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Größeren Gehölzen das Anwachsen erleichtern

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Hallo allerseits,

nach längerer Abwesenheit melde ich mich mit mal wieder mit einer Frage zurück. :-)

Und zwar wird sich womöglich bald mein schon länger gehegter Wunsch nach einem Heidewacholder erfüllen. Es ist ja sowieso schwierig, hierzulande einen Juniperus communis zu finden, geschweige denn die Wildform - und wenn, dann sind es Zwerge von deutlich unter einem halben Meter Höhe. So geduldig ich in den letzten Jahren bei meinen meist blutjungen Gehölzen (gezwungenermaßen) auch war - aber bei einer Wuchsgeschwindigkeit von 10 cm pro Jahr ist mir das dann doch zu wenig! ;-)

Nun habe ich eine (einzige!) Baumschule gefunden, die auch ältere Exemplare anbietet. Allerdings sind die dann gleich *sehr* groß, nämlich knapp 3m!

Grundsätzlich weiß ich ja schon, dass junge Pflanzen normalerweise besser anwachsen, aber in einem anderen Thread habe ich sogar gelesen, dass die Wurzeln von zu lange im Topf kultivierten Pflanzen oft gar keinen Weg aus dem Wirbel mehr finden und die Pflanzen irgendwann einfach eingehen. :-(

Habt ihr Tipps für mich, wie ich so einem alten Wacholder das Anwachsen erleichtern könnte? Muss ich da so richtig brutal mit der Gartenkralle in den Wurzelballen hacken? Habt ihr noch weitere Tipps?

Hallo,

als wir unseren Apfelbaum-Hochstamm gepflanzt haben, hatte ich einen befreundeten gelernten GaLa-Bauer als Helfer dabei, der einen ansehnlichen Eimer Mykorrhiza-Pulver mitgebracht hatte. Er kam dabei ins Plaudern und hat erzählt, daß diese Mykorrhiza-Pilze enorm hilfreich seien. Außerdem meinte er, daß man die auch ohne Sorge hemmungslos überdosieren könne und sollte. Offenbar ein klassischer Fall von "viel hilft viel" :-) Wir haben dem wurzelnackten Apfelbaum locker zwei Spaten Pulver angedeihen lassen. Normalerweise soll man "bestäuben" Ist super angewachsen und war trotz Dürre (gegossen wurde natürlich, aber das ist ja kein Vergleich zu echtem Regen) kräftig und gesund.

Es gibt besagte Mykorrhiza speziell für Nadelbäume, aber allgemein gibts das als "Universalmittel" für Laub- und Nadelbäume. Ob das spezielle Nadelbaum-Präparat sich lohnt weiß ich nicht und kann leider auch nicht mehr fragen, weil besagter GaLa-Bauer fast 300km weit weggezogen und dann, wie das manchmal so ist, verloren gegangen ist. Aber allgemein Mykorrhiza würde ich Dir ans Herz, oder besser an die Wurzel legen ;-)

Primulaveris, Dorothee und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
PrimulaverisDorotheeGsaelzbaer
»Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden. Er fühlt sich immer tiefer in sie verstrickt.« – Karl Foerster

Oh, danke für diesen wertvollen Tipp! Irgendwo hab ich schon mal über diese Mykorrhiza gelesen, vielleicht in dem Boden-ABC-Buch!? Dazu werde ich mich auf jeden Fall mal schlau machen, auch bzgl. Bezugsquellen. :danke:

Nadelbäume leben fast alle in Symbiose mit Myzell und können ohne diese bestimmte Nährstoffe garnicht aufnehmen. Daher sollte es bereits vorhanden sein wenn du den im Topf bekommst.

Falls du trotzdem noch etwas dazu geben willst:

Eventuell mal bei Bonsaihändlern schauen. Da werden oft Nadelgehölze (Kiefer) als Bonsai gezogen.

Leider sind die immer extrem teuer bei allem was die verkaufen, für sehr kleine Mengen.

Ich hatte mal irgendwo (Dehner Biodünger glaub ich) organische Düngerpallets mit Mykorrhiza gekauft gehabt für meine Bonsais. Innerhalb von einem Jahr war der ganze Topf voll mit dem Myzell.

Was auch möglich ist von einem wild wachsendem Wacholder sehr Nah an der Wurzel Erde mitnehmen um die eigene Erde anzuimpfen. Dann hast du sicherlich den richtigen und es kostet nichts.

Fast 3m? Wow, das ist ja stattlich! (wie transportierst du ihn denn? - wiegt ja auch was....)

Wichtig ist auch das Pflanzloch breiter zu machen als der Topfballen ist. Auch den Boden unten im Loch auflockern um ihm das Anwurzeln zu erleichtern (was für einen Boden hast du??)

Ist er im Topf oder bekommst du ihn als Ballenware?? Wie groß ist der Topf/Ballen?

Auf gar keinen Fall brutal mit der Gartenhacke! Sehr vorsichtig versuchen die Wurzeln unten zu lockern. Ganz genau schauen welche Wurzel wohin geht und einzelne ausgewählte deren Verlauf du gut verfolgen kannst etwas lösen. Die seitlichen Wurzeln sind besonders empfindlich da sie oft die Hauptwurzeln sind.

Bei so großen Exemplaren ist das Fingerspitzengefühl wichtig.

Auf jeden Fall für die ersten 2-3 Jahre mit einem/mehreren Pfählen sichern/anbinden.

Gsaelzbaer hat auf diesen Beitrag reagiert.
Gsaelzbaer

Vielen lieben Dank für eure hilfreichen Ratschläge!

Wenn ich jetzt wüsste, wo ein wilder Wacholder steht, würde ich das mit der Erde tatsächlich ausprobieren. Leider fällt mir so spontan keiner ein, obwohl er hier angeblich relativ häufig sein soll... muss mal noch bewusster die Augen offenhalten.

Was den Transport und die Größe des Topfes betrifft, warte ich noch auf Antwort von der Baumschule. Wir hoffen ihn in unseren Kombi zu kriegen (eine 3m lange Leiter geht sich aus), ansonsten müssen wir ihn wohl oder übel liefern lassen. :-/

Die oberste Bodenschicht ist klassisch "normaler Gartenboden", darunter sehr steinig, kalkhaltig - was ihm ja gefallen sollte.

Auf die Wurzeln werde ich dann besonders achtgeben, danke für den Hinweis, das hätte ich wohl falsch gemacht!! Ich hab ein Bild aus einem Video von Markus Gastl vor Augen, wie er ziemlich wild den Wurzelballen einer gekauften Blume bearbeitet und sinngemäß meint, man darf da keine falschen Hemmungen haben! :-D Aber wahrscheinlich darf man das nicht so 1:1 auf Bäume übertragen.

bei Stauden kann/sollte man auch gut reingreifen in den Wurzelballen. Falsche Hemmungen hätte ich auch nicht bei unempfindlichen größeren Laubgehölzen. Bei einer Weide in 3m Höhe wäre ich auch nicht so vorsichtig zumal man sie ja im Winter ohne Laub verpflanzen würde.

Nadelgehölze sind da empfindlicher.

Ich fürchte, meine Frage hat sich erübrigt. Schreibt mir doch die Baumschule auf meine Frage nach der Topfgröße, sie hätten den Wacholder nur als Jungpflanzen! Auf meine Rückfrage, ob dann die Angabe im Onlineshop falsch ist, wonach sie auch alte Exemplare (inkl. Preis- und Größenangabe) anbieten, ist noch keine Antwort gekommen. Mal abwarten. Jedenfalls frustrierend. Wenn das auch nix wird, kann ich nur entweder umdisponieren oder halt einen jungen kaufen und mich damit zufriedengeben, dass ich ihn erst als alte Frau halbwegs stattlich erleben werde. :-/

Auf einer Internetplattform habe ich diesen entdeckt, wird aber nur als "Wacholder" bezeichnet - könnt ihr erkennen, ob es sich dabei um den heimischen handelt?

Hochgeladene Dateien:
  • Screenshot_20230417_090001_willhaben.jpg

Nadelgehölze erfreuen sich auch, wenn man ihnen Bittersalz zukommen lässt, zumindest in den ersten Jahren.

Willst du da, die Beeren nutzen, wenn er erst mal angewachsen? Dadurch das Wacholder ja ein recht langsam wachsendes Gehölz ist, was, soweit ich weiß, einige Jahrhunderte alt werden kann, würde ich die Wurzeln eher mit Bedacht behandeln - ne Blume treibt schneller neue Wurzeln, als ein Baum.

Bei der Pflanzung ähnlich, wie bei Obstbaum agieren. Unten herum ein wenig einkürzen, 1-2cm, um Wachstum anzuregen, die Pflanzung mit Kompost anregen. Die ersten Jahre schadet ein Anbinden sicher nicht, aber er kann sich trotzdem urig entwickeln - was aber bei Vielen seiner Kollegen zu besonderer Schönheit führt.

Ich hoffe, du versorgst uns mit Bildern - und lass Dich nicht zu sehr pieksen.

Wenn man Wiki folgt, gibt es auch Zierformen, aber ob du das willst?

Gemeiner Wacholder – Wikipedia

Ansonsten, wird wohl fast jeder, der online angeboten wird, eher kein gemeiner sein. Sie sind auch zum Teil etwas heikel in der Anzucht. Da sind seine Cousins und Cousinen leichter zu reproduzieren.

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