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Wilde Hecke pflanzen: Abstände, Staffelung, Wiederholung - alles ums Design

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Zitat von Lars am 8. März 2019, 15:33 Uhr

Die Heckenpflanzungen erfolgen im November - dabei werden Pflanzabstände und Pflanzbreiten von 2-2,5 Meter für Mittel- und Kleinsträucher eingeplant, für ausladende Großsträucher 3-4 Meter. Großsträucher bilden das Zentrum einer Hecke, kleinere Sträucher dienen als sogenannte Decksträucher und bilden den Übergang zu den Krautsäumen.

Wie sieht es mit den Pflanzabständen aus, wenn ich zweireihig pflanzen möchte? Oder eventuell noch 1-2 in  3.Reihe , je nach Platz, um es nicht so linear zu halten?

Die hinterste Reihe bekommt die Großsträucher und Kleinbäume, die zweite alles so zwischen 3-5, und die dritte lückige Reihe bekommt das Kleinzeug, oder mal einen bis 3. Oder würdet Ihr auch was Mittelhohes nach hinten oder auch was Großes in die Mitte setzen, zur Auflockerung?

Soweit die Idee. Dann scheint es mir sinnvoll, die 2.Reihe versetzt zur ersten zu pflanzen. Bleibt es dann bei der ersten Reihe bei 3-4m? Ich stell mir schon vor, daß die Sträucher hinterher ineinanderwachsen und "dicht" werden. Aber: wenn ich die zweite Reihe in die Mitte stelle, dann hab ich ja auch die großen Abstände von der ersten Reihe. Andererseits soll es ja nicht zu regelmäßig aussehen, also mal dichter und mal lichter ist auch ganz nett. Von der Optik stelle ich mir vor, auf einen Waldrand zu blicken, der langsam in eine Obstwiese ausfranst. Nur daß der Wald hinter dem Waldrand fehlt, weil da das Nachbargrundstück ist.

Und dann wär da noch die Frage nach den Wiederholungen - eigentlich heißt es ja, Gruppierung immer ungerade. Jetzt habe ich zwei Ebereschen, pflanze ich die dann getrennt, oder kann ich sie auch eng zusammenpflanzen, so daß sie als eins wahrgenommen werden? Momentan stehen sie mit einem halben Meter Abstand im Mörtelkübel. Und in der Natur wachsen die Pflanzen ja auch nicht mit Normabstand...

Apropos in der Natur, wenn ich so in die Umgebung gucke, was da als Baum- oder Heckenstreifen wächst, da ist eigentlich alles dichter, eher so ein Halber Meter oder weniger, aber vielleicht kommt das durch Ausläufer?

Dazu kommt noch eine Ecke in der Grenzlinie - die Ecke mit dem höchsten besetzen, oder den Höhepunkt eher knapp daneben setzen?

Hier geht es mir gerade nur um Design-Ideen, die Strauchsorten gibt es ja schon in anderen Threads.

Wie würdet Ihr am liebsten Puffern?

Schönes Thema! Also ich würde die Abstände nicht so regelmäßig machen. Wie du bereits geschrieben hast: in der Natur ist das ja auch nicht so.  Wenn ich die professionellen Anpflanzungen so sehe, da rollen sich mir manchmal die Fußnägel. Klar das Regelmäßige verwächst sich auch irgendwann, aber ich persönlich finde es jahrelang nicht schön.

Wegen den Höhen würde ich auch variieren, also schon grob die größeren Sachen nach hinten die kleineren nach vorn. Aber auch da würde ich nicht zu streng sein, denn alles unregelmäßige ist doch für das Auge interessant. Allerdings merke ich bei mir schon auch ein bisschen, dass ich da manchmal zu planvoll vorgehen will. Ich gLaube "Mut zur Wildheit" wäre das richtige Motto. Wie immer liegt die Schönheit aber immer im Auge des Betrachters. Wenn du es lieber strukturiert magst, dann los...

Primulaveris hat auf diesen Beitrag reagiert.
Primulaveris

Ich kenne mich mit Heckenpfkanzen nicht so gut aus. Bei Markus hatte ich aber in einem Video gesehen, dass er zwischen den Baum- und Gehölzreihen einen lauschigen Weg hatte. Das stelle ich mir schön und auch praktisch vor, falls doch mal Pflegearbeiten anstehen.

Malefiz hat auf diesen Beitrag reagiert.
Malefiz

Mir wäre beim Pflanzen wichtig, daß die kleinen Gehölze nicht überrollt werden von den Großgehölzen und kümmern oder gar eingehen wegen akutem Lichtmangel.

Und wenn ich soviel Platz hätte, würde ich wirklich versuchen, viel Abstand zwischen den Gehölzen und den Reihen zu lassen, damit sich wirklich alles optimal entfalten kann.

In der Regel setzt man ja eher zu dicht, weil die jungen Pflanzen noch so klein und niedlich aussehen oder man es sehr schnell sehr dicht haben möchte.

Wahrscheinlich sollte man mal so einen Großstrauch nehmen und mit einem Schlauch die zu erwartende Krone auf dem Boden nachbilden. Nur, damit man ein Gefühl dafür bekommt, welchen Platz das Gehölz im erwachsenen Zustand einnehmen wird. Ich habe das mal gesehen auf einer Obstbaumseite, man sollte wählen zwischen Busch, Halbstamm oder Hochstamm. Die eingezeichneten Baumkronen waren beeindruckend...

Stell dir bei der Gliederung der Gehölze oder deiner Pufferzone vor, es wäre ein Raum.... ein erweitertes " Wohnzimmer" im Garten. Ein waldiges grünes Wohnzimmer.

Es wirkt strukturreich, wenn du nicht in Reihen denkst, sondern in Höhen und Tiefen. Es wirkt natürlicher, wenn unter einem Großbaum, mehrere Kleingehölze wachsen. Diese schützen dann später auch vor Verdunstung und schützen den Stamm des Baums vor Sonnenbrand.

Dann planst du auch noch einen schattigen Sitzplatz mit ein.

Du kannst auch dazwischen ein Hügelbeet einplanen und einen Strauch darauf pflanzen. Zu deren Füße später noch Schattenstauden setzen.

Die größeren Bäume bilden das Dach , die kleineren Gehölze ( Strauchschicht)  darunter bilden den Mantel. Der Kern (im Inneren der Gehölze), der dadurch entsteht wird dunkel, blattlos und windstill. Ein super Schutzmantel für alle Gehölze , das Regenwasser läuft an den Blättern hinab und es ergibt ein super Innenklima.

Die Pflanzabstände richten sich nach den Gehölzen und bei den Obstbäumen nach den jeweiligen Unterlagen. Hochstämme benötigen mehr Platz als Halbstämme. Da kann man ganz schlecht pauschal etwas allgemeingültiges sagen. Angaben dazu findet man auch im Internet.

Eberesche würde ich persönlich getrennt pflanzen, dann wirken sie so richtig mit ihren tollen roten Früchten und dem schönen Blattwerk. Ich würde auch eher unterschiedliche Blattfarben mischen, das wirkt auch sehr schön.

Deine Frage mit der Ecke an der Grenzlinie verstehe ich gerade nicht....

In der Natur wächst es natürlich durch Ausläufer oder Versamung dichter. Erst durch den Konkurrenzdruck oder Verschattung durch höhere Bäume mit großer Baumkrone wird es unten wieder lichter. Die Gehölze kämpfen ja immer ums Licht, darum bietet es sich an, abwechselnd hohes und kleinwüchsiges zu pflanzen.

Ich selbst würde es, wenn der Platz es zulässt ein bisschen auflockern und nicht zu streng in Reihen anordnen. Es eher in "Gartenräume" aufteilen und trotzdem die Pufferwirkung erreichen...

Wie Doro auch schon vorschlug, vielleicht direkt ein paar lauschige Wege dazwischen einplanen, das würde mega werden...

 

Primulaveris und Dorothee haben auf diesen Beitrag reagiert.
PrimulaverisDorothee
" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Markus Burkhardt hat diesbezüglich letzte Woche ein Video bei YT eingestellt. Dieses Video von ihm ist seit längerem das Beste das er produziert hat!

Danach kann sich ein Neuling wirklich richten, ganz toll gemacht!

Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. (Victor Hugo)
Zitat von Gsaelzbaer am 3. März 2021, 19:44 Uhr

Markus Burkhardt hat diesbezüglich letzte Woche ein Video bei YT eingestellt. Dieses Video von ihm ist seit längerem das Beste das er produziert hat!

Danach kann sich ein Neuling wirklich richten, ganz toll gemacht!

Hast du auch den Link dazu ?

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Vielen Dank für Eure Meinungen und Hinweise. Vor allem das mit dem Weg klingt gut.

Das Kreise auf Papier schieben,  was der Markus Burkhard im Video macht, hab ich auch schon überlegt, ich hatte halt kein Gefühl für die Überlappung. Da hat das Video geholfen. Auch seinen Hinweis, daß die Endbreite erst nach Jahrzehnten eintritt, und man also mit weniger rechnet,  war gut. Ebenso die Idee, daß die Bäume drüber rausgucken und also keinen eigenen Pflanzplatz bekommen, sondern dazwischen gespickt werden. Dann gab's noch im Nebensatz, daß die Berberitze nicht bedrängt werden mag.

Find ich gut. Also werd ich mal n paar Kreise schieben, ich kann sie ja in Blütenfarbe farbig machen  und Größe sowie Blühzeit dazuschreiben. Ach ja, Erinnerung an mich: Dornen ebenfalls markieren, wegen des Schlängelwegs.

😀😀 Danke für Euren Input, ihr bringt einen echt immer weiter!!!

Simbienchen, Kirsten und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
SimbienchenKirstenDorotheeGsaelzbaer

Das Video ist top! Da sieht man auch sehr schön, dass die zu erwartende Wuchshöhe und -breite die Position der Gehölze vorgibt. Wenn man also viele verschiedene Sträucher pflanzt, kann man gar nicht eine gerade Linie entwerfen. 🙂

Ich würde bei der Anordnung auch den Verlauf der Sonne berücksichtigen. An der Nordseite interessiert einem der Schattenwurf ja nicht, aber an der Südseite vielleicht schon.

Malefiz, Simbienchen und 4 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
MalefizSimbienchenSomniaKirstenDorotheeGsaelzbaer

An alle, die sowas planen: Papierkreise schieben bringt es voll. Man kann sich sofort besser die Höhen vorstellen.

Anbei ein erster Entwurf. Das Papier ist nur ne Ecke, nach Ost geht es noch weiter mit Obstbäumen. Den Sanddorn und den Wacholder (Die dunkelgrünen kleinen Kreise am Eingang zum Pfad) gibt es noch nicht, die unspezifischen Rosen sind Wildrosen, die immer mal wieder hier wachsen. Der Rest trudelt bald hier ein  bzw. steht schon wo im Kübel.

Das wird schon echt dicht, irgendwann. Wo ich noch nicht so sicher bin, ob ich alles Dornige zusammensetzen soll, oder ob die Vögel lieber mal hier mal da etwas Dorniges im Dickicht haben möchten... ach ja, beim westlichen Nachbarn ist die Ecke bislang egal  und es fangen gerade ein paar Brombeeren an, sich ihre Wege zu suchen.

Den Weg dahin habe ich eher als Sichtachse, denn als Verbindung gedacht.  Vielleicht muss er dafür gerader werden?

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Evy, Stefanie und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
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