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Giftige Pflanzen und Kinder

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In meinem Hortus geht gerade eine giftige Pflanze nach der anderen auf. Mittlerweile habe ich 6 Rosetten vom Fingerhut (3 davon im Beet am Sandkasten), 3 mal kreuzblättrige Wolfsmilch (weiter hinten in einem Beet bzw. in meiner missratnenen Blumenwiese) und Unmengen von bittersüßem Nachtschatten. Letzteren habe ich wirklich überall, sogar in den Blumenkästen und ich habe ihn an den meisten Stellen entfernt.

Da hier kleine Kinder wohnen und zu Besuch kommen, bin ich unsicher, was ich mit den Pflanzen machen soll. Stehen lassen oder entfernen? Besonders der Fingerhut bereitet mir großes Kopfzerbrechen.

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Die mittlere Pflanze sieht aus wie der Schwarze Nachtschatten... der fällt für mich unter Unkraut.. während der Bittersüße Nachtschatten dort wächst, wo es feucht ist und eine wunderschöne Blüte hat. Den Schwarzen Nachtschatten würde ich rigoros entfernen, der versamt sich wie blöd und ich finde ihn noch dazu sehr häßlich.

Was sind das für Kinder in Deinem Garten, Deine eigenen und Freunde von ihnen, die zu Besuch kommen? Wie alt sind die Kinder?

Erklären, zeigen, heranführen... sehr kleine Kinder läßt man eh nicht alleine im Garten. Wollte man alles entfernen, was auch nur den Hauch von Giftigkeit hat, wäre der Garten leer.

Malefiz, Kai und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
MalefizKaiGsaelzbaer
Zitat von tree12 am 25. August 2020, 20:14 Uhr

Die mittlere Pflanze sieht aus wie der Schwarze Nachtschatten... der fällt für mich unter Unkraut.. während der Bittersüße Nachtschatten dort wächst, wo es feucht ist und eine wunderschöne Blüte hat. Den Schwarzen Nachtschatten würde ich rigoros entfernen, der versamt sich wie blöd und ich finde ihn noch dazu sehr häßlich.

Was sind das für Kinder in Deinem Garten, Deine eigenen und Freunde von ihnen, die zu Besuch kommen? Wie alt sind die Kinder?

Erklären, zeigen, heranführen... sehr kleine Kinder läßt man eh nicht alleine im Garten. Wollte man alles entfernen, was auch nur den Hauch von Giftigkeit hat, wäre der Garten leer.

Da hat Andrea nicht ganz Unrecht.

Anekdote dazu, als ich schwanger war, riet mir eine Freundin, die Rosen zu entfernen, weil an den Dornen könnten sich Kinder verletzten. Die Rosen stehen noch, der Sohn lebt noch und die Freundin ist Geschichte.

Vieles giftige schmeckt unheimlich bitter, Kinder würden dies sofort ausspucken. @brunnladesch hatte da mal irgendwo einen Beitrag zu, das mit den aufgenommenen Mengen, den Geschmack und zu tun hat. Vielleicht schaut sie hier rein und verlinkt es dir. Ansonsten Kinder nicht alleine lassen, den Garten erklären und Kindern altersgerecht vermitteln, das es Blumen gibt, die nur den Insekten schmecken und uns nicht!

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Aus meinen Beobachtungen haben weder meine Kinder (4 und 6) noch Kinderbesuch Pflanzen aus dem Garten gegessen. Grundsätzlich sollten alle Eltern wie oben bereits geschrieben wurde, ihren Kindern das Thema erklären, da es ja nicht nur im Garten, sondern quasi auch sonstwo giftige Pflanzen gibt...

Wenn Du allerdings wirklich große Bedenken hast mit dem Fingerhut in Sandkastennähe, dann pflanze ihn doch um. Am Ende ist es ja wichtig, dass Du ein gutes Gefühl hast, wenn Besuch da ist.

@andreamast Der Nachtschatten kommt dann weg. Danke für die Bestimmung. Flora incognita hat gesagt, es wäre der bittersüße Nachtschatten.

 

Meine Kinder sind 2 und 5. Die BesuchsKinder dementsprechend ähnlich alt. Natürlich geht es nicht darum alles zu entfernen, was einen Hauch von Giftigkeit oder Dornen hat. Ich bin mir nur unsicher mit Pflanzen (wie Fingerhut), mit denen sich ein Kind umbringen kann. Ich denke meine eigenen würden nicht einfach davon essen, da ich ihnen bisher ganz gut beigebracht habe, immer vorher zu fragen, bevor sie etwas pflücken bzw. ihnen zeige, was essbar ist und was nicht. Auch, dass nicht einfach alle Blumen abgepflückt werden, sondern nur die in der Wiese, klappt meistens, aber halt nicht immer. Und natürlich sind die Kinder, besonders das kleine, nicht allein im Garten, aber ich stehe auch nicht immer direkt daneben. Schließlich sind sie hier zu Hause und sollen sich möglichst frei bewegen dürfen.

Was die BesuchsKinder hier so anstellen, ist dann die andere Frage. Die größeren Kinder wollen natürlich immer da zusammen spielen, wo ich nicht direkt daneben bin. Bisher war es auch noch kein Problem, dass sie an/in den Blumen waren.

Vielleicht mach ich mir  zu viele Gedanken. Ich bin halt, wie gesagt, einfach wegen dem Fingerhut extrem unsicher und kann die Gefahr oder auch Nichtgefahr nicht genau einschätzen.

Nachtschatten blüht weiß - bittersüßer Nachtschatten blüht lila

Bild 1 Fruchtstand bittersüsser Nachtschatten

Bild 2 Blüte Nachtschatten

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Nachtschatten

bilder zu Blüte und Frucht siehe dort. Ich hab keine

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Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.
Zitat von Kirsten am 26. August 2020, 8:54 Uhr

Meine Kinder sind 2 und 5. Die BesuchsKinder dementsprechend ähnlich alt.  ... Und natürlich sind die Kinder, besonders das kleine, nicht allein im Garten, aber ich stehe auch nicht immer direkt daneben. Schließlich sind sie hier zu Hause und sollen sich möglichst frei bewegen dürfen.

Was die BesuchsKinder hier so anstellen, ist dann die andere Frage. Die größeren Kinder wollen natürlich immer da zusammen spielen, wo ich nicht direkt daneben bin. Bisher war es auch noch kein Problem, dass sie an/in den Blumen waren.

Ich kann die Überlegungen nachvollziehen. Weil selbst wenn man hundert mal erklärt und daneben steht ist es bei KleinKindern vor Erreichen des "Vernunftalters" (ich weiß, das tritt bei manchen nie ein...) keine Garantie. ("Lass die Blume... lass die Blume! Nein!") Wenn beispielsweise dummerweise der Pilz für den gleichen gehalten wird wie gestern auf der Pizza Funghi? Gerade wenn dann noch BesuchsKinder dazu kommen... Bei uns sind - trotz Erklären und Sensibilisierung der Kinder - auch Nachtschatten oder Kirschlorbeer (auch schon bevor wir das Hortuskonzept kannten) rausgeflogen.

Und ich sehe durchaus Unterschiede bei der Gefährlichkeit: "Die Rose hat Stacheln. Die pikst und macht aua!" - "" - "Ich hab gesagt, die pikst. Kühlpack?" (Kühlpack hilft gegen alles - notfalls auch bei "Mir ist schlecht!" ) Bei Tollkirsche, Fingerhut und ähnlichem würde ich nicht leger bei "das merkst du schon selber bleiben" (doch nicht mit Kühlpack heilbar...). Die Risikoabwägung muss jeder selber treffen. Fingerhut kann man umsiedeln und wenn nicht, dann auch später wieder ansiedeln, wenn die Kinder größer sind.

born to bee wild and free

Es gibt Giftpflanzen und Giftpflanzen.

Fingerhut und Co hole ich mir zum Beispiel aktuell auch nicht in den Garten, weil die Kinder noch zu klein sind, würde der aber wo aufgehen, wo er recht sicher steht, würde ich ihn stehen lassen. - Neben dem Sandkasten aber definitiv schon mal nicht.

Was bei mir zum Beispiel wie blöd aufgeht: Schöllkraut. Schöllkraut ist aber tatsächlich sehr bitter und kein Kind (und auch kein Erwachsener) würde das essen, weil Kinder in der Regel nichts bitteres essen. (Ich hab mal vorsichtig dran geleckt, als gerade kein Kind da war. Pfuideibl!)

An ungenießbaren Pflanzen habe ich einige im Garten und auch so einige, die giftig sind, wenn man sie tatsächlich isst. Schaut man genauer hin, erschrickt man schon fast, was sich manche so in den Garten holen bzw. was tatsächlich alles so als "giftig" gilt. Klatschmohn zum Beispiel, aber ich hab noch kein Kind Mohn essen sehen. Küchenschelle ist auch giftig. Von Krokussen und Schneeglöckchen fange ich gar nicht erst an. Traubenhyazinthen sind auch giftig.

Wir haben unter anderem Hartriegel, Gemeinen Schneeball und Liguster. - Ich habe meinen Kindern erklärt, dass das Bauchwehbeeren sind, weil sie Bauchweh machen. Das ist nicht mal gelogen.

Ich habe meinen Kindern jedoch von Anfang an erklärt, was sie nicht essen dürfen - und ihnen einen Naschgarten angelegt und gezeigt, was man essen kann. Sie haben zum Beispiel ihren eigenen Schnittlauch, ihre eigenen Erdbeeren uvm.

Tatsächlich müssen Kinder einfach lernen zu unterscheiden, was genießbar ist und was nicht. Sind sie sehr klein, lässt man sie ja in der Regel ohnehin nicht unbeobachtet draußen herumlaufen, sind sie größer, wissen sie es.

Seit Jahrtausenden lernen MenschenKinder von Erwachsenen, was man essen kann. Das ist einfach unsere evolutionäre Aufgabe als Erwachsene.

Ich persönlich bin übrigens mit Zierapfel, Engelstrompete und Goldregen groß geworden, die Nachbarn hatten Fingerhut. Uns wurde das einfach erklärt und wir wollten nie ausprobieren, ob das auch stimmt.

Allerdings darf man meiner Meinung nach ruhig rausreißen, was einfach nicht da wächst, wo es wachsen soll. Direkt neben dem Sandkasten zum Beispiel ist es zum Sandkuchen würzen vielleicht doch zu interessant und bei manchen Pflanzen ist der Kontakt mit dem Pflanzensaft einfach schon ein Problem. (Eisenhut zum Beispiel)

Wenn meine Kinder dann mal alle aus dem Alter draußen sind, dass es zum  Problem wird, hab ich übrigens echt schon nen Wunschzettel, was ich dann gerne ansiedeln würde, aber das muss einfach noch ein paar Jahre warten. Solange bleibt es ungenießbar und schwach giftig zusammen und "viel zu bitter zum Essen".

Gsaelzbaer hat auf diesen Beitrag reagiert.
Gsaelzbaer
Sei selbst der Wandel, nicht das Rädchen
Zitat von Brunnladesch (Natascha) am 26. August 2020, 11:46 Uhr

Ich habe meinen Kindern jedoch von Anfang an erklärt, was sie nicht essen dürfen - und ihnen einen Naschgarten angelegt und gezeigt, was man essen kann. Sie haben zum Beispiel ihren eigenen Schnittlauch, ihre eigenen Erdbeeren uvm.

Tatsächlich müssen Kinder einfach lernen zu unterscheiden, was genießbar ist und was nicht.

Oder das rote Erdbeeren besser schmecken als weiße. Ein Naschgarten ist eine gute Idee, dann bleibt vielleicht in der Ertragszone für die Eltern auch noch was übrig

born to bee wild and free

Ich habe auch ein Baby und ein bald Kindergartenkind und mache es wie oben beschrieben - Giftiges kommt nur in den Garten, wenn es so grauslich schmeckt, dass sowieso kein Kind mehr als einen Bissen machen würde, und auf Hochgiftiges, von dem schon kleine Mengen gefährlich wären, verzichte ich derzeit komplett. Zusätzlich erkläre ich, wo die Sträucher mit den essbaren Beeren stehen und von welchen man krank wird.

Was mich positiv überrascht, ist, dass sogar das große Kind, das derzeit nichts lieber tut, als Grenzen "auszuloten" (= zu ignorieren ? ), noch nichts Unbekanntes ohne zu fragen gegessen hat. Die Beeren vom Efeu wurden schon mal für Johannisbeeren gehalten und die Heckenkirschen für Ribiseln, und Faulbaum und Hartriegel stehen direkt neben der Spielhütte - aber alle Irrtümer konnten aufgeklärt werden und es ist noch nichts Falsches im Mund gelandet.

Aber ja, mit Pfaffenkapperl & Co würde ich derzeit nicht im Garten experimentieren. Auch wenn man dazu durchaus auch andere Meinungen hört, aber darauf will ich es nicht ankommen lassen. Man bringt den Zwergen das Schneiden ja auch nicht unbedingt gleich mit dem schärfsten Messer in der Küche bei, also muss es beim Umgang mit Giftpflanzen auch nicht gleich eine Tollkirsche sein, denke ich mir. ??‍♀️

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