Hortus Luppitinensis

Wir wohnen nun seit 2006 am Fuße des Westerwalds und haben ein Haus auf einem ca. 4500 m2 großen Grundstück. Der Garten war schon immer meine Leidenschaft, auch wenn ich erst letztes Jahr auf das Hortus-Netzwerk gestoßen bin. Vieles habe ich vorher schon richtig gemacht. So gibt es in meinem Garten kein Gift, Gartenabfälle werden kompostiert und Lebensraum für Tiere ist reichlich vorhanden – schon allein deshalb, weil man einen so großen Garten alleine gar nicht klinisch sauber halten kann. Da der Garten ursprünglich in den 50ern angelegt wurde gibt es noch vieles, was ich heute sicher nicht mehr setzen würde, aber ich sehe den Garten als Prozess. Ein Argument für das Haus war der alte Baumbestand: Winterlinde, Blutbuche, 5 Birken, Eiben, Pflaumenbaum, Hainbuchen, Kiefern, Fichten und eine Douglasie.

Die drei Zonen sind alle vorhanden (auch wenn die Übergänge fließend sind): 

Pufferzone:
Eine alte Hainbuchenhecke schirmt den Vorgarten zur Straße hin ab. Rundherum bieten die großen Bäume Tieren Unterschlupf. Letztes Jahr haben wir die Wiese unterhalb unseres Gartens dazugekauft und begonnen diese mit Bäumen und Sträuchern einzufassen: Faulbaum, Hauszwetschge, Mirabelle, Apfelrose, Schneeball, Weide, Schlehe, Kreuzdorn, Weißdorn, Blasenstrauch, Echte Mispel, Liguster, Pimpernuss, Steinweichsel, Blaue Hechtsrose, Ginster, Haselnuss, Pfaffenhütchen… und diesen Herbst gehen die Pflanzarbeiten weiter. Da ist noch viel Platz.

Ertragszone:
Eine Ertragszone gibt es seit zwei Jahren auch. Hier wachsen Kräuter wie: Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel, Oregano, Kapuzinerkresse, Thymian, Salbei, Rosmarin und Griechischer Bergtee. Aber auch Beeren: Johannisbeeren, Stachelbeeren, Jostabeeren, Erdbeeren, Preiselbeeren. Neben dem Rhababer und Blut-Ampfer die immer da sind, gibt es dieses Jahr Salat, Möhren, Radieschen, Kohlrabi, Kartoffeln, Buschbohnen, Edamame und Ruccola. Ich bin aber noch kein versierter Gemüsegärtner und betreibe das Ganze eher nach dem Motto try and error. Seit letztem Jahr bewässern wir den Gemüsegarten über zwei 10 m3-Zisternen, um das Regenwasser nachhaltig zu nutzen.

Hotspotzone:
Also eine ausgesprochene Magerzone im klassischen Sinne habe ich nicht. Ich möchte meinen Boden nicht abtragen und mag mit dem arbeiten, was die Natur mir bietet. Unsere Wiese ist sicherlich eher fett, aber trotzdem ist die Artenvielfalt im Garten recht hoch. Durch Mähen und Abtragen des Mähguts soll perspektivisch abgemagert werden. Doch auch heute schon legt der Auroafalter seine Eier auf das Wiesenschaumkraut, die Wollbiene schabt am Wollziest und die Zaunrüben-Sandbiene labt sich an der Zaunrübe, etc.. Alle Arten die in diesem Garten wachsen kann ich nicht aufzählen, aber ich arbeite daran die Vielfalt zu erhöhen. So haben wir einen Teil der Wiese gepflügt (das war nicht ganz freiwillig und musste leider sein) und regionales Saatgut gesät. Außerdem halten ständig neue Pflanzen Einzug in den Garten. 

So, jetzt habe ich aus Leidenschaft zu meinem Garten ein bisschen viel Text geschrieben – was soll ich tun? Das ist eben Liebe…. In diesem Sinne: Frohes Gärtnern!

  • Garten von Lukas und Tine
  • Christine Alterauge
  • 56579
  • Rengsdorf
  • Deutschland
  • 4500
Zur Werkzeugleiste springen