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Igel füttern? -wenn ja dann richtig!

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Bin gerade beim Stöbern über diese schöne Seite gestolpert...

Ein schönes Diagramm dabei und eine Tabelle der Nahrungstiere der Igel.

tree12, Dorothee und 3 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
tree12DorotheeGsaelzbaerSibilleDorfgärtner
" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Das ist ja mal ein echt interessanter Artikel, liebe Simone... das mit den Ohrenkneifern, also daß sie als Igelfutter dienen können, wußte ich noch gar nicht.

Am Schluß die Vermutung, daß vieles auf Wassermangel zurückzuführen ist, stimmt sehr nachdenklich. Die Wildtiere im Wald können wir dort zwar nicht versorgen, wenn sie aber in unsere Gärten kommen wie viele Igel, Hörnchen, Vögel sehe ich einfach jeden Gartenbesitzer quasi in der Pflicht, zwei Tränken aufzustellen, eine am Boden und eine zweite erhöht. Einmal war ich ganz erschrocken, als eine Frau, die eigentlich schon recht naturnah gärtnerte, wegen einer Vogeltränke anfragte, die sie jetzt endlich bereitstellen wollte... Bei ihr hatte ich einfach angenommen, daß eine Tränke längst zur Gartengrundausstattung gehört.

Und da die Temperaturen gerade wieder kräftig anziehen, muß man umso mehr auf die Tränken achten, daß es also genügend davon im Garten verteilt gibt, daß sie an Stellen stehen, die für Tiere erreichbar und sicher sind, daß sie immer gefüllt und daß sie sauber sind. (Leider sieht man gerade derzeit öfter leere Tränken als Deko herumstehen....)

 

Simbienchen hat auf diesen Beitrag reagiert.
Simbienchen
Zitat von Simbienchen am 16. Juni 2021, 17:19 Uhr

Ja, da gebe ich dir recht, Sibille, ein Hortus allein reicht nicht als oder im Revier. Das hatte ich auch gar nicht gemeint, das Revier, sondern die Unterstützung der natürlichen Nahrungsquellen in unseren Gärten. Ein Igel sollte auch nicht nur auf einen Garten in seiner Freiheit beschränkt sein. Es gibt ja auch Nahrung für die Igel außerhalb...

Jetzt mal ganz abgesehen davon, ob die natürlichen Nahrungsquellen in einem Garten von der Menge her reichen oder nicht, es geht aber doch auch um spezielle Nahrungsbestandteile wie Chitin, die nur bestimmte Insekten bereitstellen.

Gerade weil wir uns ja für die Igel einsetzen, ist es uns ja auch so wichtig, zu verstehen, was Igel in unseren Gärten alles brauchen. Da gibt es im Netz ja auch viele unterschiedliche und irreführende Meinungen...und nicht jeder, der ins Forum schaut, hat schon direkt das richtige Grundwissen im Gepäck, sondern hofft , dass er hier eher Informationen bekommt, die nicht die allgemeinen im Internet wiederspiegeln.

Eben weil der Igel auf der roten Liste der besonders bedrohten Tierarten steht, genießt auch er unseren besonderen Focus und verdient es, dieses Thema im Ganzen kritisch zu beleuchten.

Dazu gehört für mich zu allererst, mal zu gucken, was benötigt der Igel in der freien Natur und was bietet ihm davon schon mein Garten.

Ich würde mir wirklich wünschen, dass mal eine Auskunft darüber verfasst wird, was die natürliche Nahrung der Igel alles beinhaltet...

Wir wissen, der Igel ernährt sich zu über 80% von Käfern aus der Familie der Laufkäfer, gefolgt von Larven der Nachtfalter, Regen- und Ohrwürmern.

Da sind ja auch einige Menschen völlig falsch informiert und denken in der Tat noch , dass Igel sich hauptsächlich von Schnecken ernähren und davon sind doch noch genug da! (Also, warum sollen die Leute für die Igel Raupenfutterpflanzen anpflanzen? )  Dass sie Schnecken und Regenwürmer aber nur aus Not fressen, weil sie gerade keine Käfer, Raupen oder Ohrenkneifer finden, ist den meisten gar nicht klar.

Darum ist es wichtig, mal die Wechsel-Beziehungen der Nahrungskette zu beleuchten.

Damit zieht man den Bogen und kommt dann auch wieder zurück zum Thema "Garten und dessen Bepflanzung" ->insbesondere Hortus ->insbesondere Hortus und Auszeichnung zum Igelfreundlichen Garten

Nehmen wir mal als Beispiel den Ohrenkneifer. Der steht doch auch auf dem Speiseplan des Igels. Der ist ein nachtaktiver Nützling, der auch noch gerne Blattläuse frisst. Ein Ohrenkneifer vertilgt in der Nacht bis zu 120 Blattläuse, der ist eine richtige Fressmaschine !

Also, helfe ich dem Igel, wenn ich Blattläuse im Garten dulde, weil diese die Ohrenkneifer ernähren. Gibt es mehr Ohrenkneifer in meinem Garten, findet der Igel ein paar "Pralinen" mehr in meinem Garten....

Welche Käferarten bevorzugt der Igel ? Was brauchen wiederum diese speziellen Käfer, damit sie in meinen Igelgarten kommen ?

Der Igel frisst Schmetterlingsraupen. Wie kommt er denn da dran? Stellt er ihnen nach ?

Stimmt es, dass Igel auch kleine Mäuse fressen ?

Ich finde auch z.B. Andrea's /tree12  Handhabung in ihrem Garten sehr gut, die Nachlassenschaften der Wildtiere weitgehends  liegen zu lassen, weil sie von manchen Insekten benötigt werden. Viele Käfer haben sich darauf spezialisiert...

Ich finde diese Überlegungen sind es wert, sie heranzuziehen, um einem Wildtier, das vom Aussterben bedroht ist, in meinem Garten - wenn möglich- seine natürliche Nahrung sicher zu stellen.

Eine Dose aufzumachen oder Trockenfutter hinzustellen, ist da eher das einfachste, wenn man weiß, welches Futter den höchstmöglichen Fleischanteil hat...oder ?

Damit allein werden wir die Igel auch nicht vorm Aussterben retten. Die brauchen mehr zum Überleben, die Nase muss zur Nahrungssuche benutzt werden, die Muskulatur zum Laufen trainiert werden...etc etc...

Auch zu den Schlafquartieren und Igelhäusern gibt es einiges zu beachten, denn Igel sind sehr wählerisch. Es kommt auf den Stellplatz an...steht ein Igelhaus an der falschen Stelle, dann wird es nicht bezogen. Worauf sollte man achten beim Aufstellen von Igelhäusern...?

Und weitergedacht, was macht das mit den Igeln, wenn man eine dauerhafte Futterstelle einrichtet? Welche Nachteile bringt das mit sich ? Was muss man darüber wissen, wenn plötzlich stärkere Igel die Futterstelle dominieren ?

Also, das wären Ansätze, von denen ich mir echt wünschen würde, dass man sie beleuchtet und aufklärt...

Vielleicht kannst du da ja auch weiterhelfen, Sibille...?

Wäre super...

 

 

Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. (Victor Hugo)

Da Raupen von Nachtfaltern/ Schmetterlingen auf dem Speiseplan der Igel stehen, zum Wiederfinden hier auch nochmal unser Schmettterlingsthread.

Wenn man auf der Suche nach geeigneten Raupenfutterpflanzen in seinem Igelgarten ist. Da findet man in der Hitliste für Schmettterlinge viele Informationen

 

Dorothee und Sibille haben auf diesen Beitrag reagiert.
DorotheeSibille
" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "
Zitat von Simbienchen am 16. Juni 2021, 17:19 Uhr

Ja, da gebe ich dir recht, Sibille, ein Hortus allein reicht nicht als oder im Revier. Das hatte ich auch gar nicht gemeint, das Revier, sondern die Unterstützung der natürlichen Nahrungsquellen in unseren Gärten. Ein Igel sollte auch nicht nur auf einen Garten in seiner Freiheit beschränkt sein. Es gibt ja auch Nahrung für die Igel außerhalb...

Jetzt mal ganz abgesehen davon, ob die natürlichen Nahrungsquellen in einem Garten von der Menge her reichen oder nicht, es geht aber doch auch um spezielle Nahrungsbestandteile wie Chitin, die nur bestimmte Insekten bereitstellen.

Gerade weil wir uns ja für die Igel einsetzen, ist es uns ja auch so wichtig, zu verstehen, was Igel in unseren Gärten alles brauchen. Da gibt es im Netz ja auch viele unterschiedliche und irreführende Meinungen...und nicht jeder, der ins Forum schaut, hat schon direkt das richtige Grundwissen im Gepäck, sondern hofft , dass er hier eher Informationen bekommt, die nicht die allgemeinen im Internet wiederspiegeln.

Eben weil der Igel auf der roten Liste der besonders bedrohten Tierarten steht, genießt auch er unseren besonderen Focus und verdient es, dieses Thema im Ganzen kritisch zu beleuchten.

Dazu gehört für mich zu allererst, mal zu gucken, was benötigt der Igel in der freien Natur und was bietet ihm davon schon mein Garten.

Ich würde mir wirklich wünschen, dass mal eine Auskunft darüber verfasst wird, was die natürliche Nahrung der Igel alles beinhaltet...

Wir wissen, der Igel ernährt sich zu über 80% von Käfern aus der Familie der Laufkäfer, gefolgt von Larven der Nachtfalter, Regen- und Ohrwürmern.

Da sind ja auch einige Menschen völlig falsch informiert und denken in der Tat noch , dass Igel sich hauptsächlich von Schnecken ernähren und davon sind doch noch genug da! (Also, warum sollen die Leute für die Igel Raupenfutterpflanzen anpflanzen? )  Dass sie Schnecken und Regenwürmer aber nur aus Not fressen, weil sie gerade keine Käfer, Raupen oder Ohrenkneifer finden, ist den meisten gar nicht klar.

Darum ist es wichtig, mal die Wechsel-Beziehungen der Nahrungskette zu beleuchten.

Damit zieht man den Bogen und kommt dann auch wieder zurück zum Thema "Garten und dessen Bepflanzung" ->insbesondere Hortus ->insbesondere Hortus und Auszeichnung zum Igelfreundlichen Garten

Nehmen wir mal als Beispiel den Ohrenkneifer. Der steht doch auch auf dem Speiseplan des Igels. Der ist ein nachtaktiver Nützling, der auch noch gerne Blattläuse frisst. Ein Ohrenkneifer vertilgt in der Nacht bis zu 120 Blattläuse, der ist eine richtige Fressmaschine !

Also, helfe ich dem Igel, wenn ich Blattläuse im Garten dulde, weil diese die Ohrenkneifer ernähren. Gibt es mehr Ohrenkneifer in meinem Garten, findet der Igel ein paar "Pralinen" mehr in meinem Garten....

Welche Käferarten bevorzugt der Igel ? Was brauchen wiederum diese speziellen Käfer, damit sie in meinen Igelgarten kommen ?

Der Igel frisst Schmetterlingsraupen. Wie kommt er denn da dran? Stellt er ihnen nach ?

Stimmt es, dass Igel auch kleine Mäuse fressen ?

Ich finde auch z.B. Andrea's /tree12  Handhabung in ihrem Garten sehr gut, die Nachlassenschaften der Wildtiere weitgehends  liegen zu lassen, weil sie von manchen Insekten benötigt werden. Viele Käfer haben sich darauf spezialisiert...

Ich finde diese Überlegungen sind es wert, sie heranzuziehen, um einem Wildtier, das vom Aussterben bedroht ist, in meinem Garten - wenn möglich- seine natürliche Nahrung sicher zu stellen.

Eine Dose aufzumachen oder Trockenfutter hinzustellen, ist da eher das einfachste, wenn man weiß, welches Futter den höchstmöglichen Fleischanteil hat...oder ?

Damit allein werden wir die Igel auch nicht vorm Aussterben retten. Die brauchen mehr zum Überleben, die Nase muss zur Nahrungssuche benutzt werden, die Muskulatur zum Laufen trainiert werden...etc etc...

Auch zu den Schlafquartieren und Igelhäusern gibt es einiges zu beachten, denn Igel sind sehr wählerisch. Es kommt auf den Stellplatz an...steht ein Igelhaus an der falschen Stelle, dann wird es nicht bezogen. Worauf sollte man achten beim Aufstellen von Igelhäusern...?

Und weitergedacht, was macht das mit den Igeln, wenn man eine dauerhafte Futterstelle einrichtet? Welche Nachteile bringt das mit sich ? Was muss man darüber wissen, wenn plötzlich stärkere Igel die Futterstelle dominieren ?

Also, das wären Ansätze, von denen ich mir echt wünschen würde, dass man sie beleuchtet und aufklärt...

Vielleicht kannst du da ja auch weiterhelfen, Sibille...?

Wäre super...

 

 

Das unterschreib ich zu 100%

Ich fördere das Nahrungsangebot in meinem Garten damit das es weder Pestizide noch Biologische "Pestizide" wie z.B Brenneseljauche o.ä. Verwendung findet, sind an einer Pflanze Läuse dann dürfen sie dort bleiben. Wie du ja schon so schön beschrieben hast, Läuse fördern die Ansiedlung anderer Lebewesen. Die Natur tut nichts ohne Sinn und meist löst sich ein "Problem" ganz von selbst. Man muss auch den Pflanzen die Zeit lassen sich gegen ihre Schädlinge zu wehren. Ich habe beobachtet das ein immer wieder kehrender starker Befall sich oft nach einiger Zeit selbst reguliert. Ein gutes Bodenklima und Bodensubstanz ist das A und O.

In meinem Garten werden tote Lebewesen (verendete Vögel, Überbleibsel von Mäusen usw... nicht in der Mülltonne entsorgt sondern der Natur zurückgeführt, ein Igel freut sich auch über eine tote Maus oder einen Vogel der aus dem Nest geworfen wurde. Der Kreislauf muss erhalten bleiben.

Studien zeigten, dass ein Igel der zugefüttert wird seinen natürlichen Speiseplan nicht vernachlässigt. Er füllt mit dem angebotenen Futter nur seine Lücken.

Auch an meiner Futterstelle im Garten kann ich beobachten, dass je nach Wetterlage und somit die Verfügbarkeit an Krabbeltieren , mehr oder weniger Futter gefressen wird. Ist es feucht und regnerisch gibt es auch mehr Insekten, die Futterschüsseln bleiben dann meist unberührt, herrscht Trockenheit wird sich eben mehr bedient. Bei frischem Wasser besteht jedoch immer Bedarf. Dies ist fast wichtiger wie alles andere, Igel trinken sonst gerne aus Ackergrenzen wo sich das Wasser der Ackerbewässerung sammelt, darin ist eine extrem hohe Belastung an Spritzmittel enthalten. Vergiftungen sind die Folgen.

Wenn eine errichtete Futterstelle verantwortungsvoll betrieben wird, bringt sie nur Vorteile, ein Dominieren stärkerer Igel wurde noch nicht beobachtet. Die Igel halten sich an der Futterstelle in der Nacht zwischen 5-10 Minuten auf. Wichtig im Futterhaus sind 2 Eingänge, dann können sich die Igel gut aus den Weg gehen. Wir haben an 4 verschieden Orten, ins verschiedenen Landkreisen, Igel-Futterhäuser 24/7 mit Kameras überwacht. Im kommenden Jahr werden wir einige Igel mit GPS ausstatten um zu vergleichen wie weit sich die Igel in ihren Revieren bewegen, mit und ohne Futterstellen.

Richtet man Unterschlupf für Igel ein sollten diese versteckt unter Büschen in einer Ruhigen Ecke des Gartens ihren Platz finden, im Herbst Laub und Reisig liegen lassen und für viel Unterholz sorgen. Dann ist der Igel zufrieden, auch siedeln sich so wieder viele Insekten an, in einem feuchten Laubhaufen wimmelt es nur so von Getier. Über Fallobst freuen sich viele Gartenbewohner und auch der Igel knackt gerne faules Obst da sich darin viele Würmer und Käfer befinden.

Im allgemeinen gebe ich dir vollkommen recht, in erster Linie muss sich die Einstellung der Menschen gegenüber unserer Natur ändern, wir nehmen unseren Tieren den Lebensraum weg, wir MÜSSEN dafür Sorgen ihnen soviel wie nur möglich zurückzugeben und das nicht mit einem Teller voller Futter.

Diese Verantwortung unserer Natur gegenüber sollte aber nicht am Gartentor enden. Ökologisch Leben sollte eine Lebenseinstellung sein.

Gestern hab ich ein sehr treffendes Zitat gehört: wir haben unsere Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt sondern sie von unseren Kindern geliehen.

Liebe Grüße

Sibille

Simbienchen, Dorothee und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
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