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Schmale Beete (50cm)

Im vergangenen milden Winter konnte man ganz gut gärtnern und es entstand bei uns eine neue Einteilung der Gemüsebeete: 50 cm breite Beete und bis zu 100 cm breite Wege dazwischen. Vom Abtragen des Rasens hatten wir Grassoden übrig, die wir als niedrige Rahmen aufstapelten. Die Beete füllten wir dann sofort mit der teilweise schon abgestorbenen Gründüngung auf und ergänzten diesen Flächenkompost täglich durch vegane Küchenabfälle. In die Wege säten wir Wildkräuter, die auch sehr bald schon aufgingen. Sie werden nach dem Blühen wieder als Mulchmaterial genutzt.

In der Mitte der Beete sollen hohe Gemüsepflanzen stehen und an den Rändern niedrige. Insgesamt wird enger als gewöhnlich angebaut und daher braucht es auch die extrem breiten Wege, in welche die Pflanzen dann überquellen können. Damit alles genug Schatten und Licht bekommt, finde ich eine Nord-Süd-Ausrichtung sinnvoll. Sie sorgt dafür, dass ab Nachmittag, wenn der Tau verdunstet ist und die Pflanzen durstig werden, von den hohen Pflanzen Schatten auf die niedrigen fällt. Zum höchsten Sonnenstand um die Mittagszeit bekommen alle Pflanzen ordentlich Licht.

Ich verspreche mir von den schmalen Beeten einige Vorteile:
Ich muss weniger Fläche gießen, jäten und mulchen.
Die dichte Bepflanzung bedeckt den Boden zusätzlich, sodass er weniger austrocknet.

Der erste Vorteil der breiten Wege ist mir schon vor einiger Zeit aufgefallen:
Schon lange bevor man die Beete für Gemüse richtig nutzt, freuen sich die Insekten an den blühenden Wegen. Flüchtig betrachtet sehen die Wege wie Beete aus und die Beete wie Wege. Später, wenn die Tomaten usw größer sind, kehrt sich der Effekt dann um. Allerdings bin ich auf den Wegen dann auch extrem vorsichtig unterwegs, weil man ja nicht auf Blumen tritt.

Im April wanderten Rote Bete, Kohlrabi und Mais (er wurde zu groß fürs Frühbeet) ins erste Beet. Von alleine gingen noch Knoblauch, Kapuzinerkresse und Ringelblumen dazwischen auf. Der Mais und die Kapuzinerkresse haben an den Eisheiligen etwas gelitten, aber ganz gestorben ist nichts. Gegossen habe ich nur ein einziges Mal -beim Pflanzen. Ab und zu kontrollierte ich und fand immer genug Feuchtigkeit unterm Mulch und nichts deutete auf Schnecken hin. Sehr viele Käfer, Asseln und Vielfüßler tummeln sich dort.

Nach den Eisheiligen setzte ich Chili, Tomaten, Kürbis und Zucchini in die anderen schmalen Mulchbeete. Nach zwei Mal Gießen und ein Mal Regnen höre ich jetzt auf zu wässern und lege nur immer weiter Mulchmaterial nach.

Ich möchte euch gerne an meinem Versuch teilhaben lassen und werde hier regelmäßig meine Erfahrungen und Bilder ergänzen.

Die Idee stammt aus Kurdyumovs Buch "Clever Gärtnern leicht gemacht".

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Hallo Marissa,

das hört sich interessant an. Bin gespannt, wie es weiter geht.

Grüßla Ecki

Üppige Wege mit blühender Kresse, Ruccola, Schöllkraut, Mohn, Gelbsenf usw geben meinen schwächlichen Tomaten nach dem Auspflanzen etwas Schutz vor Wind und Sonne.

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Heute habe ich Rosenkohl, Lauch und Gurken in eins der Mulchbeete gepflanzt. Damit sie nicht die wertvolle Morgensonne stehlen und zur besseren Beschattung ab Mittag, setzte ich die Gurken im Westen.

-Alten Mulch zur Seite schieben
-Loch graben
-Pflanze einsetzen
-Angießen
-Mulch zurückschieben
-Gelbsenf, Ruccola, Phacelia und Kresse vom Weg daneben schneiden und die Mulchschicht damit erhöhen.

Trotz anhaltender Trockenheit ist die Erde immer noch gut feucht unter dem Mulch.

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So sah es im Juni aus. Wenn die Blumen das junge Gemüse zu sehr bedrängten, schnitt ich sie ein wenig herunter. Letztendlich habe ich mich aber nie dazu durchringen können, den Weg ganz freizuschneiden. Ich musste nicht gießen und jäten, nur ab und zu etwas ernten. Dafür reichten mir wenige Trittstellen.

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Im August störte sich das Gemüse nicht mehr an den Blumen und wucherte die Wege bei Bedarf einfach zu.

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Das erste Bild ist vom September, das zweite vom Oktober. Da ich für den Winter dick mulchen wollte, schnitt ich die Wege frei (natürlich auch nicht wieder alles, denn es fliegen immer noch Insekten drauf) und legte es auf die Beete. Das Wintergemüse bekam Mulch um die Füße und das absterbende Sommergemüse decke ich nur mit viel Laub und Rasenschnitt von den Nachbarn zu.

Bald sieht es wieder aus wie zu Anfang. Ich werde die schmalen Beete behalten. Ich freue mich auf die frühen Blüher in den Wegen, die den Gemüsegarten ansehnlich und für Insekten wertvoll machen, während die Gemüsebeete noch leer sind. Die Blumen gaben dem jungen Gemüse nach dem Auspflanzen Schatten und Windschutz. Die Schnecken und Läuse hatten genug Alternativen und ließen mein Essen weitgehend in Ruhe. Ich musste nicht gießen und jäten, nur Blumen schneiden und damit mulchen.

 

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Hallo Marissa, vielen Dank für Deine Erfahrungen, das finde ich sehr interessant und hilfreich. Ich muss mal schauen ob ich das teilweise auch in meine Ertragszone übernehme.

Hallo Claudia,

Danke für die Rückmeldung.

Die schmalen Beete nehmen bei mir auch nur etwa die Hälfte der Gemüsegartenfläche ein. Karotten, Zwiebeln, Lauch, Broccoli, Salate, usw und alles was man direkt sät, habe ich in großen Beeten ohne Begrenzung. Dort findet auch mehr Selbstaussaat und Permakultur statt. Beide Beetformen haben ihre Vorteile.

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