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Ist Thuja-Totholz für unsere Insekten giftig?

Gestern fand eine Exkursion zum Thema "Naturgarten" in meinem Hortus statt.  Organisiert vom Landratsamt Straubing waren alle OGV-Vorstände in Begleitung von Dr. Josef Simmel( Biologe) eingeladen.  Die Exkursion begann in meinem Garten, da er sich noch im Wandel befindet und die Anfangsphase zum Hortus zeigt, danach ging es weiter in einen alt-eingewachsenen Naturgarten. Somit zeigte sich ein schöner Vergleich.

Im Rahmen dieser Exkursion klärte der Biologe, Herr Simmel, darüber auf, dass Thujaholz,  welches ich in meinen Naturmodulen (Totholzhecke und Totholzhaufen) verbaut habe, für unsere Insekten giftig ist!

Er ließ diese Aussage auch so verallgemeinert stehen und ich kam auch nicht auf die Idee, direkt differenzierter nachzufragen, um welche Insekten es sich dabei handelt. Ich war erstmal baff! Er meinte, die Idee der Totholzhecke und der Totholzhaufen an sich wäre ja gut, aber Obstholz wäre die bessere Wahl. Er erklärte dann noch, dass auch der Sägestaub,  der bei der Verarbeitung von Thujen anfällt, giftig ist. Ebenso fand er es nicht so gut, dass meine Totholzhecke direkt an einem Feld grenzte. Da der Bauer ja mit seinen Arbeitsmaschinen sehr dicht an meine Hecke fahren könnte und das geerntete Korn evtl mit Thujalaub verunreinigt werden könnte. Was wiederum zu Vergiftungen beim Endverbraucher führen könnte! ( Zwischen meiner Totholzhecke und dem Feld besteht noch ein kleiner Grünstreifen von 1m und unser Grundstück liegt viel höher, ist eigentlich eher unwahrscheinlich,  dass der Bauer da "aneckt")

Da war ich etwas geschockt, weil ich eher davon ausgegangen bin, dass unsere Insekten ( welche auch immer für die Zersetzung zuständig sind), die Gifte verstoffwechseln .

Was wisst ihr darüber ? Muss ich jetzt mein ganzes  Thujaholz als " Sondermüll" entsorgen ???

Wie handhaben das denn die Leute, die ihre Thujahecke auch direkt als Abgrenzung zu einem Feld stehen haben ?

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Tatsächlich ist es wohl so, dass Insekten Thuja meiden. Deswegen dauert die Zersetzung auch so lange. Thuja rottet elendig langsam und die Mikroorganismen, die ebenfalls an der Zersetzung beteiligt sind, brauchen doch sehr lang.

Man muss an dieser Stelle einfach sagen: Insekten sind ja nicht blöd. Die gehen da einfach nicht ran, weil sie die Arten, für die sie sich spezialisiert haben, einfach vorziehen.

Das ist auch das Problem mit der Thuja, wie ich finde. Sie ist nicht heimisch. Unsere heimischen Insekten sind auf diese Pflanze nicht eingestellt. Dass ein paar Honigbienen an eine blühende Thuja fliegen, ist meines Erachtens hierbei als Indikator zu vernachlässigen. Unsere heimischen Insekten sind auf unsere heimische Flora eingestellt.

Sollte Thuja durch ihre Inhaltsstoffe für diese tatsächlich auch noch giftig sein, liegt das einfach daran, dass unsere Insekten bezüglich der ätherischen Öle und Inhaltsstoffe keinerlei Anpassung haben. Deswegen würde ich auch behaupten, dass sie die Gifte nicht abbauen. Aber das reime ich mir jetzt frei aus meinem bisschen Wissen zusammen.

Fakt ist: Sie rottet sehr langsam und ungiftig ist sie auch für den Menschen nicht. Ich bin ganz froh, keine im Garten zu haben.

Markus sagt wohl öfter, dass man die als Totholz verwenden kann im Reisighaufen, aber ich denke, da geht's dann auch mehr darum, dass sie als Reisighaufen zumindest irgendwem nutzt und dafür Platz für etwas heimisches im Garten ist.

Hätte ich eine, die gefällt werden sollte, würde ich sie allein aus Platzgründen tatsächlich entsorgen.

Solltest du dich entscheiden, sie zu entfernen, dann mach es im Herbst. Nicht, dass am Ende gerade jemand seine Kinderstube dort eingerichtet hat - was ich allerdings für sehr unwahrscheinlich (jedoch je nach Angebot in der Umgebung dennoch für möglich halte).

Sei selbst der Wandel, nicht das Rädchen

Ich  habe jetzt hin und her überlegt, was und wie ich damit umgehen soll. Ich hätte dann nicht genug für all die Naturmodule,  die ich daraus gebaut habe. Zumal sie ja auch schon bewohnt sind. Meine meterlange Totholzhecke schützt meine Ertragszone und die  Blumenwiese auch gegen das Spritzen vom Bauern.

Es ist auch wirklich schwierig, Totholz aus Obstbäumen zu bekommen, wenn man selbst noch nicht genug Verschnitt hat. Die meisten Leute verkaufen ihr Holz lieber. Ich habe ja auch Totholz von heimischen Sträuchern und Wurzeln von Obstbäumen, aber das würde nicht reichen...

Kommt Zeit...kommt Rat...

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Hallöchen,

also ich habe meine am Anfang auch alle auf die Totholzhecke. Jetzt ist es nur noch eine und den Rest hab ich entsorgt. Am Anfang sah man gar kein Getier in der Hecke, inzwischen wuselt es.

Ich würde es inzwischen aber anders machen, die Stämme entästen und als Beeteinfassungen nehmen, da sie eben lange halten und den Rest entsorgen.

Aber lange Ärmel und Handschuhe nicht vergessen. Beim schneiden kann es zu heftigen Reaktionen auf der Haut kommen.

Ist und bleibt halt ein Dreckszeug 🤪

Gruss Robert

Wer Pyramiden nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Horteln nicht unter zwei Jahren bestraft.

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