Hortus im Hinterhof

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  • Beitrag veröffentlicht:10. August 2020
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Unser Hortus befindet sich im Hinterhof eines Crimmitschauer Reihenhauses.

Aus einem Wirtschaftshof mit vielen Schuppen und Lagerplätzen entstand nach und nach ein Garten, welcher der Natur und den Bewohnern als Rückzugsort dient.

Ein geschwungener Weg aus alten, verlebten Ziegelsteinen führt durch einen verwunschenen Garten voller Wildpflanzen und abwechslungsreicher Gestaltung.

Begrenzt wird der Garten von der Pufferzone, bestehend aus Waldrebe, reich blühender Rose und Blauregen. Ein Kletterstrauch bietet jedes Jahr Amseln Schutz und stellt ihnen eine Kinderstube bereit.

Dicht unter der Rose liegt das Sumpfbeet mit seinen verträumt anmutenden Vergissmeinnichtblüten und den daraus emporsteigenden Blüten des Blutweiderichs. Die Brennnesseln fühlen sich im Schatten der Pufferzone ebenfalls wohl und werden von allerlei Getier bevölkert. Auch Schnittgut verschwindet in dieser Zone unter Sträuchern und wird zu Humus zersetzt.

Die Hotspotzone, bestehend aus Wildblumen, ist noch sehr jung und bildet in diesem Jahr erste Blattrosetten aus. Sie schöpft Kraft für das kommende Jahr und beschert uns dann  hoffentlich einen reichen Blütensegen.

Auch eine kleine Ertragszone durfte schon im Hortus einziehen. Die alten Bretter, aus denen das erste Hochbeet entstand, verbrachten wohl schon viele Jahrzehnte im Hinterhof und warteten sehnsüchtig auf ihre Bestimmung. Diese haben sie nun gefunden und bieten jetzt allerhand Gemüse und Kräutern einen schönen Platz.

Neben dem Hauptweg trifft man noch auf einen Steinhaufen, an dessen Fuß ein kleiner Miniteich auf durstige Insekten und Vögel wartet.

Am Ende des Weges kann man sich dann unter der Terrasse ausruhen und den Hortus in Ruhe genießen.

Natürlich ist unser Garten noch lang nicht fertig. Das Haupthaus als auch das Nebengebäude werden noch saniert. Bis die Baumaßnahmen abgeschlossen sind müssen auch Arbeiten am und im Hortus erst einmal ruhen. Genug Zeit für die Findung und Planung neuer Naturmodule und Elemente.

Noch ist der Hortus lang nicht so üppig bewachsen wie er es in der Vorstellung schon ist. Neu eingesäte Flächen brauchen Zeit zur Entwicklung und so manch Idee stellt sich in der Praxis als nicht realisierbar heraus.

Doch ruft man sich Bilder des alten Wirtschafts- und Lagerplatzes in Erinnerung, ist doch schon viel geschehen.

Jeder Meter Weg ist angefüllt mit hundert Kleinigkeiten, die schon jetzt ein einfaches Durchgehen beinahe unmöglich machen. Wer genau hinsieht, braucht für die 12 Meter Weg einen ganzen Tag und hat doch nich nicht genug gesehen.

Jedes Blatt sieht am Abend anders aus als noch am Morgen. Hier eine Fraßstelle, dort der zufriedene Verursacher. Was mag aus ihm werden? Ein Falter oder doch Futter für eine hungrige Wespe? Über diese Fragen vergeht die Zeit wie im Fluge.

Der Hortus im Hinterhof wird uns noch viele Geschichten erzählen können, wenn wir nur genau zuhören.

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