozess stattfindet, dient das tote Holz oft als noch als Wohnraum für Fledermäuse, Käuze, Siebenschläfer und andere.

 

 

Nutznießer Zersetzung:

Larven von Hirschkäfer, Bockkäferarten, Moschusbock, Prachtkäfer, Runzelkäfer, Haus-, Fichten- und Mulmbock, diese sind nur auf bestimmten Holzarten zu finden, weniger spezialisiert sind unter anderem die Larven von Scheinbockkäfer, Nashornkäfer, Buntkäfer und Moderkäfer. Verschiedene Mücken nutzen Totholz zur Larvenentwicklung. Zahlreiche Pilze, Moose und Flechten sind auch der Zersetzung beteiligt.

Nutznießer Überwinterung:

Marienkäfer, Hornissenköniginnen, Holzbienen (auch die Brut), sowie Säugetiere.

Nutznießer Wohnraum:

Baumhöhlen werden von vielen Tieren genutzt, unter anderen von Spechten, Eulenarten, Hohltauben, Dohlen, Meisen, Star, Kleiber, Gartenbaumläufer, Rotkehlchen, verschiedenen Fledermäusen, Spitzmaus, Bilchen, Eichhörnchen und Baummarder. Bienen (Apis) und Echten Wespen (Vespidae) nutzen Holz zum Nestbau und hängen ihre Nester in trockene Hohlräume alter Bäume. So ist auch der überwiegende Teil der 1000 Wespen- und Bienenarten auf Alt- und Totholzstrukturen angewiesen.

Totholz trägt einen wesentlichen Anteil beim Klimafaktor, Totholz bindet atmosphärischen Kohlenstoff, hemmt die Austrocknung des Bodens, kann Temperaturschwankungen und Feuchtigkeitsverhältnisse ausgleichen, wirkt positiv auf das Mikroklima ein, liegt beispielsweise ein toter Baum in einem Fließgewässer, ändert er die Strömungsverhältnisse, verbessert die Wasserqualität und sorgt für mehr Leben in Gewässerabschnitten.

 

 

 

Und zu guter Letzt. In Zahlen leben vom und im Totholz 1500 Großpilzarten und 1350 Käferarten.

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Hab heute noch ein schönes Bild dazu gefunden, zeig ich Euch fix

Hochgeladene Dateien:
  • totholzmulm.JPG
Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

, wir haben auf unserer Dachbegrünung auch Totholz eingesetzt. Allerdings dient das in erster Linie dem Halt des Dachsubstrates. Und als Sonnenplatz für Insekten. Für Nistmöglichkeiten sind die Stämme wahrscheinlich zu dünn.

Hochgeladene Dateien:
  • P1080964.JPG

noch ein Videotipp dazu

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Totholz bietet auch unseren Pilzen Nahrungsgrundlage...

Hochgeladene Dateien:
  • IMG_20191028_152925-1000x750.jpg
  • IMG_20191028_152244-1000x750.jpg
  • IMG_20191027_155542-750x1000.jpg
" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Kommentare sind geschlossen.