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Lektion 2.4: Naturmodule selbst bauen

Naturmodule selbst im Garten zu bauen ist kein Hexenwerk und oftmals einfacher als man denkt.

Um einen Beitrag zur natürlichen Artenvielfalt zu leisten, reicht es nicht aus, nur ein paar oder irgendwelche Pflanzen zu setzen. Die Nützlinge, die angelockt werden, brauchen auch ein " Zuhause" in der Nähe der Nahrungsquelle. Naturmodule verschiedenster Art bieten sich dazu hervorragend an. Sie sind leicht selbst zu bauen und ermöglichen Naturbeobachtungen im eigenen Hortus. Sie werden den natürlichen Lebensräumen der Insekten abgeguckt.

Für einen Lebensraum muss ein artspezifischer Nistplatz und Nahrungspflanzen in ausreichender Menge vorhanden sein. Die meisten Arten benötigen zusätzlich Baumaterial für die Brutzellen wie feuchte Erde, Lehmpfützen oder Pflanzenwolle. Da der Flugradius von Wildbienen je nach Art nur 50 bis 300 m beträgt, sind sie auf standorttreue Blühpflanzen in der Nähe angewiesen.

"Was versteht man unter Naturmodule?"

Naturmodule sind Bauwerke für verschiedene Nützlingsarten. Zum Bau dieser Projekte sind der Kreativität und den Materialien keine Grenzen gesetzt, wenn man beachtet, welche Bedingungen die Nützlinge benötigen, um sich anzusiedeln. Naturmodule bereichern jeden Garten. Dadurch wird neuer Lebensraum geschaffen. Sie bieten Wohnraum für Insekten, Pflanzen, Reptilien und anderen Nūtzlingen.Naturmaterialien sind am geeignetsten zur Erstellung eines Naturmoduls, insbesondere Steine, Holz und Sand. Jedes einzelne Projekt ist für bestimmte Nützlingsarten hilfreich und lassen sich auch gut miteinander kombinieren.
Die Naturmodule bieten in ihrem Inneren ein besonderes Klima, Schutz , Versteckmöglichkeiten und Wärme.

Naturmodule können z.B. sein:

  • Eidechsenburg
  • Steinpyramide https://hortus-netzwerk.de/forum/topic/pyramide/
  • Sonnenfalle
  • Käferkeller
  • Wurmfarm
  • Sandarium
  • Totholzhaufen
  • Reisighaufen
  • Benjeshecke
  • Lesesteinhaufen
  • Sumpfbeet
  • Teich, Tümpel, Wasserstellen
  • Natürliche Nisthilfen
  • Laubhaufen

Dieser Beitrag wurde verfasst von @simbienchen


Aufgabe

Welche Insekten / Tiere möchtet ihr in eurem Hortus unterstützen? Welche Naturmodule könntet ihr in eurem Hortus umsetzen?

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Hallo,

ich könnte eure Hilfe gebrauchen bei diesem "Insektenhotel" bzw. Nisthilfengestell oder wie man das nennen möchte. Es war ein Geschenk und ist ungefähr 2x2 Meter groß.
Eigentlich brauchen wir es nicht weil wir (glaube ich) ausreichend Nistmöglichkeiten zur Verfügung haben.
Bei der Innenausstattung kann man so viel falsch machen, dass ich mich kaum traue damit zu beginnen.
Habt ihr Tipps wie daraus etwas Nützliches werden könnte?
Es steht nicht ganz vorschriftsmässig mit der offenen Seite nach Osten, weil bei uns der Wind und der Regen grundsätzlich aus Süden bis Südwesten kommen und deshalb haben wir gedacht, es sollte wenigstens trocken bleiben.
Vielen Dank für eure Vorschläge,
die Lindenblüte

Hochgeladene Dateien:
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Ja , das ist ganz schön groß Wie du oben schon geschrieben hast sind natürliche Nistmöglichkeiten alle Male besser als "Bienenhotels". Mit denen zieht man ja nur einen winzigen Bruchteil , meist ungefährdeter Arten an. Was , wie ich glaube in naher Zukunft zu einer Faunenveränderung führen wird , da ja jetzt fast jeder etwas für Wildbienen tun möchte und so massiv einzelne Arten unterstützt , die möglicherweise in Konkurrenz mit den selteneren Arten stehen. Aber zu deiner Anfrage . Stell reichlich angebohrte Hartholzstämme rein , auch von der Rückseite angebohrt.

Dann die üblichen Röhrchen , die aber mindestens 12cm lang und nach hinten geschlossen sind. Die Tiefe des "Bienenhotels" ist oft viel zu gering. Bei vielen Arten kommt vorne eine leere Kammer , dann die Männchen danach Pollen und dann die Mädels. Bei ca. 1,5cm pro Kammer kann man sich ja ausrechnen wieviel Tiere in so ein 7cm Röhrchen oder Bohrung rein gehen.Röhrchen macht man neben Bambus auch mit Forsythia und Deutzia oder altem Holunder ,bei dem man das Mark entfernen muss, oder man kauft Pappröhren. Alles aus Plastik ist auf dauer tödlich für die Brut. Die verschimmeln in den Plastikröhrchen.

Dann noch die angebohrten Nistziegel und Lehmbehältnisse , die aber mindestens 20cm tief und so befüllt sein müssen , dass die Tiere die Körnchen lösen und bewegen können.

Schön ist auch noch ein Vogelschutz aus Drahtgeflecht , so angebracht , dass die Bienen nicht gestört und die Vögel nicht verletzt werden.

 

Grüsse vom Frank

Hallo Lindenblüte...

Noch zur Ergänzung zu Frank' s Antwort....

Bei künstlichen Nisthilfen zählt meiner Meinung immer " weniger ist mehr"! Kleinere dezentrale und verschiedene Nisthilfen an verschiedenen Stellen im Garten sind natürlicher und gesünder.

Du kannst aber in dieses schöne Gestell zusätzlich ganz viele Blumentöpfe mit nützlichen Pflanzen arrangieren, angefangen von Sedum bis Kräuter.

Zum Sinn und Unsinn zu Nisthilfen gibt es von  Werner David :

https://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/nisthilfen/

Von Paul Westrich: https://www.wildbienen.info/index.php

Oder bei uns im Forum dazu Lesenswertes:

Lieben Gruß,

Simone

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Hi, Frank, ich glaube nicht, daß die künstlichen Nisthilfen zu einer wesentlichen Faunenveränderung führen werden... denn die meisten käuflich zu erwerbenden Wildbienenhäuser sind ja unbrauchbar mit ihren Kiefernzapfen, Schmetterlingsschlitzen, Strohanteilen etc. Da zieht doch eh fast niemand ein.... :-)

Und genauso schlimm und unbrauchbar sehen auch viele selbstgebaute Nisthilfen aus, mit Zweiglein, viel zu kurzen Pappröhren, Holzwolle, Ziegelsteinen und all dem Kram.

Bei mir fliegen im Moment schon die Mauerbienen. Es ist einfach für einen selbst interessant, das Treiben zu beobachten, man lernt immer wieder Kleinigkeiten dazu. Später im Jahr kommen dann ja für die kleineren Löcher auch noch solitäre Wespen und kleine Wildbienen und natürlich ihre Kuckucksbienen.

Die Wildbienenhäuser sind ein Anlaß mit Nachbarn darüber ins Gespräch zu kommen, sie zu sensibilisieren für die Nöte der Wildbienen und Pollenpflanzen für den Garten zu empfehlen.

Bei einer Nisthilfe in der unfaßbaren Größe von Lindenblüte ist ein Schutz aus Draht gegen Vogelfraß ein Muß. Sonst wird das ganz schnell zum Selbstbedienungsladen von schlauen Meisen. Ich würde empfehlen, ein Gestell mit Scharnieren zu bauen, das man in der Mitte aufklappen kann. So kann man zur Hauptflugzeit der Mauerbienen zwischendurch die Gittertüren auch mal offen stehen lassen oder einfach Elemente im Haus ergänzen.

Egal, was für eine Art von Gitter oder Maschenweite man wählt - der Flug der Wildbienen wird dadurch gestört.

Ich habe mir ein Käfigaufsatz von einem Hasenkäfig gebraucht besorgt, wenn dieser genug Abstand zu der Nisthilfe hat - ist Selbstbedienung für Vögel nicht so das Thema.

Egal, was für eine Art von Gitter oder Maschenweite man wählt - der Flug der Wildbienen wird dadurch gestört.

Der Abstand der Schnabellänge ist von Wichtigkeit, in Bezug auf den Anflug der Insekten.

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Hallo 'Lindenblüte',

falls noch aktuell, hier eine Idee: Evtl. wäre es ja auch denkbar, Nisthilfen dezentral - wie bereits erwähnt - zu favorisieren. Stattdessen aber dieses "Insektenhotel" als Vorstellung bzw. Werbung für den Hortus-Gedanken auszustatten. Also Flyer, Poster, Schilder,... aufhängen und kleine Anschauungsobjekte integrieren.

Vor Allem wenn der Standort gut einsehbar für "Unwissende" ist... 😉

Viele Grüße,

Katrin D.

 

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