tree12 hat geschrieben: Di 3. Mär 2026, 22:39
Wir brauchen wirklich viele, viele frühblühende Pflanzen für unsere ganz frühen Insekten, vom Krokus über die Kornelkirsche bis zur Salweide. Wenn ich mich in der direkten Nachbarschaft umgucke: viel ist da eigentlich nicht zu holen.
Darüber habe ich heute auch nachgedacht, als ich vor der Wohlriechende Heckenkirsche (Lonicera fragrantissima) stand. Falls du mir kurz erlaubst, deinen Thread zur Debatte zu nutzen... Mir ist natürlich, sonst wäre ich nicht hier, wie dir auch klar, daß heimische Pflanzen Priorität 1 haben. Wir haben von den Vorbesitzern viele Exoten übernommen, und die sind teilweise so alt und eingewachsen, daß man sie nicht ohne weiteres entfernen kann/will. Richtig gut ging das nur bei der Forsythie (insb. vom Standort her), die ich mit Freude und Genuß umgebracht habe

(Und ein Teil von mir bedauert, daß wir keinen Thuja-umheckten Schottergarten übernommen haben, weil da die Freude über die zurückgewonnene Wildnis viel größer gewesen wäre.)
Aber wenn du so von der Aprikose sprichst, muss ich an die Wohlriechende Heckenkirsche denken, und ich frage mich vermehrt, ob in Zeiten des Klimawandels nicht die "alten" Annahmen über relevante Blühzeitpunkte jedenfalls teils überholt sind – und entsprechend einige Neophyten durchaus sinnvoll sind oder seien können. Beispiel unser Garten: Nach einer längeren Kältephase ist es quasi von einem Tag auf den andern warm geworden und ich habe in Vor- und Hintergarten schon eine Reihe von Insekten und insb. Hummeln gesehen. Von wenigen Geophyten und den frühen Primeln abgesehen blühen derzeit nur die Christrosen, und von denen noch nicht mal alle. Die Wohlriechende Heckenkirsche scheint ein absoluter Lebensretter für diese Insekten zu sein, wenn es mal zu einem (heutzutage nicht seltenen) frühen Frühling kommt – ähnlich wie die Blut-Johannisbeere, die (hier) oft anfängt, wenn die Christrosen sich ihrem Ende nähern, aber noch keine "neuen" Blüten in unmittelbarer Sicht sind. Klar gibt es zB die Blaue und Rote Heckenkirsche, aber jedenfalls hier bei uns sind die von ihren Blüten, wie die meisten anderen Gehölze, noch weit von der Blüte entfernt...
»Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden. Er fühlt sich immer tiefer in sie verstrickt.« – Karl Foerster