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in der Pufferzone - heimisch ist die "neue" Exotik

Die Exotik im Hortus in der Pufferzone

Jeder, der sich einen Garten zu- und anlegt, möchte irgendwo hervorstechend und wenn es nur der Blickdichte dient, damit niemand einen zweiten Blick riskieren kann.

Ein oft geäußerter Wunsch, zudem soll es noch wintergrün sein. Die Blätter mögen doch am Zweig verbleiben, damit keiner je etwas sieht. Das ist auch mit heimischen Pflanzen möglich, aber man steht im Zugzwang, weil schnell blickdicht oft monoton wird. Das Vielfältige ausgesperrt wird.

Efeu (Hedera helix)
ist wintergrün, rankt und blüht, ist die einzige Nahrungsquelle der Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae).
Liguster (Ligustrum vulgare)
wirft nur als junger Strauch seine Blätter ab, er blüht auch, macht schöne Beeren, die Vögel dankbar als Winterfutter aufnehmen und ist für Sand- und Furchenbienen, sowie für Schmetterlinge wie Weißlinge, Kleiner Fuchs, Gemeiner Scheckenfalter, Großes Ochsenauge, Brauner Waldvogel, Weißbindiges Wiesenvögelchen, Pflaumen-Zipfelfalter ein guter Pollen und Nektarlieferant, des Weiteren ist er Raupenfutterpflanze für Nachtschwalbenschwanz, Fliederspanner, Frühlings-Kreuzflügel und auch seltener, die des Totenkopfschwärmers, um nur einige zu nennen.
Eibe (Taxus baccata)
Ist sehr schattentolerant, was ihr zum Vorteil ausgelegt wird, wenn auf der Nordseite des Gartens eben dieser mit dem Licht um Anerkennung streitet. Sie wird von Bilchen, Rötelmäusen und Käfern aufgesucht. Die rote Frucht ist ungiftig und kann gegessen werden, den Kern bitte nicht mitessen!

Den Buchs wurde hier ausgespart, da er zwar auch wintergrün ist, aber er hat derzeit einen Chinesischen Aggressor, der ihm das Leben schwer macht.

Dies sind nun sehr wenige heimische, die das „Label“ des Wintergrünen tragen. Allesamt nützlicher, als beliebte Amerikaner, die es zu Hauf in jedem Baumarkt gibt und für unsere Tiere, mit denen wir den Garten teilen, besser zu gebrauchen.

Die Exotik ist sich dem Trend entgegen zu stellen, wenn jeder Häuslebauer sich Thuja als Hecke setzt, ist das keine Exotik mehr, das ist dann nur noch schnöde Trivialität. Langweilig, hat ja Jeder.

Lässt man jedoch dem Spaziergänger Einblick in den Garten nehmen, wird die Auswahl an „Hecken“-Pflanzen schon deutlich größer.

Zu nennen wären da unter anderem:
Die Aufrechte Waldrebe (Clematis recta) sowie die Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba) und die Alpen-Waldrebe (Clematis alpina) lockern durch die Blütenfülle und den hübschen Samenständen das Erscheinungsbild am Zaun auf. Bienen sind häufige Besucher.
Rosen (Wildform)
Die Gebirgs-Rose (Rosa pendulina), die Zimt-Rose (Rosa majalis), die Apfelrose (Rosa villosa), die Bibernellrose (Rosa spinosissima), die Essigrose (Rosa gallica), auch in der Sonderform (Rosa gallica versicolor), die Filzrose (Rosa tomentosa), die Kriechrose/Ackerrose (Rosa arvensis), die Rotblättrige Rose (Rosa glauca), deren bläulich-grünes Laub die Blicke auf sich zieht und die Weinrose (Rosa rubiginosa).
Rosen und Clematis sind wie Brüderchen und Schwesterchen, sie sind Einzeln oder aber auch als Gruppe gepflanzt, ein schöner Blickfang und tragen zur Exotik bei, ohne exotisch zu sein.

Natürlich gibt es noch einiges, was als Exotisch in neuen und alten Gärten wirkt und sich dem Trend des Gala-Bauers, der Baumärkte und der uninformierten Gärtnereien entgegenstellt. Aber bleiben wir noch an der Grundstücksgrenze. Nicht jeder hat die Möglichkeit seine Hecke zwei oder gar dreireihig zu pflanzen, Auflockerung bietet oft Obst, welches sich am Zaun durch Blüte und Frucht dem Spaziergänger entgegen stellt. Sei es nun die Buschbaum, Halbstamm oder Hochstamm-Variationen, oder besser die Wildform, weil deren Stacheln Vögel vor gefräßigen Besuchern schützen und den Spaziergänger das Pflücken zumindest erschwert.

Da sind alte Apfel- und Birnensorten, genauso attraktiv wie Kirsch-Pflaumen oder Weißdorn, wobei seine Früchte mehr mehlig schmecken. Genauso schmackhaft, aber an Größe und Wuchs sich dem Himmel aufwärts strebend entgegenreckt, wäre die Vogelbeere zu erwähnen, dessen Früchte erst nach dem Kochvorgang seine gesundheitsbringende Eigenschaften zeigen.

Auch noch anführenswert, aber dem Ausbreitungsdrang durch eine Wurzelsperre Einhalt zu bieten, sind Schlehen und Sanddorn, wobei dieser, soll er fruchten, eine männliche und eine weiblich Spielart braucht. Das gräuliche Laub des Sanddornes bietet auch wieder einen Hauch von Fremdländisch im Hortus.

Somit sind hier einige Beispiele genannt, wie man sich, die oft gewünschte Spezifika in den Hortus holt, ohne auf eingebürgerten monotonen Heckenwahnsinn zurückgreifen zu müssen. Natürlich kann man seine Grundstücksgrenzen auch mit Mauern aus Stein (in Teilstücken oder auf Länge) versehen, die ohne Mörtel, sich alleine durch Gewicht an Ort und Stelle halten. Auch diese kann man zauberhaft mit Bepflanzung zum Gesamtensemble einbinden. Hierbei sind als Bepflanzung viele Möglichkeiten gegeben. Dies erfordert aber einen eigenen Artikel.

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Bei meiner Oma gab es noch Haselnüsse  mit in der Hecke...das sieht man kaum  noch.

Guten Morgen! Schöne Auflistung. Danke für die Mühe.

Kornelkirschen (Cornus mas) finde ich noch sehr gut für Hecken. Nicht winterblickdicht, aber super schnittverträglich, sehr früh blühend und extrem leckere Früchte.
Und Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) gefällt mir einfach sehr gut, weil ich die rote Rinde mag, die nochmal optisch Abwechslung in eine Hecke bringt.

Um "blickdicht" zu erreichen, würde ich entweder einen Flechtzaun oder eine Totholzhecke in entsprechender Höhe anlegen, gerne auch parallel zur Hecke. Und wenn es diesbezüglich an Material mangelt: Muss ein Garten wirklich rund herum abgeschirmt sein oder reicht es, sich ein privates Eck anzulegen?

 

Dieser Planet hat das Potenzial ein Paradies zu sein!
Zitat von Annika am 13. September 2019, 7:36 Uhr

Muss ein Garten wirklich rund herum abgeschirmt sein oder reicht es, sich ein privates Eck anzulegen?

 

Kommt drauf an, was man erreichen will. Als ich in Richtung Eisenbahn dicht zu machen versucht habe, damit unser inzwischen verstorbener Hund nicht in Gefahr gerät, musste es sein. Auch als ich nen Weidezaun Richtung Straße und Feldweg installiert habe, damit der letzte Hund meiner Eltern nicht ausrückt, war das notwendig. Den Gemüsegarten will ich auch in Zukunft umzäunt halten, die frei zugänglichen Bereiche bei den Hütten und der Obstwiese werde ich auch in Zukunft nicht abschirmen (es sei denn, ich bekäme durch ein Wunder ausreichend Steine für Trockenmauern....). Und wenn ich mal wieder einen Hund haben werde (spätestens als Rentner), wird über Abschirmung wieder neu entschieden.

Habe 3 Haseln, 2 Hartriegel, 1 Weißdorn, 1 heimischen Schneeball, 1 heimische Vogelkirsche, mehrere Liguster und 1 wild aufgegangenes Pfaffenhütchen in der Hecke an der Grundstücksgrenze. Gepflanzt von der Gemeinde vor über 20 Jahren. 1 Rosskastanie und 1 Thuja (Baum) stehen dort auch. Leider auch 1 Gemeiner Flieder.

Am Zaun gesetzt habe ich 1 Holunder, 1 Taubenkirsche, 1 Weide, 1 Felsenbirne, 1 Weißdorn, 1 weiße Johannisbeere, 1 Faulbaum, 1 Weißdorn, 1 Wildrose, 1 Liguster.

Wild aufgegangen am Zaun 1 Flieder , Haseln, Hartriegel...

Viele kennen die heimischen Sträucher entweder nicht mehr (neue Exotik) oder setzen sie mit Unkraut gleich.

Für manche scheinen nur Pflanzen einen Wert zu haben, die man aufwendig hegen und pflegen muss, weil sie eigentlich gar nicht bei uns wachsen wollen.

Ich finde momentan das rote Herbstlaub der heimischen Traubenkirsche echt wunderschön.

Ziel ist, dass die gepflanzten Sträucher eine Pufferzone zur Hauptstraße bilden, dass der Garten einfach etwas mehr Privatsphäre bietet.

Heimisches bietet doch so viel. Pflegeleichter, insektenfreundlicher, robuster...

Bei Trockenheit wächst das Zeug zwar weniger schnell, aber die Sträucher halten das aus, wenn man sie zur Pflanzzeit gesetzt und anfangs anständig gewässert hat, damit sie angewurzelt sind.

Sei selbst der Wandel, nicht das Rädchen

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