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Varroa-Milbe

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Habt ihr Erfahrungen mit der Varroa-Milbe? Das Thema würde uns sehr interessieren, da wir ein paar Bienenstöcke auch im Park aufstellen möchten.

Welche Faktoren führen zu einem erhöhten Milbendruck?
Was kann man machen, wenn man die Milbe festgestellt hat?
Ist es ein saisonales oder ganzjähriges Problem?

Puh,  das ist nicht mal eben mit ein paar Sätzen erzählt und erklärt.  Milbenbehandlung ist ein sehr komplexes Thema und sollte nicht von Laien durchgeführt werden. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Säuren und deren Einsatz ist nicht zu unterschätzen!  Es ist auch nicht zu empfehlen,  sich Bienen "hinzustellen", wenn man sich vorher nicht durch Imkerfortbildungen informiert hat.

Der Varroabefall ist ein immerwährendes Problem und der Befall jedes einzelnen Bienenvolkes muss ständig individuell überwacht werden, sonst kollabiert das Volk.

Melifera bietet sehr gute Fortbildungen in der wesensgemäßen Bienenhaltung an, die sehr empfehlenswert sind und intensiv auf das Varroa-Thema eingehen und über deren verschiedenen Behandlungsmethoden erklären.

 

Keine Sorge, es wird sich jemand mit Fachwissen um die Bienen kümmern. Derjenige ist zur Zeit aber noch nicht vor Ort und die Frage interessiert uns im Kollegenkreis trotzdem. Da dachten wir uns, wir zapfen mal das Wissen hier im Forum an, um uns etwas zu informieren.

Ist die Varroa-Milbe eigentlich nur für Honigbienen eine Gefahr?

Ja, die Varroa-Milbe befällt nur die Honigbiene.  Sie ist für unsere Wildbienen nicht gefährlich. Die haben mit anderen Parasiten zu kämpfen.

Ich schreibe gerne etwas zusammen zu diesem Thema, aber das wird etwas dauern. Jetzt in den Schulferien schaffe ich es leider nicht, sorry ! Wenn es nicht eilig ist, dann so in drei Wochen. Es sei denn, unsere anderen Imkerkollegen tragen in der Zwischenzeit schon etwas zusammen ;-)

@lunkini  : Zu deiner 1. Frage: Welche Faktoren führen zu einem erhöhten Milbendruck?

Meine Recherchen haben folgende Punkte dazu ergeben. Da ich selbst noch keine Imkerin bin, sind alle Angaben ohne Gewähr ;-)

Ich habe sie mir selbst angelesen oder aus den Materialien von vorangegangenen Fortbildungen gezogen. Berichtigungen oder Ergänzungen durch unsere Imkerkollegen sind somit erwünscht!

Faktoren, die zu einem erhöhten Milbendruck führen können:

- nicht an den Standort angepasste Bienen ( wenn z.B. Bienen aus dem Ausland gekauft werden und nicht an unser Klima angepasst sind) Es empfiehlt sich immer, Schwärme (!) aus der eigenen Region zu beziehen.

- wenn die Bienenstöcke zu dicht stehen. Bienenhäuser sind auch nicht mehr zeitgemäß!  Es empfiehlt sich, die Stöcke in einem Abstand von 25-45 Metern zueinander aufzustellen, somit wird der Verflug reduziert und die Ausbreitung von Krankheiten und Varroen reduziert.

- die Völker schwärmen lassen und in kleineren Beuten halten,  reduziert den Varroabefall

- alle Faktoren, die die Gesundheit der Bienen schwächt, bieten Angriffsfläche für Varroabefall . z.B. häufiges Wandern, Beuten mit schlechter Isolation, zu häufiges Öffnen des Volkes und damit Wärmeverlust, nicht ausreichendes Trachtband und schlechte Ernährung der Bienen, mangelhafte Wasserversorgung/Tränkmöglichkeiten , belastete Wachswaben/ Wachsverschmutzungen,

- zu hohe örtliche/ regionale Bienendichte.  In Gegenden mit hoher Bienendichte ist die Gefahr einer Reinvasion besonders groß!

- zu hohe Drohnenbrut (Varroamilben befallen Drohnenbrut 5-10x stärker als Arbeiterbrut)

- entstehende Resistenzen durch falsche Handhabung mit den Varroamitteln

- Räuberei durch Nachbarvölker , sobald es draußen nicht mehr viel zu holen gibt, steigt der Kontakt zwischen den Völkern. Durch Verflug und Räuberei gelangen Milben von einem Bienenvolk ins andere.

- Umhängen von Brutwaben aus anderen Völkern

- Reinvasion durch mangelhafte Varroabeobachtung, Dokumentation und Behandlung

- mangelnde Kommunikation und Absprache / Abstimmung mit Nachbarimkern zur  Terminierung der Varroabehandlung

Zu Frage 2 "Was kann man machen, wenn man die Milbe festgestellt hat?"

Zur rechtzeitigen Erkennung einer Gefährdung der Völker sollte täglich der Milbenabfall ermittelt werden.

Man kann das befallene Volk mit Medikamenten behandeln. Als befallsdämpfende Eingriffe schon während der Tracht kann die regelmäßige Entnahme von Drohnenbrut empfohlen werden. Während der Trachtphase dürfen keine Bekämpfungsmittel eingesetzt werden. Nach Abschluss der Hongernte kann Ameisensäure am brütenden Volk eingesetzt werden. Milchsäure und Oxalsäure sind nur am brutfreien Volk wirkungsvoll einzusetzen.

Derzeit stehen uns in Deutschland folgende organische Säuren zur Varroa- Behandlung zur Verfügung :

-60% ige Ameisensäure

-15% ige Milchsäure

-Thymol

-3,5% ige Oxalsäure

Der Einsatz der jeweiligen Medikamente richtet sich nach Befalls- und Brutsituation der Völker, sowie nach Wetter, Jahreszeit und Temperatur. Die Anwendungen der verschiedenen Säuren/ Medikamente erfordert eine hohe Auseindersetzung und Wissen mit dem Thema an den Imker.

 

Hier noch ein interessanter Link zum Mellifera-Blog " Wovon ernährt sich Varroa? "

https://www.mellifera.de/blog/mellifera-blog/wovon-ernaehrt-sich-varroa.html

https://www.br.de/nachrichten/wissen/varroa-milbe-parasiten-schaedigen-honigbienen-anders,RFnRUXv

 

Hier noch ein sehr interessanter Link zur Entstehung von varroaresistenten Bienenvölkern :

https://www.mellifera.de/blog/freibeuter/wo-varroatolerante-voelker-entstehen.html

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