Hortus Pratulum

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  • Beitrag veröffentlicht:15. Oktober 2022
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Hortus Pratulum „Kleine Wiese“

Angefangen hat alles im November 2019. Unser damals gekauftes Grundstück bestand quasi nur aus ungesunden Nadelbäumen und einem baufälligen Bungalow.  Wenn ich von unserem Grundstück spreche, so meine ich dieses schöne Fleckchen Erde von 1300 qm Fläche auf 550 m Höhe in Brilon im Sauerland. Wir- das sind mein Lebensgefährte Steve, mein anderthalbjähriger Sohn Maris und ich- Katharina Wiese.

Unser Garten wurde quasi komplett gerodet und einmal umgegraben. Das hat den Vorteil, dass man alles nach seinen Wünschen neu gestalten kann, aber den Nachteil, dass man kein bisschen vorhandene Struktur zur Orientierung hat. Und so gab es zumindest am Anfang viele Fehler und Misserfolge. Einen Schatten spendenden schönen Laubbaum habe ich auch schon das ein oder andere Mal vermisst. Aber es wird und hier heißt viel Sonne auch viel „Blüh“- was ich unheimlich liebe, denn die Gärten meiner Kindheit waren eher dunkle, grüne „Höllen“ mit extrem viel Schatten und eher wenig Vielfalt.

Zum Hortusprinzip kam ich über die Suche nach Saatgut. Eine kleine Blumenwiese sollte entstehen. Daher der Name… naja und irgendwie auch weil wir so heißen. 😉

Saatgut fand ich bei Rieger-Hoffmann und nach wenigen Klicks auch die Literatur von Markus Gastl. Das war eine Art Offenbarung. Verdammt ja- da spricht uns jemand aus der Seele! Wir wollten einen Garten für alle. Ein Mini- Naturschutzgebiet vor unserer Haustür.

Seitdem ist viel passiert. Die Blumenwiese wurde ein Schmetterlingssaum auf 0/16 Kalkschotter – bewacht von 9 kleinen Obstbäumen (Birne, Apfel, Nashi Apfelbirne, Hauszwetsche und rote Knorpelkirsche). Mittlerweile ist der Saum wirklich wunderbar angegangen und die Bäumchen hatten in diesem Jahr (2022) ihre erste erwähnenswerte und sehr köstliche Ernte.

Unsere Zonen entstanden:

Hotspot:

Auf der hangigen Ostseite unseres Hauses in Form eines großen Staudenbeetes und einem mit alten Dachpfannen abgefangenen Hang. In den Hohlräumen der Pfannen stecken nun hohle Schilfrohe und Hauswurz verschiedenster Art.

Im Frühjahr dieses Jahres (2022) entstand unser Vorgarten- ein weiteres Magerbeet mit 0/16 Kalkschotter auf zwei „Terrassen“, die mit alten Bruchsteinen einer abgerissenen Mauer aus den 50ern eingefasst wurden. Hier blühen schon prächtig Natternkopf, Karde, Königskerze …es werden wohl ca. 40 verschiedenen Arten heimischer Wildstauden sein. Ich habe hier auf die Farben blau, gelb und weiß gesetzt- was in den Jahren nun mit diesen Farben passieren wird, überlasse ich der Natur. Zwiebelblüher fürs Frühjahr  folgten jetzt gerade im Oktober.
Die Hotspotzone vorm Haus beherbergt außerdem drei weitere Kirschbäume (Halbstämme): Dönissens gelbe Knorpelkirsche und Kassins frühe Herzkirsche, eine sehr große Steinpyramide als Blickfang und ein mit alten runden ehemaligen Teichsteinen eingefasstes Sandarium mit etwas Totholz.

Auf der eher Schattigen Südseite in Vorgartenbereich ebenfalls vorhanden: Ein breiter Streifen mit extra viel Fenchel (Bronze und Gewürzfenchel) und weiteren, hübschen Blühern in überwiegend gelb und rot ( wie schon erwähnt- bisher 😊 )

Unser Balkon ist ebenfalls eine kleine Hotspotzone mit Kübelpflanzen- hier gibt es aber auch Neophyten- Agastache, Lavendel, Hummelschaukel… und normalerweise auch jede Menge Tomaten.

Der am Anfang erwähnte Wildbienensaum zieht sich auf 0/16 Kalkschotter wie ein Halbmond quer über den unteren Teil des Gartens auf der Süd/Westseite des Hauses und hat volle Sonne. Hier wurde wie schon erwähnt der Schmetterlings- und Wildbienensaum angesät und mit diversen Stauden als Initialpflanzung begonnen. Er gedeiht klasse. In 2022 konnten wir die ersten Glühwürmchen beobachten.

Unser Garten ist dank nicht vorhandener Straßenlaternen in der Nacht absolut stockfinster. Ideale Bedingungen für die kleinen Leuchter und eine wunderbare Truppe Fledermäuse.

Pufferzone:

Büsche wurden und werden immer mal wieder angepflanzt und ergänzt- um das gesamte Grundstück herum kamen so in den Garten: Kornelkirschen, gemeiner Schneeball, Wilder Wein, Sanddorn, Aronia, Faulbaum, Kreuzdorn, Wildapfel,Felsenbirne, Zierapfel usw…

Es gibt einen offenen Kompost mit mehreren Igelhäusern ( teilweise bewohnt) und einer angrenzenden Totholzhecke

Eine stetig wachsende Totholzhecke von ca. 8 Metern zieht sich auf der Ostseite des Grundstücks am Zaun entlang. Sie ist unterbrochen von Feldrosen und Hundsrosen.

Unser Hortus breitet sich aus: So entstand mit Erlaubnis unter niedrigen Buchen auf Nachbars Grundstück ein großer Reisigaufen

Es gibt diverse Vogeltränken, Tränken am Boden für Igel etc. Wir füttern Igel und Vögel ganzjährig.

Unser gesamtes Grundstück musste leider mit Maschendrahtzaun eingegrenzt werden, aber es gibt alle paar Meter Durchschlupfmöglichkeiten in Form von Abflussrohren. Wir haben aufgrund der Waldnähe sehr viele Rehe, die im ersten Jahr so ziemlich alle Büsche und Stauden radikal heruntergefuttert haben. Besonders Kornelkirschen und Weiden schmeckten ihnen vorzüglich.

Ertragszone:

Wir haben uns ein Gewächshaus aus sehr viel altem Holz selbst ausgedacht und zusammengebaut. Dabei hätte uns niemand beobachten dürfen- teilweise haben wir uns beim setzen der Pfosten grandios dämlich angestellt. Nunja. Gekrönt wird unser Gewächshaus von einem alten Buntglasfenster („Nie wieder fahre ich solche Entfernungen für deine bekloppten Ideen, mein Schatz!!!“) Ich find es ist sehr schön geworden 😉 Im Gewächshaus wachsen jedes Jahr alte Sorten Tomaten, Spitzpaprika, Basilikum und Dill . Ab und an auch mal ein paar Salate.

Vorm Gewächshaus gibt’s Beete mit Landgurken, Salat und eine Rankhilfe mit Feuerbohnen

Außerdem beherbergt unsere Pufferzone einige Hochbeete ( wir haben leider eine Menge Wühlmäuse…) – hier wachsen Salate, Buschbohnen, Radieschen, rote Rübe.

Pläne für die Zukunft:

! Mehr Leute anstecken mitzumachen und Gleichgesinnte kennenlernen!

Gartenpläne:

Noch für dieses Jahr 2022:

  • Mehr Totholz in der Pufferzone in Form einer Stumpery und Aufstockung der Totholzhecken
  • Igelburgen aus allerhand alten Betonplatten und Steinen (wir verwenden alles, was wir noch vorrätig haben) bauen und schön verkleiden mit Totholz
  • 200 Krokusse in der unteren Gartenfläche setzen
  • Weitere Blumenwiesensaat ausbringen
  • Lauchzwiebeln in den diversen Hotspotzonen als Ergänzung setzen
  • Bruchsteine vorm Haus als weiteren Unterschlupf aufschichten
  • Weiden, Schlehe, und weitere Faulbäume setzen

Pläne Frühjahr/Sommer:

  • Im Vorgarten Sichtschutz aus Sonnenblumen aussähen
  • 2-3 Hummelkästen aufstellen
  • Auf der Südseite Maschendrahtzaun mit Feuerbohnen als Sichtschutz bepflanzen/Ausbau Ertragszone
  • Wasser in den Hortus einbringen in Form von Miniteichen, Teichen in Zinkwannen…
  • Weitere Wildrosen pflanzen
  • Ramblerrosen pflanzen
  • Weitere Grasfläche zu Blühflächen umwandeln durch gezielte Aussaat und Maht
  • Große Wildbienennisthilfe aus Paletten bauen
  • Weitere Pyramiden entstehen lassen

Pläne für irgendwann:

  • Carportdach begrünen
  • Großes Gewächshaus bauen (18qm) und altes damit ersetzen
  • Gartenhütte für Besucher mit Übernachtungsmöglichkeit bauen
  • Kleine Wiese
  • Katharina Wiese
  • 59929
  • Brilon
  • Deutschland
  • ca. 1300
  • Katharina Wiese und Steve Formella
    015175060193
    Kathari_W@web.de

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