Hortus St. Elisabeth

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  • Beitrag veröffentlicht:24. November 2019
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Der Garten grenzt an eine viel befahrene Straße und liegt im Ort gegenüber der Kirche. Die Signalwirkung ist groß und es gibt viele Zaungespräche. Seit vier Jahren wohnen wir hier und er veränderte sich stetig: weg vom gepflegten, phantasielosen, leblosen Garten und hin zum gepflegten Chaos.

Zuerst entfernten wir eine Thuja, eine kleine Edelrose und eine mickrige Forsythie. Dann war der Garten auch schon fast leer. Die alte Eberesche durfte natürlich bleiben.

Wir erweckten den alten Gemüsegarten wieder zum Leben und vergrößerten ihn um zwei Drittel. Wir stellten ein Hochbeet mit Frühbeetaufsatz auf. Dort und in unserem Wohnzimmer werden alle Gemüsepflanzen aus Samen von Dreschflegel gezogen. Wir legten schmale Beete an, rahmten sie mit umgedrehten Grassoden und teilweise mit Schotterwällen ein und füllten sie mit Grünschnitt auf. Der Flächenkompost wird jeden Tag ergänzt und die vorgezogenen Pflanzen werden direkt hineingesetzt.

Wir pflanzten Obstbäume, unzählige Gartenkräuter und viele heimische Sträucher zum Naschen für uns, die Insekten und die Vögel.

Den Rasen haben wir 2019 mitten im Sommer stark vertikutiert, damit die Sonne ihn schwächen kann. Anfang 2020 trugen wir dann 10 Zentimeter tief die übrig gebliebene, schüttere Grasnarbe ab und säten Wildblumen von Rieger-Hofmann. Ab Mai war schon alles üppig zugewuchert.

Unter dem leicht erhöhten Balkon auf der Südseite legten wir ein Magerbeet an.

Totholz-, Reisig-, Stein- und Laubhaufen wachsen stetig, Dank aufmerksamer Nachbarn. Wir verwenden aus Prinzip keine neuen Steine aus dem Steinbruch, aus dem selben Grund warum wir keine torfhaltigen Produkte kaufen. Für Fledermäuse, Vögel, Igel und Wildbienen sind Unterkünfte und Nisthilfen verteilt. Eine frostsichere Eidechsenburg aus Buntsandstein ist angelegt. Eine ca. 1,50 Meter hohe Pyramide, ein Käferkeller und eine große Stumpery entstanden.

Unsere Doppelgarage haben wir abgerissen. An ihrer Stelle entstand ein vollsonniges Recycling-Magerbeet und daneben wird gerade der Teich gebaut. Auf dem gepflasterten Wäschetrockenplatz entstand ein Fahrradunterstand mit begrüntem Dach, sodass auch hier wieder ein paar Quadratmeter mehr als Bienenweide dienen.

Wir haben eine sehr große Zisterne für Regenwasser (die ehemalige Abortgrube), die vom Hausdach gespeist wird.

  • Standort an der Kirche. Elisabeth ist Vorbild für alle, die etwas zugunsten des Gemeinwohls ändern wollen.
  • Marissa und Andreas Andraczi
  • 71139
  • Ehningen
  • Deutschland
  • 500
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