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Kreideanstrich bei Obstbäumen

  • wie sinnvoll ist das?
  • brauchts das?
  • wer von Euch macht das?

Ich will ja mein Apfelbäumchen und mein Birnbäumchen behalten und liebevoll behandeln.

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Hallo Malefiz , das ist wieder schwer in Mode gekommen und oft völliger Quatsch. Der Hintergrund sind Frostrisse in sehr kalten Wintern mit Barfrost. Also Sonne bei mehr als -8° Tagsüber. Dann passiert nämlich bei manchen Bäumen folgendes: Auf der Sonnenseite erwärmt sich der Stamm auf bis zu 15-20° , im Schatten bleibt es -8 . Bei so einer Differenz kommt es zu Spannungen im Stamm und zu Aufplatzungen. Hab ich persönlich noch nie gesehen und wäre ja auch ein Evolutionskiller , denn im Wald macht das ja auch keiner. Die weisse Farbe reflektiert das Sonnenlicht und sorgt so für ausgeglichene Temperaturen.

Als Verdunstungsschutz taugt das allerdings , da ist der Hintergrund , dass auch Stämme und Äste Wasser verdunsten , mit dem Anstrich wird das minimiert. Dazu kann man aber auch Lehm nehmen.

Kreideanstrich ist m.E. total hässlich. Das werden dann so Geisterbäume. Würde dann auch eher Lehm nehmen, andererseits...muss man vl auch nicht ständig an der Natur herum optimieren.

Sie ist viel weiser, als wir Männeken

Ich hab sowas auch noch nie gemacht. Ich hab aber auch noch nie solcherart geplatzte Stämme gesehen und frage mich daher, ob die Theorie der Aufplatzungen nicht bloß zu den Gärtnermythen gehört...

Da muss ich euch widersprechen.

Genau so einen aufgeplatzten Stamm hatte mein Pfirsichbaum schon ohne den Anstrich, genau auf der Seite, wo er am meisten Sonne bei tiefem Sonnenstand abbekommen hat. Das wäre fast das Ende des Baums gewesen, weil in die offene Stelle Krankheitserreger (Pseudomonas) reingekommen sind. Seit ich den anmale, kommt das nicht mehr vor. Genau deshalb macht es der Erwerbsanbau bei uns am Bodensee bei > 90% der Bäume, speziell wenn sie noch klein sind.

Über die Optik lässt sich streiten, der Anblick erinnert mich ein wenig an die australischen Geistereukalyptus-Bäume. Die haben in der Wüste so von Natur aus. Im Erwerbsanbau ist weißeln die schnellste Möglichkeit (Gummihandschuh, Putzhandschuh mit Fransen drüber, in Farbeimer eintauchen, den Stamm einmal runterfahren), aber es geht auch mit Bastmatten oder Jutestoff um den Baum wickeln. Ab den Eisheiligen kann das ja dann wieder runter.

Noch als Anmerkung zu Frank: Es gibt bei Streuobst und Obstplantage einen Unterschied: Die Bäume beschatten sich kaum selber. Im Wald macht es den Sträuchern am Waldrand nichts und die Bäume innerhalb stehen viel dichter und beschatten sich so gegenseitig. Obstbäume sind Kulturlandschaft, in Natura wären das meist Sträucher.

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