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heimische (Wild)Stauden - wie "pur" müssen die sein?

Wenn man eine heimische Wildstaude auswählt, muss es dann unbedingt die pure, echte Ursprungsart sein oder wäre auch eine Zuchtsorte möglich? Machen andere Blütenfarben und -größen einen Unterschied für Insekten aus? Ich meine jetzt aber nicht gefüllte vs. ungefüllte Blüten.

Beispiel: Ich würde gerne Ehrenpreis im Garten haben. Schönen, hohen Ehrenpreis. Gemischt mit etwas niedrigeren Sorten. Am besten dann natürlich richtig umschwirrt und umsummt . Aber kann ich dann am Beispiel der Veronica longifolia auch die "Blauriesin" nehmen? Und kann ich davon ausgehen, dass die Pflanzen einer Art alle geeignet sind, auch wenn dies aus der Beschreibung nicht explizit hervorgeht?

hehe

Wildstauden - sind nicht züchterisch verändert, das andere sind somit Sorten. Kann sein, das Biene auf Sorte geht - kann sein, das Biene es nicht tut, aber es gehen immer Bienen auch an Sorten - ist dein Augen geschult, Unterschiede zu sehen - ich kann es nicht, ich sehe immer noch mehr Bienen, wo ich mir sicher bin keine Wildbiene vor mir zu haben

Und erst bei näherer Betrachtung mit zu Hilfenahme von Apps .. merke ich, Ops Wildiene.

Dorothee hat auf diesen Beitrag reagiert.
Dorothee
Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Reinhard Witt empfiehlt grundsätzlich die Wildarten zu verwenden, weil zwischen heimischen Insekten und heimischen Stauden das Schloß-Schlüssel-Prinzip herrscht, also genetisch alles perfekt aufeinander abgestimmt ist.

Inzwischen räumt er jedoch ein, daß in manchen Fällen Sorten als Ergänzung ihre Berechtigung haben, als Beispiel fällt mir der Berglauch ein. Die Blühzeit des Berglauchs wird um Wochen verlängert, wenn man zusätzlich zur Wildform auch die Sorten Millenium und Quattro pflanzt. Manchmal entwickeln die Sorten auch extra viele Blüten, was den Insekten zugute kommt.

Bei den Wildrosen sind Sorten auch oft nicht schlecht, weil sie zum Teil mehrfach blühen, während die Art nur einmal blüht.

Ich denke, es hängt vom Platz im Garten ab. Wer viel Platz hat, pflanzt Wildrosen und als Ergänzung die eine oder andere Sorte. Wer nur Platz für eine einzige Wildrose hat, sollte durchaus zu einer Sorte greifen, die mehr Insektennahrung bietet als die einmal blühende Art.

Malefiz, Michaela und 4 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
MalefizMichaelaFrank SchroederKirstenGsaelzbaerZooni

Ich hatte eine (erst kürzlich beendete ) Phase, wo ich unbedingt nur die "echten" Pflanzen und diese nach Möglichkeit auch gebietstreu (also keine Margerite aus Mecklenburg in Ba-Wü) haben wollte. Aber ehrlich - das ist fast nicht machbar! Ich habe halt keinen Botanischen Garten.

Kauft man Wildstauden in Gärtnereien, so sind es sehr oft Sorten. Allermeistens sogar. Auch im hortanen Lebensinsel-Shop. Und auch, wenn auf dem Etikett kein Sortenname steht, kann ich mir nicht sicher sein, dass es nicht doch eine ist. Letztes Jahr z. B. kaufte ich eine Ochsenzunge, Anchusa officinalis. Wochen später war an den gleichen Pflanzen ein anderes Etikett: Anchusa officinalis "Azurea". Tja. Ich habe also aufgegeben - oder sagen wir: Ich will wie das weiche Wasser sein und mit meinen Möglichkeiten mitfließen . Kämpfe gegen Windmühlen verbittern und erschöpfen zu sehr.

Wie Tree oben schreibt: Die heimischen Tiere und Pflanzen sind einfach perfekt aufeinander abgestimmt. Deshalb würde ich die Wildform für hortane Zwecke einfach bevorzugen. Aber ansonsten tendiere ich zum gesunden Menschenverstand: Es gibt ja stark und kaum veränderte Sorten. Gefüllte Blüten sind meist Mist, weil keine Staubblätter. Krass andere Farben sind nicht so toll, weil schwerer von den Insekten erkannt (z. B. bei weißen Glockenblumen). Aber sonst... leider kann man es als Mensch einfach nicht wahrnehmen, was die Tiere wahrnehmen. Ob Duft, Form, Farbe, Geschmack der Blätter oder was auch immer stimmen. Ich habe eine Staudengärtnerei vor Ort, dort kaufe ich am liebsten, wenn es blüht. Bei den Astern war es sehr krass zu sehen: 40 m Astern - auf manchen wimmelte es, auf anderen war es still. Für mich war nicht ersichtlich, warum.

Ich denke mal, mit deiner Blauriesin verhält es sich wie mit meiner Azurea. Vermutlich vertretbar. Ich gLaube aber ehrlich gesagt nicht, dass man sich darauf verlassen kann, dass alle Sorten einer Art immer gleich "nützlich" sind, ich denke, die meisten Gärtnereien haben davon, pardon, keine Ahnung.

Und danke für den Tipp ! Ich kannte diesen Ehrenpreis gar nicht und habe statt dessen Veronica teucrium ausgesät.

 

Michaela, Dorothee und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
MichaelaDorotheeGsaelzbaer

Mein Beispiel war Mist, ich revidiere: Anchusa azurea ist eine andere Art.

Zitat von Primulaveris am 13. April 2021, 16:13 Uhr

Auch im hortanen Lebensinsel-Shop.

Die heimischen Tiere und Pflanzen sind einfach perfekt aufeinander abgestimmt. Deshalb würde ich die Wildform für hortane Zwecke einfach bevorzugen.

Der Lebensinsel-Shop ist eine gute Idee - und er folgt dem Motto, Machen ist krasser, wie wollen .. oder so. Jeder begann mal klein und macht Fehler, aber wenn man es ihm nicht sagt, kann er es nicht ändern. denn auch er macht das noch nicht so lange, wie man denkt.

Aber er macht!

Und nicht jede gefüllte Blüte ist, wie Teufel und Weihwasser. Solange noch Pollen und Nektar dort zu finden sind, sind da auch Insekten.

Dorothee, Gsaelzbaer und Bounty haben auf diesen Beitrag reagiert.
DorotheeGsaelzbaerBounty
Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Au Mann, ist das kompliziert! Wie soll man das, was man will, unter einen Hut bringen? Abwechslung in der Farbe (ja, ich will ja keinen Garten blau in blau oder gelb in gelb). Unterschiedliche Blütezeiten, möglichst viele Monate abdeckend. Dazu noch die Bodenverhältnisse. Licht. Wasser. Nährstoffe. Und wenn ich dann noch recht regional schauen müsste, bliebe irgendwie kaum was übrig.

Mein letzter Ausflug ins Gartencenter war schon frustrierend genug: Da hatte ich die deutschen Namen und teilweise die lateinischen Namen aufgeschrieben.  Aber halt nicht immer. Und Bilder von allen Pflanzen, die ich gesucht habe, hatte ich erst recht nicht im Kopf. Es war kalt, es regnete... und meine Suche nach den Pflanzen, die ich haben wollte, zog sich immer mehr in die Länge. Gefunden ich habe ich letztlich nur einige. Ob's die Wildform war? Keine Ahnung. Ich war bei dem Mistwetter irgendwann nur noch froh, überhaupt ein paar Pflanzen, die ich mir vorgestellt hatte, im Einkaufswagen zu haben.

 

 

Das kenn ich.

Seither notiere ich konkret was ich will auf lateinisch.

Bei kleinen Gärtnereien mail ich hin was ich suche.

 

Gsaelzbaer und Flora haben auf diesen Beitrag reagiert.
GsaelzbaerFlora

Ich hab heute leider auch einen Fehlkauf getätigt. Ich hab nicht genau genug geguckt  ich dachte, ich hab die normale Schafgarbe, aber zu Hause hab ich gesehen, dass es irgendeine Züchtung ist. Ich hab sie mal trotzdem gepflanzt und guck mal, ob die angeflogen wird.

Der Shop sieht ja erst mal super aus. Und was nimmt man jetzt? Frau ist aber auch kompliziert. Beschwert sich, wenn's keine Auswahl gibt und beschwert sich, wenn's eine große Auswahl gibt.

Marissa, Dorothee und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
MarissaDorotheeGsaelzbaerFlora
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