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Steingärten in groß und klein

In "Drei-Zonen-Garten" von Markus Gastl geht es im Kapitel über die Hotspotzone ab Seite 78 um Steingartenanlagen.

Ich kenne nur wenige Themen, die so oft diskutiert wurden wie dieses, da es letztlich darum geht, fetten Boden abzuziehen, eine Drainageschicht einzubringen, Kalkschotter aufzuschütten, eventuell noch eine Schicht Erde mit Sand und dann eben Pflanzen für diesen mageren Standort einzupflanzen und zu säen.

Ja, man kann Stunden damit zubringen, zu diskutieren, warum man es für falsch hält, einen Boden abzumagern und vieles mehr, weil ja der gute Boden nun einmal da ist etc.

Nur führt dies am Thema vorbei. Steingartenpflanzen benötigen nun einmal bestimmte Bedingungen und viele Pflanzen kommen auf nährstoffreichen Böden nicht gegen den Konkurrenzdruck (vor allem durch Gräser) an, weshalb man sie auf fetten Böden nicht finden kann. Vielfalt benötigt nun einmal die gleichen (schlechteren) Bedingungen, weil dann auch die langsamer wachsenden Pflanzen eine Chance haben.

Für die kalkliebenden Pflanzen empfiehlt sich vermutlich einfach Kalkschotter/Mineralbeton (man kennt dieses Material vor allem im Straßenbau), für kalkmeider (die vor allem in der Heide wachsen), eher sandiger Untergrund für die optimalen Bedingungen.

Dies alles nun jedoch im Detail zu diskutieren, ginge aber wohl zu sehr in die Tiefe.

Ich habe tatsächlich mehrere Varianten bei mir im Garten erprobt. Die eine wenig informiert und eher dilettantisch (aber es wächst trotzdem etwas), die andere als Kräuterbeet geplant und mit sandiger Erde befüllt und die dritte quasi "nach Lehrbuch" ;).

Zu sehen sind diese bei mir im Blog unter folgenden Beiträgen

Steingarten Nummer 1

Steingarten Nummer 2

Steingarten Nummer 3

Als Markus Gastl mich letztes Jahr besuchte, machte er unter anderem diese Fotos davon.

Wie sieht es bei euch aus?

Hochgeladene Dateien:
  • vonmarkus2.jpg
  • vonmarkus1.jpg
Sei selbst der Wandel, nicht das Rädchen

Gerade erst diesen Beitrag entdeckt - super interessant, vielen Dank dafür!

Wir wollen auch demnächst eine Hotspotzone ähnlich einem Steingarten anlegen, und mittlerweile konnte ich meinen Mann davon überzeugen, dass es nix bringt, die Pflanzen in den normalen Gartenboden zu setzen und einfach ein bisschen Kies drüberzustreuen, sondern dass wir hier besser von Anfang an das volle Programm fahren, damit das was wird - inklusive Drainangeschicht und einer Anhängerladung Kalkschotter. 😉 Mal sehen, wie wir das Projekt hinbekommen.

Bei uns ist es so, dass wir auf Dauer gar keinen fetten Boden haben, den man so kennt. Was ist fetter Boden ? Wir haben Hanglage im gesamten Garten, der Boden ist kalk- lehm- und steinhaltig. Beste Bedingungen hat dieser Boden für alle möglichen Wildstauden und Stauden allgemein.

Da das Regenwasser den Berg runterläuft, was wiederum natürlich ist ;) , hatte ich mich im Frühjahr d.J. für die Ausbringung des kleinkörnigen Lavamulches entschieden um die Bodenfeuchtigkeit zu erhöhen. Mein Steingarten ist im Laufe der 2 Jahre nach Anlegung zu gewachsen, trotz der unerbittlichen Hitze in den vergangenen Sommern.  Und gießen tu ich eh nur die neu gesetzten Pflänzchen um ihnen das Anwachsen zu erleichtern.

Im unteren Gartenteil habe ich den Boden abmagern lassen (vom Gärtner wegen BSV meinerseits) und ein Magersubstrat auf Tonbasis einbringen lassen, dazu musste der Gärtner ca. 35  cm tief den vorhandenen Boden erst abgraben. Meine Idee wurde umgesetzt aus dem Gelände eine ausgetrocknete Fluss- oder Bachbettlandschaft mit Steppencharakter zu gestalten. Abgerundet mit zusätzlichen kleinen und großen Granit/Bundsandstein-Findlingen und Kieselsteinen, dazu Steppenpflanzen, die Trockenheit und Hitze lieben.

Im Laufe der Jahre als Hobbygärtnerin bin ich von allen angelernten und mir eingesagten Gartengestaltungsmodellen, die man so kennt und schätzt, völlig abgekommen. Es macht mir einfach viel mehr Freude, mich mit meinem Hortus von anderen Gärten, die man so kennt und schätzt, völlig abzugrenzen. Klar ist mir, dass ich mit meinem bestehenden Gartengelände nicht ganz dem Markus Gastl entsprechen kann und werde aber die Ansätze sind in mir immerhin schon verinnerlicht und teilweise schon umgesetzt.

Im Grunde genommen ist mein Hortus eine ganzheitliche Hotspotzone, reich an Vielfalt und Individualität.

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