Hortus vinum

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  • Beitrag veröffentlicht:11. Mai 2021
  • Beitrags-Kategorie:Hortus

Unser Hortus geht über 3 verschiedene Grundstücke, die durch 2 Hofeinfahrten getrennt sind. Das hat uns mit den verschiedenen Zonen ein bisschen ins Schwimmen gebracht. Usprünglich gab es nur unseren Garten, dann hab ich den der Nachbarin dazu genommen, weil sie ihn total verkommen hat lassen. Sprich, es sind nur Ahörner aufgegangen und haben bei uns das Licht komplett genommen. Sie war schnell überredet und wir haben erstmal tüchtig ausgemistet. Aus der riesigen entfernten Forsythie und den ganzen Ahörnern konnten wir 2 Benjesheckenstücke aufschichten.  Dann ist mir der Gedanke gekommen, dass ich auf dem städtischen Grundstück daneben, um eine optimale Umgebung für meinen Hortus zu haben, einen Totholzgarten anlegen könnte. Erfreulicherweise hat die Stadtverwaltung mitgespielt und ich habe jetzt eine Blühpatenschaft in Form eines Totholzgartens.

Dies ist dann auch schon die Pufferzone auf der einen Seite. Mehrere Ahornbäume, Benjeshecke, Steinriegel, Igelburg, Staudenbeet (hier haben wir uns für ein “Fledermausstaudenbeet” entschieden), Blühwiese, Eidechsenburg. Dann Hofeinfahrt und Übergang zum Garten der Nachbarin, der jetzt mit unserem verbunden ist. Hier steht ein alter Kirschbaum mit mehreren Nisthöhlen. Nach vorne zur Straße ist eine Buchshecke ersetzt worden mit Felsenbirne, Schneeball, Kornellkirsche , Weißdorn, Wildrosen und ein Flieder sitzt noch da, darf aber bleiben, die Vögel lieben ihn.  Auf der anderen Seite ist die Pufferzone begrenzt durch einen Zaun, der mit wildem Wein zuwächst, ebenso hat sich ein Pfaffenhütchen, Hartriegel und roter Hollunder in den Zaun verstrickt, sodaß er im Sommer fast zugewachsen ist. Hier steht noch eine uralte große Kornellkirsche, und eine Süßkirsche. Außerdem eine wilde Zone mit Brennesseln und Giersch und meinem Kompost.

Die Ertragszone ist nicht besonders groß. Hier wachsen Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, eine Aprikose, viele Kräuter unter anderem ein riesiger Rosmarin, Thymian, Salbei. Es gibt ein Frühbeet indem ich meist Salat anbaue, Tomaten, Bohnen, Zucchini, Rhabarber, 4 Säulenapfelbäume, 1 Zwetschge und das ganze Haus ist mit Wein bewachsen, insgesamt 5 Weinstöcke hochgezogen als Spalier. So ist auch der Name entstanden, weil das Haus eigentlich auch Ertragszone ist. Dieser Ertrag fällt aber fast ausschließlich den Staren zum Opfer, die sich immer in Schwärmen darauf stürzen, bevor sie ins Winterquartier gehen. Schlecht für meine Fenster, aber ich gönne es ihnen. Im Innenhof ist noch ein großes Scheunentor mit wildem Wein bewachsen.

Unsere Hotspotzonen sind verteilt auf der ganzen Fläche. Es gibt ein Magerbeet, hier wächst Ochsenauge, Kartäusernelke, Katzenminze, Pulsatilla, Platterbse, Barbarakraut, Johanniskraut. Den Rasen magere ich gerade stückweise ab und es gibt schon Natternkopf, Nachtkerze, Färberkamille, Lungenkraut, Glockenblumen, Schlüsselblumen und vieles mehr. Viele, viele alte Weinstöcke, zum einen als quasi Zaun zur Straße, zum andern als Haufen aufgeschichtet, entlang der Hausmauer, eigentlich überall. Mehrere normale Totholzhaufen, eine Trockenmauer aus Ziegeln und eine aus Bruchstein, einen Käferkeller, stehendes Totholz, eine Steinpyramide, mehrere Benjeshecken. Außerdem einen schnuckligen kleinen See. Und wie gesagt der Totholzgarten der gleichzeitig Pufferzone und Hotspotzone ist.

Wir haben 21 verschiedene Vogelarten die uns regelmäßig besuchen. Besonders stolz sind wir auf unsere Mauersegler, die sich im Dachfirst eingenistet haben und zuverlässig jedes Jahr wiederkommen. Ein Igel begleitet uns nun auch schon treu 2 Jahre lang. Außerdem haben wir in den Scheunen Fledermäuse, die wir aber noch nicht näher bestimmen konnten. Wildbienen und die blaue Holzbiene sind reichlich zu finden. Schmetterlinge haben im letzten Jahr deutlich zugenommen. Es gab Bläulinge, Aurorafalter, Frauenmantel, Tagpfauenauge, Zitronenfalter. In unserem kleinen See sind leider nur Spitzhornschlammschnecken, aber immerhin. Auf Eidechsen warten wir immer noch, aber ich hoffe, dass mit dem Totholzgarten, der Eidechsenburg und den gefühlt Millionen von Steinen die wir dieses Frühjahr bewegt haben bald welche einziehen.

  • Garten des Weines
  • Doris Geiger
  • 97332
  • Volkach
  • Deutschland
  • ca. 350 m²
  • doris_bernd@freenet.de

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