Hortus Finn

Seit Kauf unseres Hauses 2017 dürfen wir uns stolze Besitzer eines (rechnet man den Vorgarten mit hinzu) ca. 60qm großen Gartens nennen. Getreu dem Motto: jeder Quadratmeter zählt.

Diesen haben wir zunächst konventionell bepflanzt und gepflegt, bevor mich im Frühjahr 2019 das Hortus-Fieber ergriffen und gepackt hat. Und seitdem gibt es auch kein Halten mehr.

Es heißt ja immer gärtnern erfordert Geduld, aber das muss ja nicht für die Anlage von Beeten und Naturmodulen gelten ;)

Unser Garten trägt übrigens den Namen unseres Sohnes Finn. In einer zunehmend „aufgeräumten“ Landschaft soll unser Hortus nicht nur Insekten, Vögeln, Schmetterlingen, Eichhörnchen, Igeln etc. einen kleinen Rückzugsraum/Aufenthaltsbereich bieten, sondern unserem Sohn auch die Vielfalt unserer heimischen Flora und Fauna aufzeigen.

MAN SCHÜTZT NUR, WAS MAN KENNT. Von daher wird er ganz selbstverständlich in alles mit einbezogen und darf alles er-leben, er-tasten, er-riechen, er-schmecken und natürlich ganz viel Spannendes beobachten.

Seit dem Frühjahr ist bereits sehr viel passiert und ich würde die Schilderungen unterteilen wollen in Vorgarten, Garten und öffentlicher Bereich:

Vorgarten:

  • Vor unserem Küchenfenster (Ostseite) stand ursprünglich ein mickriger Rhododendron, eingefasst in ein Kiesbeet mit Unkrautvlies. Die Pflanze hat in einem anderen Garten ein neues Zuhause gefunden und sämtliche Steine samt Unkrautvlies wurden in mühevoller Arbeit ausgebuddelt. Aus Natursteinen habe ich einen großen Steinhaufen aufgeschichtet, der bei den Spinnen und vielen weiteren Krabblern sehr beliebt ist. Gepflanzt habe ich folgendes: Beinwell, Bergflockenblume, Himmelsleiter, Odermennig, Taubnesseln, Bergminze.
  • Das große Beet in unserem Vorgarten, bestand ursprünglich aus einem Kiesbeet (selbstverständlich mit Unkrautvlies), eingefasst mit Buchsbaum und verziert mit 2 großen Zypressen. Alles wurde entfernt (das Vlies hatte sich schon in Kleinteile aufgelöst) und neu bepflanzt: Katzenminze, nickende Distel, Königskerze, Johanniskraut, Fetthenne, Kugeldistel, Wilde Karde, Drachenkopf, Kriechender Günsel, Natterkopf sowie einer Hängekätzchenweide.
  • Da wir kein Auto haben, es jedoch vorgeschrieben ist einen Stellplatz bereithalten zu müssen, haben wir unseren Stellplatz kurzum im Sommer 2020 in einen Blumenschotterrasen umgewandelt. Der darf weiterhin (aber auch nur theoretisch) befahren werden. Dafür wurden die Pflastersteine entfernt und 0/32 Kalkschotter aufgetragen. Gesät haben wir die Mischung „Blumenschotterrasen“ von Hof Berg-Garten. Das erste Grün zeigt sich. Wir sind schon sehr auf das nächste Jahr gespannt. Ein Teil der Pflastersteine haben wir für den Bau einer Pyramide in unserem großen Beet verwendet. Diese wurde mit Sedum bepflanzt.

Öffentlicher Bereich

Hinter unserem Haus, an unserem Gartenzaun entlang, führt ein Fahrradweg. Mit Erlaubnis der Stadt haben wir dort, entlang unserer Grundstücksgrenze, ein ca. 6×1,5m großes Hot-Spot-Beet angelegt. Die Grasnarbe wurde zunächst abgetragen und ca. 30cm lehmhaltiger Sand aufgetragen. Gesät haben wir die Mischung „Trockener Saum“ von Hof Berg-Garten. Ergänzt wird das Beet um Totholz und eine kleine Pyramide. Die Initialbepflanzungen wurden leider zum Teil ausgebuddelt, aber nun wächst und gedeiht alles. Das gibt im nächsten Jahr ganz viele Königskerzen und Natterköpfe.

Garten

Unser „Hauptgarten“ mit ca. 40qm

  • Die Pufferzone besteht aus ganz viel Efeu, der inzwischen das blühfähige Alter erreicht hat und im Spätherbst ganz viele Insekten erfreut. Außerdem bietet er viele Unterschlupf- und Versteckmöglichkeiten. Zum Nachbarzaun hin haben wir einen Säulenholunder gepflanzt, aber gegen die 16 Jahre alte Lorbeerkirschhecke der Nachbarn hat er einfach keine Chance, sodass wohl ein neuer Platz gefunden werden muss. Diesen Herbst soll außerdem der Sommerflieder noch durch einen Faulbaum ersetzt werden. Entlang unserer Terrasse wachsen außerdem Wildrosen und eine Kletterhortensie.
  • Die Hot-Spot-Zone unterteilt sich in verschiedene Bereiche:
  • Im Randbereich haben wir in diesem Jahr aus der Not eine Tugend gemacht. Da aufgrund der Konkurrenz der Lorbeerkirschhecke der Nachbarn viele Pflanzen nur spärlich wachsen, haben wir uns über ebay-Kleinanzeigen Dachziegel aus Ton erhortelt und daraus ein kleines Hochbeet angelegt. Dieses wurde mit Ziegelbruch, Sand und 0/32 Schotter aufgefüllt. Gesetzt haben wir: Königskerze, Natterkopf, Labkraut, Löwenmäulchen, Küchenschelle, Dost, Diptam. Totholz ist sowohl in horizontaler als auch vertikaler Form vorzufinden.
  • In der Mitte des Gartens wurde ein (mehr oder weniger) mageres Beet angelegt. Angepflanzt wurden dort: große Braunelle, Ochsenauge, stengelloste Kratzdiste, Natterkopf, Rispenflockenblume, Taubenskabiose, Hornschotenklee, Wiesenflockenblume. Das wilde Leinkraut hat sich von ganz alleine dazugesellt.
  • Eingefasst ist das Beet von 2 Essigrossen und 1 Bibernellrose.
  • Angrenzend an dieses Beet wurde ein weiteres schmales Beet angelegt. Gepflanzt wurde dort: Hufeisenklee, Sonnenröschen, Witwenblume, pfirsichblättrige Glockenblume, Wiesenrotklee (ausgesät), Heilziest, Sigmarskraut
  • Auf unserer Terrasse haben wir durch Entfernen von einigen Platten (der Untergrund ist ja bereits sandig) ein Sandarium/Hochbeet/Trockenmauer errichtet. Verwendet wurden regionale Natursteine. Aufgefüllt wurde das Ganze mit lehmhaltigem Sand. Gepflanzt wurden: Agastache, Thymian, Grasnelke und ähriger Ehrenpreis.
  • Am Fuße des großen mittigen Beetes haben wir auf 2qm außerdem eine Mini-Wiese angelegt. Die Grasnarbe wurde dazu entfernt, der Boden ca. 30cm ausgehoben und mit Sand und Erde aufgefüllt. Ausgesät haben wir die Mischung „Magerwiese auf Sand“ von Hof Berg-Garten.
  • Und um den verbleibenden Platz noch besser ausnutzen zu können, haben wir zuletzt noch einen “Topfgarten” auf der Terrasse angelegt. Dort finden sich nun in Töpfen und Kästen unterschiedlicher Größe: Wundklee, scharfer Mauerpfeffer, Heidenelke, Blutweiderich, Ochsenauge, Kugelblume, Esparsette, Berglauch, Bergminze, Basilikumminze, gelbe Skabiose, Taubenskabiose und wolliger Ziest.

Die Ertragszone besteht bis dato nur aus Tomaten und Kräutern (Borretsch, Oregano, Petersilie, Basilikum, Thymian), soll im nächsten Jahr aber um weitere Sorten erweitert werden. Wir werden aufgrund der geringen Größe des Gartens auf Töpfe und Kästen setzen.

Im Herbst folgt auf jeden Fall noch eine wilde Himbeere im Topf.

Weitere Naturmodule

  • Steinhaufen
  • Mehrere Wasserstellen/Vogeltränken
  • Laub/Reisighaufen hinter dem Gartenhaus
  • Totholz (vertikal und horizontal)
  • Käferkeller
  • Ein Waldbeet mit Walderdbeere, Waldziest und Taubnesseln

Unseren Rasenmäher haben wir in diesem Jahr übrigens verkauft. Bis auf die Kanten (dafür reicht eine Schere), wurde der Rasen in diesem Jahr noch kein einziges Mal gemäht.

Das Ergebnis: Wilde Möhre, Weißklee, Weißer Steinklee, Hopfenklee, Wilde Malve haben sich eingefunden.

MACHEN IST WIE WOLLEN, NUR KRASSER.

In diesem Sinne: Auf Geht’s!

  • Finn (für unseren Sohn)
  • Kristina Polnau
  • 30539
  • Hannover
  • Deutschland
  • 60
  • Facebook: Kris Tina

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