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Lektion 2.4: Sumpfbeet mit Lehm anlegen

Hallo ihr,

das nächste Projekt ist ein Sumpfbeet, welches ich mit einem Lehmboden anlegen möchte. Wer hat Erfahrungen und kann mir Tipps geben? V. a. zur Dicke, Substrat für die Pflanzen.

Kurzer Hintergrund: Wir haben im Kleingarten ein altes Teichbecken aus Beton gefunden, welches definitiv nicht erlaubt ist, aber sicher schon Jahrzehnte alt ist. Als Teich völlig unbrauchbar, da Wasser langsam versickert (kein Anstrich) und zudem die Wände senkrecht sind. Unsere Vorgänger haben ihn mit Sand gefüllt und als Sandkasten "getarnt", dieser ist in Spatentiefe jedoch feucht. Ideal also als Sumpfbeet geeignet. Ich möchte ohne Folie auskommen und habe mir Lehm organisiert. Die Oberfläche ist ca. 1,5-2 qm groß, den Boden haben wir noch nicht freigelegt, aber die Sumpfzone braucht ja nur so 5-30 cm Tiefe. Ich habe auch torffreie Teicherde als Substrat geholt, da ich kein Torf-Moorbeet anlegen möchte. Da der Beton ja ohnehin etwas Feuchtigkeit hält, braucht die Lehmschicht vielleicht nicht 20 cm dick zu sein? Was meint ihr?

Bepflanzung angedacht mit schon vorhandenem Blutweiderich, am Rand/außerhalb immerblühende Weide, Saatgut will noch angezogen werden: Allium suaveolens, Gilbweiderich, Prachtnelke, Roßminze, Wasserdost, Campanula trachelium und Sumpfdotterblume. Zu viel, zu wenig? Was fehlt für ein schönes Trachtfließband? Macht es Sinn, die Samen jetzt noch anzusäen bzw. vorzuziehen?

Vielen Dank vorab für eure Anregungen! Ich muss mir jetzt noch ein paar Dachschindel für die Regenzuleitung besorgen, das finde ich klasse. Bei uns ist es eher trocken, also werden wir auch zugießen müssen.

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Dein Vorhaben klingt super! Frank vom Ommertalhof kann Dir zum Sumpf und zum Hantieren mit Lehm was sagen.

Danke für die Anregung! Lieber Frank @ommertalhof, kannst du mir hier weiterhelfen?

(Leider klappt es übers Handy nicht so gut mit der Verlinkung, das kriege ich noch nicht so gut hin... .) Falls es nicht wuppt, kann mir bitte jemand helfen?

Tiefe feststellen, Lehm, wenn nicht dicht werden soll, so ca. 10 - 20 cm, verdichten trotzdem, sonst schwimmt er auf. Liebe wenig Pflanzen als zu voll, Voll wird es von allein.

Wenn du bsp. Blutweiderich nimmst, die Blüten kann man mit Pfannenkuchenteig heraus braten und essen - lecker. Der samt sich auch prima aus und leuchtet so schön rosa.

Seitlich Gefäs mit immer feuchten Lehm stellen, Wildbienen verschließen gern ihre Gänge damit.

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Hallo , die Gisa hat´s schon gesagt , dazu kann man noch anmerken den Lehm zunächst ganz feucht machen , so dass er wie Knetgummi ist und damit alle Risse seperat verschliessen. Dann etwas davon so flüssig machen , dass man die Beckenwände streichen kann. Am Ende den leicht feuchten Restlehm im Becken mindestens 10cm dick verteilen und unbedingt sehr gut verdichten. Am Besten noch eine zweite , verdichtete Lehmschicht aufbringen.

Ich persönlich halte nichts vom Einsähen , ich nehme immer Stauden im Topf.

Liebe Gisa @erebus, danke für die Erinnerungen eine offene Lehmstelle, das wäre mir fast wieder untergegangen! Auch viele Vögel nutzen Lehm für den Nistbau.

Aahh, danke, Frank @ommertalhof, für die Anleitung! Okay, dann also Pflänzchen vorziehen, mache ich. Bzgl der Lehmabdichtung war meine Überlegung, einen Teil des Sandes in der Tiefe zu belassen, oberflächlich eine Senke zu formen und diese dann mit Lehm abzudichten. Für das ganze Becken in der Tiefe reicht der Lehm vermutlich nicht (und ich hätte auch gern noch was für eine Lehmlös-Wand fürs Insektenhotel). Müsste dann auf das Lehmbecken zuerst Kies oder kann ich gleich Teicherde aufbringen? Durchdringen die Pflanzen mit den Wurzeln irgendwann den Lehm und sollten daher in Töpfen bleiben? Ich habe gelesen, auch in Sumpfzone kann man Zwiebeln, z. B. Scilla sibirica, stecken, klappt das im flachste Randbereich oder faulen diese? Danke euch!!

Hallo , du solltest auf jeden Fall den Sand komplett rausmachen und den dann später als Substrat nehmen. Teicherde ist überflüssig. Die Pflanzen durchwurzeln den Lehm und wachsen dann im Sand weiter dadurch wird der Teich/Sumpf schnell wieder Wasser verlieren. Normalerweise macht man sowas mit Ton. Der ist kaum durchwurzelbar.

Mein Tipp: such dir irgendwo eine Baustelle und organisiere dir dort noch Lehm oder Ton. Kleide das Betonbecken damit aus und fülle den Sand als Pflanzsubstrat so ein , dass er an der tiefsten Stelle 30cm tief ist.

Es gibt ein paar Zwiebeln die im Sumpf wachsen , aber mindestens 5cm über der Wasserlinie. Das sind zB. Scilla biflora , Leucojum vernum und aestivum. Scilla sibirica ist mir an dem Standort nicht bekannt.

Gut zu wissen, sonst hätte das ja nicht lange Sinn gemacht. Dann muss ich wohl noch auf die Suche nach mehr Lehm gehen. Meinst du, die jeweiligen Zwiebeln müssen noch 5 cm über der Wasserlinie liegen? Ich kann ja an einigen Stellen den Sand höher aufschütten. Nachteil ist dann nur, dass sich das Regenwasser im ganzen Becken in der Tiefe verteilt und oben zumeist trocken liegt, da es schnell abtrocknet, zumindest bis die Pflanzen größer sind. Bis wann kann ich die Pflanzen denn ansäen, damit sie den Winter überstehen?

Zwiebeln faulen schnell, wenn sie permanent im Wasser sind. Bedenke die Größe deines Kleinods. Mit Iris wäre schnell das Maximum erreicht. Lieber wenige Pflanzen, zwei - drei, und dann gemütlich zusehen, wie es zuwächst.

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Wenn du das Becken mit Lehm dichtest und Sand als Substrat nimmst ist es kein Problem für die Pflanzen . Sand hat soviel Kapilarität , dass die Pflanzen , auch wenn sie deutlich über dem Wasserspiegel stehen gut mit Wasser versorgt sind.

Wie die Gisa erwähnt hat fauelen die meisten Blumenzwiebeln in Dauerfeuchte. Die von mir Vorgeschlagenen sind aber , wenn sie im Lehmboden , mindestens 5 cm über der maximalen Wasserlinie stehen völlig unproblematisch.

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